U 103 war ein deutsches U-Boot vom Typ IX B, das im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Kriegsmarine eingesetzt wurde.
Geschichte Der Auftrag für das Boot wurde am 24. Mai 1938 an die AG Weser in Bremen vergeben. Die Kiellegung erfolgte am 6. September 1939, der Stapellauf am 12. April 1940, die Indienststellung unter Korvettenkapitän Viktor Schütze fand schließlich am 5. Juli 1940 statt.
Das Boot gehörte nach seiner Indienststellung am 5. Juli 1940 bis September 1940 als Ausbildungsboot zur 2. U-Flottille in Wilhelmshaven. Nach der Ausbildung gehörte U 103 von September 1940 bis zum Januar 1944 als Frontboot zur 2. U-Flottille in Wilhelmshaven bzw. Lorient. Nach der aktiven Zeit kam das Boot vom Januar 1944 bis zu seiner Außerdienststellung am 13. März 1944 als Schulboot zur 24. U-Flottille nach Memel. Nach der Außerdienststellung wurde das Boot von März 1944 bis April 1945 der 4. und der 2. U-Lehrdivision zugeteilt.
U 103 unternahm während seiner Dienstzeit elf Feindfahrten, auf denen es 43 Schiffe mit einer Gesamttonnage von 237.595 BRT versenken und drei Schiffe mit einer Gesamttonnage von 28.158 BRT beschädigen konnte.
Einsatzstatistik
Erste Unternehmung Das Boot lief am 29. September 1940 um 05:00 Uhr von Kiel aus und lief am 19. Oktober 1940 um 18:40 Uhr in Lorient ein. Auf dieser 21 Tage dauernden und zirka 3.400 sm lange Unternehmung in den Nordatlantik, dem Nordkanal und der Rockall Bank, wurden fünf Schiffe mit 20.279 BRT versenkt und ein Schiff mit 3.697 BRT beschädigt.
6. Oktober 1940: Versenkung des norwegischen Tankers Nina Borthen () mit 6.123 BRT. Der Tanker wurde durch drei Torpedos versenkt. Er fuhr in Ballast und war auf dem Weg von Southampton nach Abadan. Es war ein Totalverlust mit 32 Toten. 9. Oktober 1940: Versenkung des griechischen Dampfers Zannes Gounaris () mit 4.407 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo versenkt. Er hatte Phosphat-Gestein geladen und befand sich auf dem Weg von Tampa nach Garston. Das Schiff gehörte zum Konvoi SC-6 mit 38 Schiffen. Es gab einen Toten. 9. Oktober 1940: Beschädigung des britischen Dampfers Graigwen () mit 3.697 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo beschädigt. Das Schiff gehörte zum Konvoi SC-6 mit 38 Schiffen. Die Graigwen wurde am 10. Oktober 1941 von U 123 versenkt. 9. Oktober 1940: Versenkung des griechischen Dampfers Delphin () mit 3.816 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo versenkt. Er hatte Mais und Weizen geladen und befand sich auf dem Weg nach Cork. Das Schiff gehörte zum Konvoi SC-6 mit 38 Schiffen. Es gab keine Verluste. 13. Oktober 1940: Versenkung des estnischen Dampfers Nora () mit 1.186 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo versenkt. Er hatte Nutz- und Bauholz geladen und befand sich auf dem Weg von Pugwash nach Belfast. Es war ein Totalverlust. 15. Oktober 1940: Versenkung des britischen Dampfers Thristlegarth () mit 4.747 BRT. Der Dampfer wurde durch zwei Torpedos und drei Schuss Artillerie versenkt. Er fuhr in Ballast und war auf dem Weg von Scapa Flow nach Father Point (New Brunswick). Das Schiff gehörte zum Konvoi OB-228 mit 47 Schiffen. Es gab 30 Tote und neun Überlebende.
Zweite Unternehmung Das Boot lief am 9. November 1940 um 13:30 Uhr von Lorient aus und am 12. Dezember 1940 um 17:15 Uhr wieder dort ein. Auf dieser 33 Tage dauernden und etwa 3.500 sm langen Unternehmung in den Nordatlantik und westlich des Nordkanals wurden sieben Schiffe mit 38.465 BRT versenkt.
21. November 1940: Versenkung des britischen Dampfers Daydawn () mit 4.768 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo versenkt. Er hatte 6.860 t Kohle geladen und befand sich auf dem Weg von Barry nach Rio Santiago (Argentinien). Das Schiff gehörte zum Konvoi OB-244 mit 46 Schiffen. Es gab zwei Tote und 20 Überlebende. 21. November 1940: Versenkung des griechischen Dampfers Victoria () mit 6.085 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo versenkt. Er fuhr in Ballast und war auf dem Weg von Avonmouth nach Botwood (Neufundland). Das Schiff gehörte zum Konvoi OB-244 mit 46 Schiffen. Es gab keine Verluste, 27 Überlebende. 27. November 1940: Versenkung des britischen Motorschiffes Glenmoor () mit 4.393 BRT. Das Schiff wurde mit einem Torpedo versenkt. Er hatte 7.410 t Kohle geladen und befand sich auf dem Weg von Cardiff nach Alexandria. Es war ein Nachzügler des Konvois OB-248 mit 44 Schiffen. Es gab 31 Tote und zwei Überlebende. 28. November 1940: Versenkung des griechischen Dampfers Mount Athos () mit 3.578 BRT. Der Dampfer wurde mit einem Torpedo versenkt. Er hatte 5.250 t Kohle geladen und befand sich auf dem Weg von Barry nach Freetown. Es gab 19 Tote. 28. November 1940: Versenkung des britischen Dampfers St. Elwyn () mit 4.940 BRT. Der Dampfer wurde durch zwei Torpedos versenkt. Er hatte Kohle geladen und befand sich auf dem Weg von Hull nach Santos. Das Schiff gehörte zum Konvoi OB-249 mit 54 Schiffen. Es gab 24 Tote und 16 Überlebende. 8. Dezember 1940: Versenkung des britischen Dampfers Calabria () mit 9.475 BRT. Der Dampfer wurde durch drei Torpedos versenkt. Er hatte Stückgut inklusive 4.000 t Eisen, 3.050 t Tee, 1.871 t Presskuchen sowie 230 indische Seemänner an Bord und befand sich auf dem Weg von Kalkutta über Freetown nach Belfast und Glasgow. Es starben 130 Besatzungsmitglieder und die 230 indischen Seeleute, 21 Besatzungsmitglieder wurden gerettet. 9. Dezember 1940: Versenkung des britischen Dampfers Empire Jaguar () mit 5.186 BRT. Der Dampfer wurde durch zwei Torpedos versenkt. Er fuhr in Ballast und war auf dem Weg von Cardiff nach Philadelphia. Das Schiff war ein Nachzügler des Konvois OB-252 mit 44 Schiffen. Es war ein Totalverlust mit 37 Toten.
Dritte Unternehmung Das Boot lief am 21. Januar 1941 um 12:00 Uhr von Lorient aus und am 24. Februar 1941 um 17:05 Uhr wieder dort ein. Auf dieser 24 Tage dauernden Unternehmung in den Nordatlantik westlich des Nordkanals und Irlands wurden drei Schiffe mit 22.948 BRT versenkt und ein Schiff mit 10.516 BRT beschädigt.
13. Februar 1941: Beschädigung des britischen Tankers Arthur F. Corwin () mit 10.516 BRT. Der Tanker wurde durch zwei Torpedos beschädigt. Er war ein Nachzügler des Konvois HX-106 mit 41 Schiffen. Der Tanker wurde am gleichen Tag von U 99 versenkt. 17. Februar 1941: Versenkung des britischen Tankers Edwy R. Brown () mit 10.455 BRT. Der Tanker wurde durch vier Torpedos versenkt. Er hatte Petroleum-Produkte geladen und befand sich auf dem Weg von Aruba über Halifax nach Liverpool. Das Schiff war ein Nachzügler des Konvois HX-107 mit 21 Schiffen. Es war ein Totalverlust mit 50 Toten. 18. Februar 1941: Versenkung des britischen Motorschiffes Seaforth () mit 5.459 BRT. Das Schiff wurde durch zwei Torpedos versenkt. Es hatte westafrikanische Produkte sowie zehn Passagiere an Bord und befand sich auf dem Weg von Monrovia nach Liverpool. Es war ein Totalverlust mit 59 Toten. 19. Februar 1941: Versenkung des norwegischen Motorschiffes Benjamin Franklin () mit 7.034 BRT. Das Schiff wurde durch zwei Torpedos versenkt. Es hatte 1.200 t Zink, 1.000 t Holzschliff, 300 t Blei sowie Stückgut geladen und befand sich auf dem Weg von San Francisco und den Bermudas nach Liverpool. Das Schiff war ein Nachzügler des Konvois HX-107 mit 21 Schiffen. Es gab 29 Tote und sieben Überlebende.
Vierte Unternehmung Das Boot lief am 1. April 1941 um 19:00 Uhr von Lorient aus und am 12. Juli 1941 um 10:05 Uhr wieder dort ein. Auf dieser 102 Tage dauernden Unternehmung in den Mittelatlantik, den Kanarischen Inseln und vor Freetown, wurden zwölf Schiffe mit 58.553 BRT versenkt. U 103 wurde vom 14. bis zum 15. Mai 1941 vom deutschen Trossschiff Egerland versorgt.
1. Mai 1941: Versenkung des britischen Dampfers Samsö () mit 1.494 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo versenkt. Es hatte 1.316 t Erdnüsse geladen und befand sich auf dem Weg von Bathurst nach Freetown (Sierra Leone). Es gab einen Toten und 19 Überlebende. 3. Mai 1941: Versenkung des britischen Dampfers Wray Castle () mit 4.253 BRT. Der Dampfer wurde mit zwei Torpedos versenkt. Er hatte 6.800 t Zucker geladen und befand sich auf dem Weg von Port Louis über Kapstadt und Freetown (Sierra Leone) nach Großbritannien. Es gab einen Toten und 56 Überlebende. 6. Mai 1941: Versenkung des britischen Motorschiffes Surat () mit 5.529 BRT. Das Schiff wurde durch zwei Torpedos versenkt. Es hatte 2.500 t Roheisen, 5.700 t Erbsen sowie Rapssamen geladen und befand sich auf dem Weg von Karatschi über Kapstadt (Südafrika) nach Großbritannien. Es gab vier Tote und 61 Überlebende. 6. Mai 1941: Versenkung des britischen Motorschiffes Dunkwa () mit 4.752 BRT. Das Schiff wurde mit einem Torpedo versenkt. Es hatte 3.248 t Stückgut und 868 t Regierungsgüter geladen und befand sich auf dem Weg von Glasgow nach Opobo (Nigeria). Es gehörte zum Konvoi OB-310 mit 48 Schiffen. Es gab acht Tote und 39 Überlebende. 9. Mai 1941: Versenkung des britischen Dampfers City of Winchester () mit 7.120 BRT. Der Dampfer wurde mit zwei Torpedos versenkt. Er hatte 6.500 t Stückgut geladen und befand sich auf dem Weg von London nach Kapstadt (Südafrika) und Beira. Das Schiff gehörte zum aufgelösten Konvoi OB-313 mit 38 Schiffen. Es gab sechs Tote und 92 Überlebende. 11. Mai 1941: Versenkung des britischen Dampfers City of Shanghai () mit 5.828 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo und Artillerie versenkt. Er hatte 8.000 t Regierungsgüter geladen und befand sich auf dem Weg vom Tyne nach Kapstadt (Südafrika). Das Schiff gehörte zum Konvoi OB-313 mit 38 Schiffen. Es gab sechs Tote und 67 Überlebende. 22. Mai 1941: Versenkung des britischen Tankers British Grenadier () mit 6.857 BRT. Der Tanker wurde durch drei Torpedos versenkt. Er fuhr in Ballast und war auf dem Weg von Freetown (Sierra Leone) nach Aruba. Es gab keine Verluste, 49 Überlebende. 24. Mai 1941: Versenkung des griechischen Motorschiffes Marionga () mit 4.236 BRT. Das Schiff wurde mit einem Torpedo versenkt. Er hatte britische Regierungsgüter geladen und befand sich auf dem Weg vom Clyde nach Takoradi. Es gab 26 Tote und fünf Überlebende. 25. Mai 1941: Versenkung des ägyptischen Dampfers Radames mit 3.575 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo versenkt. Er hatte 1.100 t Eisenerz, 2.915 t Erdnüsse sowie 996 t Erdnussbutter geladen und befand sich auf dem Weg von Vizagapatam nach Barry Roads (Großbritannien). Es gab einen Toten. 25. Mai 1941: Versenkung des niederländischen Dampfers Wangi Wangi () mit 7.789 BRT. Der Dampfer wurde mit einem Torpedo versenkt. Er hatte 3.984 t Stahlbarren, 1.993 t Blei und 1.540 t Stückgut geladen und befand sich auf dem Weg Sydney über Durban und Freetown (Sierra Leone) zum Clyde. Es gab einen Toten und 83 Überlebende. 8. Juni 1941: Versenkung des britischen Dampfers Elmdene () mit 4.853 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo versenkt. Er hatte 5.000 t Kohle, 1.000 t Munition und 20 Flugzeuge geladen und befand sich auf dem Weg vom Tyne und Loch Ewe über Freetown (Sierra Leone) nach Alexandria (Ägypten). Das Schiff gehörte zum aufgelösten Konvoi OB-324 mit 35 Schiffen. Es gab keine Verluste, 36 Überlebende. 29. Juni 1941: Versenkung des italienischen Dampfers Ernani () mit 6.619 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo versenkt. Er hatte eine unbekannte Ladung an Bord und befand sich auf dem Weg von Las Palmas nach Genua. Es war ein Totalverlust.
Fünfte Unternehmung Das Boot lief am 10. September 1941 um 19:30 Uhr von Lorient aus und lief am 9. November 1941 um 10:45 Uhr wieder dort ein. Auf dieser 59 Tage dauernden und zirka 9.400 sm langen Unternehmung in den Mittelatlantik um die Kapverdischen Inseln, vor Freetown und Gibraltar wurden zwei Schiffe mit 10.594 BRT versenkt.