mini|Kirche in Mehlen mini|Nasslager bei Mehlen mit bis zu 100.000 Festmeter Holz vom Orkan Kyrill 2007 Mehlen ist ein Ortsteil der Gemeinde Edertal im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg. In der Gemarkung von Mehlen liegt die Siedlung Lieschensruh.

Geographische Lage Das Straßendorf Mehlen liegt am Nordostrand des Naturparks Kellerwald-Edersee bzw. östlich des Nationalparks Kellerwald-Edersee im Zentrum der Gemeinde Edertal beiderseits des Fulda-Zuflusses Eder. Der Ort besteht aus dem südlich der Eder gelegenen Kernort Mehlen und der nördlich des Flusses gelegenen Wohnsiedlung „Lieschensruh“. Unmittelbar südlich von Lieschensruh mündet die Netze in die Eder. Etwa 800 m nordwestlich von Lieschensruh befindet sich der Buhlener Viadukt, der die Netze und die Bundesstraße 485 überquert.

Geschichte Ortsgeschichte Das Dorf entstand etwa im neunten Jahrhundert. Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Mehlen erfolgte im Jahr 850 unter dem Namen Mehilina, als ein GozmarMan mutmaßt, dass er ein Ahnherr der Grafen von Reichenbach und der Grafen von Ziegenhain war. seine Besitzungen in den sieben im Raum Frankenberg-Waldeck-Wildungen liegenden Dörfern Affoldern, Buhlen, Gleichen, Haine, Mehlen, Schreufa und Viermünden dem Kloster Fulda schenkte.

Früher lebten die Menschen von Ackerbau und Viehzucht. Heute hat die Landwirtschaft keine große Bedeutung mehr. Bis vor einigen Jahren wurde östlich von Mehlen nach Kies und Sand gebaggert, und es entstanden mehrere Baggerteiche. Einige dieser Teiche sind heute als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Handwerk und Fremdenverkehr bestimmen heute die Infrastruktur.

Das Dorf gehörte bis 1919 zur Grafschaft bzw. dem Fürstentum Waldeck.

Die Einwohnerzahl des Kernorts wird heute von der des erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstandenen Siedlung Lieschensruh übertroffen. Die Kirche des Ortes wurde 1798 erbaut, die Brücke über die Eder im Jahre 1896, im Zuge des Neubaus der damaligen Staatsstraße Mehlen-Lieschensruh-Buhlen (heute Teil der Bundesstraße 485).

Hessische Gebietsreform (1970–1977) Die bis dahin selbständige Gemeinde Mehlen fusionierte zum 31. Dezember 1971 im Zuge der Gebietsreform in Hessen mit anderen Gemeinden des Edertales freiwillig zur Großgemeinde Edertal. Für Mehlen, wie für alle ehemaligen Gemeinden von Edertal, wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Mehlen angehört(e):

vor 1712: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Waldeck, Amt Waldeck ab 1712: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Waldeck, Amt Waldeck ab 1807: Fürstentum Waldeck, Amt Waldeck ab 1815: Fürstentum Waldeck, Oberamt der Eder ab 1816: Fürstentum Waldeck, Oberjustizamt der Werbe ab 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (seit 1849), Kreis der EderTrennung zwischen Justiz (Kreisgericht Wildungen) und Verwaltung. ab 1867: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (Akzessionsvertrag mit Preußen), Kreis der Eder ab 1871: Deutsches Reich, Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der Eder ab 1919: Deutsches Reich, Freistaat Waldeck-Pyrmont, Kreis der Eder ab 1929: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis der Eder ab 1942: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck, Gemeinde Edertal ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Gemeinde Edertal

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Mehlen 989 Einwohner. Darunter waren sechs (0,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 87 Einwohner unter 18 Jahren, 198 waren zwischen 18 und 49, 108 zwischen 50 und 64 und 96 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 207 Haushalten. Davon waren 57 Singlehaushalte, 63 Paare ohne Kinder und 72 Paare mit Kindern, sowie 15 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 42 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 135 Haushaltungen leben keine Senioren.

Einwohnerentwicklung  Quelle: Historisches Ortslexikon 1541: 18 Häuser 1620: 30 Häuser 1650: 14 Häuser 1738: 26 Häuser 1770: 36 Häuser, 230 Einwohner

Religion Historische Religionszugehörigkeit • 1895: 291 evangelische (= 90,31 %), zwei katholische (= 0,68 %), drei jüdische (= 1,01 %) Einwohner • 1961: 431 evangelische (= 91,51 %), 36 katholische (= 7,64 %) Einwohner

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Kulturdenkmal, ehemalige Gastwirtschaft Rischard in Mehlen (2024)

An Vereinen gibt es den „SV Edergold Mehlen 1970 e. V.“ und die Freiwillige Feuerwehr Mehlen.

Regelmäßige Veranstaltungen Einen hohen Bekanntheitsgrad in der gesamten Region Nordhessen hat die Kirmes, die jedes Jahr Ende Juni auf dem Festplatz an der Eder stattfindet.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter des Ortes Karl Hartwig (1881–1958), Abgeordneter in der Waldecker Landesvertretung

Literatur Otto Mette: Mehlen. Arolsen: Waldeckischer Geschichtsverein 1987 (= Waldeckische Ortssippenbücher 31); bearbeiteter Zeitraum 1550–1985, 920 Familien

Weblinks

Mehlen In: Webauftritt der Gemeinde Edertal.

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Waldeck-Frankenberg Kategorie:Geographie (Edertal) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Waldeck-Frankenberg) Kategorie:Ersterwähnung 850 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971