Die Großseldschuken (1038–1194) Namen und Titel (vereinfacht transkribiert und in DMG-Umschrift) Regierungszeit AnmerkungenRukn ad-Dunya wa-d-Din Abu Talib Muhammad Toghril-Beg I. (Rukn ad-Dunyā wa-’d-Dīn Abū Ṭālib Muḥammad Toġrïl-Beg I.)1038–1063 begründete nach dem Sieg über die Ghaznawiden bei Dandanqan (1040) gemeinsam mit seinem Bruder Tschaghri das Seldschukenreich vernichtete die Buyiden und ließ sich nach dem Einzug in Bagdad (1055) vom Abbasidenkalifen zum Sultan und „König des Ostens und Westens“ (Malik al-mašriq wa-’l-maġrib) ernennen Residenzen: Nischapur (1038 erobert), Rey (1042/43 erobert) und Isfahan (1050/51 erobert) in Ostiran regierte – ihm formell untergeordnet – bis 1060 TschaghriAbu Sulaiman Tschaghri-Beg Dawud (Abū Sulaimān Čaġrї-Beg Dāwūd)1038–1060 begründete nach dem Sieg über die Ghaznawiden bei Dandanqan (1040) gemeinsam mit seinem Bruder Toghril das Seldschukenreich regierte – seinem Bruder Toghril formell untergeordnet – als „König der Könige“ (Malik al-mulūk) Ostiran Residenz: Merw (1036/37 erobert)Diya ad-Din Adud ad-Daula Abu Schudscha Muhammad Alp-Arslan (Ḍiyāʾ ad-Dīn ʿAḍud ad-Daula Abū Šuǧāʿ Muḥammad Alp-Arslan)1063–1072 Residenz: Isfahan stieß nach Syrien und Transkaukasien vor eroberte nach einem Sieg über die Byzantiner in der Schlacht von Manzikert (1071) große Teile AnatoliensMuizz ad-Din Dschalal ad-Daula Abu l-Fath Malik-Schah I. (Muʿizz ad-Dīn Ǧalāl ad-Daula Abū ’l-Fatḥ Malik-Šāh I.)1072–1092 Residenz: Isfahan unterwarf die Qarachaniden in Transoxanien und eroberte Transkaukasien unter ihm und seinem Wesir Nizam al-Mulk erreicht das Seldschukenreich seine größte Ausdehnung und Blütezeit nach seinem Tod zerfällt die ReichseinheitNasir ad-Dunya wa-d-Din Mahmud I. (Nāṣir ad-Dunyā wa-’d-Dīn Maḥmūd I.)1092–1094 in Anatolien machen sich die Rum-Seldschuken unabhängig, in Kirman die Kirman-Seldschuken und in Syrien Tutusch I. Residenz: IsfahanRukn ad-Dunya wa-d-Din Abu l-Muzaffar Berk-Yaruq (Rukn ad-Dunyā wa-’d-Dīn Abū ’l-Muẓaffar Berk-Yaruq)1094–1105 in Chorasan herrscht ab 1097 SandscharRukn ad-Dunya wa-Din Dschalal ad-Daula Malik-Schah II. (Rukn ad-Dunyā wa-’d-Dīn Ǧalāl ad-Daula Malik-Šāh II.)1105 in Chorasan herrscht SandscharGhiyath ad-Dunya wa-d-Din Abu Schudscha Muhammad I. Tapar (Ġiyāṯ ad-Dunyā wa-’d-Dīn Abū Šuǧāʿ Muḥammad I. Tapar)1105–1118 in Chorasan herrscht SandscharMuizz ad-Dunya wa-d-Din Adud ad-Daula Abu l-Harith Ahmad Sandschar (Muʿizz ad-Dunyā wa-’d-Dīn ʿAḍud ad-Daula Abū ’l-Ḥāriṯ Aḥmad Sanǧar)1118–1157 regierte bereits seit 1097 Chorasan (Residenz: Merw) setzte sich nach dem Tode Muhammads I. gegen Mahmud II. als neues Dynastieoberhaupt durch verlor infolge einer Niederlage gegen die Qara-Chitai in der Qatvan-Steppe (1141) Transoxanien wurde 1153–56 von aufständischen Oghusen gefangen gehalten gilt als letzter großer Seldschukensultan; mit seiner außergewöhnlich langen Herrschaft endete eine Epoche nach seinem Tod geht die Herrschaft über ganz Ostiran (Chorasan, Choresm, …) verlorenMughith ad-Dunya wa-d-Din Dschalal ad-Daula Abu l-Qasim Mahmud II. (Muġīṯ ad-Dunyā wa-’d-Dīn Ǧalāl ad-Daula Abū ’l-Qāsim Maḥmūd II.)1118–1131 musste seinen Onkel Sandschar 1119 als neues Dynastieoberhaupt anerkennen und regierte dann unter dessen Oberhoheit in Westpersien und dem Irak (Residenz: Hamadan)Ghiyath ad-Dunya wa-d-Din Abu l-Fath Dawud (Ġiyāṯ ad-Dunyā wa-’d-Dīn Abū ’l-Fatḥ Dāwūd)1131–1132 wurde nach dem Tod seines Vaters Mahmud in Hamadan zu dessen Nachfolger erklärt und in Dschibal und Āzarbāydschān als Sultan (unter der Oberhoheit Sandschars) anerkannt im (arabischen) Irak bzw. in Fars und Chuzistan wurde seine Herrschaft nicht anerkannt; von hier aus beanspruchten seine Onkel Masud und Saldschuq-Schah den Thron als Sandschar nach Westen kam und mit Toghril II. seinen Favoriten auf den Thron setzte, musste sich Dawud nach Aserbaidschan zurückziehen (Residenz: Täbris), von wo aus er während der Herrschaft Masuds noch mehrfach versuchte, das Sultanat zurückzuerlangen, bis er schließlich 1143/44 einem Mordanschlag zum Opfer fielRukn ad-Dunya wa-d-Din Toghril II. (Rukn ad-Dunyā wa-’d-Dīn Toġrïl II.)1132–1134 wurde von Sandschar anstelle Dawuds zum Sultan des Westens ernannt, fand jedoch keine Unterstützung bei der Bevölkerung und erlitt nach dem Abzug des Dynastieoberhaupts zwei Niederlagen gegen seinen Bruder Masud, sodass er sich via Rey zu den Bawandiden nach Tabaristan zurückziehen musste konnte, als Masud 1133 gegen Dawud kämpfte, zwar ein neues Heer aufstellen, mit dem er seinen Bruder schlug und die Herrschaft zurückerlangte, erkrankte jedoch wenig später in seiner Residenz Hamadan und verstarbGhiyath ad-Dunya wa-d-Din Abu l-Fath Masud (Ġiyāṯ ad-Dunyā wa-’d-Dīn Abū ’l-Fatḥ Masʿūd)1134–1152 regierte unter der Oberhoheit Sandschars in Westpersien und dem Irak (Residenz: Hamadan) in Aserbaidschan regiert bis 1143/44 Dawud unter ihm geht die Oberherrschaft über das Abbasidenkalifat, d. h. den (arabischen) Irak, endgültig verlorenMuin ad-Dunya wa-d-Din Malik-Schah III. (Muʿīn ad-Dunyā wa-’d-Dīn Malik-Šāh III.)1152–1153 regierte, anfangs noch unter der Oberhoheit Sandschars, in WestpersienRukn ad-Dunya wa-d-Din Muhammad II. (Rukn ad-Dunyā wa-’d-Dīn Muḥammad II.)1153–1159 regierte in Westpersien (Residenz: Hamadan)Ghiyath ad-Dunya wa-d-Din Sulaiman-Schah (Ġiyāṯ ad-Dunyā wa-’d-Dīn Sulaimān-Šāh)1160–1161 regierte in Westpersien (Residenz: Hamadan)Muizz ad-Dunya wa-d-Din Abu l-Muzaffar Arslan(-Schah) (Muʿizz ad-Dunyā wa-’d-Dīn Abū ’l-Muẓaffar Arslan(-Šāh))1161–1176 regierte in Westpersien (Residenz: Hamadan) stand unter Kontrolle der EldigüzidenRukn ad-Dunya wa-d-Din Toghril III. (Rukn ad-Dunyā wa-’d-Dīn Toġrïl III.)1176–1194 regierte in Westpersien (Residenz: Rey) befreite sich 1191 aus der Kontrolle der Eldigüziden mit seiner Ermordung durch den Choresm-Schah Tekisch endete die Linie der Großseldschuken

Die Kirman-Seldschuken (1048 bis ca. 1188) Namen und Titel (vereinfacht transkribiert und in DMG-Umschrift) Regierungszeit AnmerkungenImad ad-Din wa-d-Daula Qara-Arslan-Beg Ahmad Qawurd (ʿImād ad-Dīn wa-’d-Daula Qara-Arslan-Beg Aḥmad Qawurd)1048–1073 entriss Kirman 1048 der hiesigen Buyiden-Linie eroberte Makran und Teile Omans rebellierte 1066/67 und 1072/73 erfolglos gegen die Sultane Alp-Arslan und Malik-SchahKirman-Schah (Kirmān-Šāh)1073–1074 wurde von seinem Vater als Regent eingesetzt, bevor dieser gegen Sultan Malik-Schah zogHusain (Ḥusain)1074Rukn ad-Din wa-d-Daula Sultan-Schah Ishaq (Rukn ad-Dīn wa-’d-Daula Sultān-Šāh Isḥāq)1074–1085 wurde zunächst mit seinem Vater Qawurd von Sultan Malik-Schah gefangen genommen, konnte aber zurück nach Kirman fliehen wurde von Malik-Schah in Bardsir belagert und anschließend als Herrscher bestätigtMuhyi d-Din Imad ad-Daula Turan-Schah I. (Muḥyī ’d-Dīn ʿImād ad-Daula Tūrān-Šāh I.)1085–1096 zog 1094 erfolglos gegen FarsBaha ad-Din wa-d-Daula Iran-Schah (Bahāʾ ad-Dīn wa-’d-Daula Īrān-Šāh)1096–1101 sympathisierte offenbar mit den Ismailiten und wurde deshalb hingerichtetMuhyi l-Islam wa-l-Muslimin Arslan-Schah I. (Muḥyī ’l-Islām wa-’l-Muslimīn Arslan-Šāh I.)1101–1142 während seiner langen Herrschaft erlebte das Reich seine größte Blütezeit stieß erfolgreich nach Fars vorMughith ad-Dunya wa-d-Din Muhammad I. (Muġīṯ ad-Dunyā wa-’d-Dīn Muḥammad I.)1142–1156 entthronte seinen greisen Vater und setzte sich als Herrscher von Kirman gegen seine Brüder Kirman-Schah (den eigentlichen Thronerben) und Seldschuq-Schah durch, letzterer übernahm jedoch die Herrschaft über Oman, das von nun an nicht mehr zum Reich der Kirman-Seldschuken gehörte beherrschte zeitweilig TabasMuhyi d-Dunya wa-d-Din Toghril-Schah (Muḥyī ’d-Dunyā wa-’d-Dīn Toġrïl-Šāh)1156–1170 während seiner letzten Jahre lag die Macht in den Händen des Atabegs Muayyid ad-Din RaihanAbu Mansur Bahram-Schah (Abū Manṣūr Bahrām-Šāh)1170, ca. 1171 und ca. 1175 unter ihm begann der Niedergang der Dynastie (Plünderung Dschirufts durch türkische Truppen) stritt sich (von Malik Muayyid, dem Führer der chorasanischen Oghusen, unterstützt) mit seinen Brüdern Arslan-Schah und Turan-Schah um den Thron, auf den ihn Muayyid ad-Din Raihan gesetzt hatteArslan-Schah II. (Arslan-Šāh II.)1170, ca. 1172–1175 und ca. 1175–1177 stritt sich (vom Atabeg Qutb ad-Din Muhammad b. Buzkusch, dem seldschukischen Sultan des Iraks und dem Atabeg von Yazd unterstützt) mit seinen Brüdern Bahram-Schah und Turan-Schah um den Thron.Turan-Schah II. (Tūrān-Šāh II.)1177–1183 versuchte – sich mit seinen Brüdern Bahram-Schah und Arslan-Schah um den Thron streitend – zweimal vergeblich, (mit Hilfe des Atabegs von Fars) die Herrschaft in Kirman zu übernehmen, bevor er Arslan-Schah letztlich doch noch besiegte. wurde, als das Reich mehr und mehr im Chaos versank und von den Oghusen überrannt wurde, von einigen Emiren ermordetMuhammad-Schah (Muḥammad-Šāh)ca. 1175 und ca. 1183–1188 wurde als Sohn Bahram-Schahs nach Turan-Schahs Ermordung aus dem Gefängnis befreit versuchte vergeblich, im Irak und in Fars Hilfe gegen die Oguzen zu finden, welche unter ihrem Anführer Malik Dinar schließlich die Herrschaft in Kirman übernahmen

Die seldschukischen Machthaber von Syrien (1078–1117) Namen und Titel (vereinfacht transkribiert und in DMG-Umschrift) Regierungszeit AnmerkungenTadsch ad-Daula Abu Said Tutusch I. (Tāǧ ad-Daula Abū Saʿīd Tutuš I.)1078–1095 machte sich als Herrscher von Damaskus unabhängig eroberte (u. a.) Aleppo und drang bis in den Irak vor, wurde aber letztlich von Sultan Berk-Yaruq geschlagen nach seinem Tod wurde das Herrschaftsgebiet unter seinen beiden Söhnen Duqaq und Ridwan aufgeteiltSchams al-Muluk Abu Nasr Duqaq (Šams al-Mulūk Abū Naṣr Duqaq)1095–1104 herrschte nach dem Tod seines Vaters Tutusch über DamaskusTutusch II. (Tutuš II.)1104 war (einjährig) kurzzeitig nomineller Herrscher von Damaskus als Regent fungierte der Atabeg Tugh-TeginArtasch oder Begtasch (Artaš oder Begtaš)1104 war (12-jährig) kurzzeitig nomineller Herrscher von Damaskus als Regent fungierte der Atabeg Tugh-Tegin, welcher schließlich selbst die Macht übernahm und die Dynastie der Buriden gründeteFachr al-Mulk Ridwan (Faḫr al-Mulk Riḍwān)1095–1113 herrschte nach dem Tod seines Vaters Tutusch über AleppoAlp-Arslan al-Achras (Alp-Arslan al-Aḫras)1113–1114 herrschte kurzzeitig in AleppoSultan-Schah (Sulṭān-Šāh)1114–1117 herrschte in Aleppo mit seiner Ermordung endete die Seldschukenherrschaft in Syrien

Die Rum-Seldschuken (1081–1307) Namen und Titel (vereinfacht transkribiert und in DMG-Umschrift) Regierungszeit AnmerkungenSulaiman I. (Sulaimān I.)1081–1086 eroberte – nachdem der Großteil Anatoliens für die Byzantiner bereits in der Schlacht von Mantzikert (1071) verloren und an die Seldschuken übergegangen war – 1075 u. a. Nikäa (İznik), machte es zu seiner Hauptstadt und erklärte als „Sultan von Rum“ seine Unabhängigkeit von Malik-Schah I. versuchte 1086 Aleppo zu erobern, wurde aber von Tutusch I. besiegt, woraufhin der Großteil Anatoliens formal wieder unter die Kontrolle der Großseldschuken kam (in Nikäa regierte Abu l-Qasim)Qilitsch-Arslan I. (Qїlїč-Arslan I.)1092–1107 übernahm die Herrschaft nach dem Tode Sultan Malik-Schahs I., an dessen Hof er zuvor als Geisel gelebt hatte vernichtete 1096 den Großteil des sog. Volkskreuzzuges herrschte zunächst von Nikäa aus, verlor die Stadt jedoch (ebenso wie andere Gebiete) an die wiedererstarkenden Byzantiner, nachdem sie im Verlauf des Ersten Kreuzzuges 1097 von den Kreuzfahrern belagert worden war erlitt 1097 eine Niederlage gegen die Kreuzfahrer in der Schlacht von Doryläum schlug u. a. die Kreuzfahrer von 1101 in den Schlachten von Mersivan und Herakleia Kybistra (Ereğli), woraufhin er die Hauptstadt seines Reiches nach Ikonion (Konya) verlegte kämpfte u. a. gegen die rivalisierenden Danischmenden und drang bis nach Diyar Bekr und in die Dschazira vor (Eroberung Mosuls 1107), wurde aber von Sultan Muhammad I. Tapar geschlagen und ertrank bei dem Versuch zu entkommen im ChaburMalik-Schah oder Schahanschah