Die Confédération Africaine de Football (CAF) ist der afrikanische Fußballverband und einer der sechs Kontinentalverbände des Fußball-Weltverbands FIFA.

Die Organisation wurde am 8. Februar 1957 gegründet. Der Hauptsitz befindet sich in der Stadt des 6. Oktober nahe Kairo.

Gründungsgeschichte Im Zuge der Bildung von Kontinentalverbänden Mitte der 1950er Jahre – in Asien 1954 die AFC, in Europa 1956 die UEFA; die südamerikanische CONMEBOL existiert bereits seit 1916 – entwickelte sich auch in Afrika der Wunsch nach einer organisatorischen Zusammenfassung, um dem dortigen Fußball international mehr Gewicht zu verleihen. Die Schwierigkeit bestand darin, dass es zu dieser Zeit lediglich fünf souveräne afrikanische Staaten (Ägypten, Äthiopien, Liberia, Libyen und die Südafrikanische Republik) und somit auch nur wenige von der europäisch-südamerikanisch dominierten FIFA anerkannte nationale Fußballverbände gab.

125px|rechts|Ehemaliges CAF-Logo 125px|rechts|Ehemaliges CAF-Logo Noch auf dem FIFA-Kongress 1954 in Bern äußerte der argentinische Delegierte, Voraussetzung für die Bildung von Kontinentalverbänden sei „die [in Afrika und Asien] noch nicht gegebene Erfüllung sportlicher und organisatorischer Bedingungen“.Dietschy/Kemo-Keimbou, S. 109 Immerhin wurde der Ägypter Abdel Aziz Abdallah Salem auf dieser Sitzung als erster Afrikaner in das FIFA-Exekutivkomitee gewählt. Mit Beginn der Dekolonisation Afrikas (1956 wurden der Sudan, Tunesien und Marokko, 1957 Ghana und 1958 Guinea unabhängig) wuchs auch die Zahl nationaler Verbände.

Dennoch gingen der Gründung der CAF noch erhebliche Querelen mit der FIFA voraus. So forderte 1955 der Generalsekretär des Weltverbands, Kurt Gassmann, die Aufnahme von regelmäßigen innerafrikanischen und interkontinentalen Länderspielen als Voraussetzung, um sich „an die FIFA-Regeln und -Gepflogenheiten zu gewöhnen und Spielerausbildung, Qualität der Schiedsrichter, technisches Niveau sowie den medizinischen und sozialen Schutz der Fußballer anzuheben“. Am Rande des 1956er FIFA-Kongresses in Lissabon allerdings einigten sich die Delegierten aus Ägypten, Äthiopien, Südafrika und dem Sudan auf die Bildung eines Kontinentalverbands. Obwohl die CAF auf ihren frühen Briefköpfen 1956 als Gründungsjahr angab, gilt als offizielles Datum dafür der 8. Februar 1957, als am Rande des ersten Afrikapokals für Nationalmannschaften in Khartum das Statut der CAF verabschiedet wurde.Dietschy/Kemo-Keimbou, S. 110 und 157ff. Zum Präsidenten wählten die Delegierten Abdallah Salem, den ein Jahr später sein Landsmann Abdel Aziz Mostafa ablöste. Bis 1959 trat nur Ghana zusätzlich der CAF bei, während der Aufnahmeantrag des noch nicht unabhängigen Algerien 1958 abgelehnt wurde (siehe hier). Zwischen 1960 – in diesem sogenannten „Afrikanischen Jahr“ erlangten alleine 17 Staaten ihre Unabhängigkeit – und 1963 kamen die Elfenbeinküste, Guinea, Kamerun, Kongo-Kinshasa, Liberia, Madagaskar, Mali, Marokko, Nigeria, Senegal, Tunesien und Uganda dazu. Von 1964 bis 1969 traten Algerien, Dahomey, Gabun, Gambia, Kenia, Kongo-Brazzaville, Lesotho, Libyen, Malawi, Mauretanien, Niger, Obervolta, Nordrhodesien/Sambia, Sierra Leone, Somalia, Tansania, Togo und die Zentralafrikanische Republik der CAF bei.Dietschy/Kemo-Keimbou, S. 359 Einen Kontinentalwettbewerb für Vereinsmannschaften, den African Cup of Champion Clubs, organisierte die CAF erstmals 1965.

Zu Beginn des Jahres 2020 wurden gegen den CAF und den Präsidenten Ahmad Ahmad Vorwürfe wegen Veruntreuung erhoben.

Präsidenten

Generalsekretäre

Mitgliedsverbände mini|300px|Regionalverbände der CAF

Sansibar war 2017 vier Monate lang volles Mitglied der CAF. Der Mitgliedsstatus wurde aber wieder aberkannt, da laut Statuten keine zwei Verbände eines Staates Mitglied sein dürfen.https://www.tntsports.co.uk/football/new-statutes-for-african-soccer-as-zanzibar-kicked-out_sto6261591/story.shtml Sansibar ist Teil von Tansania, und aus selbigem Grund auch nicht in der FIFA.

Wettbewerbe Der Verband ist Ausrichter zahlreicher Wettbewerbe, an denen die Nationalmannschaften oder Vereinsmannschaften ihrer Mitgliedsverbände teilnehmen. Zusätzlich organisiert die CAF die Qualifikations-Runden der Afrika-Zone für die Fußball-Weltmeisterschaften und für das olympische Fußballturnier. Die Wettbewerbe im Einzelnen:

Wettbewerbe für Nationalmannschaften Männer Afrika-Cup – Fußballturnier der Männer, wird seit 1957 regelmäßig alle zwei Jahre ausgetragen Afrikanische Nationenmeisterschaft – Fußballturnier der Männer, wird seit 2009 alle zwei Jahre ausgetragen U-23-Afrika-Cup – wird seit 2011 regelmäßig alle vier Jahre ausgetragen und dient als Qualifikation für das Fußballturnier der Olympischen Spiele U-20-Afrika-Cup (auch African U-20 Championship) – wird seit 1979 regelmäßig alle zwei Jahre ausgetragen und dient als Qualifikation für die U-20-Fußball-Weltmeisterschaft U-17-Afrika-Cup (auch The Under 17 Cup) – wird seit 1995 regelmäßig alle zwei Jahre ausgetragen und dient als Qualifikation für die U-17-Fußball-Weltmeisterschaft CAF African Schools Football Championship Futsal-Afrikameisterschaft Beachsoccer-Afrikameisterschaft Fußballturnier für Nationalmannschaften der Afrikaspiele

Frauen Afrika-Cup der Frauen – Fußball-Afrikameisterschaft der Frauen, wird seit 1998 regelmäßig alle zwei Jahre ausgetragen U-20-Afrika-Cup der Frauen – wird seit 2004 regelmäßig alle zwei Jahre ausgetragen und dient als Qualifikation für die U-20-Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen U-17-Afrika-Cup der Frauen – wird seit 2004 regelmäßig alle zwei Jahre ausgetragen und dient als Qualifikation für die U-17-Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen CAF African Schools Football Championship Futsal-Afrikameisterschaft der Frauen – soll 2025 erstmals ausgetragen werden Fußballturnier für Nationalmannschaften der Afrikaspiele

Wettbewerbe für Vereinsmannschaften CAF Champions League, wird seit 1965 ausgetragen, hieß bis 1996 African Cup of Champion Clubs (Afrika-Pokal der Landesmeister) CAF Confederation Cup, von 1992 bis 2003 als CAF Cup ausgetragen CAF Super Cup, wird seit 1992 regelmäßig ausgetragen African Football League, erstmals 2023 ausgetragen CAF Women’s Champions League

Eingestellte Wettbewerbe Afro-Asien-Pokal für Nationalmannschaften, ausgerichtet gemeinsam mit dem asiatischen Kontinental-Fußballverband AFC African Cup Winners’ Cup (Afrika-Pokal der Pokalsieger), wurde von 1975 bis 2003 regelmäßig ausgetragen, danach eingestellt zugunsten des Confederation Cups Afro-Asien-Pokal, Wettbewerb für afrikanische und asiatische Vereinsmannschaften, gemeinsam ausgerichtet mit dem Asiatischen Kontinental-Fußballverband AFC, wurde von 1986 bis 1999 ausgespielt UEFA-CAF Meridian Cup für afrikanische und europäische U17-Teams, ausgerichtet gemeinsam mit dem europäischen Kontinental-Fußballverband UEFA

WM-Teilnehmer vom afrikanischen Kontinent mini|Platzierung der CAF-Mannschaften in der ewigen WM-Tabelle (1930 bis 2018)

Männer 1930: Keiner 1934: Ägypten 1938: Keiner 1950: Keiner 1954: Keiner 1958: Keiner 1962: Keiner 1966: Keiner 1970: Marokko 1974: Zaire 1978: Tunesien 1982: Algerien, Kamerun 1986: Algerien, Marokko 1990: Ägypten, Kamerun 1994: Kamerun, Marokko, Nigeria 1998: Kamerun, Marokko, Nigeria, Tunesien, Südafrika 2002: Kamerun, Nigeria, Südafrika, Tunesien, Senegal 2006: Tunesien, Angola, Elfenbeinküste, Ghana, Togo 2010: Südafrika, Algerien, Elfenbeinküste, Ghana, Kamerun, Nigeria 2014: Algerien, Elfenbeinküste, Ghana, Kamerun, Nigeria 2018: Ägypten, Marokko, Nigeria, Senegal, Tunesien 2022: Ghana, Kamerun, Marokko, Senegal, Tunesien 2026: Ägypten, Algerien, Ghana, Elfenbeinküste, Marokko, Senegal, Südafrika, Tunesien, Kap Verde, DR Kongo

Frauen Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 1991: Nigeria Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 1995: Nigeria Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 1999: Ghana, Nigeria2 Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2003: Ghana, Nigeria Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2007: Ghana, Nigeria Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2011: Äquatorial-Guinea, Nigeria Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2015: Elfenbeinküste, Kamerun1, Nigeria Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2019: Kamerun1, Nigeria1, Südafrika Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2023: Marokko1, Nigeria1, Sambia, Südafrika1 1 Achtelfinale 2 Viertelfinale 3 Halbfinale 4 Gastgeber

Siehe auch Liste der Fußballnationalmannschaften (Männer)

Literatur Zaven Djizmedjian (ehem. CAF-Pressechef/Kairo/Ägypten): 30 Jahre CAF. In: 11 – Zeitschrift für internationale Fußball-Geschichte und Statistik. N° 3, Hrsg.: IFFHS, Interball-Verlag, Düsseldorf 1986, S. 7–14. Barry G. Baker: A Journal of African Football History 1883–2000. 2001 (englisch). Barry G. Baker: African Football Guide 1996–97. 1996 (englisch). Barry G. Baker: South African Soccer: An Introduction. 1992, ISBN 0-9512255-1-0 (englisch). Paul Dietschy, David-Claude Kemo-Keimbou (Ko-Herausgeber: FIFA): Le football et l’Afrique. EPA, 2008, ISBN 978-2-85120-674-9 (französisch). Auswahl an Literatur zu Fußball in Afrika. In: ilissafrica.de. Virtuelle Fachbibliothek ilissAfrica: internet library sub-saharan Africa.

Weblinks

Offizielle Website

Einzelnachweise

Fussball Afrika Kategorie:Gouvernement al-Dschiza Kategorie:Sportverband (Ägypten) Kategorie:Verbandsgründung 1954