mini|hochkant|2026 ex aequo preisgekrönt: Die spanischen Regisseure Javier Calvo (li.) und Javier Ambrossi (re.) für La bola negra sowie der Pole Paweł Pawlikowski (mi.) für Vaterland kurz nach der Preisverleihung in Cannes Der Preis für die beste Regie (Prix de la mise en scène) honoriert bei den jährlich veranstalteten Filmfestspielen von Cannes die beste Leistung eines Regisseurs oder einer Regisseurin in einem Wettbewerbsfilm (Langfilm). Die Auszeichnung wurde erstmals bei der Premiere des Filmfestivals im Jahr 1946 verliehen. Über die Vergabe des Preises, der dem Gewinner in Form einer Urkunde überreicht wird, stimmt die Wettbewerbsjury ab, die sich meist aus internationalen Filmschaffenden zusammensetzt.

Preisträger Am häufigsten mit dem Regiepreis ausgezeichnet wurden französische Regisseure (14 Siege), gefolgt von ihren Kollegen aus den USA (13), der ehemaligen Sowjetunion (6), Großbritannien sowie Mexiko (je 3). Dreimal triumphieren konnte der US-Amerikaner Joel Coen (1991, 1996 und 2001), gefolgt von den beiden Franzosen René Clément (1946 und 1949) und Robert Bresson (1957 und 1983), dem sowjetischen Regisseur Sergei Jutkewitsch (1956 und 1966) und dem Briten John Boorman (1970 und 1998) mit je zwei Siegen. Als bisher einzige Filmregisseurinnen erhielten die Sowjetrussin Julija Solnzewa (1961 für Flammende Jahre) und die US-Amerikanerin Sofia Coppola (2017 für Die Verführten) die Auszeichnung.

Mehrfach in der Vergangenheit konnte sich die Jury nicht auf einen Sieger einigen. Regisseure aus dem deutschsprachigen Kino waren 1982 und 1987 erfolgreich, als sich Werner Herzog (Fitzcarraldo) und Wim Wenders (Der Himmel über Berlin) gegen die Konkurrenz durchsetzen konnten.

In der Vergangenheit hatten Jurys die Möglichkeit, den Regiepreis mit weiteren Auszeichnungen zu kombinieren. Dies geschah zuletzt im Jahr 1993, als der britische Beitrag Nackt auch den Darstellerpreis für Hauptdarsteller David Thewlis zugesprochen bekam. Mittlerweile untersagt das Reglement, dass der Regiepreis (ebenso wie die Goldene Palme und der Große Preis der Jury) mit weiteren Auszeichnungen kumuliert werden kann. Dieser Umstand wurde wiederholt kritisiert, zuletzt im Jahr 2012, als der Jurypräsident Nanni Moretti in der abschließenden Pressekonferenz zugab, dass er dem Goldene-Palme-Gewinner Liebe von Michael Haneke ohne Reglement auch den Darsteller- und Drehbuchpreis zuerkannt hätte. vom 27. Mai 2012 bei festival-cannes.fr, 19:10 min ff. (italienisch, französisch, englisch mit französischer und englischer Übersetzung) abgerufen am 28. Mai 2012.

Jahr Preisträger Originaltitel Deutscher Titel 1946 La bataille du rail Schienenschlacht 1947 Preis nicht vergeben 1948 Filmfestspiele nicht veranstaltet 1949 Le mura di Malapaga Die Mauern von Malapaga 1950 Filmfestspiele nicht veranstaltet 1951 Los olvidados Die Vergessenen 1952 Christian-Jaque Fanfan la Tulipe Fanfan, der Husar 1953–1954 Preis nicht vergeben 1955 Du rififi chez les hommes Rififi Героите на Шипка (Geroite na Schipka) Die Helden vom Schipka-Pass 1956 Отелло (Otello) Der Mohr von Venedig 1957 Un condamné à mort s'est échappé Ein zum Tode Verurteilter ist entflohen 1958 Nära livet Nahe dem Leben 1959 Les quatre cents coups Sie küssten und sie schlugen ihn 1960 Preis nicht vergeben 1961 Повесть пламенных лет (Powest plamennych let) Flammende Jahre 1962–1964 Preis nicht vergeben 1965 Pădurea spânzuraţilor Der Wald der Erhängten 1966 Ленин в Польше (Lenin w Polsche) Lenin in Polen 1967 Tízezer nap Zehntausend Sonnen 1968 Filmfestspiele aufgrund der Mai-Unruhen abgebrochen. 1969 Vsichni dobří rodáci Alle guten Landsleute O Dragão da Maldade contra o Santo Guerreiro Antonio das Mortes 1970 Leo the Last Leo der Letzte 1971 Preis nicht vergeben 1972 Még kér a nép Roter Psalm 1973–1974 Preis nicht vergeben 1975 Les ordres Ausnahmezustand Section spéciale Sondertribunal – Jeder kämpft für sich allein 1976 Brutti sporchi e cattivi Die Schmutzigen, die Häßlichen und die Gemeinen 1977 Preis nicht vergeben 1978 愛の亡霊 (Ai no borei) Im Reich der Leidenschaft 1979 Days of Heaven In der Glut des Südens 1980–1981 Preis nicht vergeben 1982 Fitzcarraldo Fitzcarraldo 1983 L’argent Das Geld Ностальгия (Nostalgija) Nostalghia 1984 Un dimanche à la campagne Ein Sonntag auf dem Lande 1985 André Téchiné Rendez-vous Rendez-Vous 1986 After Hours Die Zeit nach Mitternacht 1987 Der Himmel über Berlin Der Himmel über Berlin 1988 Sur Süden – Sur 1989 Dom za vesanje Die Zeit der Zigeuner 1990 Такси-блюз (Taksi-bljus) Taxi Blues 1991 Barton Fink Barton Fink 1992 The Player The Player 1993 Naked Nackt 1994 Caro diario Liebes Tagebuch… 1995 La haine Hass 1996 Fargo Fargo 1997 Wong Kar-Wai 春光乍泄 (Cheun gwong tsa sit) Happy Together 1998 The General Der General 1999 Todo sobre mi madre Alles über meine Mutter 2000 一一 (Yi yi) Yi Yi – A One and a Two 2001 The Man Who Wasn’t There The Man Who Wasn’t There Mulholland Dr. Mulholland Drive – Straße der Finsternis 2002 Punch-Drunk Love Punch-Drunk Love Im Kwon-taek 취화선 편집하기 (Chihwaseon) Im Rausch der Farben und der Liebe 2003 Elephant Elephant 2004 Exils Exil 2005 Caché Caché 2006 Babel Babel 2007 Le scaphandre et le papillon Schmetterling und Taucherglocke 2008 Üç maymun Drei Affen 2009 Kinatay Kinatay 2010 Tournée Tournée 2011 Drive Drive 2012 Post Tenebras Lux Post Tenebras Lux 2013 Heli Heli 2014 Foxcatcher Foxcatcher 2015 Hou Hsiao-Hsien (聶隱娘) Nie Yinniang The Assassin 2016 Personal Shopper Personal Shopper Bacalaureat Bacalaureat 2017 The Beguiled Die Verführten 2018 Zimna wojna Cold War – Der Breitengrad der Liebe 2019 Le jeune Ahmed Young Ahmed 2020 Filmfestspiele aufgrund der COVID-19-Pandemie nicht veranstaltet. 2021 Annette Annette 2022 Park Chan-wook 헤어질 결심 (Haeojil gyeolsim / Decision to Leave) Die Frau im Nebel 2023 Trần Anh Hùng La passion de Dodin Bouffant Geliebte Köchin 2024 Grand Tour Grand Tour 2025 O Agente Secreto The Secret Agent 2026 und Javier Ambrossi La bola negra k. A. Vaterland Vaterland

Einzelnachweise

Regie, Beste