Der Ausdruck Proposition ist ein Synonym für Satz, steht aber in seiner Hauptbedeutung für den Satzinhalt. Darüber hinaus wird mit dem Ausdruck eine psychologische oder konstruktivistische Bedeutung verbunden:
So wird „Proposition“ definiert als „kleinste, abstrakte Wissenseinheit, die einen Sachverhalt beschreibt und die es ermöglicht, dass zwischen unterschiedlichen Repräsentationen von Wissen gewechselt werden kann, etwa von Begriffen zu Bildern und umgekehrt“.Homberger, Sachwörterbuch zur Sprachwissenschaft (2000)/Proposition
Oder man bezieht den Ausdruck auf mentale Vorgänge:
In diesem Sinn verwenden John R. Anderson und sein Doktorvater Gordon H. Bower den Begriff in ihrer Gedächtnistheorie (1973, 1983, 1988). Nach dieser Theorie wird ein Sachverhalt im Gedächtnis gespeichert, indem die Repräsentationen der semantischen Elemente des Sachverhalts (also Subjekt, Prädikat, Objekt, Kontext usw.) durch Assoziationen miteinander verbunden werden. Beispiel: Die Erinnerung „Vergangenen Sommer habe ich in der Türkei Urlaub gemacht“ besteht aus den elementaren (und auch in anderen Zusammenhängen nutzbaren) Begriffen „vergangener Sommer“ (Zeit), „Türkei“ (Ort), „ich“ (Subjekt), „Urlaub machen“ (Prädikat).
Literatur Joachim Grabowski: Der propositionale Ansatz der Textverständlichkeit: Kohärenz, Interessantheit und Behalten. Aschendorff, Münster 1981; Neuauflage 1999.
Quellen
Kategorie:Allgemeine Psychologie