Die Berliner Bäder-Betriebe (BBB) sind der größte kommunale Bäderbetreiber Europas. Insgesamt unterstehen den BBB 67 Bäder. Sie verwalten 38 Schwimmhallen, fünf Kombibäder (Hallen- und Sommerbad) für den öffentlichen Badebetrieb, weitere sieben nichtöffentliche Schwimmeinrichtungen für den Schul- und Vereinsbetrieb sowie 29 Frei- und Sommerbäder. Letztere sind neun Bäder an private Betreiber verpachtet. Zudem gehören den Berliner Bäder-Betrieben 22 Saunen, von denen drei verpachtet sind. Im Jahr 2023 verzeichneten die Einrichtungen der BBB insgesamt 5,7 Millionen Besucher, davon 3,6 Millionen im öffentlichen und 2,1 Millionen im nicht öffentlichen Badebetrieb.

Geschichte Die Berliner Bäder-Betriebe wurden 1996 als Anstalt des öffentlichen Rechts gegründet. Sie übernahmen die Trägerschaft der Bäder von den bis dahin zuständigen Berliner Bezirken. Die finanzielle Ausstattung des Zuschussbetriebs geht seither kontinuierlich zurück. Während die Bezirke 1995 für ihre Bäder noch rund 79 Millionen Euro erhielten, reduzierte das Land Berlin im Jahr 2000 den Zuschuss auf 55,8 Millionen Euro und im Jahr 2006 auf 37,3 Millionen Euro. In den Jahren 2001 und 2002 mussten deshalb elf Bäder geschlossen werden. Im Jahr 2002 wurden die Eintrittspreise erhöht und Ermäßigungen reduziert. 2014 sind die Preise erneut angehoben worden. 2024 sind die Preise für Sauna und Kurse erhöht worden. Zusammen mit Hamburg hat Berlin deutschlandweit die geringste Anzahl an Schwimmbädern pro Einwohner (Stand 2023).Ben Mendelson: "So steht es um Deutschlands Schwimmbäder", Handelsblatt, 22. Juli 2023

In den Erhalt oder gar die technische Erneuerung der Schwimmhallen wurde so gut wie gar nicht investiert, es besteht ein hoher Sanierungs­stau. Dieser wird im Frühjahr 2019 mit rund 230 Millionen Euro beziffert.BBB aktuell, Informationsbroschüre der Berliner Bäder-Betriebe, Ausgabe 1/2019. Deshalb musste 2018 die Schwimmhalle Holzmarktstraße für immer schließen. Der Fortbestand weiterer Schwimmhallen ist gefährdet.

In der Badesaison 2024 war die Nutzung einiger Freibäder nur mit einem Onlineticket möglich; die Kassen der Freibäder waren teils nur sehr früh morgens bis 10 Uhr geöffnet. Seit der Badesaison 2025 sind die Kassen der Freibäder wieder in allen Bädern durchgehend geöffnet, womit eine Barzahlung in allen Berliner Freibädern wieder uneingeschränkt ermöglicht wird.

Nutzung Die Schwimmanlagen der BBB sind Orte des Schwimmenlernens, des Breiten- und Leistungssports, des Gesundheits- und Rehabilitationssports und Naherholungsorte für die Bevölkerung.

Betrieb Der nichtöffentliche Badebetrieb für das Schul- und Vereinsschwimmen hat einen Anteil von rund 50 Prozent des gesamten Badebetriebs.

Sanierung und Modernisierung 2018 erhielten die Bäder-Betriebe vom Senat eine Kapitalzusage, sodass ab 2019 drei dringende Investitionen begonnen werden konnten: Seit Juni 2019 konnten Sanierungsarbeiten im Stadtbad Tiergarten und im Paracelsusbad beginnen, Anfang 2020 wurde das Spreewaldbad im Ortsteil Kreuzberg für zwei Jahre zwecks Komplettsanierung geschlossen. Bereits im Sommer 2018 wurden Schüler mit Bussen zu Schwimmhallen in Tempelhof und Schöneberg gebracht.Susanne Lenz: Die Schwimmhalle an der Holzmarktstaße schließt. In: Berliner Zeitung, 19. April 2018, S. 15. Kleinere Baumaßnahmen erfolgen im Jahr 2019 auch in anderen Bädern, ohne dass diese dafür geschlossen werden mussten.

mini|Die Einnahmen und Ausgaben der Berliner Bäder-Betriebe 2019 nach PositionenQuelle: Infrastrukturatlas 2020 Berlin 2020, ISBN 978-3-86928-220-6, dort S. 28|hochkant=2.2

Beteiligungen Die Berliner Bäder-Betriebe sind über ihre Tochter BBB Infrastruktur GmbH & Co. KG mittelbar an der Gesellschaft PD – Berater der öffentlichen Hand beteiligt.

Freibäder und Schwimmhallen Sommerbad Wilmersdorf, Schmargendorf Sommerbad Wuhlheide, Oberschöneweide Sommerbad Humboldthain, Gesundbrunnen Sommerbad am Insulaner, Steglitz Sommerbad Neukölln Sommerbad Kreuzberg Sommerbad Mariendorf Sommerbad Olympiastadion, Westend Sommerbad Staaken-West, Staaken Schwimmhalle Baumschulenweg Stadtbad Charlottenburg, Alte Halle (Architekt Paul Bratring) Stadtbad Charlottenburg, Neue Halle Schwimmhalle Hüttenweg, Dahlem Schwimmhalle Anton-Saefkow-Platz, Fennpfuhl; DDR-Typenbau aus den 1970er Jahren Schwimmhalle Sewanstraße, Friedrichsfelde Kombibad Gropiusstadt (Halle und Freibad) Schwimmhalle Allende-Viertel, Köpenick Seebad Wendenschloss, Köpenick Stadtbad Lankwitz Schwimmhalle Finckensteinallee, Lichterfelde Schwimmhalle Helene-Weigel-Platz Helmut Behrendt, Marzahn Schwimmhalle Fischerinsel, Mitte Stadtbad Mitte James Simon in der Gartenstraße Stadtbad Neukölln Kleine Schwimmhalle Wuhlheide, Oberschöneweide Schwimmhalle Ernst-Thälmann-Park, Prenzlauer Berg Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE), Prenzlauer Berg Stadtbad Oderberger Straße, Prenzlauer Berg Paracelsus-Bad, Reinickendorf Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg am Sachsendamm Stadtbad Schöneberg Hans Rosenthal an der Hauptstraße Kombibad Spandau-Süd (Halle und Freibad) Freibad Tegeler See Stadtbad Tiergarten Strandbad Wannsee Kombibad Seestraße, Wedding

Literatur Uta Maria Bräuer und Jost Lehne: Bäderbau in Berlin. Architektonische Wasserwelten von 1800 bis heute. Lukas Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-86732-129-7. Susanne Rost, Gerhard Lehrke: Schöner schwimmen. In: Berliner Zeitung, 21. März ????. S. 9.

Weblinks Website der Berliner Bäder-Betriebe

Einzelnachweise

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