mini|Vorderansicht der Gedenkkirche Maria Regina Martyrum Der Karmel Regina Martyrum ist ein Kloster der Unbeschuhten Karmelitinnen im Berliner Ortsteil Charlottenburg-Nord, Heckerdamm 232. Der Konvent Regina Martyrum wurde 1982 von den Unbeschuhten Karmelitinnen des Dachauer Karmels Heilig Blut errichtet.
In unmittelbarer Nachbarschaft des Klosters und mit diesem verbunden erhebt sich die Gedächtniskirche der deutschen Katholiken zu Ehren der Blutzeugen für Glaubens- und Gewissensfreiheit aus den Jahren 1933–1945, Maria Regina Martyrum („Maria, Königin der Märtyrer“), für die 1960 der damalige Bischof von Berlin, Julius Kardinal Döpfner, den Grundstein gelegt hatte. In der Nähe befindet sich auch die Gedenkstätte Plötzensee.
Bereits Kardinal Döpfner hatte die Ansiedlung eines Klosters in der Nähe der Gedenkkirche erwogen. Alfred Kardinal Bengsch leitete 1979 die ersten Schritte zur Gründung des Karmels ein, und Joachim Kardinal Meisner weihte 1984 das Kloster. Erste Priorin wurde Sr. Gemma Hinricher OCD.Wolfgang Knauft: Christen im Widerstand. Der 20. Juli im Bistum Berlin. o. O. (Berlin) o. J. (ca. 1995). Die Nonnen, die aus dem Konvent Heilig Blut stammten, der an der KZ-Gedenkstätte Dachau liegt, suchten mit ihrer Ansiedlung in Berlin bewusst die Nähe von Plötzensee, um in der damals geteilten Stadt den Dienst des fürbittenden Gebets zu leisten:Kath. Gedenkkirche Maria Regina Martyrum Berlin. Verlag Schnell & Steiner GmbH, 2. Auflage, Regensburg 1995 (Schnell, Kunstführer Nr. 1703, Text: Sr. Maria-Theresia Smith OCD), S. 28,31.
Die Gebäude des Klosters mit Lebensraum für etwa 24 Schwestern umfassen auch Räume für einzelne Besucher oder Besuchergruppen wie Meditationsgruppen sowie einen zum Heckerdamm gelegenen Klosterladen. Für den Klosterbau wurden die mit dem Bau der Gedenkkirche Maria Regina Martyrum errichteten Gemeinderäume abgerissen. Die Fassade zum Heckerdamm in der Gestaltung des Architekten Hans Schädel mit vorgehängten Betonlamellen blieb erhalten. Die Änderung wurde möglich, weil das Bistum Berlin 1984 die Pfarrgemeinden in Charlottenburg neu ordnete. Die Pfarrgemeinde Maria Regina Martyrum wurde mit der benachbarten Siemensstädter Pfarrgemeinde St. Joseph zusammengelegt, die Kirche wurde Lokalie und die Gemeinderäume wurden entbehrlich. Für die tägliche heilige Messe und das Chorgebet der Schwestern wurde die Krypta der Gedenkkirche nach Norden um einen Kapellenraum erweitert.Kath. Gedenkkirche Maria Regina Martyrum Berlin. Verlag Schnell & Steiner GmbH, 2. Auflage, Regensburg 1995 (Schnell, Kunstführer Nr. 1703, Text: Sr. Maria-Theresia Smith OCD), S. 4.
Der Konvent des Karmels Regina Martyrum mit sieben Schwestern (2026) führt ein kontemplatives Leben in der Klausur des Klosters. Zum Lebensunterhalt werden eine Kerzenwerkstatt und ein Klosterladen betrieben. Daneben widmen sich die Schwestern der Seelsorge und der geistlichen Begleitung. Derzeitige Priorin ist seit 2015 Schwester Teresia Benedicta Weiner OCD.
Seit Pfingsten 2026 wird eine Etage des Klostergebäudes mit separatem Eingang von vier Schwestern der Kongregation der Helferinnen bewohnt, die Berufen in der Pastoral, der sozialen Arbeit und der Psychotherapie nachgehen und zuvor in einem Mehrfamilienhaus im Bezirk Lichtenberg gewohnt hatten. Die Aufgaben und Tagesabläufe der beiden Gemeinschaften sind unterschiedlich, doch stimmen sie in der spirituellen Prägung aus Gebet und Stille überein.
Weblinks
Website des Klosters Nichts soll dich erschrecken - Karmelitinnen auf einem Hoffnungsweg, ein Film auf YouTube
Einzelnachweise
Kategorie:Berlin-Charlottenburg-Nord Regina Martyrum Regina Martyrum Kategorie:Römisch-katholisches Kloster in Deutschland Kategorie:Christliche Organisation (Berlin) ReginaMartyrum