mini|Holzskulptur in Hamburg-Heimfeld ALF ist eine 102-teilige US-amerikanische Sitcom. Im Mittelpunkt steht ein gleichnamiger Außerirdischer, der mit einem Raumschiff in der Garage der Familie Tanner bruchlandet und anschließend vor den Behörden wie auch Nachbarn versteckt gehalten wird. Die Bedeutung der Abkürzung ALF wird in der ersten Folge genannt: engl. Alien Life Form oder in der deutschen Übersetzung „Außerirdische Lebensform“.
Ausstrahlungsnotizen und Wiederholungen In den Vereinigten Staaten wurde die von Lorimar Television produzierte Serie das erste Mal am 22. September 1986 mit anfänglich großem Erfolg auf dem Sender NBC ausgestrahlt. Nach vier Staffeln lief am 24. März 1990 die letzte Folge Die Entscheidung (Original-Titel: Consider Me Gone) im US-amerikanischen Fernsehen. In Deutschland strahlte das ZDF von Anfang 1988 bis Frühjahr 1991 insgesamt 100 Episoden aus. Die beiden Episoden der Doppelfolge Tonight, Tonight, in der Alf die Moderation von Johnny Carsons Tonight Show übernimmt, wurden in Deutschland bislang nur im Rahmen der dritten Staffel am 25. Juni 2010 untertitelt auf DVD veröffentlicht.
Es folgten zwei Zeichentrickserien für Kinder sowie der Spielfilm Alf – Der Film.
Inhalt Die Hauptfigur der Serie ist der Außerirdische Gordon Shumway, zumeist nur Alf genannt, vom Planeten Melmac.
Nach dem Absturz seines Raumschiffs in die Garage der Familie Tanner, einer US-amerikanischen Durchschnittsfamilie, bleibt er bei der Familie und wird vor der Öffentlichkeit verborgen. Die Tanners, bestehend aus Vater Willie, Mutter Kate, den beiden Kindern Lynn (16–20 Jahre) und Brian (6–10 Jahre) und später noch dem jüngsten Kind Eric, leben in einem Haus in einem Vorort von Los Angeles, Kalifornien. Alfs Lieblingsbeschäftigungen sind Essen, Fernsehen und Faulenzen.
Gelegentlich werden neue Figuren in die Serie eingeführt, die Alf schließlich alle kennenlernen dürfen. Jedoch wird er vor den Nachbarn der Tanners stets aus Angst, diese könnten das Geheimnis seiner Existenz nicht bewahren, verborgen. Am Ende der Serie weiß gut ein Dutzend Menschen von der Existenz des Außerirdischen.
Ein besonders gutes Verhältnis hat Alf zu dem Nachbarsjungen Jake („In Dänemark würde man uns schon fast als Verlobte bezeichnen“, „nicht ganz wie ein Bruder, mehr als ein Freund“). Jake ist der Neffe der Ochmoneks, eines Ehepaars, das in unmittelbarer Nachbarschaft der Tanners wohnt. Bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit tauchen Raquel und Trevor Ochmonek bei den Tanners auf, um etwas auszuleihen oder zu schnorren, oder weil Alf einmal mehr etwas bei ihnen zerstört hat (was regelmäßig einer der Tanner-Familie auf sich nehmen muss). Meist haben die Tanners Mühe, Alf rechtzeitig vor den beiden zu verstecken. Der Ausspruch „Alf! In die Küche!“ beziehungsweise „…unter den Küchentisch!“ hat sich dabei zu einem Running Gag entwickelt.
Willies jüngerer Bruder Neal (in der 1. Staffel noch Rodney genannt) und Alf sind einander sehr sympathisch, dennoch muss Neal oft sehr unter den Unarten des Außerirdischen leiden. Kates Mutter Dorothy hingegen mag Alf nicht; die Abneigung beruht auf Gegenseitigkeit. Bill Daily, der als Roger aus der Serie Bezaubernde Jeannie bekannt ist, spielte die Rolle des Psychiaters Larry, eines Freundes Willies. Er versucht, die Verwicklungen im Tannerschen Familienleben aufzulösen, die durch Alfs Eskapaden entstanden sind. Zudem freundet sich Alf mit einer blinden jungen Frau, Jody, an, die jedoch nicht weiß, dass Alf ein Außerirdischer ist.
Alf telefoniert gerne und hat vom Fernsehmoderator bis zum Präsidenten nahezu alle wichtigen Persönlichkeiten an der Strippe, was oft weitreichende Konsequenzen nach sich zieht, die zumeist Willie auf sich nimmt, um Alf zu schützen. Willie wurde deshalb schon öfter festgenommen oder kurzzeitig inhaftiert. Außerdem bestellt Alf per Telefon Berge unnützer Waren, deren Bezahlung die Tanners regelmäßig in finanzielle Engpässe treibt. Zeitweise handelt er mit Wertpapieren und Kosmetika oder schaltet sich mit äußerst kontroversen Standpunkten in Fernsehtalkshows ein.
Mit zunehmender Zeit ging das anarchische Element der Serie zurück oder wurde von moralisierenden Episodenenden aufgehoben. Das Ende der Serie wurde offen gehalten. Alf wird beim Versuch, sich von einem Raumschiff abholen zu lassen, von den US-amerikanischen Behörden entdeckt und in der letzten Szene gestellt. Damit schließt die Serie ohne Hinweise auf einen Fortgang. Die letzte Folge war vom Drehbuchautor ursprünglich als Cliffhanger-Doppelfolge geplant, welche die vierte Staffel abschließen und die fünfte Staffel starten sollte. Der Spannungsbogen sollte so die beiden Staffeln verbinden. Die ursprünglich geplante fünfte Staffel von Alf wurde von NBC aber nicht mehr produziert, da die Serie wegen zuletzt sinkender Quoten nach der vierten Staffel abgesetzt wurde. Auch eine in Aussicht gestellte einmalige Sonder-Episode, die die Handlung auflöst, wurde nicht realisiert. Damit endet die Serie in dem offenen Ende einer halben Doppelfolge.
Der spätere Film knüpft hier an und findet ohne die Familie Tanner statt, während Alf unter Aufsicht des US-amerikanischen Militärs steht.
Personen Gordon Shumway alias Alf (* 28. Oktober 1756) ist der Protagonist dieser Serie als auch der beiden Animationenserien Alf – Erinnerungen an Melmac und Alf im Märchenland sowie des Fernsehfilms Alf – Der Film. Er stammt vom Planeten Melmac, der explodierte, weil alle Bewohner gleichzeitig ihren Haartrockner einschalteten. Er wurde als ältestes Kind von Bob und Flo Shumway geboren, allerdings genau wie seine beiden jüngeren Geschwister Curtis und Augie als eheliches Kind, was auf Melmac als unmoralisch galt.
Den Namen „Alf“ erhält er von Willie: Als der Abgestürzte ohnmächtig auf dem Wohnzimmertisch der Familie Tanner liegt, meint Willie, „es ist ein Alf, eine außerirdische Lebensform“ ( Alien Life Form).
Nach eigenen Angaben ist er 95 cm groß und besitzt mehrere Mägen (je nach Auskunft sind es zwei bis acht, wobei er auch Ersatzmägen hat, die sich bei Bedarf öffnen) sowie vier Finger an jeder Hand. Sein Haarkleid hat eine rötlich-braune Färbung (je nach Folge sienabraun, ocker oder orange). Er hat keine besonderen Fähigkeiten, kann jedoch Stimmen imitieren. Er ist rhetorisch begabt und selten um eine pointierte Bemerkung verlegen. Gelegentlich handelt er egoistisch, ein anderes Mal ist er sehr um das Wohl der Familienmitglieder bemüht, meint es gut, macht aber dann das Falsche. Zudem führt sein Verhalten immer zu Irritationen, wenn er Feiertagsbräuche auf Melmac mit den Feiertagsbräuchen auf der Erde verwechselt. So zersägt er zum Beispiel den Weihnachtsbaum der Tanners, weil dies auf Melmac so üblich war. Seine Lieblingsspeise sind Katzen (auch gepresster Katzensaft), die auf Melmac als Delikatesse gelten sollen. So versucht er immer wieder Lucky (die Katze der Familie) zu verspeisen, was er aber nie wirklich umsetzt.
Da die Gefahr groß ist, dass er von den Behörden entdeckt und dann zu Forschungszwecken in einem Labor eingesperrt wird, wird Alf ständig von den Tanners versteckt. Nur ein ausgewählter Personenkreis, der sich im Laufe der Serie erweitert, darf ihn sehen. Er leidet sehr unter seiner Einsamkeit, daher muss die Familie Tanner auch mehrmals einen Psychologen zu Hilfe rufen.
Seine große Liebe heißt Rhonda. Diese entkam mit Alfs Freunden Skip und Rick Fusterman ebenfalls der Explosion ihres Heimatplaneten. Zweimal versucht sie vergeblich Alf von der Erde abzuholen. Beim ersten Mal verzichtet er auf eine Rückkehr zu ihr, zugunsten seines Lebens bei der Familie Tanner, beim zweiten Versuch in der letzten Folge wird er von der Alien Task Force aufgegriffen, kurz bevor er von seinen Freunden an Bord geholt werden kann.
William Francis „Willie“ Tanner (in der deutschen Synchronisation von Alf öfters neckisch Wilhelm, Willibald, o. ä. genannt) ist der treusorgende Familienvater der Familie Tanner. Er hat das College besucht, wo er seine spätere Frau Kate kennenlernte und Sozialwissenschaft studierte. Er arbeitet als Beamter beim Sozialamt von Los Angeles. Im Laufe der Serie erhält er eine Beförderung, später eine leitende Position beim Sozialamt von San Diego, jedoch gefällt ihm dieser Job nicht, und er geht wieder zurück zu seiner alten Stelle.
Willie ist ein ruhiger, gebildeter und vielseitig interessierter Mann. Als junger Erwachsener trampte er einige Zeit als Hobo durch das Land und nahm Jobs als Aushilfskellner an, wo er die junge Linda Evans kennenlernte (2.9., Reise durch die Nacht). Während seines Soziologie-Studiums an der UCLA war er, wie seine spätere Frau Kate, Anhänger der Hippie-Bewegung und besuchte gemeinsam mit ihr das legendäre Woodstock-Festival (3.10, Ein Hippie namens Willie). Er ist Hobbytüftler, Funkamateur, betreibt eine Modelleisenbahnanlage in seiner Garage (zu sehen z. B. in 2.9., Reise durch die Nacht), spielt Klavier und interessiert sich für Kunst und Theater. Der einzige, der ihn wirklich aus der Reserve lockt, ist Alf, so dass er gelegentlich wütend wird. Hauptkonfliktpunkte sind Unordnung (Willie ist sehr pedantisch) und Alfs unnütze Anschaffungen, die er meist über Willies Kreditkarte abwickelt.
Dennoch ist er die Hauptbezugsperson für Alf und um diesen sehr besorgt.
Katherine Daphne „Kate“ Tanner (geborene Halligan) ist die Mutter der Familie Tanner. Sie hat das College besucht, wo sie ihren späteren Mann Willie kennenlernte, und dort das Fach Kunstgeschichte studiert. Am Anfang der Serie ist sie Hausfrau, da sie wegen ihrer Kinder aufhörte zu arbeiten. Im Laufe der dritten Staffel, als Willie wegen eines Streiks nicht arbeiten darf, sucht sie sich wieder eine Stelle als Immobilienmaklerin und behält diese auch in der Zeit, in der sie mit ihrem dritten Kind Eric schwanger ist. Kate und Alf haben im Laufe der Serie viele Differenzen. So gibt Kate schon in der ersten Staffel, nachdem es so aussieht, als würde Alf die Familie Tanner wieder verlassen, nachdem er Kontakt zu seinen Freunden herstellen konnte und diese ihn abholen wollen, zu, dass sie ihm gegenüber „gemischte Gefühle“ hatte. Kate ist eine gewissenhafte Hausfrau und mag es nicht, wenn ihr irgendjemand in die Führung des Haushaltes hineinredet. Deshalb gerät sie in der ersten Staffel mit ihrer Mutter Dorothy aneinander. Kate ist ruhig, aber gelegentlich sarkastisch.
Lynn Tanner ist das älteste Kind der Familie Tanner. Zu Beginn der Serie ist sie eine 16 Jahre alte Schülerin. Später besucht sie das College und hat dort einige Orientierungsschwierigkeiten, weil sie sich für kein Hauptfach entscheiden kann. Nachdem sie zwischen Kunstgeschichte und Sozialwissenschaften hin- und hergerissen ist, vertagt sie schließlich diese Entscheidung. Lynn ist ruhig und höflich. Anfangs ist sie ein typischer Teenager, mit verschiedenen Wünschen, wie z. B. für ein eigenes Auto, ein eigenes Telefon usw., und trifft sich regelmäßig mit Jungs. Zu Anfang der Serie ist sie Alf gegenüber fast uneingeschränkt solidarisch und verständnisvoll. In der ersten Staffel verliebt sich Alf sogar ein wenig in sie und ist zunächst enttäuscht darüber, dass Lynn seine Gefühle nicht erwidert. Beide klären aber schließlich miteinander, dass es doch besser sei, Freunde zu bleiben. Im Laufe der Serie gerät sie aber immer wieder mit ihm aneinander, vor allem dann, als er sich gegen ihren Willen in ihre Angelegenheiten einmischt. Bis auf eine Ausnahme, in der über eine Woche Funkstille herrscht, vertragen sich beide aber immer wieder miteinander, weil sie einander doch mögen.
Brian Tanner ist das zweitälteste Kind der Familie Tanner. Zu Anfang der Serie ist er sechs Jahre alt und Schüler. Brian ist höflich und freundlich und mag Alf sehr gerne. Auch Alf ist ihm gegenüber fürsorglich und hilfsbereit. So versucht er Brian zu helfen, als dieser verprügelt wird, oder unterstützt ihn erfolgreich, als er vor einer Schulaufführung Lampenfieber hat und nicht auftreten möchte.