Pasenbach ist ein Gemeindeteil (Kirchdorf) der Gemeinde Vierkirchen und eine Gemarkung im Landkreis Dachau.

Geographie Pasenbach legt südwestlich Vierkirchen an der Kreisstraße 9. Die Bahnstrecke München–Treuchtlingen führt östlich am Ort vorbei. Das Kirchdorf liegt in der Planungsregion München und ca. 40 Kilometer nördlich von München.

Die Gemarkung Pasenbach (Nr. 09 8635) umfasst 4,001 km² und hat 1024 Einwohner. Gemarkungsteile befinden sich in den Gemeinden Vierkirchen und Weichs.

Geschichte

Frühe Geschichte Der Name weist auf eine Siedlung am Bach eines gewissen Paso hin und dürfte im 8. Jahrhundert entstanden sein. Die erste urkundliche Erwähnung reicht in das Jahr 819 zurück, nach der ein Geistlicher namens Tozi seinen Besitz in Pasinpah dem Freisinger Dom geschenkt habe. Im 9. Jahrhundert wird auch erstmals eine Kirche erwähnt.

Im 12. Jahrhundert gehen Teile der Besitztümer an das benachbarte Kloster Indersdorf sowie das Geschlecht der Daxberger, wobei dieses Geschlecht bereits im 15. Jahrhundert ausstirbt. Der Dachs lebte bis 1971 im Wappen der Gemeinde Pasenbach weiter.

1432 wird ein Gericht zu Pasenbach erwähnt, 1440 wird Pasenbach als Hofmark bezeichnet.

Schloss und Hofmark Pasenbach mini|Schloss Pasenbach um 1700 (Stich von Michael Wening) Die Hofmark Pasenbach war eine Hofmark ab 1440 mit Sitz auf Schloss Pasenbach in Pasenbach. Das Schloss Pasenbach war ein einfacher, rechteckiger, zweigeschossiger Bau mit hohem Satteldach, der von einem breiten Wassergraben umgeben war. An den vier Ecken befanden sich kleine Türmchen mit Zwiebeldächern. Ein massiver quadratischer Zwiebelturm beherrschte die Südseite des Schlosses.

Gemeinde Pasenbach Mit der Bildung von neuen politischen Verwaltungseinheiten in Bayern durch das zweite Gemeindeedikt von 1818 erlangte Pasenbach den Status einer Gemeinde, zu der auch Albertshof gehörte. Am 1. Januar 1972 erfolgte die Eingliederung in die Nachbargemeinden Vierkirchen (Pasenbach) und Weichs (Albertshof).

Wappen Wappenbeschreibung: „In Rot über einem gesenkten goldenen Wellenbalken ein nach links aufsteigender silberner Dachs“. Das Wappenbild zeigt das Symbol der Dachsberger von Pasenbach mit dem Hinweis auf den Bach im Namen (= Wellenbalken). Der Inhalt wurde – im Detail – wie folgt begründet: "In Pasenbach befand sich ein befestigter Adelsansitz, der der Ausgangspunkt für die Entwicklung der Hofmark Pasenbach war, die einen eigenen Niedergerichtsbezirk darstellte. Von den Inhabern Pasenbachs sind die aus der Familie Dachsberger von Pasenbach erwähnenswert. Sie führten ein redendes Wappenbild, einen den Familiennamen darstellenden Dachs. Diese Figur kann mit einem Hinweis auf den Ortsnamen Pasenbach durch den Wellenbalken im Gemeindewappen die geschichtliche Entwicklung dokumentieren."Schreiben der Generaldirektion der staatlichen Archive Bayerns, Nr. 65 W/3644 vom 26. Januar 1968

Das Wappen wurde 1968 der ehemaligen Gemeinde verliehen.

Filialkirche St. Leonhard und Anna Die heutige Filialkirche St. Leonhard und Anna der Pfarrei Vierkirchen ist ein gotischer Bau, der in barocker Zeit umgebaut oder erweitert und vor allem neu ausgestattet wurde. Der dreiseitig geschlossene, etwas eingezogene Chor ist mit einem Tonnengewölbe mit Stichkappen überwölbt. Der im Kern spätgotische, quadratische Turm ist an die Nordseite des Chors angebaut. Seine Zwiebelkuppel erhielt er im 17. Jahrhundert. In ihm hängen zwei Glocken, darunter die älteste im Landkreis. Sie ist rund 880 Jahre alt.

In einer Nische der Außenwand des Chores steht die Figur des hl. Leonhard (17. Jahrhundert), der eine schwere Kette mit Schelle und Schloss in seiner Linken hält. Die Figur ist aus Ton gebrannt.

Literatur Gemeinde Vierkirchen. Bürgerinformation. 4. Auflage, REBA-Verlag, Freising 2015, S. 15.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Dachau Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Dachau) Kategorie:Vierkirchen (Oberbayern) Kategorie:Ersterwähnung 819 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)