HIM (Apronym für: His Infernal Majesty) war eine finnische Musikgruppe aus Helsinki, die dem Dark Rock zugeschrieben wurde. Die Gruppe selbst bezeichnete ihre Musik hingegen als „Love Metal“.
Geschichte Anfänge (1991–1995) Als Jugendliche gründeten Mikko „Migé Amour“ Paananen und Ville Valo 1991 eine Band unter dem Namen Kafferi (inspiriert durch H. P. Lovecraft). Doch noch im selben Jahr änderten sie den Bandnamen in His Infernal Majesty (Seine teuflische Majestät).Reinhardt Haydn: HIM – His Infernal Majesty. Plexus Publishing, London 2007, ISBN 978-0-85965-392-3, S. 29Juho K. Juntunen: Synnin Viemää. WSOY, 2002, ISBN 951-0-27304-X, Kapitel 2. (finnisch) Valo spielte die Gitarrenparts auf seinem Bass und Paananen die Bass-Parts. Abwechselnd am Schlagzeug spielten Juippi und später Juha Tarvonen.sweetp.buzznet.com/user/video/34710/ville-mige-mtv-masters-interview/ Ville & Mige MTV Masters Interview 2-5 – Interview, MTV Deutschland, MTV Masters – HIM, 2001; Transkript ab Minute 8:41: Ville: “We were sitting in her Lada, in my mother’s Lada [note: Lada is a russian car brand] and listened to Black Sabbath and then we had the idea, that we want to have a band and we called it His Infernal Majesty at first. It was a funny band because we had a drummer, called [Tarvonen?], Juha, and a drummer called Juippi. Two finnish guys and we had two basses in the band, so no guitars or anything like that all, it was totally different, it was like kind a Black Sabbath thing. We did it for couple of years and then he went into army.”; Übersetzung: Ville: „Wir saßen in ihrem Lada, im Lada meiner Mutter [Anm.: Lada ist eine russische Automarke] und wir hörten dort Black Sabbath an und dann hatten wir die Idee, dass wir auch eine Band haben wollen und wir nannten sie als erstes His Infernal Majesty. Es war eine seltsame Band, weil wir einen Schlagzeuger namens [Tarvonen?], Juha, und einen Schlagzeuger genannt Juippi, hatten. Zwei finnische Typen und wir hatten zwei Bassisten in der Band, aber keinen Gitarristen oder irgendsowas. Es war ganz anders, so eine Art Black-Sabbath-Sache. Wir machten das ein paar Jahre und dann musste er zur Armee.“; abgerufen am 6. Juli 2014
Noch unter dem Namen Kafferi wurde 1991 eine Demo mit dem Lied Xilqa Xilqa Besa Besa eingespielt, die Grundlage für die spätere Demo Borellus von 1994. Der Titel Xilqa Xilqa Besa Besa entstammt der gleichnamigen Beschwörungsformel gegen böse Geister, die im Necronomicon, einem fiktiven Buch, das in mehreren Geschichten von H. P. Lovecraft Erwähnung findet.
Als His Infernal Majesty spielten sie 1992 eine Demo unter dem Titel Witches and other Night Fears (Hexen und andere Nachtängste) ein. Der Titel entstammt einem Essay von Charles Lamb aus dem Jahr 1821, der wiederum als Epigraph für die Kurzgeschichte The Dunwich Horror (deutscher Titel: Das Grauen von Dunwich) von H. P. Lovecraft verwendet wurde.hplovecraft.com/writings/texts/fiction/dh.aspx „The Dunwich Horror“ in Englisch mit Epigraf – Kurzgeschichte; Herkunft des Titels: Witches and other Night Fears. Abgerufen am 4. Juli 2014 Die Demo wurde nie veröffentlicht, befindet sich im Besitz von Ville Valo und enthält angeblich 7 unbekannte Lieder.heartagram.ru/him_e.html (Artikelscan von StarFacts zu finden unter Pix – Magazine photos – StarFacts) – Star Facts-Heft (gehört zum Sonic Seducer Magazin), Nr. 1, S. 8, Artikel ist in Deutsch; Auszug: Ville: „Wir nahmen 1992 unser erstes Demo auf und man hörte nur Schlagzeug und Gitarren, deshalb mußten wir uns schleunigst nach anderen Jungs umsehen, die zu uns passen würden. Aber es war zum Verzweifeln, ein geeigneter Sänger war einfach nicht aufzutreiben! Das Demo hatten wir damals auf einem 8-Spur-Rekorder aufgenommen, und ich habe heute nur noch eine ganz miese Kopie davon auf Tape.“; abgerufen am 7. Juli 2014
Ihren ersten Auftritt bestritten His Infernal Majesty an Silvester 1992 im Semifinal Club in Helsinki. Nach diesem Auftritt hatte Paananen mit 18 Jahren seinen zweijährigen Wehrdienst abzuleisten und so kam es zu einer unfreiwilligen Bandpause.Reinhardt Haydn: HIM – His Infernal Majesty. Plexus Publishing, London 2007, ISBN 978-0-85965-392-3, S. 30
Nach dem Schulabschluss des Gitarristen Lindström 1994, entschloss sich dieser, mit Valo die Band zu reaktivierenVille Valo Interview Radio Nova – Interview mit Radio Nova, 2009; Auszug: Question: “[…] What age were you when you realized this could be something big?” Ville: “It was with Linde sometime around 1994. […] we sat on his balcony and decided to form a band. It was a summer night around eight o'clock. That was a turning point as far as this band is concerned. […]”; Übersetzung: Frage: „[…] Wie alt warst du als du merktest, dass aus der ganzen Musik-Sache etwas ernsthaftes werden könnte?“ Ville: „Das war mit Linde, so um 1994 rum. […] wir saßen auf seinem Balkon und entschlossen uns eine Band zu gründen. Es war in einer Sommernacht um acht Uhr. Das war der Wendepunkt, was diese Band betrifft. […]“; abgerufen am 2. Juli 2014 und sie nahmen wieder denselben Bandnamen: His Infernal Majesty.Ville Valo Interview Radio Nova – Interview mit Radio Nova, 2009; Auszug: Ville Valo: “Before that time, me, Mige and Tarvonen (and before him Juippi) had a band called His Infernal Majesty. […] That band broke up when Mige left for his military service. I was upset because I didn’t want the normal life, so I revived with Linde the idea I had had earlier with Mige. And then Mige came back from the army […] and we asked him to join. Originally, I was supposed to play bass in HIM. And we just took the same name, I don’t know why. A band just has to have a name, and all names suck. […] You just had to have a name, and it’s hard to come up with a name because you don’t know how the music is going to change and how life is going to change. […]”, Übersetzung: Frage: „Also, ihr saßt auf einem Balkon und habt euch entschlossen, etwas großes zu beginnen. War es von vornherein klar, wen ihr fragen würdet, der Band beizutreten und wie war das mit dem Namen?“ Ville: „Vor diesem Ereigniss (Anmerkung: dem Tag an dem Linde und Ville beschlossen, ernsthaft Musik zu machen), hatten ich, Mige und Tarvonen (und vor ihm Juippi) eine Band genannt His Infernal Majesty. […] Diese Band fand ein Ende, als Mige zum Wehrdienst musste. Ich war total aufgebracht, weil ich kein normales Leben haben wollte, also habe ich mit Linde die Idee, die ich zuvor mit Mige hatte, wiederbelebt. Und dann kam Mige […] von der Armee zurück und wir fragten ihn, ob er uns beitreten wollte. Ursprünglich hätte ich der Bassist von HIM werden sollen. Und wir nahmen einfach den gleichen Namen, ich weiß nicht warum. Eine Band braucht halt einen Namen. Alle Namen sind scheiße. […] Man braucht halt einen Namen und es ist schwer, sich einen auszudenken, weil du nicht weißt, wie sich die Musik und das Leben ändern werden. […]“; abgerufen am 2. Juli 2014 Als Duo spielten sie 1994 eine Demo mit den Liedern Serpent Ride, Borellus und The Heartless auf. Lindström spielte Bass und Gitarre, Valo spielte Schlagzeug und sang.Reinhardt Haydn: HIM – His Infernal Majesty. Plexus Publishing, London 2007, ISBN 978-0-85965-392-3, S. 33. Ursprünglich war Valo als Bassist der Band eingeplant, weshalb nach einem Sänger gesucht wurde, wobei jedoch niemand gefunden wurde.Ville Valo Interview Radio Nova – Interview mit Radio Nova, 2009. Als Paananen 1995 vom Wehrdienst zurückkam, war dieser von der Demo beeindruckt und trat als Bassist der Formation bei. In Ermangelung eines Sängers, beschloss das Trio, einer von ihnen müsse diesen Part übernehmen. Sie nahmen 1995 eine Demo auf, auf der Valo noch Schlagzeug spielte und Paananen (womöglich auch Lindström) sang, um herauszufinden, wer der beste Sänger sei.sweetp.buzznet.com/user/video/34710/ville-mige-mtv-masters-interview/ Ville & Mige MTV Masters Interview 2-5 – Interview, MTV Deutschland, MTV Masters – HIM, 2001; Transkript ab Minute 9:17: Ville: “During one summer night, we were sitting there and was in […?] with Linde the guitar player and then we just decided to start the band. And then we went into to recording a demo and I played the drums on the demo and he [note: looks at Mige, but in the sentence before he was talking about Linde] sang on the demo. And we just did it to find ourselves the best singer and the drummer, but then it ended up being… that, I was becoming the singer.”; Übersetzung: Ville: „Während einer Sommernacht saßen wir da und waren mit Linde […?] und dann entschlossen wir uns die Band wiederzubeleben. Dann fingen wir an ein Demo aufzunehmen und dafür spielte ich Schlagzeug und er [Anm.: Ville schaut Mige an, aber im Satz davor erwähnte er Linde, also ist nicht klar wen er mit „er“ gemeint hat] sang für das Demo. Das taten wir, um den besten Sänger und Schlagzeuger für unsere Band herauszufinden. Es endete damit, dass ich der Sänger wurde.“; abgerufen am 6. Juli 2014 Lindström und Paananen überredeten schließlich Valo den Part des Sängers zu übernehmen, wobei er nach Zögern zustimmte.heartagram.ru/him_e.html (StarFacts zu finden unter Pix – Magazine photos – StarFacts) – Star Facts-Heft (gehört zum Sonic Seducer Magazin), Nr. 1, S. 10; abgerufen am 7. Juli 2014. Valo zeigte sich auch als Songwriter verantwortlich, schlicht, da den anderen dazu die Motivation fehlte. Dass Valo zum Sänger und Songwriter wurde, beschrieb er als Notwendigkeit, da der Wunsch nach einer intakten Band diese Entscheidung bestimmte.
1994 folgte eine unbetitelte zweite Demo, 1995 die dritte Demo His Infernal Majesty. Bei einem Auftritt der Band Slumgudgeon im Tavastia Club wurden sie auf deren Schlagzeuger Pätkä (Juhana Tuomas Rantala, *1974) aufmerksam, den sie überzeugen konnten, ihrer Band beizutreten.Reinhardt Haydn: HIM – His Infernal Majesty. Plexus Publishing, London 2007, ISBN 978-0-85965-392-3, S. 33/34
Erste EP: 666 Ways to Love: Prologue (1996) mini|hochkant=1.2|HIM (1999) 1995 sandten sie ihre Demo (mit dem Titel: His Infernal Majesty) an verschiedene Plattenfirmen. Anto Melasniemi, ein Freund von Valo, spielte auf dieser Demo das Keyboard. Anfang 1997 trat er der Gruppe als festes Mitglied bei.Reinhardt Haydn: HIM – His Infernal Majesty. Plexus Publishing, London 2007, ISBN 978-0-85965-392-3, S. 36 Die Demo enthielt die Lieder Stigmata Diaboli, Wicked Game und The Phantom Gate. Damit erhielten sie einen Plattenvertrag für eine EP.Juho K. Juntunen: Synnin Viemää. WSOY, 2002, ISBN 951-0-27304-X, Kapitel 5. (finnisch)
Im Spätsommer 1996 wurde die EP 666 Ways to Love: Prologue in den Finnvox Studios in Helsinki eingespielt und am 19. Oktober 1996 in Finnland veröffentlicht.Juho K. Juntunen: Synnin Viemää. WSOY, 2002, ISBN 951-0-27304-X, Kapitel 7. (finnisch) Die zweite Gitarre spielte „Oki“ von der Band Charged, was aber ein einmaliges Gastspiel blieb. Die EP enthielt vier Lieder, Stigmata Diaboli, Wicked Game, Dark Secret Love und The Heartless, produziert wurde diese von Hiili Hiilesmaa. Das Cover der EP zeigt ein Schwarz-Weiß-Foto von Valos Mutter Anita, im Alter von 19 Jahren. Obwohl der Bandname auf dem Cover noch als His Infernal Majesty abgebildet ist, zeigt der CD-Rücken und auch die CD selbst zum ersten Mal die Abkürzung HIM.saintscream.ru/show.php?id=105 – Fotos von der EP 666 ways to love: Prologue; Auf die Fotos klicken, dann werden sie größer. Abgerufen am 3. Juli 2014 Veröffentlicht wurde diese EP in einer Auflage von 1000 Exemplaren.himforfans.beepworld.de/magazines03.htm (alte Fanseite; wenn etwas nicht lesbar ist, da weiße Schrift auf weißem Hintergrund, mit der Maus markieren) Bewertung zu Love Metal – Artikel von Filmstars.de, 2003; Abgerufen am 21. August 2014
Für spätere Veröffentlichungen erwog die Gruppe fortan ein schlichtes H.I.M, bis man sich letztlich für die griffigere Kurzform HIM entschied. Valo begründete dies damit, dass der ursprüngliche Name „leicht zu vergessen“ sei. Die kanadische Thrash-Metal-Band Infernäl Mäjesty sei HIM hingegen unbekannt gewesen.