Schaumburg ist eine Gemeinde im Cook County und im DuPage County in Illinois. Das U.S. Census Bureau hat bei der Volkszählung 2020 eine Einwohnerzahl von 78.723 ermittelt. Schaumburg liegt etwa 45 Kilometer westlich der Innenstadt von Chicago und gehört zu dessen wohlhabendsten Vororten, dem sogenannten Golden Corridor. Der Ort stellt eine principal city der Metropolregion Chicago dar.
Statistische Daten 2000 ermittelte die Volkszählung 75.386 Einwohner in der Stadt. Im Jahr 2005 reduzierte sich die Einwohnerzahl leicht auf 73.345. Die Unterlagen des United States Census Bureau weisen für Schaumburg eine Gesamtfläche von 49,5 km² aus, von denen 49,2 km² Landfläche und 0,3 km² beziehungsweise 0,63 % Wasserfläche sind. Damit ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von 1.531,9 Einwohnern/km². Die Stadt gehört zur Zentralen Zeitzone (CDT/CST), die um sechs Stunden, im Sommer fünf Stunden der Weltzeit nachgeht.
Wirtschaft In der Stadt befindet sich die Firmenzentrale der Firma Motorola, eine von zwei Niederlassungen von IKEA in Illinois und die US-Zentrale des deutschen Messgeräte- und CNC-Steuerungsherstellers HEIDENHAIN. Schaumburgs Entwicklung von einer ländlich geprägten Gemeinde zur Stadt begann mit Alfred Campanellis Entwicklungsplanung im Jahre 1959, die mit der Eröffnung der Woodfield Mall am 9. September 1971 vollendet wurde.
Mit der Woodfield Mall befindet sich in der Stadt die flächenmäßig fünftgrößte Einkaufsstraße der USA. Außerhalb der Stadt Chicago ist die Woodfield Mall das größte Einkaufszentrum im US-Staat Illinois. Der Einzelhandelsumsatz beträgt 2,93 Mrd. US$.
Das Software-Unternehmen Acresso Software, das die Installations-Software InstallShield vertreibt, hat in Schaumburg seinen Hauptsitz und betreibt hier ein Rechenzentrum.Chicago Real Estate Daily: In brief: Italian firm in Mart | Duxiana to River North | M. Stanley disbands local unit. 8. Dezember 2008.
Die Baseballmannschaft Schaumburg Flyers spielte von 1993 bis 2011 im Stadion Alexian Field in der Nähe des Elgin O'Hare Expressway in der US Northern League.
In der Stadt befindet sich die amerikanische Zentrale des internationalen japanischen Großserienmodellbahnherstellers KATO. Die angebotenen Eisenbahnmodelle sind in der Regel nach amerikanischen Vorbildern erschaffen und werden weltweit exportiert.
Geschichte Die Stadt wurde am 7. März 1956 gegründet, sie wurde jedoch schon weit früher besiedelt. Zuerst waren es Indianer von den Stämmen der Sauk, Fox, Potawatomi und Kickapoo, in der Mitte des 19. Jahrhunderts begann die Besiedlung durch deutsche Auswanderer und ehemalige Bewohner der östlicheren Bundesstaaten.
Der Überlieferung nach war Trumball Kent aus Oswego im Bundesstaat New York der erste Siedler. Kent, dokumentiert als ein Yankee, wie die Siedler aus den Neuengland-Staaten im Westen genannt wurden, legte seinen Hof im Nordosten des heutigen Stadtgebietes an. Ein weiterer „Yankee“ war Hoarace Williams, der ein größeres Stück Land besaß, aber in dem kleinen Weiler Palatine wohnte.
Deutsche Besiedlung Ernst Schween ließ sich im Jahre 1835 in der Nähe des alten Zentrums von Schaumburg nieder, das auch als Sarah’s Grove bekannt ist. Auch Johann Sunderlage aus Deutschland gehörte zu den ersten Siedlern. Nach der Überlieferung gehörte er zu den Landvermessern, die Cook County um 1833 vermessen hatten, es kann aber auch sein, dass er zu den Erforschern des Joliet Kanals gehörte. Die Gegend gefiel ihm, also holte er nach Abschluss des Projektes seine Familie und Freunde aus Deutschland und ließ sich um 1836 in der Gegend des Hoffman Estates in der Schaumburg Township nieder. Sein Haus ist noch unverändert vorhanden. Sunderlage und seine Familie hielten das Land bis zum Erlass des Bundesgesetzes über den Bodenerwerb im Jahre 1842 besetzt.
Sunderlage und Kent gehörten zu den erwähnenswerten Siedlern der ersten Zeit, 1840 gehörten 56 % der Haushalte im Township (Stadtgemeinde) zu Siedlern aus den östlichen Bundesstaaten, 28 % waren Auswanderer aus Deutschland. 1850 hatte sich das Verhältnis zu 28 % Siedlern aus den östlichen Bundesstaaten und 48 % Auswanderern aus Deutschland verschoben.
Im Jahr 1870 war die Stadtgemeinde Schaumburg vollständig von deutschen Einwanderern bewohnt. Die Grundbuchauszüge zeigen, dass der größte Teil des Gemeindegebietes deutschen Einwanderern und ihren Nachkommen gehörte. Dieses Verhältnis änderte sich auch kaum, da die meisten Siedler aus den östlichen Bundesstaaten wegen des Versprechens auf neue, noch unerschlossene Gebiete in den Great Plains noch weiter nach Westen zogen. Ihre Grundstücke in Schaumburg wurden dann von den deutschen Siedlern übernommen.
Das Township Schaumburg blieb größtenteils bis zur großen Wirtschaftskrise der 1930er Jahre im Eigentum der deutschen Einwanderer. In der Wirtschaftskrise kamen einige der deutschen Höfe zur Zwangsversteigerung und wurden von Firmen und nicht deutschsprachigen Bürgern erworben. Der deutsche Einfluss in der Region blieb jedoch bestehen, bis in die 1950er Jahre war Deutsch die Hauptsprache in den meisten Haushalten.
In der lutherischen St.-Peter-Gemeinde wurde bis in die 1970er Jahre der Gottesdienst auf Deutsch gefeiert. Heute ist diese Kirche, wie auch die zweite der Gemeinde, ein Museum. Der Gottesdienst wurde bis zur Vollendung des ersten Kirchengebäudes im Jahre 1847 im Geschäft von Rohlwing-Fenz an der südwestlichen Kreuzung der Schaumburg Road und der Roselle Road gefeiert. Der Pfarrer Francis Hoffmann musste für den Gottesdienst aus der Gegend um Bensenville herüberkommen. Er wurde später Vizegouverneur von Illinois und zog nach Aufgabe seines Amtes nach Wisconsin, wo er eine Versuchsfarm betrieb und eine deutschsprachige Zeitschrift über landwirtschaftliche Belange herausgab. Die Familien Quindel, Winkelhake, Moeller, Fenz, Kastning, Lichthardt, Meyer, Rohlwing, Thies, Scheiderling und Freise sind ebenfalls um 1840 bereits in Schaumburg ansässig gewesen.
Herkunft des Namens Das Township Schaumburg hieß ursprünglich Sarah’s Grove, dieser Name kann auf das Waldgebiet im Nordwesten des Gemeindegebietes zurückgeführt werden, das nach drei jungen Damen benannt ist, deren Familien in der Nähe dieses Waldgebietes lebten, Sarah McChesney, Sarah Frisbe und Sarah Smith. Dieser Name war nie offiziell, wird aber in allen Schriftstücken auf diese Familien zurückgeführt. Bis ins Jahr 1851 war der offizielle Name Township 41, in der Gemeindeversammlung im Jahre 1850 wurden von den anwesenden Bürgern die Namen Lutherville und Lutherburg vorgeschlagen. Ein bekannter deutscher Siedler, Friedrich Heinrich Nerge aus Reinsdorf, schlug während der Versammlung mit der Faust auf den Tisch und sprach „Schaumburg schall et heiten!“ (Schaumburg soll es heißen). Diese Aussage gab die einhellige Meinung über den zu wählenden offiziellen Namen wieder.
Der Name leitet sich aus dem Schaumburger Land und der namengebenden Burg Schaumburg ab, woher viele der neuen Siedler kamen. Die Mehrheit der deutschen Siedler stammte zwar aus den Gebieten Hessen-Kassel und aus dem Raum Hannover, aber die Siedler aus Schaumburg-Lippe hatten in Gemeindeangelegenheiten offensichtlich den größeren Einfluss, zumal der östliche Teil der alten Grafschaft Schaumburg seit 1640 ein Teil von Hessen-Kassel geworden war.Village of Schaumburg: (abgerufen am 14. April 2011)
Erste Jahre Das Township Schaumburg war in den ersten Jahren sehr erfolgreich, der Haupterwerbszweig war die Landwirtschaft mit Kartoffelanbau, Milchwirtschaft und Viehzucht. Das Land verfügte über große Wiesen in einer weitgehend unbewirtschafteten Landschaft. Das Vorkommen an Wildtieren wie Gänsen, Enten, Wachteln, Präriehühnern, Kaninchen, Fasanen und Rotwild war erheblich.
Im Jahre 1858 wurde ein Marktplatz an der heutigen Kreuzung der Schaumburg Road und Roselle Road eingerichtet, dieser Marktplatz Schaumburg Centre wurde zum Geschäftsbezirk für die umliegenden landwirtschaftlichen Betriebe. Es gab zwei Geschäfte (General Store), vier Käsereien, einen Schuster, einen Schneider, einen Wagenmacher und einen Hufschmied.
Die Wirtschaft entwickelte sich besonders gut in der nordöstlichen Region von Illinois im Tal des Fox River und an den wichtigen Eisenbahnstrecken. Da aber keiner dieser Transportwege Schaumburg direkt berührte, blieb die Stadt relativ isoliert. Es gab nur wenige Straßen, und die waren wegen des Wetters oft nicht passierbar. Um den Markt zu erreichen, mussten die Landwirte oft 27 Meilen mit Ochsen- oder Pferdegespann nach Chicago zurücklegen, das zu jener Zeit aber auch nur ungefähr 35.000 Einwohner hatte.
Um 1900, in einer Zeit, in der sich das deutsche Nationalbewusstsein verstärkt hatte, erschien eine Festschrift zum 50-jährigen Jubiläum der Besiedlung, darin war folgender Absatz zu lesen: „Wie eine bedeutende englischsprachige Tageszeitung schreibt, hat Schaumburg den Ruf, eine Mustergemeinde im Cook County zu sein. Schaumburg ist ein Beispiel für alle Gemeinden im Cook County und auch in anderen Gegenden. Schaumburg zahlt seine Steuern pünktlich, es unterstützt Kirchen und Schulen, es hat die besten Straßen im Lande und es hat nie ein Gefängnis benötigt. Es ist eine Stadt nicht nur für die Siedler, sondern auch für die Ausländer.“
Im Jahre 1925 hat sich der Gründer einer der größten Fabriken für Glücksspielautomaten in den Vereinigten Staaten, Ode D. Jennings (1874–1953) in Schaumburg niedergelassen. Nach seinem Tod gingen sein Haus und der umgebende Park in das Eigentum der Stadt über, die ihr Rathaus bis 1971 in diesem Haus untergebracht hatte.
Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg Mit der Entwicklung des Automobils zum Massenverkehrsmittel war die Isolierung der Stadt beendet. Für viele Techniker und Geschäftsleute der Pure Oil Company, die im Rahmen der beiden Projekte Erweiterung des Chicago O’Hare International Airport zu einem internationalen Großflughafen im Jahre 1955 und des Baus des Northwest Tollway durch das landwirtschaftlich genutzte Gebiet im Jahre 1956 in diese Gegend umzogen, erwies sich Schaumburg als ideales Wohngebiet. Im Jahr 1956 wurde die heute als Schaumburg Centre bezeichnete Gegend Teil der Gemeinde, damals bestand der Ort aus 130 Einwohnern und war 5,2 km² (2 Quadratmeilen) groß.
Die Stadtrechte ermöglichten ab 1956 eine bessere Einflussnahme auf Entwicklung und Wachstum der Stadt. Den ersten Bürgermeistern gebührt die Anerkennung, dass ihre weitsichtige Planung ein späteres wirtschaftliches Wachstum ermöglichte. Der ursprüngliche, in der Stadtversammlung im Jahre 1961 angenommene Entwicklungsplan sah große Flächen für Industriegebiete, Einkaufszentren und Bürogebäude vor. Das Wachstum auf diesen Gebieten hat die Stadt zu einem großen Arbeitgeber der Gegend und zum zweitgrößten Einzelhandelsgebiet des Staates Illinois werden lassen.
Schaumburgs Wachstum in den 1960er Jahren veränderte den Charakter der Gemeinde wesentlich, es war keine ruhige, ländliche Gemeinde mehr. Im Jahre 1959 begann Alfred Campanelli mit dem Bau des ersten großen Wohngebietes in der Stadt, heute unter dem Namen Weathersfield bekannt. Verteilt über zwei Jahrzehnte wurden in diesen Wohngebieten mehrere Tausend Einfamilienhäuser in 22 Bauabschnitten errichtet. Campanelli ließ mehr als 6.800 Häuser bauen, das entspricht ungefähr 20 % des Gesamtbestandes. Im Jahre 1967 wurde das International Village Apartment als Schaumburgs erstes Mehrfamilienhaus eröffnet. In den folgenden Jahren verlegte Motorola seinen Firmensitz in die Gemeinde, direkt am Northwest Tollway.