mini|Karibik, südlich das Karibische Meer, nordwestlich der Golf von Mexiko, östlich der offene Nordatlantik mini|Inseln und Festlandanteile der Karibik im kulturell-historischen Sinn
Die Karibik ist eine Region Mittelamerikas im westlichen, tropischen Teil des Atlantischen Ozeans nördlich des Äquators. Sie besteht aus dem Karibischen Meer, seinen Inseln und Inselgruppen und den angrenzenden Küsten des zentral- und südamerikanischen Festlands. Im Nordwesten reicht die Karibik in den Golf von Mexiko.
Die Karibik ist nach dem Volk der Kariben benannt, das die spanischen Eroberer auf den Kleinen Antillen (lat. ante ilium, „vorgelagerte Inseln“) vorgefunden haben. Sie wurde und wird bis heute auch Westindien genannt, weil europäische Seefahrer sich bei ihrer Entdeckung auf dem direkten Seeweg nach Indien glaubten.
Geologie und Geographie Nach der Abgrenzung der Internationalen Hydrographischen Organisation liegen die bogenförmig angeordneten Inseln der Karibik innerhalb des Karibischen Meeres.International Hydrographic Organization: Limits of Oceans and Seas. 3rd Edition 1953, Monte Carlo 27.- Caribbean Sea Dieses ist Teil des Amerikanischen Mittelmeers und reicht von Yucatán bis zum nördlichen Südamerika. Es liegt überwiegend auf der Karibischen Platte; der Nordwestteil jenseits des Tiefseegrabens liegt auf der Nordamerikanischen Platte. Im Kaimangraben erreicht es eine Tiefe von 7680 m.
Durch tektonische Aktivitäten an den Plattengrenzen kommt es immer wieder zu Erdbeben und gelegentlich zu Vulkanausbrüchen. So musste 1995 nach mehreren Eruptionen des Soufrière die Hauptstadt Montserrats, Plymouth, aufgegeben werden, nachdem bereits etwa 8.000 Menschen geflohen waren. Das letzte größere Beben ereignete sich 2010 in Haiti; es kostete schätzungsweise 300.000 Menschen das Leben.
Die höchsten Berge auf den Inseln der Karibik sind der Pico Duarte (3.098 m) und Nachbargipfel der Cordillera Central in der Dominikanischen Republik, der Pic la Selle in Haiti (ca. 2674 m) der Blue Mountain Peak auf Jamaika (ca. 2256 m), der Pico Turquino auf Kuba (ca. 1974 m) und der Soufrière auf Guadeloupe (ca. 1467 m).Karibik, Berge – Tabelle
Höchster Wasserfall ist mit rund 40 m der Wasserfall in El Limón auf der Halbinsel Samaná in der Dominikanischen Republik, gefolgt von den Mt. Carmel Falls auf Grenada.
Bevölkerung und Kultur Im Karibikraum leben etwa 40 Mio. Menschen unterschiedlicher Herkunft auf einer Gesamtfläche von ungefähr 220.000 km² (siehe unten). Neben den sehr wenigen verbliebenen indigenen Bewohnern leben vor allem Menschen afrikanischer und europäischer Herkunft, Kreolen sowie Inder (vor allem auf Trinidad und Tobago) und Chinesen auf den verschiedenen Inseln der Karibik. Hauptsprachen der Karibik sind Spanisch mit ca. 70 % und Englisch mit ca. 24 %, daneben werden Französisch (vor allem in Haiti), Niederländisch und verschiedene Formen des Kreolischen oder Caribischen gesprochen (vor allem im Alltag).
Die Lebenserwartung lag 2013 durchschnittlich bei 72 Jahren und 26 % der Bevölkerung gehörten zu den unter 15-Jährigen, während 9 % über 65 Jahre alt waren. Es wandern zwar mehr Menschen ab als zu, dennoch ist die Bevölkerungsdichte von 180 Einwohnern pro km² im globalen Vergleich relativ hoch., Zugriff am 6. März 2014
Wichtige karibische Bildungseinrichtungen sind die „University of the West Indies“ und das „Centre for Hotel and Tourism Management“. Der Tourismus ist eine der wichtigsten Einnahmequellen für die karibischen Staaten. Daneben existieren im Finanzdienstleistungsbereich viele Steueroasen, allen voran auf den Kaimaninseln.
In der karibischen Küche werden insbesondere Fisch, Hülsenfrüchte und Gewürze verwendet. Ein wichtiges Sportereignis ist alle zwei Jahre die Fußball-Karibikmeisterschaft.
Natur und Klima Generell herrscht tropisches Regenwaldklima und somit ein Tageszeitenklima mit Durchschnittstemperaturen über 20 °C vor. In den Sommermonaten von Juni bis September liegt die Regenwahrscheinlichkeit bei ca. 30–50 %. Die Wintermonate zwischen November und April hingegen sind mit fünf bis neun Regentagen die trockensten Monate im Jahr. Darüber hinaus hat der nach Europa driftende Golfstrom seinen Ursprung in den Bahamas. Die Bezeichnung über/unter dem Winde der Antillen deutet auf den Einfluss des Nordostpassates hin. Eine weitere Naturerscheinung sind entstehende oder vorbeiziehende Hurrikane, die regelmäßig Schäden z. B. durch Überschwemmungen verursachen.
Zu den ansässigen Tierarten zählen unter anderem der Karibik-Manati, die Karibik-Languste oder Leguane. Andere Arten wie die Karibischen Spitzmäuse oder die Antillenaffen sind insbesondere aufgrund anthropogenen Einflusses bereits ausgestorben. In der Karibik leben eigentlich nicht-heimische Tierarten, welche als Neozoen dorthin gelangten. Beispielsweise existiert auf der Insel Grenada oder der Inselgruppe St. Kitts und Nevis mit der Monameerkatze eine Primatenart, welche durch den Menschen aus Westafrika in die Karibik gebracht wurde und heute dort auch frei lebt.
Durch den exportorientierten Anbau von Cash-Crops (traditionell z. B. Zuckerrohr) auf monokulturellen Plantagen wurden einheimische Pflanzenarten wie die Mangroven stark zurückgedrängt. Viele der Böden sind vulkanischen Ursprungs und verschieden fruchtbar.
Vor der belizischen Küste befindet sich das zweitgrößte Riffsystem der Erde: das Belize Barrier Reef.
Geschichte und Entdeckung der Karibik Vor den Entdeckungen im 1. Jahrtausend v. Chr. kamen Arawak-Indianer aus Richtung Venezuela auf die karibischen Inseln. Über Trinidad breiteten sie sich nach Norden aus. Ihnen folgten rund 1500 Jahre später die kriegerischen Kariben, die die Arawak langsam von den kleinen Antillen vertrieben. Zur Zeit der Entdeckungsreisen von Christoph Kolumbus besiedelten die Arawak die Inseln Kuba, Hispaniola sowie die Bahamas, während die Kariben die kleinen Antillen bewohnten.
Als Kolumbus im Auftrag der Krone von Kastilien im Jahr 1492 auf San Salvador (Bahamas) landete, war er vor allem auf der Suche nach Gold und anderen Reichtümern. Aber die Arawak legten keinen Wert auf das, was Europäer als Reichtum ansahen. So wurde die Karibik zwar besiedelt, aber die Konquistadoren zog es schon bald auf den amerikanischen Kontinent. Nach den Spaniern ließen sich Briten, Niederländer und Franzosen nieder und machten die Karibik auch zum Schauplatz ihrer Kriege; im Besitz kleinerer Kolonien waren Dänemark, Schweden und Kurland. St. Barthélemy war z. B. knapp ein Jahrhundert unter schwedischer Herrschaft. Ein Großteil der ursprünglich beheimateten Indianer fiel schließlich eingeschleppten Krankheiten oder Sklaverei zum Opfer.
Die Karibik war besonders im 17. und frühen 18. Jahrhundert Betätigungsfeld von Bukaniern und Piraten (sog. Goldenes Zeitalter der Piraterie). Die kleinen Inseln boten den Seeräubern, die zum Teil als Freibeuter im Auftrag eines Königs unterwegs waren, zahlreiche Unterschlupfmöglichkeiten und die spanischen Schatzflotten waren ein gutes und lohnendes Angriffsziel. Port Royal auf Jamaika sowie die französische Siedlung auf Tortuga waren regelrechte Piratensiedlungen.
Staaten und Territorien der Karibik Auf den Inseln In der Karibik befinden sich sowohl unabhängige Staaten als auch von überwiegend europäischen Staaten abhängige Inseln (im Uhrzeigersinn): Region Staat bzw. Territorium Zugehörigkeit bzw. Unabhängigkeitsjahr Mitglied-schaft Währung Amtssprache Fläche(km²) Einwohner (2021)World Factbook, Zugriff am 12. Februar 2021 offener Atlantik-Nord 14.436 409.851 1973 20px 20px B$ Englisch(Bahamas-Kreolisch) 13.939 352.655 20px Überseegebiet $ Englisch (Kreolisch) 497 57.196 Große Antillen 206.583 38.832.443 1902 20px 20px Cub$ Spanisch 109.884 11.032.343 20px Überseegebiet CI$ Englisch 264 63.131 1962 20px 20px J$ Englisch(Jamaikanisch) 10.991 2.816.602 Navassa 20px Kleinere Außenbesitzung 5 unbewohnt 1 1804 20px 20px HTG Haitianisch,Französisch 27.750 11.198.240 1844 20px 20px RD$ Spanisch 48.730 10.597.348 20px nichtinkorporiertes Außengebiet $ Spanisch, Englisch 8.959 3.142.779 Kleine Antillen 9.235 2.682.203 Über dem Winde 20px nichtinkorporiertes Außengebiet $ Englisch (Kreolisch) 346 105.870 20px Überseegebiet 20px $ Englisch (Kreolisch) 153 37.891 20px Überseegebiet 20px EC$ Englisch (Kreolisch) 96 18.403 15px Saint-Martin 20px Überseegebiet teils 20px € Französisch 53 32.680 20px autonomes Land teils 20px CMf Niederländisch,Englisch 34 44.564 20px St. Barthélemy 20px Überseegebiet € Französisch (Patwa) 21 7.116 20px Saba 20px Besondere Gemeinde teils 20px $ Niederländisch (Englisch) 13 1.991 2 20px Sint Eustatius 20px Besondere Gemeinde teils 20px $ Niederländisch (Englisch) 21 4.020 2 1983 20px 20px 20px EC$ Englisch (Kreolisch) 269 54.149 1981 20px 20px 20px 20px EC$ Englisch(Antigua-Kreolisch) 442 99.175 20px Überseegebiet 20px EC$ Englisch 102 5.387 15px Guadeloupe 20px Überseedépartement 20px € Französisch (Guadeloupe-Kreolisch) 1.628 403.355 2 1978 20px 20px 20px EC$ Englisch (Patwa) 746 74.584 15px Martinique 20px Überseedépartement 20px € Französisch(Martinique-Kreolisch) 1.128 394.173 2 1979 20px 20px 20px 20px EC$ Englisch (Patwa) 616 166.637 1966 20px 20px BDS$ Englisch 430 301.865 1979 20px 20px 20px 20px EC$ Englisch 389 101.145 1974 20px 20px 20px EC$ Englisch(Grenada-Kreolisch) 344 113.570 Unter dem Winde 20px Nueva Esparta 20px Bundesstaat 20px 20px BsF Spanisch 1.150 426.337 2 20px Dependencias Federales 20px bundesunmittelbar 20px 20px BsF Spanisch 342 3.100 2 20px Bonaire 20px Besondere Gemeinde teils 20px $ Niederländisch (Papiamentu) 288 13.389 2 20px autonomes Land teils 20px CMf Papiamentu, Niederländisch, Englisch 444 151.885 20px autonomes Land teils 20px Afl Papiamentu, Niederländisch 180 120.917 offener Atlantik-Süd 1962 20px 20px C$ (TTD) Englisch (Kreolisch) 5.128 1.221.047 westliche Karibik 796 186.176 20px San Andrés und Providencia 20px Departamento 20px 20px $ (COP) Spanisch 44 70.554 2 Corn Islands 20px Gemeinde 20px 20px 20px C$ (NIO) Spanisch 13 7.429 2 Islas de la Bahía 20px Departamento 20px 20px L Spanisch 261 35.000 2 Cozumel 20px Gemeinde 20px Mex$ Spanisch 478 73.193 2 Gesamt 221.993 43.331.720 Legende: 20px CELAC, 20px CARICOM, 20px ALBA, 20px SICA, 20px OECS, 20px EU, 20px UNASUR. 1 Zeitweise von haitianischen Fischern bewohnt. 2 (Fehlende) Zahlen den Länderseiten entnommen.
Auf dem amerikanischen Festland Folgende Staaten gehören zwar geographisch zum amerikanischen Festland, werden aber aufgrund ihrer Kolonialgeschichte sowie ihrer Wirtschafts-, Verkehrs- und sprachlichen Beziehungen häufig zur Karibik hinzugezählt: Region Staat Zugehörigkeit bzw.Unabhängigkeitsjahr Mitgliedschaft Währung Amtssprache Fläche(km²) Einwohner(2021) Zentralamerika 1981 20px 20px 20px Bz$ Englisch (Belize-Kreolisch) 22.966 405.633 Südamerika 462.324 1.684.332 1966 20px 20px 20px G$ Englisch (Hindi) 214.970 787.971 1975 20px 20px 20px $ (SRD) Niederländisch (Sranantongo) 163.820 614.749 20px Überseedépartement 20px € Französisch (Kreolisch) 83.534 281.612 3 Zahl der Landesseite entnommen.
Karibik-Anrainer mini|Hispaniola: Ost-West-geteilt mini|Saint Martin-Insel: Nord-Süd-geteilt mini|Jungferninseln: Zwischen drei Staaten aufgeteilt
Folgende Staaten grenzen an die Karibik (von Nordwest nach Südost): Nordamerika: , Zentralamerika: , , , , , Südamerika: , , , ,
Inselteilungen und gemeinsame Inselgruppen Folgende Inseln werden von mehreren Staaten verwaltet:
Hispaniola: Haiti und Dominikanische Republik St. Martin (Insel): Von Frankreich und Niederlande abhängig
Folgende Inseln werden zu Gruppen zusammengefasst:
British West Indies: Anglophone kleine Antillen, die durch Institutionen und Veranstaltungen miteinander verbunden sind. Französisch-Westindien: Frankophone kleine Antillen. Jungferninseln: Spanische (west), amerikanische (zentral) und britische (ost). Windward-Inseln: Nördliche und südwestliche kleine Antillen, windzugewandt.