mini|Albert Sieber im Februar 1874 in Arizona. Aufnahme von Flanders & Penelon, Photographic Artists.

Al Sieber (* 27. Februar 1843 in MingolsheimGeburts- und Taufeintrag von Albert Sieber im Taufbuch der Pfarrei St. Lambertus (Mingolsheim) Taufbucheintrag 1843 'Intern 390, Nr. 663' (Mikrofilm-Archiv- „Bild 223“): Buchseite 5 (unterer Rand) # 16 „Albert Sieber – von Johannes“. 1844 war zwar ein Schaltjahr, aber es wurde kein zweiter Albert Sieber geboren. Sein Grabstein in Globe ist mit ‚*1844‘ falsch beschriftet worden. Ebenso ist das Geburtsdatum im Thrapp's Buch Chief of Scouts falsch wiedergegeben. im Kraichgau, Baden; † 19. Februar 1907 am Apachen-Trail in Gila County, Arizona, Vereinigte Staaten), eigentlich Albert Sieber, war ein deutscher Auswanderer, der als Soldat im Bürgerkrieg sowie als Kundschafter (Scout) und Dolmetscher in der United States Army aktiv war.

mini|Siebers Grabstein in Globe (Arizona) 2018.

Unter anderem wurde er mit der Gefangennahme der Häuptlinge der Chiricahua-Apachen Cochise und Geronimo beauftragt. Er diente unter den Generalen George Stoneman, George Crook, August Valentin Kautz,August Kautz war als Deutscher in Ispringen geboren. Ispringen liegt nur 40 km Luftlinie von Mingolsheim entfernt in der Nähe von Pforzheim. Kautz war 1875 bis 1878 Kommandeur des Wehrbereichs Arizona gewesen und Sieber diente ihm als Führer in Arizona 1877. (Thrapp, Chief of Scouts, S. 48–49) Orlando Bolivar Willcox war 1878 bis 1882 Kommandeur des Wehrbereichs Arizona. Benjamin Grierson, war 1888–1890 Kommandeur des Wehrbereichs Arizona und Nelson Appleton Miles.

Sieber wurde von Historikern zu den herausragenden Gestalten der Grenzgeschichte Arizonas gezählt und neben Persönlichkeiten wie John Clum, Mangas Coloradas oder Tom Jeffords gestellt.Thrapp; Chief of Scouts Er kannte die bedeutendsten Führer und Persönlichkeiten der Apachen: Massai, Eskiminzin, Cochise und dessen Sohn Naiche, Chiricahua-Loco, Geronimo und Chato.

Leben Familie Sieber wurde am 27. Februar 1843 als 13. von 14 Kindern geboren. Er wurde am 1. März 1843 in der St.-Lambertus-Kirche in Mingolsheim getauft. Sein Vater Johannes, von Beruf Müller, starb im Alter von 46 Jahren am 16. September 1845 in Mingolsheim.B. Strominski: Ortsfamilienbuch Mingolsheim; Ende 2016 (in Vorbereitung) Seine Mutter Eva Katharina geborene Fischer (* 10. Februar 1802) stammte aus Rauenberg.Klaus Rössler: Familienbuch (Ortssippenbuch) Rauenberg mit Rotenberg (Rhein-Neckar-Kreis); Ubstadt-Weiher: Verlag Regionalkultur, 2004, ISBN 3-89735-280-X Sie starb Ende September 1889 in Minneapolis. Sechs ihrer Kinder starben bereits im Kindesalter.

Auswanderung hochkant|mini|Gläubigeraufruf des Oberamtes Bruchsal wegen Auswanderung Im Frühjahr 1851 wanderte die verwitwete Mutter mit Al Sieber und fünf seiner Geschwister von Le Havre nach Nordamerika aus. Am 29. Mai 1851 kamen sie mit dem Paketschiff Duchesse D'Orleansin New York an.

Kindheit Sieber wuchs in Lancaster (Pennsylvania), im Siedlungsgebiet der Pennsylvania Deutschen in der Nähe des Conestoga-Flusses auf – in jenem Gebiet, in dem auch die berühmten Conestoga-Planwagen gebaut wurden, die zahllose Siedler in den Westen brachten. Alberts Schwester Theresia heiratete um 1856 in Minneapolis den Schweizer Einwanderer Henry Oswald.Page 283 OSWALD, H Einwanderung von der Schweiz > CLAN Daraufhin zog die ganze Familie nach Minneapolis in Minnesota.

Kriegszeit links|hochkant|mini|Denkmal in Gettysburg für das 1. Minnesota Regiment mini|Schlacht bei Chancellorsville mini|„Die Ernte des Todes.“ Gettysburg, Juli 1863. Kriegsfotograf Timothy H. O’Sullivan links|hochkant|mini|Gettysburg am 2. Juli 1863

Während des Amerikanischen Bürgerkrieges verpflichtete sich Albert Sieber mit neunzehn JahrenAlbert hatte fünf Tage zuvor erst seinen 19. Geburtstag. auf der Seite der Nordstaaten am 4. März 1862 für drei Jahre als Scharfschütze. Er wurde dem „Ersten Minnesota-Regiment“ zugeteilt, das zu mehr als 60 Prozent aus Deutschstämmigen bestand. Er gehörte zur „Infantry Company B“.Report beim 1th Minnesota Seine Unterschrift ist als „Albert Sebers“ auf der Verpflichtungserklärung zu erkennen.Siebers Name wurde mehrfach in verschiedenen Berichten unterschiedlich vorgefunden: Sieber, Seber, Sebers, Seiber und Zeiber. Sieber kämpfte auf der Seite der Nordstaaten und nahm an vier Schlachten teil.

Seinen ersten Kampfeinsatz hatte er am 17. September 1862 in der Schlacht am Antietam zu bestehen. Am 13. Dezember 1862 focht er in der blutigen Schlacht von Fredericksburg. Fünf Monate später nahm er an der Schlacht bei Chancellorsville (1. bis 4. Mai 1863) teil. Sein letzter Kampfeinsatz im Sezessionskrieg erfolgte in der Schlacht von Gettysburg (1. bis 3. Juli 1863).

In den Abendstunden des 2. Juli 1863, dem zweiten Tag der Schlacht in Gettysburg wurde sein Regiment zur Verteidigung der „Cemetery Ridge“ eingesetzt, wobei es bei den Kampfhandlungen ganz allein auf sich gestellt war. Der unter General Winfield Scott Hancock durchgeführte Gegenangriff dieser 262 Mann gegen eine mehr als fünffache Übermacht forderte einen überaus hohen Blutzoll: Von 262 Mann des Regiments fielen 75, und weitere 174 wurden verwundet, nur einzelne blieben unverletzt. Damit lag die Gefallenenrate bei über 28 Prozent der Ausgangsstärke, was den prozentual höchsten Verlust bedeutete,mit 28,6 % – PERCENTAGES OF KILLED IN REGIMENTS, IN PARTICULAR ENGAGEMENTS. Regiment Gibbon’s, 1.Minnesota den jemals ein Regiment der US-Armee erlitt. Albert Sieber erlitt dabei durch einen Granatsplitter eine offene Schädelverletzung auf der rechten Seite, außerdem war sein rechter Unterschenkel durch einen Durchschuss vom Knöchel bis zum Knie aufgerissen. Trotz der Schwere der Verletzungen überlebte er, und am 30. August 1863 wurde er schließlich zur Genesung ins Army-Hospital Fairfax nahe Alexandria (Virginia) verlegt; die Rekonvaleszenz dauerte ein halbes Jahr. Nachdem er seine Kräfte wiedererlangt hatte, kam er jedoch nicht mehr zur kämpfenden Truppe zurück, sondern verrichtete bis zur Kapitulation der Nord-Virginia-Armee bei Appomattox einen Dienst als Wachmann beim 1. Veteranen-Regiment der Reserve in einem Kriegsgefangenenlager bei Elmira, New York. Am 19. Dezember 1864 wurde ihm der Rang eines Korporals verliehen. Nach Kriegsende wurde Sieber am 15. Juli 1865 mit einer Prämie von 300 Dollar ehrenhaft aus der Company B, First Minnesota Infantry entlassen.Arizona Historical Review, 1931 Seite 60: „For Sieber’s service with this regiment the State of Massachusetts paid him the sum of $300 bounty.“(Google Book) Thrapp Buch Seite 27

Wanderschaft Nach dem Krieg zog es Sieber um 1866, unbewusst den Spuren von Mark Twain folgend, zu den Silberminen in ein Silbercamp bei Virginia City – Nevada und danach die Goldfelder von Kalifornien. Weil er auch hier keinen Erfolg hatte und von Wegelagerern der letzten 50 Cent beraubt wurde, schloss er sich 1868 einigen MännernDarunter waren z. Bsp.: Edmund G. Peck () und Dan O'Leary; Q: Encyclopedia of Frontier Biography: G-O, S. 1078 an, die Pferde nach Prescott (Arizona) trieben. In Prescott lernte er den berühmten John Hance kennen, der 40 Jahre lang den Grand Canyon vom Anfang bis zum Ende durchwanderte und dabei neue Wege erschloss. Eine lebenslange Freundschaft entstand unter diesen Kameraden.

Von 1868 bis 1871 fand er eine Anstellung als Vorarbeiter auf der Ranch von Curtis Coe Bean im Williamson Valley, Yavapai County in Arizona. Hier gab es nur wenige verstreute Siedler, die aber unter den ständigen Angriffen der Apachen zu leiden hatten. Von den Soldaten konnten sie nur wenig Schutz erwarten, sie mussten zur Selbsthilfe greifen. Sieber errang sich bald einen Namen unter den Weißen, weil er die Verteidigung gegen die Apachen organisierte. Als Führer der Siedler brachte er den Indianern eine empfindliche Schlappe bei, tötete eine Anzahl von ihnen, verjagte den Rest und rettete Hab und Gut der Siedler samt ihrem Vieh.

Scout mini|General George Crook mini|Das Apachengebiet um San Carlos

Im Juli 1871Arizona Historical Review (12 MB PDF), Januar 1931, Volume 3, Number 4, Seite 61: Stoneman stellt noch im Juli 1871 den Scout Al Sieber ein. wurde Sieber von General George Stoneman als Armeescout und Chef der Kundschafter eingestellt und trat an die Stelle von Archie McIntosh. Sieber war seinerzeit der einzige Scout, der ab diesem Zeitpunkt durchgehend auf der Gehaltsliste der Regierung stand.Thrapp, A Man of Note: „He was the only scout regularly on the government payroll“. Neben Sieber standen noch andere bekannte Scouts wie Tom HornTom Horn begegnete mit 15 Jahren (Juli 1876) in Fort Whipple dem damals 33-jährigen Al Sieber. Sieber stellt Horn für 75$ pro Monat ein, kümmerte sich um den jungen Mann wie um einen Sohn und bildete ihn zu einem Scout aus. Für Tom Horn waren dies die glücklichsten Jahre in seinem Leben. Mickey Free; Literatur: The Legend of Mickey Free ISBN 0-312-97931-2 und Joe Felmer unter Befehl des Nachfolgers von Stoneman, General George Crook. Bis zum 1. Dezember 1890 diente Al Sieber als Chief-Scout in Arizona, zu einer Zeit, als dieser Posten zu den gefährlichsten in den Staaten gehörte. Sieber selbst wurde bei den Kämpfen 29 mal durch Messer, Kugeln oder Pfeile verwundet.Bei Thrapp: Chief of Scouts sind es 29 Wunden.Zitat aus: I, Tom Horn, von Will Henry; Seite 70: (um 1877 hatte Sieber 20 schwere Verwundungen aus Messer Speere Pfeile und Geschossen auf seinem Körper, bis ca 1887 kamen weitere 8 Verwundungen hinzu.) Er war unter den Apachen bekannt als „das Bleichgesicht, das keine Angst kannte“.He became the known as „the paleface who knew no fear“. aus 1stminnesota.net Crook hatte die Idee, Apachen als weitere Scouts anzuwerben und für den Kampf gegen andere Apachen einzusetzen. In der Folgezeit war Sieber als Chief-Scout verantwortlich für 86 Hualapai-Apachen-Scouts. Er betätigte sich als Kundschafter, Dolmetscher,Sieber beherrschte die verschiedenen Indianerdialekte (Sprachen) und Spanisch (Quelle: General Crook and the Fighting Apaches) Führer, Fährtenleser und als Verhandlungsführer zwischen den verschiedenen Indianerstämmen und dem Militär. Wochenlang war er der einzige Weiße, der sich unter 30 bis 100 Indianerscouts im Apachengebiet auf Patrouille und in ständigen Kämpfen mit feindlichen Indianern befand. Er war auch ein scharfer Beobachter und wurde bald zu einem Kenner des IndianercharaktersArizona Historical Review Vo3, N°4 Sieber wurde zu einer legendären Gestalt und zu einem der berühmtesten Pfadfinder der Grenzgeschichte des Territoriums Arizona. Der Schriftsteller Dan L. Thrapp bezeichnete Al Sieber als Schlüsselfigur im Kampf gegen die Apachen. Sieber nahm an mehr Kämpfen gegen Apachen teil als Daniel Boone, Jim Bridger und Kit Carson zusammen und soll hierbei 153 von ihnen getötet haben.Laut Thrapp waren es über 50 Apachen. Zitat aus: I, Tom Horn, von Will Henry; Seite 70: