Steve Borden (* 20. März 1959 in Omaha, Nebraska), auch bekannt unter seinem Ringnamen Sting, ist ein ehemaliger US-amerikanischer Wrestler. Er ist einer der erfolgreichsten Wrestler der Geschichte und gilt als einer der bekanntesten US-amerikanischen Wrestler, der nie eine nennenswerte Karriere beim Marktführer WWE (vormals WWF) hatte. Er stand 14 Jahre bei World Championship Wrestling (WCW) unter Vertrag, von den Anfängen der Liga 1987 bis zu ihrem Verkauf an die WWF im Jahr 2001, und zählte dort zu den größten Stars. Im Anschluss trat er 11 Jahre bei Total Nonstop Action Wrestling (TNA) an. 2015 bestritt er mit 56 Jahren bei WrestleMania sein erstes Match für WWE und erklärte ein Jahr später seinen Rücktritt. 2020 gab er bei All Elite Wrestling (AEW) sein Comeback, im März 2024 bestritt er sein letztes Match. Seine Karriere umspannt vier Jahrzehnte, dabei hielt er fünfzehnmal einen World Title. Er ist Mitglied der WWE Hall of Fame und Impact Wrestling Hall of Fame.
Wrestling-Karriere Anfänge Borden begann seine Wrestlingkarriere 1985 bei der Continental Wrestling Association als Teil einer Gruppierung, die sich Power Team USA nannte und mit einem Bodybuilding-Gimmick auftrat. Diese bestand aus Jim Hellwig (dem späteren Ultimate Warrior), Mark Miller und Garland Donoho. Nach der Auflösung der Gruppierung bildeten er und Hellwig das Tag Team The Freedom Fighters, welches nach einem Heel-Turn in Blade Runners (eine Anspielung auf den gleichnamigen Film) umbenannt wurde; Borden nahm gleichzeitig den Ringnamen Flash an. Anfang 1986 wechselten sie gemeinsam zur Universal Wrestling Federation (UWF) und führten das Tag Team dort zunächst fort. Nachdem Hellwig die UWF nur wenige Monate später verlassen hatte, machte man Borden zum Face, änderte seinen Ringnamen zu Sting und ließ ihn gemeinsam mit Rick Steiner UWF Tag Team Champion werden.
Jim Crockett Promotions/World Championship Wrestling (1987–2001) Aufstieg und Fehde gegen die Four Horsemen (1987–1991) Nachdem Mid-Atlantic Championship Wrestling, in den 1980er Jahren die führende Promotion innerhalb der National Wrestling Alliance, 1987 die UWF aufgekauft hatte, trat Sting für diese auf und entwickelte sich schnell zu einem ihrer Stars. Bei der Erstaustragung von Clash of the Champions im März 1988 begann er ein Fehdenprogramm mit dem amtierenden NWA World Heavyweight Champion Ric Flair und schließlich dessen Gruppierung, The Four Horsemen. Seinen ersten Titel in der Liga erhielt Sting Anfang 1989, als er den NWA Television Champion Mike Rotunda besiegte. Es folgte ein Fehdenprogramm mit The Great Mutah, in dessen Verlauf der Television-Champion-Titel im Juli 1989 nach einer strittigen Entscheidung für vakant erklärt wurde. Ende des Jahres wurden die Four Horsemen mit Sting als viertem Mitglied neben Flair, Arn Anderson und Ole Anderson reformiert.
Nur wenige Monate später bei der Veranstaltung Clash of the Champions X wurde Sting wieder ausgeschlossen, da er laut Storyline einen Titelkampf gegen Ric Flair forderte. Der reale Grund für die Suspendierung war eine Knieverletzung. Nach seiner Genesung bildete Sting zusammen mit Lex Luger, den Steiner Brothers, Paul Orndorff, El Gigante und dem Junkyard Dog die Gruppierung „Dudes With Attitudes“. Bei der Veranstaltung Great American Bash 1990 erhielt er schließlich den NWA World Heavyweight Champion Titel von Flair. Sting gab den Titel am 11. Januar 1991 wieder an Flair ab.
Titel-Regentschaften (1991–1995) miniatur|Sting mit seinem Surfer Gimmick. Kurz darauf löste sich die WCW offiziell aus dem Dachverband National Wrestling Alliance und führte mit dem WCW World Heavyweight Championship und dem WCW World Tag Team Championship eigene Titel ein, die die entsprechenden NWA-Titel als höchste Auszeichnungen der Promotion ablösten.
Im August 1991 gewann Sting ein Turnier um die vakante WCW United States Heavyweight Championship. Den Titel musste er 86 Tage später bei Clash of the Champions XVII an Rick Rude abgeben.
In einer Ende 1991 begonnenen Fehde mit Lex Luger kam es zu Stings erster von insgesamt sechs Regentschaften als WCW World Heavyweight Champion, indem er am 29. Februar 1992 Luger bei der Veranstaltung SuperBrawl II besiegte. Im Verlauf der sich anschließenden Fehde gegen Big Van Vader verlor er den Titel an diesen. Nach Zwischenprogrammen gegen Cactus Jack und Jake „The Snake“ Roberts nahm Sting im „King of the Cable“-Turnier sein Fehdenprogramm mit Vader wieder auf. Sting erhielt den Titel am 11. März 1993 bei einer Tour in London kurzfristig zurück, um ihn bereits sechs Tage später wieder abgeben zu müssen.
Im darauffolgenden Jahr fehdete Sting weiterhin gegen Rick Rude und Vader; gegen letzteren erhielt er bei der Veranstaltung WCW Slamboree den WCW International World Champion-Titel (der zweite World Title der WCW und De-facto-Nachfolger der NWA World Heavyweight Championship). Kurz darauf machte man WCW World Heavyweight Champion Ric Flair zum Heel und ließ ihn Sting in einem Titelvereinigungsmatch bei Clash of the Champions XXVII besiegen. Den Rest des Jahres und den Großteil des Jahres 1995 trat Sting im Team mit dem neu von der WCW verpflichteten Hulk Hogan gegen die beiden jeweils von Kevin Sullivan angeführten Gruppierungen Three Faces of Fear und später Dungeon of Doom an.
Ab Oktober 1995 begann er für den Rest des Jahres ein Fehdenprogramm mit den Four Horsemen, wobei er von Hogan und „Macho Man“ Randy Savage unterstützt wurde. Anfang 1996 teamte er mit Lex Luger, der im September 1995 zur WCW zurückgekehrt war, und erhielt mit ihm den WCW World Tag Team Champions Titel von Harlem Heat. Am 24. Juni 1996 verloren sie den Titel bei WCW Monday Nitro wieder an Harlem Heat.
Charakterveränderung und Fehde mit der New World Order (1996–1998) miniatur|Sting steht gegenüber von Nash bei Nitro (1998) Im Sommer 1996 begann die neue Storyline um die nWo. Mit Lex Luger und Randy Savage fehdete er gegen Kevin Nash und Scott Hall und deren geheimen Partner, der sich später als der neue Heel-Charakter Hollywood Hogan herausstellte. Die Fehde zwischen Sting und der nWo sollte eine der langlebigsten dieser Zeit werden. Stings Charakter wurde im Zuge dieser verändert. Bei verschiedenen Veranstaltungen tauchte er auf mysteriöse Weise in den Tribünen auf. Sein neues Erscheinungsbild wurde offensichtlich durch den Film The Crow inspiriert und wich somit stark von seinem alten Auftreten als Surfer mit bunter Gesichtsbemalung ab. Sting wurde als eine Art stiller Rächer präsentiert; er sprach kaum, trug einen langen schwarzen Mantel und Corpsepaint. Außerdem etablierte er zu dieser Zeit einen schwarzen Baseballschläger als sein Markenzeichen und wurde oft plötzlich von der Decke abgeseilt.
Bei der Veranstaltung Uncensored 1997 gab sich Stings neuer Charakter endgültig als Gegner der nWo zu erkennen und wurde zum Anführer der WCW gegen die nunmehr als eigene Promotion dargestellte Gruppierung. Bei Starrcade 1997 bestritt Sting, nach etwa 18 Monaten Ringpause, ein Titelmatch gegen WCW World Heavyweight Champion Hollywood Hulk Hogan. Hogan siegte vorläufig, doch nach einem Eingriff von Bret Hart wurde die Entscheidung revertiert und Sting erhielt nach einem Neustart zum dritten Mal den WCW World Heavyweight Champion Titel. Wegen des kontroversen Endes des Matches wurde ihm der Titel eine Woche später aberkannt, doch er erhielt ihn in einem Rückkampf gegen Hogan erneut. Bei Spring Stampede im April 1998 musste er den Titel wieder an das nWo-Mitglied Randy Savage abgeben.
The Wolfpac und letzte Fehden (1998–2001) Da die nunmehr über zwei Jahre andauernde nWo-Storyline langsam ausgereizt war, teilte man die Gruppierung in zwei Lager auf: Die nWo Hollywood unter Führung von Hogan blieb eine Heel-Gruppierung, welcher das nWo Wolfpac mit ihrem Anführer Kevin Nash gegenüberstand. Sting kam zwei Monate später zum Wolfpac und übernahm deren rot-schwarze Farben in seiner Gesichtsbemalung und seiner Kleidung. Zusammen mit Nash erhielt er im Juni den vakanten Tag Team Titel, den er zuvor mit The Giant gehalten hatte. Nach der Wiedervereinigung der nWo im Januar 1999 als Heel-Gruppierung verließ er diese. Er verteidigte den World Heavyweight Titel beim Halloween Havoc gegen Hogan, musste ihn jedoch am selben Abend an Bill Goldberg abgeben. 2000 begann er eine Fehde mit dem Neuling Vampiro, die dessen Popularität stark erhöhte. Nachdem er von Scott Steiner verletzt worden war, verließ er die WCW. Nach dem Aufkauf der Promotion durch den Konkurrenten World Wrestling Entertainment kehrte er für die finale Ausgabe der TV-Show WCW Monday Nitro zurück und besiegte seinen langjährigen Rivalen Ric Flair im letzten WCW-Match überhaupt.
Im Gegensatz zu anderen Wrestlern wie Booker T, Bill Goldberg, Ric Flair oder Scott Steiner war Sting einer der einzigen hochkarätigen WCW-Wrestler, die nach dem Aufkauf der WCW trotz der Bemühungen Vincent K. McMahons nicht für die ehemalige Konkurrenzliga WWE antraten.
World Wrestling All-Stars (2002–2003) Sting kehrte Ende 2002 ins Wrestling-Geschäft zurück und tourte mit der australischstämmigen Promotion World Wrestling All-Stars (WWA), die vergeblich die Nachfolge der WCW als zweitstärkste Promotion auf dem nordamerikanischen Markt antreten wollte. Sein erstes Match war ein Tag Team–Match mit Lex Luger gegen Buff Bagwell und Malice (Jerry Tuite). Am 23. Dezember 2002 erhielt er in Zürich den WWA World Heavyweight Champion-Titel. Er verlor ihn schließlich bei der letzten Veranstaltung von WWA am 25. Mai 2003 in Neuseeland an den NWA World Heavyweight Champion Jeff Jarrett. Damit wurden die beiden Titel vereinigt.
Total Nonstop Action Wrestling (2003–2014) Vereinzelte Auftritte und Fehde gegen Jeff Jarrett (2003–2006) miniatur|NWA World Heavyweight Champion Sting nach seinem Titelsieg bei Bound For Glory (2006). Sting absolvierte seine ersten Auftritte für Total Nonstop Action Wrestling (TNA) im Jahre 2003. Nach einem Tag Team Match mit Jarrett gegen AJ Styles und Sean Waltman im Juni führte er hauptsächlich Interviews mit TNA-Kommentator Mike Tenay. Erst im November bestritt er sein zweites Match, in dem er NWA World Heavyweight Champion Jeff Jarrett per Disqualifikation besiegte. In der darauffolgenden Woche besiegte er mit AJ Styles Jarrett und Lex Luger. Am 17. Dezember bestritt er sein vorerst letztes Match.
2004 erschien unter dem Titel Sting: Moment of Truth ein biographischer Spielfilm über Steve Borden, in dem er sich selbst verkörpert.Sting: Moment of Truth in der IMDb In Deutschland wurde der Film nie veröffentlicht.
Nach weiteren kurzen Auftritten in den beiden darauffolgenden Jahren stand Sting seit Januar 2006 fest in Diensten von TNA. Nachdem seine Auftritte zuvor stets bei den zunächst wöchentlichen, dann monatlichen PPVs stattgefunden hatten, kehrte er bei der Ausgabe von TNA iMPACT! am 28. Januar erstmals seit fünf Jahren ins nationale Fernsehen zurück. Er kündigte dabei an, sich mit seinen Auftritten für die Promotion von den Fans verabschieden zu wollen, da er zuvor nie die Chance dazu gehabt habe. Sein Match bei der Veranstaltung Final Resolution 2006, bei dem er zusammen mit Christian Cage Jeff Jarrett und Monty Brown besiegte und von den Fans frenetisch gefeiert wurde, sei seine endgültige Verabschiedung gewesen.
Kurz darauf jedoch kehrte Sting jedoch zurück und fehdete gegen die Gruppierung „Planet Jarrett“. Anschließend wurde er in das Geschehen um den NWA World Heavyweight Championship einbezogen. Nach einer zweimonatigen Auszeit kehrte Sting bei der Veranstaltung Bound for Glory 2006 mit einem neuen Outfit zurück, das eine Verbindung seiner drei Gimmicks (Surfer, Crow, Wolfpac) darstellte, und gewann nach über 16 Jahren zum zweiten Mal den NWA World Heavyweight Champion-Titel gegen Jarrett. Nach einem Monat musste er bei Genesis 2006 den Titel an Abyss abgeben.
TNA World Heavyweight Champion und The Main Event Mafia (2007–2009)