Dieser Artikel behandelt tagesbezogene Nachrichten und Ereignisse im April 2004.

Tagesgeschehen Donnerstag, 1. April 2004 Berlin/Deutschland: Als Ergebnis der Afghanistan-Konferenz erhält Afghanistan weitere internationale Hilfszusagen im Umfang von 8,2 Milliarden US-Dollar bis zum Jahr 2007. Efringen-Kirchen/Deutschland: Am Morgen kollidieren auf der Bahnstrecke zwischen Basel und Freiburg im Breisgau ein ICE der Deutschen Bahn und ein Traktor, der samt Fahrer von einem Weinberg auf die Schienen rutschte. Ein Triebkopf und ein Waggon springen aus den Gleisen. Zwei Menschen tragen Verletzungen davon. Stuttgart/Deutschland: Mit deutlicher Mehrheit von CDU, FDP und SPD wird das Kopftuchverbot für Lehrerinnen im Land Baden-Württemberg beschlossen.

Freitag, 2. April 2004 Brasília/Brasilien: Nach Angaben des Gesundheitsministeriums starben zwölf Menschen nach einer Attacke durch Fledermäuse an Tollwut. Jerusalem/Israel, Palästinensische Autonomiegebiete: Die israelische Polizei stürmt nach Steinwürfen auf Juden an der Klagemauer das nicht zum israelischen Staatsgebiet gehörende, unter jordanischer Verwaltung stehende Gelände der Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem. Moskau/Russland: Das Moskauer Amt für Gesundheitswesen meldet für den letzten Winter 300 Kälteopfer. Weitere 900 Menschen mussten mit Erfrierungen und Unterkühlung in ein Krankenhaus. Moskau/Russland: Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder trifft den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu Verhandlungen. Schröders Arbeitsbesuch in Moskau gilt dem Jahr der deutschen Kultur in Russland. Redmond/Vereinigte Staaten: Steve Ballmer, Chef des Softwarekonzerns Microsoft, und Scott McNealy, Mitgründer von Sun Microsystems, beenden eine jahrelange Feindschaft zwischen den beiden Unternehmen. Der Hauptstreit drehte sich um die von Sun entwickelte Programmiersprache Java. Microsoft legt mit der Zahlung von 1,6 Milliarden US-Dollar alle Rechtsstreitigkeiten mit seinem Konkurrenten bei. Sun erhält 700 Millionen US-Dollar, umgerechnet 569 Millionen Euro, zur Beilegung aller kartellrechtlichen Streitigkeiten sowie 900 Millionen US-Dollar für die Beilegung von Patentbeschwerden. Sri Jayewardenepura/Sri Lanka: Die Partei der Präsidentin Chandrika Kumaratunga gewinnt die Parlamentswahlen. Washington, D.C./Vereinigte Staaten: Die USA verschärfen die Einreisebedingungen. Künftig sollen alle Nicht-US-Staatsbürger bei der Einreise in die Vereinigten Staaten Fingerabdrücke abgeben und sich fotografieren lassen. Auch die Staatsangehörigen Deutschlands, Liechtensteins, Österreichs und der Schweiz sind davon nicht ausgenommen. Washington, D.C./Vereinigte Staaten: Die USA heben die gegen sechs russische Unternehmen und einen russischen Waffenexperten wegen des Exports von Waffen und Technologie an Staaten wie Nordkorea, Irak oder Iran verhängten Sanktionen auf.

Samstag, 3. April 2004 Deutschland: Etwa Menschen demonstrieren in Berlin, Köln und Stuttgart gegen den Reformkurs der rot-grünen Bundesregierung. Hauptkritikpunkte sind die Agenda 2010 und die Folgen der Globalisierung. Mit Teilnehmern findet in Berlin die größte der Demonstrationen statt. Leganés/Spanien: Nach einem Schusswechsel kommt es bei einer Polizeirazzia in einem Wohnhaus im Madrider Vorort Leganés zu einer von den verschanzten Verdächtigen ausgelösten Explosion, die einen Polizisten und sieben mutmaßliche Terroristen tötet. Die Polizeiaktion steht in Verbindung mit den Terroranschlägen auf vier Nahverkehrszüge mit Rucksackbomben am 11. März.

Sonntag, 4. April 2004 mini|150px|Wohnhaus in Leganés nach dem Selbstmord der Terroristen Madrid/Spanien: Im Nachgang der Terroranschläge auf den Madrider Nahverkehr mit 191 Todesopfern erweist sich das Einsatzziel einer Razzia in Leganés als korrekt. Die Ermittler geben bekannt, dass der mutmaßliche Haupttäter Serhane Ben Abdelmajid als einer jener sieben Männer identifiziert sei, die sich während der gestrigen Razzia in Leganés mit einem Sprengsatz selbst töteten. Nadschaf/Irak: In der schiitischen Pilgerstadt mündet eine Demonstration von Anhängern des Geistlichen Muqtada as-Sadr für die Freilassung eines politischen Führers in einen Aufruhr gegen die US-geführten Koalitionstruppen. Bei den Auseinandersetzungen, an denen auch Mitglieder des privaten amerikanischen Sicherheitsdiensts Blackwater beteiligt sind, kommen mindestens 18 Iraker und vier Soldaten aus El Salvador ums Leben. Über 100 Verwundete werden ärztlich versorgt. Indes überschreitet die Zahl der seit Beginn des Irakkriegs getöteten US-Soldaten mit dem heutigen Tag die Grenze von 600.

Montag, 5. April 2004 Bagdad/Irak: Der Schiiten-Aufstand im Irak eskaliert. Kampfhubschrauber der Streitkräfte der Vereinigten Staaten greifen das Bagdader Viertel Asch-Schuala an, in dem sich der schiitische Geistliche Muqtada as-Sadr aufhält, der zugleich Befehlshaber seiner eigenen bewaffneten Kampfeinheiten ist. Jakarta/Indonesien: In Indonesien finden Parlamentswahlen statt. Die frühere Regierungspartei Suhartos, Golkar, erringt 128 der 550 Sitze, die PDI-P von Sukarnoputri 109. Madrid/Spanien: Unter den Toten der Razzia vom 3. April, während der sieben dringend Tatverdächtige der Madrider Zuganschläge Suizid begingen, befand sich nach Angaben der Ermittler auch Jamal Ahmidan, der nach aktuellem Kenntnisstand für die logistische Vorbereitung der Anschläge verantwortlich war. Stockholm/Schweden: Microsoftgründer Bill Gates ist laut dem Wirtschaftsmagazin Veckans Affärer nur noch der zweitreichste Mensch der Welt. Der reichste sei der Gründer von IKEA, Ingvar Kamprad, mit einem Vermögen von 43,5 Milliarden Euro. Sowohl Kamprad als auch IKEA dementieren die Meldung. Eigentümer des Unternehmens IKEA sei eine niederländische Stiftung und keine Privatperson.

Dienstag, 6. April 2004 mini|150px|Rolandas Paksas Hamburg/Deutschland: Das Hanseatische Oberlandesgericht (OLG) setzt den Haftbefehl gegen den zu 15 Jahren Haft verurteilten Marokkaner Mounir al-Motassadeq außer Vollzug. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil des OLG vom 19. Februar 2003 wegen mangelhafter Beweiswürdigung auf und verwies es zur Revision nach Hamburg zurück. Vilnius/Litauen: Das Parlament spricht sich mit der erforderlichen Drei-Fünftel-Mehrheit für die Amtsenthebung von Präsident Rolandas Paksas aus, dem Eidbruch und schwerer Verstoß gegen die Verfassung vorgeworfen werden. Bis zur kommenden Regierungsbildung nach Neuwahlen wird Artūras Paulauskas als neuer Amtsinhaber eingesetzt.

Mittwoch, 7. April 2004 Al-Anbar/Irak: Die Spezialeinheit GSG 9 der Bundespolizei verliert durch einen Überfall auf einen Militärkonvoi zwei deutsche Mitarbeiter, die mit der Bewachung der Botschaft Deutschlands in Bagdad betraut waren. Jharkhand/Indien: Mehrere Landminen explodierten im Osten Indiens. Dabei werden mindestens 29 Polizisten getötet. Mutmaßlich wurden die Minen von den maoistischen Rebellen der MCC gelegt.

Donnerstag, 8. April 2004 Algier/Algerien: In Algerien finden Präsidentschaftswahlen statt. Präsident Abd al-Aziz Bouteflika von der Nationalen Befreiungsfront wird mit 85 % Stimmenanteil im Amt bestätigt. Irak: Schiitische bewaffnete Kämpfer entführen drei Japaner, acht Südkoreaner und zwei arabisch-israelische Helfer. Washington, D.C./Vereinigte Staaten: Die Sicherheitsberaterin der Regierung Condoleezza Rice sagt vor der Kommission zur Untersuchung der Terroranschläge im September 2001 aus.

Freitag, 9. April 2004 Irak: Im Irak wurden weitere sechs Ausländer als Geiseln verschleppt. Es handelte sich um vier Italiener und zwei US-Amerikaner. Eine kurzzeitig andauernde Waffenruhe in Falludscha wurde wieder beendet, der Aufstand der Schiiten ging auch an diesem Tag weiter. Sofia/Bulgarien: Bei einem Giftgasanschlag in Sofia sind mindestens 49 Menschen zum Teil schwer verletzt worden. Ein 51-jähriger Mann sei im Zusammenhang mit dem Anschlag auf die Zentrale der Verkehrspolizei festgenommen worden. Der Mann habe nach eigenen Angaben einen mit einem Kampfstoff gefüllten Kugelschreiber bei sich gehabt. Dieser sei aus Versehen aus seiner Jackentasche gefallen und zerbrochen. Dabei handelt es sich laut Experten um den Kampfstoff Chlorpikrin.

Samstag, 10. April 2004 Süd-Sibirien/Russland: Grubenunglück im Kohlebergwerk Taidschina durch eine heftige Methan-Gasexplosion. 40 Menschen verloren dabei ihr Leben. Nach weiteren 12 Vermissten wird noch gesucht. An der Rettungsaktion sind ca. 150 Helfer beteiligt. Tschetschenien/Russland: Im Südosten Tschetscheniens sind neun Leichen mit Schusswunden gefunden worden. Wie die Nachrichtenagentur RIA-Nowosti unter Berufung auf einen Vertreter des tschetschenischen Innenministeriums meldete, wurden die Leichen in einem Kanalbett des Dorfes Serdschen-Jurt entdeckt.

Sonntag, 11. April 2004 Falludscha/Irak: In Falludscha sind sieben Chinesen entführt worden; die 18 bis 49 Jahre alten Männer waren mit dem Auto aus Jordanien in den Irak eingereist. Drei amerikanische Soldaten wurden bei Kämpfen um Falludscha getötet. Irak: Die beiden vermissten GSG 9-Mitarbeiter sind tot, behauptet ein britischer Reporter im „Sunday Telegraph“. Auch das Auswärtige Amt ist der Ansicht, dass die Personen „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ tot sind. Las Vegas/Vereinigte Staaten: In der heutigen Nacht verlor Wladimir Klitschko den Boxkampf gegen seinen Kontrahenten Lamon Brewster durch technisches K. o. am Ende der fünften Runde.

Montag, 12. April 2004 Bagdad/Irak: Zwölf der ausländischen Geiseln sollen wieder auf freiem Fuß sein. Basel/Schweiz: Der FC Wil gewinnt im St. Jakob-Park das Final um den Schweizer Cup im Fussball mit 3:2 gegen Grasshopper Zürich. Berlin/Deutschland: Das Auswärtige Amt fordert alle Deutschen auf, den Irak schnellstmöglich zu verlassen. Madrid/Spanien: Laut Spiegel Online fordern mehr als 70 % der spanischen Bevölkerung ihren Premierminister Zapatero auf, die spanischen Truppen unverzüglich aus dem Irak abzuziehen.

Dienstag, 13. April 2004 Tel Aviv/Israel: Der israelische Geheimdienst hat nach Medienberichten einen palästinensischen Anschlag verhindert, bei dem Verletzte mit dem HI-Virus infiziert werden sollten.

Mittwoch, 14. April 2004 Bagdad/Irak: Der Fernsehsender Al Jazeera berichtet, dass eine italienische Geisel von ihren Entführern getötet worden ist. Berlin/Deutschland: Eine Sprecherin der Organisatoren teilte mit, dass die Love Parade im Jahr 2004 zumindest in Berlin nicht stattfinden wird. Moskau/Russland: Russland fliegt 553 russische Staatsbürger aus dem Irak aus. Auf Grund der Entführungswelle werden auch Angehörige aus den ehemaligen Sowjetrepubliken außer Landes gebracht. Pretoria/Südafrika: In Südafrika waren 20 Millionen Menschen zur dritten demokratischen Wahl seit Ende der Apartheid aufgerufen. Man rechnete mit einem Sieg der Partei Afrikanischer Nationalkongress (ANC). Skopje/Mazedonien: In Mazedonien begannen heute die vorgezogenen Präsidentschaftswahlen. Vier Kandidaten standen zur Auswahl, einen eindeutigen Favoriten gab es nicht.

Donnerstag, 15. April 2004 Hamburg/Deutschland: Es wird berichtet, dass der Fernsehsender al-Arabija ein von Osama bin Laden besprochenes Tonband veröffentlicht haben soll. Inhalt ist eine Art Waffenstillstands-Angebot an die europäischen Staaten. Die Deutsche Bundesregierung hat Bin Ladens „Angebot“ abgelehnt. Man wolle nicht mit Terroristen Verhandlungen führen. Rotterdam/Niederlande: Bundeskanzler Gerhard Schröder trifft zu einem Staatsbesuch in den Niederlanden ein. Seoul/Südkorea: In Südkorea werden Parlamentswahlen abgehalten. Wahlsieger ist die Yeollin Uri Party, die den amtierenden Präsidenten Roh Moo-hyun unterstützt, gegen den im März ein erfolgloses Amtsenthebungsverfahren eingeleitet worden war.

Freitag, 16. April 2004 Frankfurt am Main: Die Frankfurt Lions werden zum ersten Mal Deutscher Eishockeymeister.