mini|Heimspiel des FC Augsburg (weiße Trikots) gegen Borussia Dortmund, 9. November 2012

Der FC Augsburg (offiziell Fußball-Club Augsburg 1907 e. V., kurz FCA) ist ein Sportverein aus Augsburg in Bayern.

Der Verein ging im Jahr 1969 aus der Fusion des BC Augsburg, der am 8. August 1907 unter dem Namen FC Alemannia gegründet worden war, mit der Lizenzspieler-Abteilung des TSV Schwaben Augsburg hervor. Der Club gliedert sich in den Hauptverein Fußball-Club Augsburg 1907 e. V., die ausgegliederte Profifußball-Abteilung Fußball-Club Augsburg 1907 GmbH & Co. KGaA sowie die ausgegliederte Skiabteilung Ski- und Bergfreunde des FCA e. V. Die Vereinsfarben sind Rot, Grün und Weiß; auf dem Vereinslogo ist die Zirbelnuss abgebildet, die dem Stadtwappen entnommen wurde. Der FC Augsburg ist mit 30.976 Mitgliedern (Stand: 22. April 2026) einer der 30 größten Sportvereine in Deutschland. Zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Vereinsgeschichte zählen die Trainer Max Merkel, Thomas Tuchel und Armin Veh sowie die Spieler Ulrich Biesinger, Karl-Heinz Riedle, Bernd Schuster und Helmut Haller. Als größte Erfolge der Vereinsgeschichte gelten der Aufstieg in die Bundesliga im Jahr 2011 sowie der Einzug in die Europa League im Jahr 2015.

Die erste Mannschaft des FCA spielt seit der Saison 2011/12 in der Bundesliga und belegt in deren Ewiger Tabelle Platz 27. Die zweite Mannschaft nimmt am Spielbetrieb der Regionalliga Bayern teil; außerdem existieren eine Frauen- und eine Juniorenabteilung sowie eine Traditionsmannschaft. Die erste Mannschaft trägt ihre Heimspiele in der WWK-Arena aus. Weitere Spielorte des FCA sind das Rosenaustadion und die Bezirkssportanlage Paul Renz.

Geschichte 1907–1909: Gründung und Anfänge mini|Mannschaftsfoto des FC Alemannia im Jahr 1907

Anfang des 20. Jahrhunderts existierte in Augsburg mit dem MTV Augsburg bereits ein Verein mit einer großen Fußballabteilung. Dieser Verein wurde 1889 von ehemaligen Mitgliedern des TV Augsburg gegründet und trug seine Spiele im Augsburger Galgental im heutigen Stadtteil Kriegshaber aus.

Die Spiele dieses Vereins begeisterten knapp 30 Personen so sehr, dass sie am 8. August 1907, dem Tag des Augsburger Hohen Friedensfestes, mit dem Fußball-Club Alemannia den ersten Vorgängerverein des heutigen FCA gründeten. Zum Vorsitzenden des Vereins wurde Fritz Käferlein gewählt, der Mitgliedsbeitrag wurde auf 30 Pfennige festgesetzt. Die Spiele wurden zunächst am Nordrand des Großen Exerzierplatzes in Augsburg-Oberhausen ausgetragen; die Spielkleidung bestand aus einem weißen Hemd und einer schwarzen Hose. Das erste Spiel fand am 20. Oktober 1907 statt.

Am 4. Februar 1908 wurde in der Stadt mit dem FC Augsburg ein weiterer Fußballverein gegründet, er trug den heutigen Namen des FCA. Die Alemannen trugen in diesem Jahr Spiele gegen mehrere Augsburger Vereine aus, waren dabei aber in der Regel chancenlos. Eine 0:27-Pleite gegen den TV Augsburg ging als höchste Niederlage in die noch junge Vereinsgeschichte ein.

1909–1914: Vor dem Ersten Weltkrieg Saison Liga Ebene Platz Kader 1910/11 B-Klasse Donaugau II 1911/12 B-Klasse Donaugau II 1912/13 B-Klasse Donaugau III 1 1913/14 B-Klasse Donaugau III

Anfang 1909 verbot die Militärbehörde den Spielbetrieb auf dem Großen Exerzierplatz. Daraufhin wandten sich die Alemannen mit der Bitte um Zuweisung eines Spielgeländes an den Magistrat der Stadt Augsburg. Diese Bitte wurde jedoch am 4. Mai 1909 abgelehnt. Da damit eine Spielstätte fehlte, verließen in der folgenden Woche zahlreiche Spieler den Verein, sodass man sich gezwungen sah, am 11. Mai 1909 eine außerordentliche Versammlung einzuberufen. Unter der Leitung von Martin Mahler, Josef Kammer und Xaver Kraus beschloss man, sich dem TV Oberhausen anzuschließen und trat von nun an unter dem Namen Spielabteilung Turnverein Oberhausen an. Die Sportplatz-Frage war nun gelöst, die Spiele wurden auf einer Wiese im heutigen Stadtteil Bärenkeller ausgetragen. Am 25. September 1909 beschloss man, fortan nicht mehr in weißen, sondern in hellblauen Trikots anzutreten. Am 12. Oktober 1909 wurde der neue Platz an der „Gersthofer Straße“ eingeweiht, auf dem die Spielabteilung von nun an ihre Spiele austrug. Im folgenden Jahr nahm die Spielabteilung den Punktspiel-Betrieb auf und startete erstmals in der zweitklassigen B-Klasse Donaugau.

In der Saison 1912/13 feierte die Spielabteilung mit der Meisterschaft in der B-Klasse Donaugau ihren ersten Titel, scheiterte aber in den Aufstiegsspielen an der TG München.

Am 28. Juli 1914 trat die Spielabteilung dem Deutschen Fußball-Bund bei.

1914–1918: Erster Weltkrieg Saison Liga Ebene Platz Kader 1914/15 kein regulärer Spielbetrieb 1915/16 1916/17 1917/18

Der Erste Weltkrieg dauerte von 1914 bis 1918. 22 Mitglieder des TVO starben an der Front.

Im Jahr 1915 wurde in Augsburg eine „Gaukriegsmeisterschaft“ ausgetragen, bei der der TVO gegen den TV Göggingen sowie die KSG MTV/SV Augsburg gewann und gegen den FC Augsburg verlor. Im Jahr 1916 wurde ein Turnier namens „Eiserner Fußball“ ausgetragen, bei dem sich der TVO in der Augsburger Gruppe nicht durchsetzen konnte. Im Jahr 1917 wurde im Donaugau eine „Gaukriegsmeisterschaft“ ausgetragen, bei der der TVO zunächst in der Frühjahrsrunde und später auch in der Herbstrunde siegte. Im Jahr 1918 verlor der TVO als Vertreter des Donaugaus im Halbfinale der „Ostkreismeisterschaft“ gegen den FC Bayern München als Vertreter von Oberbayern.

1918–1921: Nach dem Ersten Weltkrieg Saison Liga Ebene Platz Kader 1918/19 kein regulärer Spielbetrieb 1919/20 A-Klasse Schwaben II 1 1920/21 Kreisliga Südbayern I 9

Im Jahr 1919 fusionierte der TV Oberhausen mit dem TV Augsburg II und die „Spielmannschaft des Turnvereins Oberhausen“ benannte sich um in „Ballspiel-Club Augsburg im Turnverein gegründet 1871“. Außerdem wurde erstmals eine Jugendabteilung gegründet. Im September konnte sich der BCA in der Augsburger Qualifikationsrunde für die Kreisliga Südbayern nicht durchsetzen und startete folglich in der Saison 1919/20 in der A-Klasse Schwaben. Dort feierte der BCA zunächst die Meisterschaft und später den Aufstieg in die Kreisliga Südbayern.

1921–1939: Vor dem Zweiten Weltkrieg Saison Liga Ebene Platz Kader 1921/22 Kreisliga Südbayern II I 7 1922/23 Befähigungsliga Südbayern II 2 1923/24 Kreisliga Schwaben II 4 1924/25 Kreisliga Schwaben II 4 1925/26 Kreisliga Schwaben II 2 1926/27 Kreisliga Schwaben II 3 1927/28 Kreisliga Schwaben II 1 1928/29 Kreisliga Schwaben II 1 1929/30 Kreisliga Schwaben II 2 1930/31 Kreisliga Schwaben II 3 1931/32 Kreisliga Schwaben II 1 1932/33 Kreisliga Schwaben II 1 1933/34 Bezirksklasse Schwaben II 1 1934/35 Gauliga Bayern I 7 1935/36 Gauliga Bayern I 5 1936/37 Gauliga Bayern I 5 1937/38 Gauliga Bayern I 6 1938/39 Gauliga Bayern I 8

Am 30. August 1921 fand unter der Leitung von Ludwig Hillenbrand in der Gaststätte „Hohes Meer“ eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt. Diese beschloss die Trennung vom TSV 1871 Augsburg und legte als neuen Namen BC Augsburg fest. Das Vereinslokal war ab dieser Zeit die Gaststätte „Gleich“. In der Saison 1921/22 fehlte dem BCA mit Hans Lang, der zu Saisonbeginn zur SpVgg Fürth gewechselt war, ein wichtiger Spieler und so stieg der Verein am Ende der Saison in die Südbayerische Befähigungsliga ab.

Im Jahr 1924 gründete der BCA als einer der ersten Vereine in Schwaben eine Schülerabteilung. Ein Jahr später fusionierte der SV Schwaben, der sich im Vorjahr vom TV 1847 Augsburg abgespalten hatte, mit dem SSV Augsburg, der 1908 als FC Augsburg gegründet worden war, zum SSV Schwaben Augsburg.

Zum 1. Mai 1927 wurde Hans Semmler als erster hauptamtlicher Trainer des BCA eingestellt. Sein Aufgabenbereich umfasste zu dieser Zeit auch noch die Reserve-, Jugend- und Schülermannschaften. Semmler führte den BCA in den Spielzeiten 1927/28 und 1928/29 jeweils zum Meistertitel in der Kreisliga Schwaben, der Verein scheiterte aber in beiden Jahren in der Aufstiegsrunde.

Die Saison 1931/32 beendete der BCA mit nur einer Niederlage erneut auf Tabellenplatz eins. Das 25-jährige Vereinsjubiläum im Sommer wurde aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit unter den Mitgliedern nicht gefeiert. Auch in der folgenden Saison wurde der BCA Meister der Kreisliga Schwaben und hätte sich erstmals seit 1922 wieder für die höchste Spielklasse qualifiziert, allerdings folgte im Sommer 1933 die Umstrukturierung des Ligasystems durch die Nationalsozialisten, die inzwischen die Macht ergriffen hatten, sodass dem Verein der Aufstieg erneut verwehrt blieb. In der Saison 1933/34, der ersten nach Einführung der Gauligen als neue höchste Spielklassen, startete der BCA somit in der zweitklassigen Bezirksklasse Schwaben. Am Ende der Saison konnte der Verein die Meisterschaft feiern und stieg schließlich in die Gauliga Bayern auf. Nachdem der BCA in der folgenden Saison durch eine starke Rückrunde doch noch den Klassenerhalt geschafft hatte, schloss sich dem Verein im Sommer 1935 mit dem SV Kriegshaber ein alter Rivale an, was die Stellung des BCA in Augsburg nachhaltig stärken sollte.

Im Jahr 1938 schloss sich mit dem TSV Stadtbach ein weiterer Verein dem BCA an., f-daten.de (aufgerufen am 30. Oktober 2014)

1939–1945: Zweiter Weltkrieg Saison Liga Ebene Platz Kader 1939/40 Gauliga Bayern I 2 1940/41 Gauliga Bayern I 3 1941/42 Gauliga Bayern I 6 1942/43 Gauliga Südbayern I 2 1943/44 Gauliga Südbayern I 2 1944/45 Gauklasse Schwaben I -

Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs schlossen sich der BC Augsburg und der SSV Schwaben Augsburg zunächst zu einer Kriegssportgemeinschaft zusammen. Diese wurde jedoch am 18. November 1939 zwangsaufgelöst, sodass Ernst Lehner, der Star des bisherigen Stadtrivalen, nur zu wenigen Einsätzen im Trikot des BCA kam. Dennoch übernahm der BC Augsburg am 10. Dezember 1939 durch einen 2:1-Sieg bei Jahn Regensburg erstmals in seiner Vereinsgeschichte die Tabellenführung in der Gauliga Bayern. Am Ende der Saison wurde der Verein Vizemeister hinter dem 1. FC Nürnberg. In der folgenden Saison gewann der BCA u. a. beim späteren Meister TSV 1860 München mit 5:4 und belegte am Ende der Saison den dritten Tabellenplatz.

Im Jahr 1941 entstand durch die Fusion des TV 1847 Augsburg mit dem SSV Schwaben Augsburg zum TSV Schwaben Augsburg ein neuer Augsburger Verein, der sich in den folgenden Jahren zum bedeutendsten Lokalrivalen des BCA entwickeln sollte. Im Laufe der Saison 1941/42 fielen zahlreiche BCA-Spieler im Krieg. Zur folgenden Saison wurde die Gauliga Bayern kriegsbedingt in eine Nord- und eine Südstaffel geteilt, was dem BCA zur Vizemeisterschaft in der Gauliga Südbayern hinter 1860 München verhelfen sollte.

In der Saison 1943/44 bildeten der BCA und die Post-SG Augsburg die Kriegsspielgemeinschaft BC/Post Augsburg, da es beiden Vereinen aufgrund des Zweiten Weltkriegs an Spielern mangelte. Die KSG übernahm dabei den Platz des BCA in der Gauliga Südbayern. Am Ende der Saison wurde die KSG, deren Stürmer Willy Dzirastek Torschützen-König wurde, Vizemeister hinter Bayern München, die sie in der Rückrunde mit 5:2 besiegt hatten. Zur folgenden Saison wurde die Gauliga Bayern kriegsbedingt noch weiter aufgeteilt. Die KSG trat in der Gauklasse Schwaben, einer von insgesamt sechs Staffeln, an und kämpfte mit dem Lokalrivalen Schwaben Augsburg um die Meisterschaft, die Saison wurde aber aufgrund der Umstände in der Endphase des Zweiten Weltkriegs abgebrochen.

1945–1969: Nach dem Zweiten Weltkrieg