Goldgräber-Molly (Originaltitel The Unsinkable Molly Brown) ist die Verfilmung des gleichnamigen Musicals unter Regie von Charles Walters, in dem das Schicksal der Titanic-Überlebenden und Frauenrechtlerin Margaret Brown, hier verkörpert von Debbie Reynolds, frei verarbeitet wird. In tragenden Rollen sind Harve Presnell, Ed Begley, Jack Kruschen und Hermione Baddeley besetzt. Zum Kinostart 1964 warb das Filmplakat wie folgt:
Handlung Margaret „Molly“ Brown, damals noch Tobin, ist ein Findelkind, das in den Wäldern Colorados aufwächst. Molly hat als Baby eine Überschwemmung überlebt. Sie wurde von Shamus Tobin gerettet, der sie in seine Familie, er hat drei Söhne, aufgenommen hat. Mollys Bildung ist nicht die beste, zudem ist sie ziemlich naiv. Die inzwischen junge Frau macht sich auf nach Leadville, da sie sich in den Kopf gesetzt hat, sich einen reichen Ehemann zu angeln. In dem kleinen Städtchen arbeitet Molly erst einmal im Saloon von Christmas Morgan als Sängerin, wo sie für die die dortigen Goldgräber singt und tanzt. Bereits unterwegs hat sie den netten Johnny Brown kennengelernt, den sie nach kurzer Zeit auch heiratet. Johnny, der Molly sehr liebt und ihr etwas bieten möchte, verkauft seine Silbermine für 300.000 Dollar. Molly versteckt das Geld im Ofen, wo es von Johnny, der davon nichts ahnt, verbrannt wird. Um sie zu trösten, wirft Johnny seine Spitzhacke in die Luft, die daraufhin die lukrativste Goldader aufreißt, die je in Colorado gefunden wurde. Der erhoffte Reichtum ist nun größer, als Molly sich das je hätte vorstellen können.
Die Browns und auch die Shamus’ ziehen in ein Herrenhaus in Denver. Molly hofft, dass sie und ihre Familie trotz ihrer Herkunft in die feine Gesellschaft aufgenommen werden. Das Paar muss jedoch die Erfahrung machen, dass Reichtum nicht automatisch dazu führt, Eingang in die Oberschicht der Bourgeoisie von Denver zu finden. Zwar verblüfft Molly die feine Gesellschaft immer mal wieder mit ihrer ungeschliffenen Art und ihrer Gewitztheit, trotzdem steht beiden ihre Herkunft im Weg und dass sie ungebildet sind.
Um ihr Niveau anzuheben und dazuzulernen, siedeln Molly und Johnny nach Europa über. Molly eröffnet in Paris einen Salon, der auch von adeligem Publikum besucht wird. Trotzdem wurmt es die junge Frau, wie sie in Denver von der dortigen High Society behandelt worden ist. Da sie das nicht vergessen kann, präsentiert sie dieser bei einem Urlaub in der Heimat – und das mit Erfolg – ihre neuen gesellschaftlichen Umgangsformen und bringt auch gleich einige der adligen Gäste mit, die in Paris ihren Club besucht hatten und zu Freunden geworden sind.
Das geht solange gut, bis Johnnys Freunde aus der Unterschicht auftauchen. Die Folge davon ist, dass Molly und Johnny daraufhin getrennte Wege gehen, er bleibt in Amerika, während Molly nach Frankreich zurückkehrt. In Europa verliebt sich Prinz de Lanière in Molly, die jedoch immer noch Gefühle für Johnny hat und im fernen Europa merkt, wie sehr er ihr fehlt und dass sie nicht ohne ihn leben kann und will.
So bucht sie ein Ticket für die Titanic, die in der Nacht vom 14. auf den 15. April 1912 mit einem Eisberg kollidiert, woraufhin mehr als 1.500 Menschen ihr Leben verlieren. Molly ist unter den glücklichen Überlebenden und gehört in einem überfüllten Rettungsboot zu denjenigen, die anderen Mut machen und sich kümmern. Ihr Mut und ihre Selbstlosigkeit sorgen weltweit für Schlagzeilen. So ist es nicht verwunderlich, dass auch alle Einwohner von Denver Molly mit offenen Armen empfangen. Und natürlich ist auch Johnny zur Stelle, um Molly willkommen zu heißen und ihr zu versichern, dass er sie auch vermisst habe.
Produktion Produktionsnotizen Es handelt sich um eine Metro-Goldwyn-Mayer- und Une-Production-Lawrence-Weingarten-Produktion.La Reine Du Colorado Abb. Filmplakat in der IMDb Gedreht wurde im September 1963 in den Metro-Goldwyn-Mayer-Studios in Washington und in Culver City in Kalifornien. Weitere Filmaufnahmen entstanden im Black-Canyon-of-the-Gunnison-Nationalpark in Colorado.The Unsinkable Molly Brown Notes bei TCM (englisch)
Henry Grace und Hugh Hunt waren als Filmarchitekten mit an Bord, Morton Haack als Kostümbildner. William Tuttle war im Team für Maske und Make-up, Hank Moonjean im Regiestab und Franklin Milton im Team Ton. Für die visuellen Effekte waren unter anderem A. Arnold Gillespie und J. McMillan Johnson zuständig. Harve Presnell wiederholte im Film seine Bühnenrolle. Der Komponist Meredith Willson änderte Margaret Browns Spitznamen von Maggie in Molly, weil er fand, dass das besser klingt.
Besetzung und Synchronisation Molly Brown Debbie Reynolds Ingeborg Wellmann Johnny J. Brown Harve Presnell Gert Günther Hoffmann Shamus Tobin Ed Begley Konrad Wagner Christmas Morgan Jack Kruschen Holger Kepich Buttercup Grogan Hermione Baddeley Großherzogin Elise Lupavinova Martita Hunt Ursula Krieg Prinz Louis de Lanière Vassili Lambrinos Friedrich W. Bauschulte Baron Karl Ludwig von Ettenburg Fred Essler Erich Kestin Polak Harvey Lembeck Gerd Duwner Mr. Fitzgerald Lauren Gilbert Friedrich Schoenfelder Mrs. Wadlington Kathryn Card Malcolm Broderick Hayden Rorke Eric Vaessen Mr. Wadlington Harry Holcombe Mrs. Fitzgerald Amy Douglass Monsignor Ryan George Mitchell Mr. Cartwright Vaughn Taylor Walter Bluhm Roberts, Diener Antony Eustrel Erich Fiedler Jam Grover Dale Murphy Brendan Dillon Otto Czarski Daphne Maria Karnilova Joe Gus Trikonis Gladys McGraw Audrey Christie Friedel Schuster Partygäste in Denver Gertrude AstorMinta Durfee Mrs. Cartwright Eleanor Audley Passagier der „Titanic“ im Rettungsboot Anna Lee Lady Prindale Moyna MacGill synchronisiert im MGM Synchronisations-Atelier, Berlin
MGM wollte ursprünglich Shirley MacLaine für die Rolle der Molly Brown haben, und sie wollte die Rolle auch unbedingt spielen. Doch kaum hatte sie unterschrieben, behauptete der unabhängige Produzent Hal B. Wallis, der MacLaine in den 50er-Jahren nach Hollywood gebracht hatte, dass sie immer noch bei ihm unter Vertrag stehe. Die Schauspielerin sah sich daher gezwungen, da sie rechtliche Komplikationen befürchtete, sich von der Rolle zurückzuziehen. Der Regisseur des Films bat Reynolds sogar, die Rolle abzulehnen. Als Reynolds den Grund wissen wollte, antwortete er, dass sie zu klein sei. Reynolds ergriff jedoch die Gelegenheit, in einem großen Musical mitzuspielen, auch wenn sie ein geringeres Honorar akzeptieren musste, als man MacLaine angeboten hatte. Walters, der jedoch unbedingt MacLaine für die Rolle hatte haben wollen, ließ Reynolds das während der Dreharbeiten auch spüren. Er gab ihr so wenig Anweisungen, dass sie sich an Lillian Burns wandte, eine erfahrene Schauspieltrainerin, mit der sie bereits früher bei MGM zusammengearbeitet hatte, und sie bat, ihr beim Studieren der Rolle zu helfen. Für und mit dieser Rolle konnte Debbie Reynolds dann ihre einzige Oscar-Nominierung verbuchen. Judy Garland, Doris Day, Carol Burnett, Mitzi Gaynor und Shirley Jones wurden sämtlichst für die Rolle der Molly Brown in Erwägung gezogen. Für die Rolle von Hermine Baddeley war ursprünglich Thelma Ritter vorgesehen, die bereits 1962 mit Reynolds zusammengearbeitet hatte. Nachdem Robert Goulet, der eigentlich als Johnny Brown besetzt werden sollte, abgelehnt hatte, bewarben sich Robert Horton, George Maharis, Pernell Roberts und Robert Fuller um die Rolle.Michael Reuben: The Unsinkable Molly Brown blu-ray.com (englisch), 21. Juni 2016. Abgerufen am 4. September 2023.Frank Miller: The Unsinkable Molly Brown Turner Classic Movies(TCM) Articles & Reviews (englisch)| 26. Februar 2003. Abgerufen am 4. September 2023.
Für Kathryn Card war dies ihr letzter Film. Für MGM sollte es der letzte große Musikfilm des Studios werden.
Soundtrack Overture (Belly Up to the Bar, Boys/I Ain’t Down Yet/I’ll Never Say No/Colorado, My Home) Musik und Text von Meredith Willson – Vortrag: Robert Armbruster und The MGM Symphony Orchestra I Ain’t Yet, Musik und Text von Meredith Willson – Vortrag: Debbie Reynolds, Grover Dale, Gus Trikonis und Scott McCartor Colorado, My Home, Musik und Text wie zuvor – Vortrag: Harve Presnell Belly Up to the Bar, Boys, Musik und Text wie zuvor – Vortrag: Debbie Reynolds, Maria Karnilova, Mary Ann Niles und Ensemble I’ll Never Say No, Musik und Text wie zuvor – Vortrag: Harve Presnell The Beautiful People of Denver, Musik und Text wie zuvor – Vortrag: Robert Armbruster und The MGM Symphony Orchestra I’ll Never Say No, Musik und Text wie zuvor – Vortrag: Debbie Reynolds I Ain’t Down Yet, Musik und Text wie zuvor – Vortrag: Debbie Reynolds und Harve Presnell Dolce Far Niente, Musik und Text wie zuvor – Vortrag: Robert Armbruster und The MGM Symphony Orchestra He’s My Friend, Musik und Text wie zuvor – Vortrag: Debbie Reynolds, Harve Presnell, Ed Begley, Hermione Baddeley,Jack Kruschen, Martita Hunt, Grover Dale, Gus Trikonis und Ensemble Leadville Johnny Brown (Soliloquy), Musik und Text wie zuvor – Vortrag: Harve Presnell Up Where the People Are, Musik und Text wie zuvor – Vortrag: Robert Armbruster und The MGM Symphony Orchestra Finale, Musik und Text wie zuvor – Vortrag: Robert Armbruster und The MGM Symphony Orchestra
Veröffentlichung und Auswertung Premiere hatte der Film am 11. Juni 1964 in Denver in Colorado in den Vereinigten Staaten. Im August 1964 erschien er im Vereinigten Königreich, im September 1964 in Japan, im Oktober 1964 in Finnland und im November 1964 in Spanien, Schweden und in Dänemark. Im Dezember 1964 wurde er in Portugal und in Argentinien erstmals veröffentlicht, im Januar 1965 in Kolumbien, im März 1965 in Frankreich, im April 1965 in Mexiko und im Februar 1968 in der Türkei. Veröffentlicht wurde der Film zudem in Australien, Brasilien, Bulgarien, Kanada, Griechenland, Ungarn, Italien, Polen und in der Sowjetunion sowie in Uruguay und im ehemaligen Jugoslawien. In der Bundesrepublik Deutschland erfolgte eine Veröffentlichung des Films am 18. Dezember 1964. In einer Filmversion, die von TCM gezeigt wird, beträgt die Laufzeit des Films mit Ouvertüre und Exit-Musik 135 Minuten.
Der Bruttoertrag des Films betrug hinsichtlich der Einnahmen in den USA und Kanada 13.167.200 US-Dollar. Der große Erfolg des Films in den Vereinigten Staaten konnte anderswo nicht wiederholt werden. MGM konnte den Film als großen Erfolg verbuchen, es wurde der Film mit den dritthöchsten Einspielergebnissen des Jahres 1964.
Historischer Hintergrund mini|170px|Margaret Brown Margaret Brown, geborene Tobin (1867–1932), war eine US-amerikanische Frauenrechtsaktivistin, und eine der Überlebenden der Titanic, nach ihrem Tod wurde sie als „die unsinkbare Molly Brown“ (The Unsinkable Molly Brown) bekannt.
Der Film nahm sich hinsichtlich der wahren Lebensgeschichte von Margaret und James Joseph Brown (1854–1922) gewisse Freiheiten. So wurde Margaret Brown nie „Molly“ genannt, sondern entweder „Maggie“ oder Mrs. Brown. Das echte Paar trennte sich 1909, kam aber nie wieder zusammen, obwohl sie gute Freunde blieben. Die beiden Kinder, die sie mit ihrem Mann hatte, werden im Film nicht erwähnt. Der Film übertreibt ferner mit Bezug auf das soziale Außenseitertum von Margaret Brown. Die echte Margaret Brown war eine leidenschaftliche Kämpferin für sozialen Gleichstand und eine Philanthropin sowie Verfechterin von Frauenrechten, was Bildung und das Recht, zu wählen, einschloss. So setzte sie sich für Arbeitnehmerrechte, Denkmalschutz, allgemeine Bildung sowie das Wohlergehen von Kindern ein und half sogar bei der Gründung des modernen Jugendgerichtssystems. Nach dem Untergang der Titanic wurde wie für ihre Bemühungen bekannt, an den Heldenmut der Männer an Bord des Schiffes zu erinnern. Nach dem Ersten Weltkrieg half sie in Frankreich beim Wiederaufbau, leistete Hilfe für verwundete Soldaten und wurde Trägerin des Verdienstordens der französischen Ehrenlegion. Auch kandidierte Brown zweimal für den US-Senat.
Rezeption Kritik