mini|Marianne Joachim Marianne Joachim, auch Marianna (geborene Prager; geboren am 5. November 1921 in Berlin; gestorben am 4. März 1943 in Berlin-Plötzensee), war eine deutsch-jüdische Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus. Sie wurde in der Berliner Strafanstalt Plötzensee hingerichtet.Margot Pikarski: Jugend im Berliner Widerstand. Herbert Baum und Kampfgefährten. Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1978, S. 138.

Leben Marianne Prager wuchs in Berlin als Tochter eines Bauarbeiters auf. Nach Beendigung der Realschule erlernte sie den Beruf der Kinderpflegerin im Jüdischen Kinderheim in der Berliner Gipsstraße. Prager musste diesen Beruf aufgeben, da sie im Sommer 1940 zur Zwangsarbeit im Landeinsatz nach Rathenow verpflichtet worden war. Am 22. August 1941 heiratete sie in Berlin Heinz Joachim (1919–1942). Zu dieser Zeit war sie als Zwangsarbeiterin in der Fabrik Alfred Teves in Berlin-Wittenau beschäftigt. Nachdem ihr Ehemann in der „Judenabteilung“ der Elektromotorenfabrik der Siemens-Werke Herbert Baum kennengelernt hatte, schloss sich das Ehepaar der Antifaschistischen Gruppe im Prenzlauer Berg Berlin (AGiP) um Herbert Baum (Herbert-Baum-Gruppe) an. Zu ihren engen Schulfreundinnen gehörten Hildegard Löwy, Hella Hirsch und Inge Gerson, die spätere Inge Berner, die 1938 die Gruppe um Baum verließ und überlebte. Die Wohnung der Eheleute Joachim in der Rykestraße diente häufig als Treffpunkt der Herbert Baum-Gruppe. Diese Gruppe führte am 18. Mai 1942 einen Anschlag auf die antikommunistische und antisemitische Propagandaausstellung „Das Sowjetparadies“ aus.Siegbert und Lotte Rotholz – Angehörige der Widerstandsgruppe Baum Bildungsserver Berlin Brandenburg Ebenso wie ihr Mann wurde Marianne Joachim verhaftet und am 4. März 1943 in der Strafanstalt Plötzensee hingerichtet.

Eine Gedenktafel in der Belforter Straße 11/12 erinnert an die beiden.

Hinrichtung „Auf einem grellroten Plakat wurden Verurteilung und Hinrichtung dieser jungem Menschen, sie waren zwischen 20 und 23 Jahre alt, der Bevölkerung mitgeteilt. Ihre Namen waren mit den gesetzmäßigen vorgeschriebenen Zwangs-Zusatz-Vornamen Sara bzw. Israel versehen.“Die Berliner Gruppe Baum und der jüdische Widerstand Von: Wolfgang Wipperman In: Beiträge zum Thema Widerstand, Gedenkstätte Deutscher Widerstand, 2001, Seite 9 (PDF)

mit dem Untertext

Gedenksteine mini|Der Berliner Gedenkstein im Lustgarten

Heute erinnern zwei der Baum-Gruppe gewidmete Gedenksteine in Berlin namentlich auch an Marianne Prager.

Gedenkstein in Berlin auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee (Eingang: Markus-Reich-Platz).Widerstandsgruppe um Herbert Baum. Gedenktafeln in Berlin, abgerufen am 27. Mai 2025 Ein von dem Bildhauer Jürgen Raue gestalteter Gedenkstein wurde 1981 im Auftrag des Magistrats von Berlin (Ost) ohne nähere Informationen über die Widerstandsaktion im Lustgarten aufgestellt.Widerstandsgruppe um Herbert Baum. Gedenktafeln in Berlin, abgerufen am 12. Juni 2024.

Literatur Wolfgang Benz, Walter H. Pehle (Hrsg.): Lexikon des deutschen Widerstandes, Fischer, Frankfurt am Main 1994, ISBN 978-3-596-15083-0 Peter Steinbach, Johannes Tuchel (Hrsg.): Lexikon des Widerstandes 1933–1945. 2. Auflage. C. H. Beck, München 1998, ISBN 3-406-43861-X, S. 102.

Weblinks

Deutscher Widerstand 1933–1945 Wolfgang Benz über die Herbert-Baum-Gruppe In: Bundeszentrale für politische Bildung In: Shalvi/Hyman Encyclopedia of Jewish Women. Jewish Women's Archive.

Einzelnachweise

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