mini|Gemeindestand vor der Fusion am 13. April 2001

Loco ist mit den Ortsteilen Niva und Rossa eine Ortschaft in der Gemeinde Onsernone im Schweizer Kanton Tessin. Bis April 2001 bildete es eine eigene politische Gemeinde.

Geographie mini|Luftbild (1963)

Das Dorf liegt im Onsernonetal auf einer Terrasse an der Strasse, die einerseits nach Vergeletto, andererseits nach Spruga führt. Zugehörig sind auch die Weiler Niva und Rossa.

Geschichte 1224 findet sich Loco oder Luogo erstmals erwähnt. Im Ancien Régime bildete es zusammen mit den anderen Dörfern des Tals mit Ausnahme von Auressio den Hauptort der Talgemeinde Onsernone. Im 19. Jahrhundert war Loco ein Zentrum der Strohflechterei, wobei die dazu verwendeten Strohzöpfe auch in den anderen Dörfern des Onsernonetals hergestellt wurden. Neben den typischen Häusern mit Loggien, deren Schmuck sich teilweise erhalten hat, prägen eine Reihe stattlicher Herrschaftshäuser das Dorf.

Von 2001 bis 2015 bildete Loco zusammen mit Berzona und Auressio die Gemeinde Isorno. Hier war Loco der Verwaltungssitz. 2016 schloss sich Isorno der Gemeinde Onsernone an.

Bevölkerung 1600: inkl. Auressio, Berzona, Gresso, Mosogno, Russo und Vergeletto 1683/1719/1769: inkl. Auressio und Berzona

Wirtschaft In Loco befinden sich die Primarschule, das 1966 gegründete Museo Onsernonese und das Altersheim des Onsernonetals. In einer restaurierten Mühle ist eine Dauerausstellung über das Getreidemahlen zu sehen. Die Casa Schira aus dem 19. Jahrhundert ist im Besitz der Gemeinde, sie beherbergt eine kleine öffentliche Bibliothek und eine Herberge.

Nach dem Niedergang der Landwirtschaft pendelt heute die Mehrheit der erwerbstätigen Einwohner nach Locarno.

Sehenswürdigkeiten

Das Dorfbild ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft.

Sakrale Bauten Pfarrkirche San Remigio mit Cappella del Crocefisso, erstmals 1228 erwähnt. Der aktuelle Bau stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist das Ergebnis mehrerer Anbauten. Vom örtlichen Maler Giovanni Meletta wurde sie 1902 mit Fresken dekoriert und enthält Gemälde des 17. Jahrhunderts.Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 222–223.Elfi Rüsch: Distretto di Locarno IV. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2013, ISBN 978-3-03797-084-3, S. 301–321.

Zivile Bauten Brunnen mit einer Wilhelm-Tell-Statue des Bildhauers Ermenegildo Peverada, 1896 erstmals ausgestellt, seit 1965 auf dem Brunnen Palazzo Broggini im Ortsteil Rossa, um 1708 Casa ai Mulini (alte Mühle) ist die ehemalige Zollstation (Brückenzoll); auf der Westseite des Hauses findet sich ein restauriertes Fresko von Giovanni Samuele Meletta von 1900; der heutige Bau stammt aus dem Jahre 1626 und wurde 2002 renoviert. Mühle aus dem 18. Jahrhundert. Sie wurde sorgfältig restauriert und wieder in Betrieb genommen.Il mulino di Loco auf aimulini.com/mulino (abgerufen am 17. März 2017) Brücke bei Niva, entworfen von Christian Menn, wurde 2016 fertig gestellt, um die alte Brücke aus dem 16. Jahrhundert zu ersetzen, die 1978 zerstört wurde.

Kultur Museo OnsernoneseMuseo Onsernonese auf d-nb.info/gndMuseo Onsernonese auf api3.geo.admin.ch/rest/services/kgs/MapServer (abgerufen am 10. Dezember 2017). Ort der Erzählung Der Mensch erscheint im Holozän von Max Frisch.

Persönlichkeiten

Ermenegildo Peverada (1866–1900), Bildhauer Bruno Nizzola (1890–1963), Maler

Literatur Siro Borrani: Il Ticino Sacro. Memorie religiose della Svizzera Italiana raccolte dal sacerdote Siro Borrani prevosto di Losone. Tipografia e Libreria Cattolica di Giovanni Grassi, Lugano 1896. Guglielmo Buetti: Note Storiche Religiose delle Chiese e Parrocchie della Pieve di Locarno, (1902), e della Verzasca, Gambarogno, Valle Maggia e Ascona (1906). 2. Auflage. Pedrazzini, Locarno 1969. Riccardo Carazzetti: La Francia, la fame e l’Onsernone. Gli emigranti, la libertà e le rivoluzioni. (Mostra temporanea allestita al Museo Onsernonese in occasione del bicentenario dell’indipendenza del Ticino). In: Bollettino della Società Storica Locarnese. Nr. 2, Tipografia Pedrazzini, Locarno 1999, S. 142–144. Luciano Chiesa und andere: Onsernone: das Tal und sein Museum. Museo Onsernonese, Loco 2012.

Rinaldo Giambonini, Agostino Robertini, Silvano Toppi: Loco. In: Il Comune. Edizioni Giornale del Popolo, Lugano 1971, S. 153–164. Simona Martinoli un. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 222–223. Elfi Rüsch: Loco. In: Distretto di Locarno IV. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2013, ISBN 978-3-03797-084-3, S. 301–321. Celestino Trezzini: Loco. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 4: Güttingen – Mailand. Attinger, Neuenburg 1927, S. 701 (Digitalisat).

Weblinks

Webauftritt der Gemeinde Onsernone Amt für Statistik des Kantons Tessin: Onsernone (italienisch) Daten der Gemeinde Isorno

Isorno-Loco: Kulturgüterinventar des Kantons Tessin Catalogo ASTI, Loco auf www3.ti.ch/DECS/dcsu/ac/asti/cff (abgerufen am 10. Dezember 2017).

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Onsernone) Kategorie:Ort im Kanton Tessin Kategorie:Ehemalige politische Gemeinde in der Schweiz Isorno Kategorie:Ersterwähnung 1224 Kategorie:Gemeindeauflösung 2001