Hartmut Schulze-Boysen (* 21. Februar 1922 in Duisburg als Hartmut Schulze; † 14. Juli 2013 in BonnTraueranzeige Hartmut Schulze-Boysen In: SZ Gedenken.de, online, 20. Juli 2013. Abgerufen am 20. Juli 2013) war ein deutscher Diplomat.

Leben Hartmut Schulze wurde als jüngstes von drei Kindern von Marie Luise Boysen, einer Nichte des Soziologen Ferdinand TönniesUwe Carstens: Ferdinand Tönnies. Friese und Weltbürger. Eine Biografie, 2005, S. 268. Marie Luise war die Tochter von Tönnies Schwester Louise Tönnies und ihrem Gatten, dem Rechtsanwalt Wilhelm August Boysen. und des Marineoffiziers Erich Edgar Schulze, einem Neffen des Admirals Alfred von Tirpitz, geboren. Sein älterer Bruder war der Beamte im Reichsluftfahrtministerium und Widerstandskämpfer Harro Schulze-Boysen, seine Schwägerin Libertas Schulze-Boysen. In Erinnerung an seinen 1942 hingerichtetenBrigitte Oleschinski: Gedenkstätte Plötzensee. (PDF; 3,8 MB) S. 25, 50. Bruder nahm Hartmut Schulze ebenfalls den Doppelnamen Schulze-Boysen an.

Schulze-Boysen erreichte, dass die Staatsanwaltschaft Berlin das Urteil des Reichskriegsgerichts gegen seinen Bruder Harro am 24. Februar 2006 – 63 Jahre nach dessen Hinrichtung – aufhob.Weihnachten müsst ihr richtig feiern. In: Die Zeit, Nr. 51/2007.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, den er in einem Sanatorium in der Schweiz verbrachte, studierte er Volkswirtschaft in Freiburg im Breisgau und war dann von 1950 bis 1987 im deutschen Auswärtigen Dienst tätig. Dort bekleidete er unter anderem den Posten des Pressereferenten an der Botschaft in Washington, später den des Gesandten (zeitweise auch Vertreters des Botschafters und damit de facto [aber nicht titulär] Botschafter) in Tokio, des Generalkonsuls in New York und des Botschafters in Bukarest zur Ceaușescu-Zeit. Von 1977 bis 1979 war er Generalkonsul in São Paulo, Brasilien. Diplomatische Vertretungen in Brasilien, abgerufen am 20. Juli 2013 Er lebte zuletzt in Bonn und in Spanien.

Wilhelm Grewe nannte ihn in seinen Memoiren seinen engsten Mitarbeiter und betont mit Blick auf „Schu-Boys“ diplomatischen Arbeitsstil vor allem seine unsentimental-sachliche Art und seine Neigung, keine unnötigen Worte zu machen.Wilhelm Georg Grewe: Rückblenden, 1976–1951, S. 27. Von 1952 bis 1954 sammelte das Bundesamt für Verfassungsschutz Material gegen ihn, weil er angeblich Kommunist sei, allein weil er durch seinen Bruder verdächtig schien.Constantin Goschler, Michael Wala: „Keine neue Gestapo“. Das Bundesamt für Verfassungsschutz und die NS-Vergangenheit. Rowohlt, Reinbek 2015, S. 118 ISBN 978-3498024383

Einzelnachweise

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