Castro (lombardisch Castra Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 222.) ist eine Fraktion der Gemeinde Acquarossa im Schweizer Kanton Tessin. Bis 2004 bildete sie eine eigenständige politische Gemeinde.

Geographie Castro liegt auf einer Terrasse am rechten Abhang des Bleniotals am rechten Ufer des Brenno, 14 km nordwestlich von Biasca.

Geschichte mini|links|Castro mini|Gemeindestand vor der Fusion am 4. April 2004

1200 wird der Ort erstmals in der Phrase concilium de Castri erwähnt. Damals sowie 1253 ist auch von einer Burg die Rede, die möglicherweise langobardischen Ursprungs ist und dem Ort den Namen gegeben hat. Ein Kastell, das möglicherweise langobardischen Ursprungs ist und dem Ort den Namen gegeben hat, wird 1214 und 1253 erwähnt. Im Mittelalter bildete Castro zusammen mit Marolta und Ponto Valentino eine einzige Körperschaft, die consiglio genannt wurde. Deren Güter wurden 1895 auf die drei politischen Gemeinden aufgeteilt. Die 1205 erwähnte Kirche San Giorgio wurde 1867–1868 abgerissen und neu aufgebaut. Bis 1909 umfasste die Pfarrei Castro auch Teile der Gemeinde Marolta; einige Familien dieser Gemeinde gehörten kirchlich zu Ponto Valentino.

Die Abwanderung – bis zum 19. Jahrhundert nach Italien, im 19. und 20. Jahrhundert nach Frankreich, Belgien, England und in die übrige Schweiz – führte ab der Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem stetigen Rückgang und, gegen Ende des 20. Jahrhunderts, auch zu einer Überalterung der Bevölkerung. Ab den 1970er Jahren nahm der Anteil an Zweit- und Ferienwohnungen stark zu. Die Zahl der Einwohner, die in der Landwirtschaft und in der Viehzucht tätig waren, verringerte sich beträchtlich.

Auf den 4. April 2004 fusionierte Castro mit Corzoneso, Dongio, Largario, Leontica, Lottigna, Marolta, Ponto Valentino und Prugiasco zur neu gebildeten Gemeinde Acquarossa. Castro bildet aber nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.Patriziato di Castro (italienisch) auf ti.ch/di/sel/patriziati

Bevölkerung Angaben Jahre 1600/1683/1719 und 1769 inkl. Marolta

Verkehr Castro liegt an der Strasse Acquarossa–Ponto Valentino–Aquila, die in Acquarossa und Aquila von der Lukmanierpassstrasse abzweigt. Im öffentlichen Verkehr wird Castro von der Buslinie 62.134 Acquarossa–Ponto Valentino der Autolinee Bleniesi erschlossen.Offizielles Kursbuch, Fahrplanjahr 2025. In: öv-info.ch

Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche San Giorgio, erstmals erwähnt 1205; der heutige Bau datiert auf 1868Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 89. 102–103. Oratorium Sant’Antonio da Padova von 1730 Casa dei Landvogti oder Casa Bolla (18. Jahrhundert)

Persönlichkeiten

Literatur Piero Bianconi (Hrsg.): Castro. In: Inventario delle cose d’arte e di antichità. Le Tre Valli Superiori. Leventina, Blenio, Riviera. Grassi & Co., Bellinzona 1948, S. 35, 37.

Giuseppe Gallizia: Il martirologio di Castro (1554–1555). In: Archivio Storico Ticinese. 2. Serie, Jahrgang XXXIII, Nummer 120, Edizioni Casagrande, Bellinzona 1996. Simona Martinoli u. a.: Castro. In: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007. Agostino Robertini, Silvano Toppi, Gian Piero Pedrazzi: Castro. In: Il Comune. Edizioni Giornale del Popolo, Lugano 1974, S. 123–136. Celestino Trezzini: Castro. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 2: Basel – Egnach. Attinger, Neuenburg 1924, S. 517 (Digitalisat [PDF; 28,8 MB]).

Weblinks

Amt für Statistik des Kantons Tessin: Acquarossa (italienisch) Acquarossa-Castro: Kulturgüterinventar des Kantons Tessin

Einzelnachweise

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