Slumming ist ein österreichisch-schweizerischer Spielfilm aus dem Jahr 2006. Die Premiere fand im Wettbewerb der Berlinale am 10. Februar 2006 statt. Kinostart in Österreich war am 24. November 2006, in Deutschland am 19. April 2007.
In Österreich erreichte der Film 10.292 Kinobesucher.filminstitut.at
Handlung Der Straßenpoet Kallmann zieht betrunken und lautstark durch das winterliche Wien und versucht, Passanten seine Gedichte zu verkaufen. Hin und wieder besucht er die Prostituierte Herta, seine Lebensgefährtin, die in ihrem gemeinsamen Stammbeisl am Tresen sitzt. Die beiden Yuppies Sebastian und Alex wiederum verbringen ihre Abende in heruntergekommenen Lokalen und Cafés, um sich über das Leben der Anwesenden lustig zu machen. Sie nennen dies „Slumming“. Eines Tages treffen sie am Nachhauseweg den sturzbetrunken und regungslos auf einer Bank vor dem Wiener Westbahnhof liegenden Kallmann an. Kurzerhand entschließen sie sich, ihm einen Streich zu spielen, und fahren ihn im Kofferraum über die Grenze nach Tschechien. Dort legen sie ihn auf eine Bank vor dem Bahnhof des Ortes Znaim.
Als Kallmann am nächsten Morgen aufwacht, versteht er die Welt nicht mehr. Die Umgebung ist ihm unbekannt, und die Leute sprechen eine fremde Sprache. Nachdem alle Hinweise dafür sprechen, dass er sich im Ausland befinden muss, versucht er, nach Wien zurückzukommen. Mit mehr zufällig als gezielt erbetteltem Geld setzt er sich in den nächsten Bus – der jedoch nicht nach Wien, sondern in die tiefe, tschechische Provinz fährt. Kallmann versucht sich zunächst als Autostopper, weicht dann angesichts einer Polizeikontrolle jedoch auf ein verschneites Feld aus. Nach einer Übernachtung in einer Hütte an einem zugefrorenen See verbringt er die folgende Nacht im Stall eines Bauernhofs. Dort wird er am Tag darauf von den Bauern entdeckt, bekommt etwas zu essen und kann mit Herta telefonieren.
Pia, eine von zahlreichen Internetbekanntschaften Sebastians, hat in der Zwischenzeit von dem „Scherz“ erfahren, findet Herta und macht sich gemeinsam mit dieser auf die Suche nach Kallmann, der jedoch inzwischen durch eine schlaue Idee von selbst heimfindet. Zuletzt findet Sebastian in Jakarta seinen „Megaslum“, nachdem er aus Angst, zur Rechenschaft gezogen zu werden, eine spontane Fernreise antritt.
Kritiken
Produktion Der Film wurde von der Wiener Lotus Film in Zusammenarbeit mit den österreichischen Filmproduktionsgesellschaften coop99 und Abraxas sowie mit der schweizerischen Dschoint Ventschr hergestellt. Gedreht wurde zwischen Januar und März 2005 in Wien, Niederösterreich, Tschechien und Jakarta (Indonesien). Filmverleiher ist der Filmladen-Verleih.
Filmförderung erfolgte durch das Österreichische Filminstitut, den Filmfonds Wien sowie das Schweizerische Bundesamt für Kultur. Weitere Förderungen erhielt der Film durch den ORF im Rahmen des Film-/Fernseh-Abkommens sowie durch SF DRS.
Trivia Den gesamten Film über ist in den Wirtshausszenen Musik der serbischen Sängerin Dragana Mirković zu hören, obwohl der Film keine Migrantenthematik aufweist und auch sonst keine Charaktere aus dem ehemaligen Jugoslawien beinhaltet. Der Regisseur Michael Glawogger hatte Mirković bei einem ihrer Auftritte in Frankfurt am Main kennengelernt und Gefallen an ihrer Musik gefunden. Er bot ihr die Zusammenarbeit an und fügte sogar nachträglich eine Szene ein, in welcher sie im Wirtshaus auftritt.
Auszeichnungen Diagonale 2006: Thomas-Pluch-Drehbuchpreis Berlinale 2006: Nominierung zum Goldenen Bären im Hauptwettbewerb Flanders International Film Festival 2006: Bestes Drehbuch
Weblinks
Interview mit Michael Glawogger zu „Slumming“ auf filmnews.at
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2006 Kategorie:Österreichischer Film Kategorie:Schweizer Film Kategorie:Schwarze Komödie