mini|Brèche de Roland in den Pyrenäen Eine ScharteWalther Flaig: Lechquellengebirge. Alpenvereinsführer. München: Bergverlag Ruddolf Rother, 1. Auflage, 1977 - ISBN 3-7633-1230-7, S. 19. (auch: Gratscharte oder Einschartung) im geographischen Sinn ist ein Begriff der Geomorphologie und bezeichnet einen Grateinschnitt. Dabei bezeichnet man den Verlauf der Wasserscheide zwischen zwei Gipfeln beziehungsweise eine markante Geländekante als Grat oder Kamm.

Die überwiegende Mehrzahl der Scharten ist unbenannt und wird so gut wie nie oder nur im Zuge von Gratbegehungen betreten. So bildet jeder Gratturm („Gendarm“) eine Scharte. Viele Doppelgipfel sind durch markante Scharten getrennt. Die Vielzahl von Scharten gibt auch dem Lyskamm (Lauskamm) den Namen.

Abgrenzung des Begriffs

Meist schmale und enge Einschnitte in einem Fels- oder Schrofengrat, oft mit steilen Flanken oder nur einseitig zugänglich, werden als Scharte bezeichnet. Bei flachen, meist beidseitig leicht zu begehenden Einschnitten mit oder ohne Steig oder Fahrweg spricht man hingegen meist von einem Sattel. Auch Sättel sind häufig nicht fahrbar, werden aber gelegentlich von Saumpfaden gequert oder im Zuge von Gratüberschreitungen betreten. Die Abgrenzung zu anderen Namen für Grateinschnitte wie Joch oder Sattel („Col“) ist generell fließend und lokal stark variierend.

Schartenhöhe

Vom Begriff Scharte leitet sich der Begriff Schartenhöhe ab. Diese ist ein wichtiges Merkmal zur Beschreibung der Eigenständigkeit eines Berggipfels anhand dessen relativer Geländehöhe. Der Begriff Schartenhöhe wird unabhängig davon verwendet, welche Ausprägung (V- oder U-förmig) oder Benennung (Sattel, Joch usw.) der maßgebliche Einschnitt hat.

Beispiele So verbindet etwa die höchstgelegene Scharte Österreichs, die „Obere Glocknerscharte“ (), den Klein- () mit dem Großglockner (), was dem Kleinglockner eine minimale Schartenhöhe von 17 m beschert. Die Scharte ist etwa 8 m breit und verbindet mit einem meist überwechteten, oft nur zwei Fußbreit schmalen Schneegrat die beiden Gipfel. Die Scharte wird auf dem Normalweg von der Adlersruhe zum Großglockner betreten, sie dient als Ausstieg aus der Pallavicini-Rinne (Eis bis 55° steil) von Norden her und wird von Süden so gut wie nie erklettert. Kaum jemand käme auf die Idee, eine Überquerung des Glocknermassivs über diese Scharte durchzuführen.Willi End, Hubert Peterka: Alpenvereinsführer Glockner- und Granatspitzgruppe, Bergverlag Rudolf Rother, München 1990. ISBN 3-7633-1258-7

Weitere bekannte Scharten sind: „Langkofelscharte“ in der Langkofelgruppe die „Brèche-nord des Dames Anglaises“ (etwa 3.600 m) und der „Col de Peuterey“ () am Peutereygrat am Mont Blanc „Hohe Dachsteinscharte“ () zwischen Hohem und Niederem Dachstein. die Scharten zwischen den fünf Punkten über 4000 m im „Teufelsgrat“ auf den Mont Blanc du Tacul die Brèche de Roland in den Pyrenäen „Bettlerscharte“ in der Venedigergruppe die Saxerlücke im Alpstein

Bilder von Scharten

Quellen

Kategorie:Geomorphologie Kategorie:Gebirgspass Kategorie:Oronym