Maitenbeth (Bairisch: Moabeth) ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn. Sie ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Maitenbeth.
Geografie mini|St. Agatha, Maitenbeth mini|Dto., Innenansicht mini|Maitenbeth Ort Geografische Lage Im Gemeindegebiet befindet sich die Quelle der Isen, einem Nebenfluss des Inns.
Maitenbeth liegt 40 km östlich von München und 35 km nördlich von Rosenheim an der B 12.
Nachbargemeinden Die Gemeinde grenzt im Osten an Haag in Oberbayern (MÜ), im Süden an Rechtmehring (MÜ), Albaching (RO) und Steinhöring (EBE), im Westen an Hohenlinden (EBE) und im Norden an Isen (ED).
Gemeindegliederung
Es gibt 58 Gemeindeteile:
Es gibt die Gemarkungen Innach, Maitenbeth und Großhaager Forst.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Der heutige Gemeindeteil Etschloh wird 977 n. Chr., Maitenbeth (als Aetenpeth) erst 1315 n. Chr., zum ersten Mal in einem Freisinger Matrikel urkundlich erwähnt. Der Name Aetenpeth, setzt sich dabei aus „Aeten“ – einer Abwandlung des Namens Aite, der aus Agathe entstanden ist – und „beth“ – was Ruheplatz bedeutet – zusammenBelow Stefan von, Stefan Breit: Wald - von der Gottesgabe zum Privateigentum: Gerichtliche Konflikte zwischen Landesherren und Untertanen um den Wald in der frühen Neuzeit, Stuttgart 1998, S. 101, ISBN 978-3-8282-0079-1. Der Buchstabe M entstand wohl durch eine Verschmelzung eines (unbekannten) vorausgehenden Wortes mit dem Stammwort. Der Name Maitenbeth bedeutet also von sinngemäß „Platz an dem die heilige Agathe ruht“.
Im Mittelalter bis 1804 gehörte Maitenbeth mit den umliegenden Dörfern und Weilern zur Freien Reichsgrafschaft Haag. Die Grafschaft gehörte nicht zu Bayern, sondern war ein eigenes selbständiges Reichsland. Nach dem Tod des letzten Fraunbergers, Graf Ladislaus von Fraunberg-Haag, wurde aber der bairische Herzog Albrecht V. 1567 mit Haag belehnt. Trotzdem blieb Haag bis 1804 eine zwar bayrisch dominierte aber „Freie, den bayrischen Kurlanden nicht eingegliederte Reichsgrafschaft“.
Die Westgrenze der Grafschaft bildet heute noch die Westgrenze der Gemeinde Maitenbeth. An dieser Grenze kam es im Jahre 1800 zum Zusammenstoß der französischen Revolutionstruppen mit den süddeutschen Truppen (Österreicher, Bayern, Württemberger, Hessen, Liechtensteiner). Am 3. Dezember 1800 wurde um Maitenbeth der entscheidende Kampf der Schlacht von Hohenlinden ausgetragen.
Ab 1818 Im Jahr 1882 schlossen sich die zwei 1818 durch das bayerische Gemeindeedikt gebildeten Gemeinden Maitenbeth und Innach zusammen.
Nach der Auflösung des Landkreises Wasserburg am Inn 1972 wurde Maitenbeth Teil des Landkreises Mühldorf am Inn und 1978 der Verwaltungsgemeinschaft Haag, dies jedoch nur für zwei Jahre. Seit 1980 bildet Maitenbeth mit der Nachbargemeinde Rechtmehring eine Verwaltungsgemeinschaft.
Chronik der Kirche Laut der „Chronik von Maitenbeth“ (1858) des Expositus Franz Haistrachers gab es bereits im Jahr 1488 in Maitenbeth eine Kirche. Ihre heutige Form bekam die Pfarrkirche St. Agatha ab dem Jahr 1680, 1707 wurde sie eingeweiht. 1800 – Missbrauch als Feldschmiede und Heerlager von österreichischen Truppen 1840 – Eigener Friedhof 1847 – Ernennung zur Expositur 1873 – Ernennung zur Pfarrei 1940 – Am 8. September wird der Kirchturm von einem Blitz getroffen und brennt völlig aus 1984 – Bau eines zusätzlichen Friedhofes 1991 – Gründung des Pfarrverbandes Maitenbeth-Rechtmehring
Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1655 auf 2029 um 374 Einwohner bzw. um 22,6 %. Jahr Einwohner 1818 ¹ 812 1875 ¹ 808 1. Dezember 1900 951 16. Juni 1925 1018 17. Juli 1939 978 13. September 1950 1390 6. Juni 1961 1307 27. Mai 1970 1314 25. Mai 1987 1585 31. Dezember 1991 1733 Datum Einwohner 31. Dezember 1995 1760 31. Dezember 2002 1833 31. Dezember 2005 1877 31. Dezember 2007 1897 31. Dezember 2008 1899 31. Dezember 2009 1915 31. Dezember 2010 1917 31. Dezember 2011 1909 31. Dezember 2012 1916 31. Dezember 2013 1958 Datum Einwohner 31. Dezember 2014 1959 31. Dezember 2015 1989 31. Dezember 2016 2000 ¹ Inklusive des damals noch selbstständigen Gemeindeteils Innach
Politik Bürgermeister Erster Bürgermeister ist Thomas Stark (Bürgerliste Maitenbeth).
Wappen
Verwaltung Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Maitenbeth.
Baudenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Arbeitsplätze und Landwirtschaft 2020 gab es in der Gemeinde 442 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 890 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 448 Personen größer als die der Einpendler. 21 Einwohner waren arbeitslos. 2020 gab es 48 landwirtschaftliche Betriebe.
Bildung Maitenbeth verfügt über eine Grundschule im Verband mit der Gemeinde Rechtmehring; in beiden Gemeinden gibt es ein Schulhaus.Homepage der Grundschule, abgerufen am 28. August 2022 Das heutige Gebäude in Maitenbeth wurde 1964 eingeweiht und 1991 erweitert.
Seit 1974 besteht eine Kindertagesstätte St. Agatha, die 2004 in ein neues Gebäude umgezogen ist. Die Kita befindet sich seit dem 1. September 2020 in gemeindlicher Trägerschaft; gleichzeitig wurde der zweite Anbau bezogen mit zwei neuen, modernen Krippengruppen, einer zusätzlichen Kindergartengruppe und einer großzügigen Mensa.Kita auf der Website der Gemeinde, abgerufen am 28. August 2022. Die Kindertagesstätte verfügt zum 1. März 2021 über 173 Plätze, davon waren 122 Plätze belegt.
Verkehr und Infrastruktur Maitenbeth ist an der stark befahrenen B 12 (Lindau – München – Passau) und nicht weit von der nord-südlich verlaufenden B 15 gelegen. Es bestehen Busverbindungen nach München und Haag/Gars am Inn.
Zur Überwachung des Luftraums steht im Großhaager Forst südwestlich von Maitenbeth ein Turm der DFS mit einer SRE-M-Radaranlage. Jede dieser bundesweit sechs Anlagen hat einen Erfassungsradius von etwa 145 NM (Nautischen Meilen, entspricht 270 km).
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
Sepp Faltermaier (1923–2005), Autor Aaron Leitmannstetter (* 1993), Golfspieler Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten
Peter Casagrande (* 1946), Maler, lebt und arbeitet in Maitenbeth.
Weblinks
Gemeinde Maitenbeth
Maitenbeth auf einer Website über den Landkreis Mühldorf am Inn
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Mühldorf am Inn Kategorie:Ersterwähnung 1315 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)