Die Etex Germany Exteriors GmbH ist ein deutsches Unternehmen, das bis zum 1. Oktober 2020 unter dem Namen Eternit GmbH firmierte.Baumarktmanager 2020: Aus Eternit GmbH wird Etex Germany Exteriors GmbH Sie ist ein Tochterunternehmen der Etex Group S.A. mit Sitz in Brüssel., abgerufen am 6. Januar 2011 Der Unternehmenssitz ist in Beckum. Die Etex Germany Exteriors GmbH vertreibt unter den drei Marken Equitone, Cedral und Eternit Produkte und Systemlösungen für Dächer und Fassaden aus Faserzement.Gebäudehülle: Aus Eternit GmbH wird Etex Germany Exteriors GmbH

Eternit ist der bekannteste Markenname für durch Asbestbelastungen gesundheitsgefährdende Faserzementprodukte (z. B. Platten für Dach und Fassade, Rohre, Blumenkästen). Seit 1993 sind der Abbau und die Verwendung von Asbest in Deutschland verboten.Umweltbundesamt Was ist Asbest? Alle Produkte der Etex Germany Exteriors GmbH werden asbestfrei hergestellt. Für viele Produkte besitzt die Etex Germany Exteriors GmbH Umweltdeklarationen Environmental Product Declaration, kurz EPD.Öko Baudatenbank Zudem sind alle EQUITONE Fassadentafeln auf Bronze Niveau Cradle to Cradle Certified.Baulinks

Geschichte Anfänge von Ludwig Hatschek in Österreich mini|Werbeschaltung für Eternit-Schiefer in der Bozner Zeitung, 1910 Die hochfesten Faserzementplatten wurden von dem Österreicher Ludwig Hatschek erfunden und im Jahre 1900 als Verfahren zur „Herstellung von Kunststeinplatten mit hydraulischen Bindemitteln“ zum Patent angemeldet. Im Jahr 1903 bekam das Produkt den Markennamen Eternit. Der Werkstoff Faserzement wurde 1904 in Deutschland eingeführt.Eternit in: Big Business in Österreich, Franz Mathis, 1987, 99.

Sieben Jahre lang forschte Hatschek nach einem feuerfesten Produkt für Dacheindeckungen, das leichter und haltbarer als Ziegel, billiger und universeller als Schiefer und beständiger als Blech sein sollte. Nachdem er mit Portlandzement – einer Mischung aus gebranntem Kalkstein, Wasser und Sand – das richtige Bindemittel gefunden hatte, gelang es ihm eine feuerfeste, frostbeständige, leichte Platte als dauerhaftes Dacheindeckungsmaterial zu fertigen. Hatschek begnügte sich im Allgemeinen mit Einkünften aus Lizenzgebühren und verkaufte Lizenzen für das Verfahren weltweit, ohne im Ausland eigene Werke zu errichten (Ausnahme: Nyerges Ujfalu bei Gran in Ungarn). Bereits 1910, nur ein Jahrzehnt nach der Patentierung, gab es Eternit-Fabriken unter anderem in Frankreich, der Schweiz, Deutschland, Österreich (Eternit-Werke), Ungarn, Belgien, Niederlande, Portugal, Italien, Großbritannien, Schweden, Dänemark, Rumänien, Russland, den USA und Kanada.

Vorkriegs- und Kriegsjahre der Deutsche Asbestzement AG (DAZAG) in Berlin 1929 gründete sich die Deutsche Asbestzement AG (DAZAG) in Berlin, die mit einem seinerzeit beachtlichen Startkapital von 4 Millionen Reichsmark starteteAsbest in der Moderne – Industrielle Produktion, Verarbeitung, Verbot, Substitution und Entsorgung, Wolfgang E. Höper, 2008, 102–103. und an der sich Hatschek über seine Vöcklabrucker Eternitwerke mit 10 % beteiligte. Den größten Teil des Aktienkapitals der DAZAG stellte die Familie Schmidheiny über ihre belgische Eternit AG.Wolfgang E. Höper: Asbest in der Moderne – Industrielle Produktion, Verarbeitung, Verbot, Substitution und Entsorgung. 2008, S. 103

Die Familie Schmidheiny war bereits früher über ihr Unternehmen „Holderbank“ Lieferant der Schweizer Eternit AG für Zement, bevor sie sich an ihr beteiligte (1920) und darüber Anteile an der belgischen Eternit AG übernahm (1922). Die wachsende Zahl der Eternit-Beteiligungen bündelten die Schmidheinys in ihrer Schweizer Holding „Amiantus AG“. Das belgische Eternit-Geschäft bauten die Familien Schmidheiny und Emsens über eine bereits 1905 von Alphonse Emsens erworbene Hatschek-Lizenz auf, bevor sie die DAZAG in Berlin etablierten.R. F. Ruers, N. Schouten: The tragedy of asbestos. Eternit and the consequences of a hundred years of asbestos cement, translated into English by Steven McGriffin, Socialistische Partij (Netherlands), Rotterdam 2005, S. 7, zitiert nach: Wolfgang E. Höper: Asbest in der Moderne – Industrielle Produktion, Verarbeitung, Verbot, Substitution und Entsorgung 2008, S. 103.

Die DAZAG nahm vergleichsweise schnell eine marktbeherrschende Stellung ein. Ab 1935 expandierte sie während des ökonomischen Aufschwungs deutlich (Marktanteil 1938: 54 %; 1100 Beschäftigte). Von 1939 bis 1962 war Hugo Buschmann (1899–1983) der Vorsitzende des Vorstands der Eternit AG. Von 1962 bis 1968 war er Mitglied des Aufsichtsrats.Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung: 1954–1955, Ulrich Enders, Michael Hollman, 2000, 237. 1963 wurde der seit 1955 als Technischer Direktor und Vorstandsmitglied bei Eternit tätige Ingenieur Heinz Pösch (* 1920 in Berlin)Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 955. Vorstand.

Eine restriktivere Devisenbewirtschaftung erschwerte und begrenzte die Rohstoffbeschaffung aus dem Ausland (u. a. Kanada, Südafrika, frühere Sowjetunion).Die ersten 50 Jahre unseres Unternehmens in: 50 Jahre Eternit Aktiengesellschaft, 75 Jahre Eternit in Deutschland, Eternit Aktiengesellschaft Berlin, 1979, 3. Max Schmidheiny äußerte später, dass die Familie nach dem Kriegsbeginn 1939 einige ihrer Mittel „in anderen geographischen Regionen einsetzte“, um nicht wieder ganz von vorne anfangen zu müssen. Die DAZAG produzierte in diesem Jahr 4,4 Millionen m² und stieg damit zum größten Hersteller auf. Zu Kriegsbeginn wurden große Teile der Asbestbestände beschlagnahmt.Asbest in der Moderne – Industrielle Produktion, Verarbeitung, Verbot, Substitution und Entsorgung, Wolfgang E. Höper, 2008, 103–104. Die Beschäftigtenzahl reduzierte sich bis Mitte 1940 auf 380. Für „kriegswichtige Zwecke“ wurden vor allem Beton-Barackenteile oder Luftschutztüren produziert.Eternit: Vom Aufstieg zum Ausstieg, Stahr, 164, zitiert nach: Asbest in der Moderne – Industrielle Produktion, Verarbeitung, Verbot, Substitution und Entsorgung, Wolfgang E. Höper, 2008, 104. Den Brüdern Max und Ernst Schmidheiny war es von der Schweiz aus möglich, mit Deutschland und den Alliierten Geschäfte zu betreiben und die Produktion trotz der bestehenden Knappheiten fortführen zu können.Eternit-Report. Stephan Schmidheinys schweres Erbe, Catrina, W., 1985, 45, zitiert nach: Asbest in der Moderne – Industrielle Produktion, Verarbeitung, Verbot, Substitution und Entsorgung, Wolfgang E. Höper, 2008, 105.

Teile der Betriebsanlagen fielen zwangsweise an die Luftwaffe („Gesellschaft für Luftfahrtbedarf GmbH“) und das Flugzeugreparaturwerk Rudow. Rohstoffe wurden immer knapper, die Suche nach Substituten blieb weitgehend erfolglos.Eternit: Vom Aufstieg zum Ausstieg, 165, zitiert nach: Asbest in der Moderne – Industrielle Produktion, Verarbeitung, Verbot, Substitution und Entsorgung, Wolfgang E. Höper, 2008, 104. 1943 lud das Reichsamt für Wirtschaftsausbau zusammen mit der Reichsstelle Kautschuk u. a. AEG, Degussa, Deutscher Normenausschuss, Heereswaffenamt, Rüstungsministerium, Fachgruppen, technische Hochschulen und das Kaiser-Wilhelm-Institut für Silikatforschung zu einer Tagung „Asbest“ ein, bevor die Rohasbestverarbeitung für zivile Zwecke verboten wurde.Verschiedene Quellen in: Asbest in der Moderne – Industrielle Produktion, Verarbeitung, Verbot, Substitution und Entsorgung, Wolfgang E. Höper, 2008, 104. Die DAZAG hatte bereits 1939 bei ihren Substitutionsversuchen die „Durnat“-Platten (mit Zement vermischtes Zellulosegemisch) entwickelt (Anteil 1939: 4,6 % der Produktion; 1943: 100 %).

Nachkriegsjahre der DAZAG und Umwandlung in die Eternit AG mini|Eternit-Werk in Heidelberg von Ernst Neufert (1954) Die kriegsbedingt eingestellte Produktion der DAZAG wurde 1949 wieder aufgenommen, bevor eine Umbenennung in Eternit AG erfolgte. In der Folge entstanden neue Werke in Heidelberg (1954), Neuburg an der Donau (1960) und Neubeckum/Westfalen (1962). 1975 wurde das Werk Neuss in die AG integriert.

Streit mit der „Bonner Bürokratie“ Am 23. Februar 1954 beantragte die Eternit AG in Berlin-Rudow aus FOA-Mitteln für die Berliner Wirtschaft bei der Bundesregierung einen Investitionskredit in Höhe von 3,6 Millionen DM, reduzierte den Betrag dann allerdings auf 2,8 Millionen DM. Zuvor hatte Eternit bereits mehrere ERP-Kredite erhalten. Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWI) zeigte eine ablehnende Haltung und begründete dies mit der seinerzeitigen marktbeherrschenden Stellung. Beschlüsse wurden immer wieder vertagt. Eternit wehrte sich am 6. Oktober 1954 mit einer an den regierenden Bürgermeister, Abgeordnete des Bundestages und Abgeordnete des Berliner Abgeordnetenhauses gerichteten und veröffentlichten Denkschrift „Betr.: Verhinderung des Wiederaufbaus des Eternitbetriebes Berlin-Rudow durch das Bundeswirtschaftsministerium“. Das BMWI vertrat die Auffassung, dass Eternit alle anderen Unternehmen ohne Rücksicht auf die Kostenlage unterbiete und machte dem Unternehmen den Vorwurf der Kapitalflucht. Dies solle nicht zusätzlich durch öffentliche Mittel gefördert werden. Diese insbesondere aus Konkurrenzunternehmen verlauteten Vorwürfe seien allerdings nicht ausschlaggebend für die Ablehnung gewesen. Bedenklich sei die Art, wie Eternit versuche seine Forderungen durchzusetzen, etwa mit einem Plakat am Eingangstor des Berliner Werks: „Die Remontage des Eternit-Werkes Berlin-Rudow wurde mit ERP-Mitteln gegen den Widerstand des Bundesministeriums für Wirtschaft durchgeführt. Was unvollendet bleibt, verdankt Berlin der Bonner Bürokratie.“ Der Vorstandsvorsitzende von Eternit Heidelberg habe zudem geäußert, dass Eternit in Berlin zu bleiben gedenke, „wenn das Bundesministerium für Wirtschaft sie nicht aus Berlin vertreibe“. Das BMWI erwog eine Beleidigungsklage. Auch Vizekanzler Franz Blücher (Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit; FDP) missbilligte das Verhalten der Eternit AG. Es bestehe ein Missverhältnis zwischen Umsatzzahlen und Umlaufvermögen. Es müsse korrekt geprüft werden, da auch die Amerikaner mit der Sache befasst seien. Der Bundesminister für Arbeit wies auf das Missverhältnis zwischen der Kreditsumme und den damit nur zu gewinnenden 150 Arbeitsplätzen hin. Positiv bewertet wurde das Verlegen der Verwaltung von Hamburg nach Berlin. Mit Schreiben vom 24. Januar 1955 zog Eternit seinen zwischenzeitlich auf 2,8 Millionen DM reduzierten Antrag zurück.Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung: 1954–1955, Ulrich Enders, Michael Hollman, 2000, 233–237.

Gesundheitsgefährdende Wirkung von Asbestfeinstaub