mini|hochkant|Carl Gustaf Wrangel (1662) rahmenlos|zentriert|klasse=notpageimage skin-invert-image|hochkant=0.4|Unterschrift Carl Gustaf Wrangel Carl Gustaf Wrangel (* 5. Dezember 1613 auf Schloss Skokloster bei Uppsala;Geburtsdatum in Literatur auch: 13. Dezember 1603/1613 † 24. Juni 1676 auf seinem Gut Spycker, RügenSterbedatum in Literatur auch: 14. Juni, 24. Juni, 5. Juli; Trauerfeier: 21. September 1680 Riddarholmskirche Stockholm; Beisetzung am 1. Dezember 1680 in der Familiengruft der Kirche zu Skokloster.) war ein schwedischer Feldmarschall und Staatsmann. Er war 1651–1665 Graf zu Salmis, 1665–1676 Graf zu Sölvesborg, seit 1654 auch Freiherr zu Lindeberg, seit 1655 auch Freiherr von Ludenhof, auch Herr zu Skokloster, Bremervörde, Wrangelsburg, Spycker, Rappin, Ekebyhov, Gripenberg und Rostorp. Er selbst schrieb sich zeit seines Lebens Wrangell.

Biografie Übersicht Wrangel entstammte der Familie Wrangel, deren männliche Mitglieder traditionell die militärische Laufbahn einschlugen. Er war der Sohn von Hermann Wrangel (1585–1643), schwedischer Feldmarschall und Generalgouverneur von Livland, und Katharina Gryp.

Er trat 1627 in Kriegsdienste und kämpfte in den Feldzügen Gustav II. Adolfs in Deutschland mit. Nach dem Tod des Königs (1632) diente er unter Bernhard von Sachsen-Weimar und Banér.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde er 1638 zum Generalmajor ernannt. Wrangel war von 1648 bis zu seinem Tod im Jahr 1676 Generalgouverneur von Schwedisch-Pommern. Seit 1657 war er Reichsadmiral und im Schwedisch-Brandenburgischen Krieg gegen das Kurfürstentum Brandenburg wurde er 1674 Oberbefehlshaber der schwedischen Truppen. 1675 wurde sein Halbbruder Wolmar von Wrangel in der Schlacht von Fehrbellin vom Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg und Georg von Derfflinger geschlagen.

Unter dem Gesellschaftsnamen der Obsiegende wurde er als Mitglied in die Fruchtbringende Gesellschaft aufgenommen.

Im Dreißigjährigen Krieg Unter Johan Banér mini|Gemälde von David Klöcker Ehrenstrahl 1652 1627 in schwedische Kriegsdienste eingetreten, wurde er 1637 erstmals offiziell erwähnt, als er im Heere seines Vaters als Obrist am Feldzug gegen den kaiserlichen Feldmarschall Gallas in Pommern teilnahm. Nachdem sein Vater 1638 nach Schweden zurückberufen wurde, kämpfte er in Deutschland unter dem schwedischen Feldherrn Johan Banér, einem der hervorragenden Feldherren des Dreißigjährigen Krieges, der seine außerordentliche Begabung insbesondere in spektakulären Rückzugsgefechten nachwies. Banér galt als tapfer, herrschsüchtig, ehrgeizig, stolz, skrupellos und aufbrausend. In seiner näheren Umgebung herrschten raue Sitten. Diese Umgebung prägte den noch jungen Wrangel.

Nach Banérs Tod übernahm Wrangel (mit zwei weiteren Feldherren) als Generalmajor übergangsweise bis zum Eintreffen des neuen Oberbefehlshabers Torstenson den Heeresbefehl über die schwedischen Truppen. Unter Wrangels Befehl wurde 1641 ein Angriff der kaiserlichen Truppen unter Erzherzog Leopold Wilhelm und Ottavio Piccolomini bei Wolfenbüttel siegreich abgewehrt. Schon unter Banér, der sich vor seinem Tode wenig um Sold, Verpflegung und Disziplin des Heeres gekümmert hatte, waren erste Anzeichen von Meuterei zu erkennen. Jetzt, unter Wrangel, brach die Meuterei im schwedischen Heer offen aus. Mortaigne, ein angesehener Offizier, führte die Meuterer, die die sofortige Zahlung des ausstehenden Soldes forderten, an. Auf dem Höhepunkt der Meuterei rettete die Ankunft Torstensons die Lage. Er traf im November 1641 ein und konnte durch mitgebrachte Gelder die Meuterer befriedigen.

Unter Feldherr Lennart Torstensson Wahrscheinlich war Wrangel im ersten Halbjahr 1642 in Schweden, um neue Hilfstruppen anzuwerben, mit denen er im Sommer 1642 in Deutschland eintraf. Nach seinem Eintreffen drang das schwedische Heer in einem Feldzug über Schlesien und Mähren bis in die Nähe Wiens vor, musste sich dann aber vor den überlegenen kaiserlichen Truppen nach Leipzig zurückziehen. Am 2. November 1642 kam es nordöstlich von Breitenfeld zur Schlacht. Wrangel befehligte die Infanterie, die den linken Flügel der Kaiserlichen angriff. Obwohl die kaiserlichen Reiter die Schweden zurückgedrängt hatten und bereits deren Zentrum angriffen, brach der linke Flügel der kaiserlichen Truppen zusammen und gab die Flanke des bis dahin überlegenen Zentrums frei. Ganze Schwadronen der kaiserlichen Reiterei warfen ihre Waffen weg und ergaben sich den Schweden.

1643 streifte Wrangel mit seiner leichten Kavallerie im Gebiet um die Donaubrücken bei Wien herum. Doch schon bald zog er von der Kaiserstadt wieder ab, da er vom schwedischen Kanzler Oxenstierna den Befehl erhielt, aufgrund von Konflikten zwischen Dänemark und Schweden ohne Kriegserklärung mit einem schwedischen Heer unter Torstenson in Holstein einzufallen. Wrangel traf im Dezember 1643 am Kriegsschauplatz ein und überrannte bis Januar ganz Jütland. Wrangel war in den Kämpfen in Holstein gegen die Dänen und auch bei Seegefechten zu finden. Als 1644 der schwedische Admiral Clas Larsson Fleming in der Seeschlacht gegen Christian von Dänemark bei Christianpreis tödlich getroffen wurde, übertrug er Wrangel den Oberbefehl über die Flotte. Gemeinsam mit der holländischen Flotte war Wrangel am 13. Oktober 1644 in der Seeschlacht bei Fehmarn siegreich, eroberte die Insel und versuchte Kopenhagen anzugreifen, was aber misslang.

Im Januar 1645 war Wrangel erneut als Generalfeldzeugmeister bei Torstenson. Torstenson befand sich zu jener Zeit an der Elbe, überschritt Anfang 1645 das Erzgebirge und marschierte im Februar in Eilmärschen auf Prag. Bei Jankau, ungefähr fünfzehn Kilometer von Tabor entfernt, schnitt ihm eine aus Kaiserlichen und Bayern bestehende Streitmacht im März den Weg ab. Torstenson ließ es zu keiner richtigen Schlacht kommen, sondern lieferte dem Gegner auf unebenem und bewaldetem Gelände eine Reihe von taktisch außerordentlich geschickt geführten Scharmützeln, in denen er den Gegner einzeln angriff. Der Sieg von Jankau ließ sich von Schweden nicht in politische Erfolge umsetzen, so dass die Schweden sich wieder an die Grenzen zurückzogen.

Wrangel als selbständiger Feldherr Ende 1645 erfüllte sich ein lang gehegter Wunsch Wrangels: Die schwedische Regierung hatte der dringenden Bitte Torstensons nachgegeben, ihn wegen seiner Krankheit abzuberufen. Der Oberbefehlshaber der schwedischen Armee in Deutschland war oft wochenlang an sein Bett gefesselt, und die Gichtknoten an seinen Händen machten es unmöglich, Befehle zu unterschreiben. Wrangel wurde zu seinem Nachfolger ernannt. Den Versuch, im Januar 1646 von Schlesien aus nach Böhmen einzufallen, musste Wrangel aufgeben; die Verteidigung der Kaiserlichen und ihrer bayrischen Verbündeten war zu stark. Deshalb suchten die Schweden die Vereinigung mit den Franzosen, um gemeinsam gegen die Verbündeten des Kaisers in Kurköln und Bayern loszuschlagen und diese möglichst zu einem Ausscheiden aus dem Krieg zu bewegen.

Zunächst zog Wrangel nach Westfalen und Hessen, eroberte Höxter und Paderborn und vereinigte sich schließlich bei Gießen mit Turenne. Im Mai 1646 wurde Wrangel von der schwedischen Regierung zum Feldmarschall und Reichsrat erhoben. Im Sommer 1646 überfluteten die vereinigten Heere Bayern, und Wrangel bezog für einige Monate Quartier auf Burg Rothenstein. Der bayerische General Johann von Werth konnte die Belagerung Augsburgs aufheben, aber nicht verhindern, dass Wrangel und Turenne in der Folge ein zweites Mal nach Bayern eindrangen. Ende des Jahres hatte Wrangel Kempten (Allgäu) besetzt und am 4. Januar 1647 Bregenz eingenommen (siehe Seekrieg auf dem Bodensee 1632–1648). Strategisch gesehen war der Zug nach Vorarlberg ohne Bedeutung. Wrangel meldete, dass er nun die Pässe nach Italien, Tirol und der Schweiz beherrsche, der wesentliche Nutzen war jedoch die Plünderung der reichen Besitztümer, die Wrangel dort vorfand. Im Frühjahr des Folgejahres war Bayern so ruiniert, dass Maximilian dringend um einen Waffenstillstand bat, den er im März unterschrieb; aber erst im April stellte Wrangel die Feindseligkeiten ein.

mini|hochkant|Carl Gustaf Wrangel,Kupferstich von Pieter de Jode dem Jüngeren Wrangels militärische Aktionen waren durch oft überraschende, massierte Angriffe gekennzeichnet. Mitte 1647 stieß er von dem von ihm beherrschten Franken aus nach Böhmen vor, nahm die Stadt Eger ein, und in einer nächtlichen Überraschungsaktion gelang es ihm, das kaiserliche Lager zu überrumpeln. Der neu ernannte kaiserliche Feldherr Peter Melander von Holzappel setzte Wrangel in Böhmen unangenehm zu. Als sich dann auch noch Turenne wegen militärischer Probleme Frankreichs in Flandern von Wrangel trennte, war Wrangel allein nicht mehr in der Lage, sich in Böhmen zu halten. Ständig von Melander verfolgt, zog er sich nach Hessen zurück. Als Bayern durch finanzielle und politische Angebote des Kaisers dazu gebracht wurde, das noch nicht ratifizierte Waffenstillstandsabkommen im September 1647 wieder aufzukündigen, taten sich der französische Feldherr Turenne und der schwedische Oberkommandierende Wrangel trotz aller bis dahin unterschiedlicher Standpunkte zusammen und starteten im nächsten Jahr gemeinsam einen erneuten Angriff auf Süddeutschland.

Melander, seit dem Vorjahr kaiserlicher Feldmarschall, hatte sich nach einem erfolglosen Vorstoß gegen Marburg und das mit den Schweden verbündete Hessen-Kassel durch Kämpfe und schlechte Versorgung über den Winter geschwächt an die Donau zurückziehen müssen. Zusammen mit dem kurbayerischen Befehlshaber Gronsfeld versuchte er dort, Bayerns Grenzen gegen die Verbündeten zu verteidigen. Während interner Querelen zwischen Melander und Gronsfeld wurden ihre Truppen von den angreifenden Schweden und Franzosen am 17. Mai 1648 überrascht. Die Nachhut des kaiserlich-bayerischen Heeres wurde in der Schlacht bei Zusmarshausen geschlagen, in der Melander fiel. Das angeschlagene gegnerische Heer gab danach die Verteidigungslinie am Lech auf, wofür der bayerische Kurfürst Gronsfeld verhaften ließ. Turenne und Wrangel überrannten das in der Folge ungeschützte Bayern und nahmen an der Bevölkerung furchtbare Rache für die Politik ihres Kurfürsten.

Die politische und militärische Lage wurde für den Kaiser immer dramatischer: Nach dem Verlust Bayerns fiel ein zweites schwedisches Heer unter Königsmarck in Böhmen ein und belagerte Prag. Kaiserliche und Bayern konnte ihre Verteidigung erst am Fluss Inn reorganisieren. Schweden und Franzosen wurden bei Wasserburg und Mühldorf von den Bayern unter ihrem neuen Befehlshaber Hunolstein und bei Vilshofen an der Donau von den Kaiserlichen unter Johann von Reuschenberg aufgehalten. Als das kaiserlich-bayrische Heer Verstärkungen erhielt und der zu ihrem neuen Oberbefehlshaber bestellte Ottavio Piccolomini eintraf, drängte es das Heer der Schweden und Franzosen im Sommer 1648 langsam wieder zurück und aus Bayern heraus. mini|Eugen Hess: Der schwedische General Wrangel auf der Jagd bei Dachau von dem bayerischen Feldherrn Johann von Werth überrascht, 1854, Bayerische StaatsgemäldesammlungenVerzeichniss der bei der Ersten Deutschen Kunst-Ausstellung in München befindlichen Werke. München 1854, S. 22 (Google Books)