Der Kia Carnival ist ein Großraum-Van des südkoreanischen Automobilherstellers Kia Motors, der abweichend in Großbritannien und Nordamerika als Kia Sedona produziert wurde bzw. produziert wird.

Produktionszeitraum Der Kia Carnival kam Anfang 1998 auf den koreanischen Markt, ein Jahr später war er auch in Ozeanien und Europa erhältlich.

Produziert wurde der Carnival hauptsächlich in Sohari (Südkorea). Ausnahmen bilden der chinesische Markt, für den seit 2004 bei Dongfeng Yueda Kia Motors in Yancheng produziert wird und Russland, das in einem Joint-Venture mit Avtotor aus Kaliningrad beliefert wird. Seit dem 1. August 2003 wird der Carnival auch als Naza Ria in Malaysia gefertigt. Die Naza-Gruppe verkauft und montiert das Fahrzeug, der Anteil importierter und selbstgefertigter Bauteile wird jeweils nicht erwähnt.

Im Frühjahr 2010 wurde der Carnival in Deutschland aus dem Programm genommen. In vielen anderen Märkten, wie der Schweiz und Österreich, war er aber noch bis zu seiner Einstellung im Herbst 2011 erhältlich. In Deutschland zählte er zu den größten erhältlichen Vans. Er verfügte über sieben Sitze und wurde an beiden Seiten mit jeweils einer gewöhnlichen, vorn befestigten Anschlagtür (Front) und einer Schiebetür (Fahrzeugmitte) sowie einer großen Heckklappe ausgerüstet.

In Nordamerika wurde er bis zur Einführung der vierten Generation im Jahr 2021 als Kia Sedona angeboten.

Modelle Carnival/Sedona (UP/GQ, 1998–2005)

Euro NCAP-CrashtestDer Kia Carnival/Sedona im Euro NCAP-Crashtest (2003) (englisch) 105px|2 Sterne im US NCAP-Crashtest US NCAP-CrashtestDer Kia Carnival/Sedona im US NCAP-Crashtest (2002–2005) (englisch) 105px|5 Sterne im Euro NCAP-Crashtest mini|Heckansicht Die erste Generation des Kia Carnival kam im Januar 1998 auf den koreanischen Markt, ein Jahr später erfolgte der europäische und australische Markteintritt. In die USA wurde erst die Modellpflege exportiert.

Während das Fahrzeug preislich vergleichsweise günstig war, erlangte es wegen seiner Pannenanfälligkeit, den Verarbeitungsmängeln und den Sicherheitsdefiziten einen negativen Ruf. Ein Faktor hierfür war die Schuldenlast zur Entwicklungszeit des Carnival, die zu großen Sparanstrengungen bei der Herstellung des Fahrzeugs führte und dabei die Zuverlässigkeit beeinflusste. Kurz nach der Carnivalpremiere wurde Kia von Hyundai übernommen. Daher hat er keine Gemeinsamkeiten mit deren Minivan Trajet. Beide wurden gleichzeitig von den noch unverbundenen Herstellern entwickelt.

Ausstattung Damals bei der Konkurrenz bereits erhältliche Ausstattungen wie elektrisch schließende Schiebetüren waren nicht erhältlich. Ein Farbnavigationssystem war nur in Korea verfügbar, in der gehobenen LS-Ausstattung aber in Europa eine Klimaanlage und ein elektrisch verstellbarer Fahrersitz enthalten. Außergewöhnlich war der Gang zwischen den Sitzen der ersten und zweiten Reihe, wobei die Sitze der zweiten um 180° drehbar sind und so mit der dritten Reihe eine Anordnung wie in einem Zugabteil bilden.Gang zwischen den Sitzen der ersten und zweiten Reihe, Navigationssystem im Carnival UP/GQDrehbare Sitze der zweiten Reihe im Carnival UP/GQ Die Sitze der hintersten Reihe sind zudem längs verschiebbar, zu einer Ebene umklappbar und ab der Modellpflege zusätzlich ausbaubar, wie die der zweiten Reihe.Testbericht des Kia Carnival GQ Die Größe des Fahrzeugs wird dem ADAC zufolge in allen drei Sitzreihen in ein großzügiges Raumangebot übersetzt.ADAC-Test Carnival GQ (PDF; 156 kB)>

Sicherheit In der Sicherheitsausstattung der ersten Generation waren nur ein Antiblockiersystem und zwei Airbags enthalten. Im frontalen Crashtest zeigen sich gute Werte bei ganz das Fahrzeug abdeckenden Unfallgegnern (US-NCAP). Bei allen anderen Situationen kommt es durch die geringe Karosseriesteifigkeit zu einer deutlichen Verkleinerung des Innenraumes (Euro-NCAP). Dies ähnelt den beiden vergleichbar großen Modellen im Euro-NCAP, dem Chrysler Voyager und etwas weniger deutlich dem VW Sharan I.Euro-NCAP Ergebnis Chrysler Voyager 1999Euro-NCAP Ergebnis VW Sharan 1999 Kritisiert wurde beim Carnival die nachlassende Bremswirkung bei warmen Bremsen („Fading“).Nachlassende Bremswirkung im Carnival UP Dies betrifft in erster Linie Fahrten in bergigem Gelände. Bei normaler Beanspruchung ist der Bremsweg im ADAC-Test durchschnittlich, die Spurhaltung bei Vollbremsungen gut. Das Fahrwerk filtere kurze Unebenheiten kaum, längere passabel, schaukele bei Bodenwellen aber nach. Das untersteuernde Fahrverhalten komme ungeübten Fahrern entgegen, der Steuerung fehle aber Präzision.

Zuverlässigkeit Laut TÜV-Report 2008 ist der Kia Carnival bis Baujahr 2005 der jeweils schlechteste Wagen in allen drei Alters-Kategorien. Bereits nach der ersten Hauptuntersuchung musste jedes fünfte Fahrzeug in die Werkstatt, um eine Plakette zu bekommen. Das ist eine dreimal häufigere Beanstandung als bei anderen Fahrzeugen des jeweiligen Baujahrs.TÜV-Report aller geprüfter Baujahre des Carnival Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt der J.D. Power-Report in den USA. Er befragt Fahrer nach drei Jahren zu ihren Erfahrungen, die sich neben der vom TÜV geprüften Fahrsicherheit auch bei der Fahrzeug-Elektronik, Antriebs- und Innenraumhaltbarkeit am unteren Bewertungsende einordnen.Befragung von 2005 zum Kia Carnival Baujahr 2002Befragung von 2008 zum Kia Carnival Baujahr 2005

Problematisch sind hauptsächlich die Folgen der mangelnden Rostvorsorge etwa am Kühlwasserkreislauf, die schnell bekannt war und den Austausch der Leitungen (VA oder Kunststoff) ermöglichte. Durch langsames Auslaufen des Kühlwassers überhitzen die Motoren und nehmen etwa Schaden an der Zylinderkopfdichtung. Auch die Bremsleitungen werden vom TÜV häufig als verrostet bemängelt, mitunter auch die Kraftstoffleitungen beim in Deutschland fast ausschließlich verkauften Diesel,Marktanteil des Diesels laut Kia der weitere Probleme aufweist. Die Bremsanlage mit Trommelbremsen hinten erfordert daher regelmäßige Kontrolle ihrer Verschleißteile um eine ausreichende Bremsleistung zur Verfügung zu stellen. Der TÜV bemängelt daher bei jedem dritten Carnival die einseitige Handbremswirkung, welche ihre Ursache hauptsächlich im Rostbefall der Bremsseile bzw. des „Hand-“bremsausgleiches hatte. Erst das Nachfolgemodell ab 2006 wies endlich zeitgemäße Scheibenbremsen an der Hinterachse auf, die dafür höheren Verschleiß hatten.Kia Carnival Mängelreport Die Leitungen der Klimaanlage, welche aus Aluminium sind, sind mit Metallschellen fixiert (ohne Zwischenlagen), was nach ca. 5 Jahren die Durchrostung selbiger nach sich zieht.

Motoren Die europäische Basisversion besaß ein Fünfgang-Schaltgetriebe, konnte aber gegen Aufpreis auch mit einem Viergang-Automatikgetriebe ausgestattet werden, welches (ungewöhnlich) eine Ölstandskontrolle durch den Nutzer ermöglicht. Vor der Modellpflege gab es einen 2,5-Liter-V6-Ottomotor mit 121 kW (165 PS) und einen 2,9-Liter-R4-Dieselmotor mit 93 kW (126 PS). Der Ottomotor wurde von Rover als Ablöse seiner Honda-V6- und Buick-V8-Lizenzmotoren in den 1980er Jahren geplant und von 1994 bis 1997 zusammen mit Kia umgesetzt. Letztere fertigten ihn ab Frühjahr 1997 in einem eigens errichteten Werk in der koreanischen Assan-Bucht. Obwohl beide Marken einen großen Einsatzbereich planten, wurde er in beiden Modellpaletten in nur jeweils einem Fahrzeug eingesetzt. Dies waren der Rover 825 und der Kia Carnival. Kia-intern wurde der Motor „K5“ genannt, bei Rover „KV6“. Rover entwickelte den Motor später für den Rover 75 weiter, Kia verwendete ab der Übernahme durch Hyundai in neuen Fahrzeugen fortan deren V6-Motoren. Der Dieselmotor „J3“ ist hingegen eine reine Kia-Entwicklung. Er läuft ausreichend kultiviert und zeichnet sich durch gleichmäßigen und ausreichenden Durchzug für das Fahrzeug-/ Zuggewicht bei vertretbarem Durst und geringem Ölverbrauch aus.

Motoren (1998–2001)MotorMotorcodeHubraumBauartLeistungDrehmomentV6K52497 cm³V6 24V121 kW (165 PS) bei 6500/min222 Nm bei 4100/minTDJ3 TCI2902 cm³R4 16V93 kW (126 PS) bei 3600/min338 Nm bei 1950/min

Modellpflege mini|Kia Carnival (2001–2005) mini|Heckansicht Im Februar 2001 gab es eine Modellpflege, die als Carnival II (Modellkürzel GQ) ab Anfang 2002 auch in Europa verkauft wurde. An der Sicherheitsausstattung änderte sich nichts. Serienmäßig wurde hingegen die Klimaanlage, die in der gehobenen EX-Version gegen eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik getauscht wurde. Diese Version enthielt zudem erstmals Parksensoren am Heck und hatte in der EX-Version eine Alarmanlage.,Kia Carnival GQ – Ausstattung Regensensor und Lichtsensor gehörten ab EX dazu, ebenso wie die el. betätigten und beheizbaren Großflächen-Rückspiegel. Nebelscheinwerfer und größere Rückleuchten waren neben den H7-Scheinwerfern (vorher kleiner mit H4) die auffälligsten äußeren Merkmale der Modellpflege. Der Ablagebereich der Scheibenwischer auf der Frontscheibe war serienmäßig mit Abschaltautomatik beheizbar. Die Sitze der zweiten und dritten Reihe wurden ausbaubar. Hinzu kamen auch ein wegklappbarer Vespertisch zwischen Fahrer- und Beifahrersitz (jeweils an der Innenseite mit Armlehnen), sowie zwei weitere Tischchen an deren Rückenlehnen. Die zwei Sitze der zweiten Reihe wurden mit Armlehnen für komfortables Sitzen ausgestattet und nach Umlegen der Lehne erhielt man einen Vespertisch. Alle äußeren Sitzplätze hatten Leseleuchten und die hinteren Sitzreihen wurden mit Lüftungsdüsen „wie im Flugzeug“ ausgestattet. Die Zahl der Cupholder stieg auf 15. Lederlenkrad und Lederschaltknauf gehörten immer dazu. Das Sondermodell Skyline enthielt des Weiteren Alcantara-Sitze und Leder-ArmaturenKia Carnival GQ – Sondermodell Skyline das Modell Executive Teilleder und eine Multimedia-Ausstattung mit DVD-Player, Deckenmonitor, zwei Infrarot-Kopfhörern und Navigationssystem.Kia Carnival GQ – Sondermodell Executive

Um die Euro 3-Abgasnorm zu erfüllen, wurde die Leistung des Ottomotors auf 110 kW (150 PS) gesenkt. Der Turbodiesel wurde durch Common-Rail-Einspritzung kultivierter und auf 106 kW (144 PS) leistungsgesteigert, der Normverbrauch liegt bei 8,2 und 8,8 l/100 km.

Motoren (2001–2005)MotorMotorcodeHubraumBauartLeistungDrehmomentAnmerkungenV6K52497 cm³V6 24V110 kW (150 PS) bei 5600/min224 Nm bei 4000/minEuro 3G6AU3497 cm³146 kW (198 PS) bei 5500/min294 Nm bei 3500/minNur in Australien und den USACarnival II 3,5-L-V6Teilweise ähnlich 6G74 (vgl.)CRDiJ3 CR2902 cm³R4 16V106 kW (144 PS) bei 3800/min310 Nm bei 2000/minEuro 3

Carnival/Sedona (VQ, 2005–2014)

EU NCAP-CrashtestDer Kia Carnival/Sedona im Euro NCAP-Crashtest (2006) (englisch) 105px|4 Sterne im Euro-NCAP-Crashtest US NCAP-CrashtestDer Kia Carnival/Sedona im Euro NCAP-Crashtest (2006) (englisch) 105px|5 Sterne im US-NCAP-Crashtest

Ausstattung Die zweite Generation wurde in Südkorea im Herbst 2005 vorgestellt. Im Sommer 2006 kam das Fahrzeug als Carnival III auf den deutschen Markt, denn als Carnival II wird bereits die umfangreiche Modellpflege der ersten Generation bezeichnet und wiederum als Sedona in Nordamerika.

Der Carnival III ist weitgehend identisch mit dem nur in Nordamerika angebotenen Hyundai Entourage. Dieser entspricht der Langversion Grand Carnival mit etwa 5,10 m Länge, während es in Europa nur die Kurzversion mit 4,81 m gab.Länge des amerikanischen Carnival VQ Innenraum und Fahrverhalten unterscheiden sich Kia zufolge nicht, die längere Variante dient nur der steuergünstigen Einstufung als Kleinbus.Erklärung des Grand Carnival