Fos-sur-Mer (okzitanisch Fòs) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Bouches-du-Rhône in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur; sie gehört zum Arrondissement Istres und zum Kanton Istres.
Geographie Fos-sur-Mer liegt etwa 50 Kilometer nordwestlich von Marseille an der Küste des Mittelmeeres am Golf von Fos zwischen dem Étang de Berre und der Rhone-Mündung. Zur Stadt gehören sechs Kilometer Sandstrand.
Der Hafen ist der bedeutende Seehafen Marseille-Fos, wo auch der Containerumschlag stattfindet. Infolge dieser Bedeutung als internationaler Hafen am Mittelmeer führen mehrere Binnenwasserwege nach Fos: Canal du Rhône à Fos: Verbindung vom Fluss Rhône zum Hafen von Fos für die Großschifffahrt Canal de Caronte: Verbindung vom Golfe de Fos zum Étang de Berre. Dort bestand mit dem Canal de Marseille au Rhône eine Kanalverbindung zum Hafen von Marseille. Canal d’Arles à Bouc: ehemalige Kanalverbindung von Arles nach Port-de-Bouc, 1968 bei Fos, 6 km vor der ehemaligen Mündung, unterbrochen und seitdem auch Canal d’Arles à Fos genannt Canal de Fos à Port-de-Bouc: Verbindung für Binnenschiffe zwischen den Häfen von Fos und Port-de-Bouc
Geschichte Die Grabungsstätte Mourre-Poussiou belegt die Anwesenheit von Sammlern und Jägern seit dem Epipaläolithikum. In der gallorömischen Antike war Fos ein wichtiger Hafen, der wohl zu Arles gehörte. Sein Name Fossae Marianae ist der Ursprung der heutigen Ortsbezeichnung. Er ist auch auf der Tabula Peutingeriana verzeichnet. Jedoch ist unklar, wo die römische Siedlung lag.
Im Mittelalter war Fos ein Lehen der Seigneurs de Fos, ein Küstenstreifen von etwa 25 Kilometer Länge und 10 Kilometer Breite mit einer der ältesten und wichtigsten Burgen der westlichen Provence, die die Straße von Marseille nach Arles kontrollierte, der Kirche Saint-Julien et Saint-Pierre nahe Martigues und der Abtei Saint-Gervais de Fos, die bis 1081 zur Abtei Saint-Victor in Marseille gehörte und in diesem an die Abtei Cluny weitergegeben wurde.
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2017Einwohner 2898 2869 6709 9031 11.605 13.925 15.734 15.494 Quellen: Cassini und INSEE
Wirtschaft Von der 1971 im 6. Fünfjahresplan beschlossenen Verlagerung der metallurgischen Industrie vom Norden in den Süden Frankreichs profitierte das Unternehmen Solmer in Fos-sur-Mer.
Die Wirtschaft ist durch den Industriehafen geprägt, der zum Marseille Europort gehört und Verbindungen nach Italien, Spanien und Nordafrika hat. Hier befindet sich der Containerterminal des Marseille Europort. Im Hafen Fos wurden 2017 rund 1,4 Mio. TEU und 20,4 Mio. t Stückgut und fast 200.000 Kraftfahrzeuge umgeschlagen.Thomas Wägener: Frankreichs Fokus liegt auf dem Hinterland. In: Hansa, Heft 8/2018, S. 80 f. Insgesamt betrug die Umschlagsmenge des Jahres 2017 rund 80 Mio. t und es gab knapp 1,5 Mio. Kreuzfahrt-Passagiere.André German: Marseille plant LNG-Versorgung. In: Täglicher Hafenbericht, 23. November 2018, S. 4.
Erdöl-verarbeitende Unternehmen und Chemieunternehmen haben sich angesiedelt, darunter die Raffinerie von Fos. Hier beginnt die Erdöl-Pipeline der Société du Pipeline Sud-Européen (SPSE) nach Karlsruhe zur Mineralölraffinerie Oberrhein. Aufgrund der Auswirkungen der Industrie gilt Fos-sur-Mer als eine der am stärksten verschmutzten Gemeinden Frankreichs.Sophie Caillat: A Fos-sur-Mer, « pourquoi tout le monde meurt d’un cancer ? » Rue89, 25. Juli 2010. Insbesondere wurde in verschiedenen Untersuchungen ein erhöhtes Auftreten von seltenen Krankheiten bestätigt.
Verkehr Fos-sur-Mer hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Miramas–L’Estaque (Ligne de la Côte Bleue).
Sehenswürdigkeiten Kirche Saint-Sauveur, 11. Jahrhundert (Monument historique)
Städtepartnerschaften Sélibaby, Mauretanien Hann-Bel Air, Senegal Arnsberg/Westfalen, Deutschland
Literatur Max Escalon de Fonton: Les habitats épipaléolithiques du Mourre-Poussiou, à Fos-sur-Mer (Bouches-du-Rhône) 1. Etude archéologique, Gallia Préhistoire, Band 27, I, 1984, S. 67–80. Louis Monguilan, Eugène Bonifay, Patrick Grandjean, Robert Lequement, Bernard Liou: Dans le golfe de Fos, une nécropole sous la mer. In: Archéologia n° 110, September 1977, S. 59–65. Philippe Racinet: Une implantation clunisienne négligée sur la côte provençale : l’abbaye de Saint-Gervais de Fos in: Maisons de Dieu et hommes d’Église, Centre Européen de Recherches sur les Congrégations et Ordres Religieux (CERCOR), Publications de l’Université de Saint-Étienne, 1992, S. 61–72. Paul Turc: Hyères et les seigneurs de Fos, Centre Archéologique du Var/Société Hyéroise d’Histoire et d’Archéologie/Mémoire à lire. Territoire à l’écoute, Toulon-Hyères 2003,
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