mini|Pfarrkirche in Mörtschach mini|Bauernhaus mini|Wallfahrtskirche Maria in der Au Mörtschach ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Spittal an der Drau im österreichischen Bundesland Kärnten.
Geographie Geographische Lage Das Gemeindegebiet liegt im äußersten Westen Kärntens im oberen Mölltal. Es wird im Westen von der Schobergruppe, im Osten vom Sadnig, einem Ausläufer des Sonnblickmassivs, begrenzt. Die Ortschaft Mörtschach selbst liegt in etwa 950 m Seehöhe, der höchste Berg des Gemeindegebiets ist das Petzeck mit einer Höhe von
Mörtschach hat einen wesentlichen Gebietsanteil am Nationalpark Hohe Tauern.
Gemeindegliederung Die Gemeinde Mörtschach mit den Katastralgemeinden Mörtschach und Stranach besteht aus folgenden Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Asten () Auen () Lassach () Mörtschach () Mörtschachberg () Pirkachberg () Rettenbach () Stampfen () Stranach ()
Nachbargemeinden
Geschichte Der Name Mörtschach stammt vom slawischen Begriff „Mori´ce“ ab.
Besiedelt wurde das Gebiet im Mittelalter infolge des Goldbergbaues. Aus den Bergbauknappen gingen in weiterer Folge die ersten landwirtschaftlichen Siedler hervor. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Mörtschach im Jahr 1256.
Die beiden Katastralgemeinden Mörtschach und Stranach kamen bei der Bildung von Ortsgemeinden im Jahr 1850 zunächst zur Gemeinde Winklern und verselbständigten sich erst 1898 zur Ortsgemeinde Mörtschach. Anlässlich der Gemeindestrukturreform von 1973 wurde Mörtschach ein zweites Mal mit Winklern vereinigt, spaltete sich aber nach einer Volksbefragung, bei der 78 % der Bevölkerung für die Eigenständigkeit stimmten, 1991 erneut ab.
Von großer Bedeutung für die Gemeinde, sowohl aus wirtschaftlicher – und insbesondere touristischer – als auch aus ökologischer Sicht war die Schaffung des Nationalparks Hohe Tauern im Jahr 1981, zu dessen Kerngebiet die Großglockner- und die Schobergruppe zählen, und dessen Außenzone bis ins Tal reicht.
In der Ortschaft Asten (im Astental) befand sich lange Zeit die höchstgelegene Schule des Bundeslandes Kärnten (), die allerdings 2005 auf Grund von sinkenden Schülerzahlen geschlossen wurde.
Bevölkerung Zum Zeitpunkt der Volkszählung 2001 hatte Mörtschach 942 Einwohner, davon waren 97,8 % österreichische Staatsbürger. Damit gehörte Mörtschach zu den zehn kleinsten Gemeinden Kärntens. Die Einwohnerzahl ist seit den 1970er Jahren rückläufig.
96,2 % der Bevölkerung bekannten sich 2001 zur römisch-katholischen und 0,8 % zur evangelischen Kirche, 0,6 % waren ohne religiöses Bekenntnis.
Bevölkerungsentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Die auf einem Hügel stehende Pfarrkirche Hl. Leonhard in Mörtschach wurde 1516 erbaut und ist dem Hl. Leonhard geweiht. Erwähnenswert ist die "Fleißner" Madonna, geschnitzt 1931 vom Bildhauer Max Domenig. Die Wallfahrtskirche Maria Hilf im Ortsbereich von Auen ist eine kleine Kirche mit Chor und zweiachsigem Langhaus mit einem Giebeltürmchen. Sie wurde 1806 errichtet. Marienkapelle Wallnerkapelle mini|hochkant|Die "Fleischner" Madonna in der Pfarrkirche von Mörtschach im Mölltal
Wirtschaft und Infrastruktur Während früher die Landwirtschaft unter schwierigen Bedingungen der Haupterwerbszweig in der Gemeinde war, hat in den letzten Jahrzehnten – insbesondere seit der Eröffnung des Nationalparks Hohe Tauern 1981 – der Tourismus eine immer größere wirtschaftliche Bedeutung gewonnen. So stieg die Anzahl der Übernachtungen von 24.252 im Jahr 2008 auf 36.664 im Jahr 2019. Danach erfolgte ein Rückgang durch COVID. Im Jahr 2022 wurden wieder rund 30.000 Übernachtungen gezählt.
Wirtschaftssektoren Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Anzahl der Betriebe und der Beschäftigten in den Wirtschaftssektoren: WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige20212011 200120212011 2001Land- und Forstwirtschaft 1)39115 1185645 60Produktion138 74321 14Dienstleistung2529 286061 73 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, Arbeitsstätten im Jahr 2021
Verkehr Die Großglockner Straße (B 107) verbindet Mörtschach mit den Nachbargemeinden Großkirchheim im Norden und Winklern im Süden.
Politik Gemeinderat und Bürgermeister Der Gemeinderat von Mörtschach hat 11 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2021 wie folgt zusammen:
3 ÖVP 7 LgM (Richard Unterreiner – Liste für ein gemeinsames Mörtschach) 1 FPÖ
Direkt gewählter Bürgermeister ist seit 2015 Richard Unterreiner (LgM).
Wappen Das Wappen von Mörtschach versinnbildlicht die für das ganze Mölltal typische Verknüpfung von Natur- und Kulturraum. Der grüne Schildgrund symbolisiert Natur und Nationalpark, die Kette ist das Attribut des heiligen Leonhard, Patron der Mörtschacher Pfarrkirche und Schutzheiliger des Viehs. Das im Wappen stilisierte Kärntner Tauernblümchen, ein einjähriges Enziangewächs, kommt nur in alpinen Höhenlagen über Seehöhe vor und ist unter anderem im oberen Mölltal heimisch.
Das Wappen wurde der Gemeinde am 25. April 1995 mit folgender Blasonierung verliehen: „In grünem Schild von einem silbernen Ketteninnenbord umschlossen die silberne Blüte des Kärntner Tauernblümchens (Lomatogonium carinthiacum).“zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 198. Die Fahne ist Grün-Weiß mit eingearbeitetem Wappen.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
Rudolf Wurzer (1920–2004), Architekt, Hochschulprofessor und Politiker Kurt Freisitzer (1928–2010), Soziologe
Weblinks
Gemeinde Mörtschach
Einzelnachweise
Kategorie:Goldberggruppe Kategorie:Schobergruppe Kategorie:Ersterwähnung 1256