Visual Studio ist eine von dem Unternehmen Microsoft angebotene integrierte Entwicklungsumgebung für verschiedene Hochsprachen.

Die aktuelle Version Visual Studio 2026 (interne Nummer 18) unterstützt Visual Basic .NET, C, C++, C++/CLI, C++/CX, C#, F#, SQL Server, TypeScript und Python sowie HTML, JavaScript und CSS für die Entwicklung von Webanwendungen, Windows-Desktop- und Windows-Store-Apps. Visual Studio ermöglicht es Programmierern, sowohl native Win32/Win64-Programme als auch Anwendungen für die .NET-Plattform (inklusive des Vorgängers .Net-Framework) zu entwickeln. Darüber hinaus lassen sich mit Visual Studio Windows-Apps, dynamische Webseiten bzw. Webservices für das Internet/Intranet oder Azure-Services entwickeln. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Entwicklung von mobilen Apps für Windows Phone, Android und iOS mit durch Xamarin bereitgestellten Tools.

Bestandteile Funktionen Visual Studio gilt als komfortable Entwicklungsumgebung mit vielen Funktionen. Der Editor unterstützt z. B. eine von der Cursorposition abhängige Online-Hilfe, das Ein- und Ausblenden von Codeblöcken, farbliche Hervorhebung von Schlüsselwörtern, automatische Syntaxprüfung und IntelliSense, die automatische Methoden- und Funktionsergänzung während der Quelltext-Eingabe. Des Weiteren bietet die Entwicklungsumgebung grafische Schnittstellen zur Einbindung von Webservices, ActiveX- und .NET-Bibliotheken, einen „Server-Explorer“ zum Zugriff auf Datenquellen wie z. B. Microsoft SQL Server, den Windows-Nachrichtendienst oder WMI, sowie WYSIWYG-Editoren zur Entwicklung der Benutzeroberfläche von Windows- und Web-Anwendungen, zur Bearbeitung von Icons und von XML-Dokumenten.

Seit Visual Studio .NET (2002) erweiterte sich der Umfang der unterstützten Sprachen stark. Hierbei wirkt sich vor allem ein Zertifizierungsprogramm von Microsoft aus, das es Drittanbietern ermöglicht, eigene Sprachen als Ergänzungen zum Visual Studio anzubieten. Beispiele sind Delphi, Eiffel, F# oder Prolog. In Visual Studio 2008 wurde die Unterstützung für Microsofts Java-Variante Visual J# aufgegeben.

Visual Studio enthält einen integrierten Debugger. Dieser enthält die Funktion „Bearbeiten und Fortfahren“ und erlaubt das nachträgliche Anhängen an bereits laufende Prozesse, sowohl am lokalen Rechner als auch über das Netzwerk.

Für die Entwicklung von ASP.NET-Anwendungen enthält Visual Studio ab Version 2005 einen integrierten Webserver, sodass keine eigene IIS-Installation mehr notwendig ist. Ebenfalls neu in dieser Version sind Funktionen für das Refactoring, die bisher durch Zusatzprodukte („Add-Ins“) wie ReSharper oder Refactor! Pro nachgerüstet werden mussten.

Editoren Für die Entwicklung der Anwendungen stellt Visual Studio eine Vielzahl von Editoren zur Verfügung. Einige wichtige sind:

Code-Editoren für die oben genannten Programmiersprachen (textuell) Editoren für grafische Benutzeroberflächen (grafisch) Datenbank-/Datenbankschema-Editoren (grafisch, teilweise textuell) Editoren für HTML-Webseiten (grafisch und textuell) Editoren für XML, XSLT, Stylesheets und diverse auf XML basierende Konfigurationsdateien (textuell) Editor für XSD (grafisch und textuell) Grafikeditoren (Icons und Rastergrafiken) Editoren für Binärdateien (halbgrafisch) Editoren zum Erstellen von Installationsprogrammen für Anwendungen (grafisch) Editor für Klassendiagramme (grafisch, von Visual Studio 2005 an) Editor für Sequenzdiagramme (grafisch, von Visual Studio 2010 an)

Alle Texteditoren unterstützen Syntaxprüfung (Korrektheit des Sourcecodes), Syntaxhervorhebung, IntelliSense (automatischer Vorschlag von Elementen) und Autocomplete (automatische Vervollständigung von Elementen).

Versionsgeschichte (Windows) Übersicht Version Erschei-nungs-datum Versionsnummer in-tern Projekt-mappen(*.sln) 97 5 keine 6.0 6 .NET 7 7 .NET 2003 7.1 8 2005 8 9 2008 9 10 2010 10 11 2012 11 12 2013 12 12 2015 14 12 2017 15 12 2019 16 12 2022 17 12 2026 18 12 Neben dem offiziellen Vermarktungsnamen (z. B. Visual Studio 2015) gibt es für Visual Studio eine interne Versionsnummer, bei der es sich etwa in VS 2015 um die 14 handelt. Die Versionsnummerierung des Formats der Projektmappendateien (*.sln) ist nicht identisch mit der internen VS-Versionsnummerierung. Seit VS 2012 ist die Versionsnummer des Formats der Projektmappendatei unverändert geblieben, sodass Aufwärtskompatibilität mit späteren VS-Versionen besteht.

Version 97 Vor dem Erscheinen von Visual Studio 97 wurden die Produkte zur Programmierung von Microsoft einzeln vermarktet. Nachdem Visual C++ 4.0 ab Ende 1995 mit dem „Developer Studio“ bereits eine integrierte Entwicklungsumgebung (IDE) erhalten hatte, die auch von weiteren Sprachen und Tools verwendet wurde (insb. Fortran, Visual SourceSafe, Visual J++ und der MSDN Library), bot Microsoft ab 1997 alle aktuellen Produkte zusätzlich im Paket an. Visual Studio 97 erschien in zwei Editionen: In der „Professional“-Ausgabe sind Visual Basic 5.0, Visual C++ 5.0, Visual FoxPro 5.0, Visual J++ 1.1 und Visual InterDev 1.0 (ein neues Produkt für die Entwicklung von Webapplikationen) enthalten, außerdem InstallShield (in einer reduzierten Free Edition) und schließlich eine Reihe von SDK-Tools. Die „Enterprise“-Version weist zusätzlich die Versionsverwaltung Visual SourceSafe, Microsofts SQL-Server 6.5, Microsoft Transaction Server und weitere Datenbankwerkzeuge auf. „Fortran PowerStation“ ist nicht Bestandteil von Visual Studio, wohl da Microsoft das Produkt kurz zuvor eingestellt hatte und den Fortran-Übersetzer eines anderen Anbieters propagierte.DIGITAL and Microsoft Announce Developer Studio Licensing Agreement. Microsoft Pressenachricht Die enthaltenen Compiler unterstützen keinen 16-Bit-Code mehr. Für Visual Studio 97 erschienen drei (kumulative) Service-Packs.

Version 6.0 Das 1998 veröffentlichte Visual Studio 6.0 ist mit der Vorversion weitgehend vergleichbar, es erschien wieder in zwei Editionen. Die einzelnen Produkte weisen hier alle die Version 6.0 auf (wobei man zum Teil einfach Versionsnummern übersprungen hat). Neben vielen Verbesserungen ist die Sammlung an Entwicklungswerkzeugen und Zusatzkomponenten auch noch üppiger, insb. in der „Enterprise“-Ausgabe. Allerdings machte gerade dieser Umfang seinerzeit doch recht deutlich, dass Visual Studio im Grunde kein Produkt „aus einem Guss“ war. Während sich einige Programmiersprachen eine IDE teilen, kommen Visual C++, Visual Basic und Visual FoxPro weiter mit ihren eigenen Entwicklungsumgebungen daher. Eine ganze Reihe von Tools müssen auch separat installiert werden. Hingegen umfasst die Hilfe und Dokumentation, basierend auf der MSDN Library nun praktisch alle Produkte unter einem Dach (ein Umstand, der die gezielte Informationssuche jedoch nicht immer vereinfacht). Für Visual Studio 6.0 erschienen insgesamt sechs Service-Packs, davon war SP 5 kumulativ, SP 6 nur auf Visual Basic und Visual C++ bezogen.

Danach endete bei Microsoft die Ära der „klassischen“ Entwicklungswerkzeuge. Die nachfolgenden Versionen von Visual Studio basieren auf dem .NET Framework und weisen auch eine deutlich andere Zusammensetzung auf. Visual J++ wurde eingestellt, nachdem Sun die Weiterentwicklung untersagt (bzw. die erteilte Java-Lizenz aufgekündigt) hatte. Visual FoxPro erschien noch in den Versionen 7.0, 8.0 und 9.0, jedoch ausschließlich als Einzelprodukt. Visual Basic 6.0 erfreute sich noch längere Zeit einer relativ großen Beliebtheit, da es die letzte Version zur Erzeugung nativer Windows-Programme war. Microsoft hat eine Support-Erklärung für das Produkt wie auch einzelne Sicherheitsupdates herausgebracht. Archiveddocs

Version .NET Visual Studio in den Versionen 7 („2002“) und 7.1 („2003“) erhielt den Namenszusatz „.NET“ (also Microsoft Visual Studio .NET), da Version 7 erstmals die Entwicklung von Anwendungen erlaubte, die unter Microsofts .Net-Framework-Plattform liefen. Schwerpunkt bei dieser Version war die Einführung des .NET Frameworks 1.0 sowie der zugehörigen neuen Programmiersprachen C#, J# und Visual Basic.NET. Alle drei sind ausschließlich zur Entwicklung von Programmen geeignet, die unter der .NET-Laufzeitumgebung laufen. Visual Basic.NET ersetzte dabei Visual Basic 6, dessen Kompilate noch nativ unter Win32 liefen und das nicht weiterentwickelt wurde.

Version 2005 Der Nachfolger „Visual Studio 2005“ verwendet intern die Versionsnummer 8. Hier wurde der Namenszusatz „.NET“ wieder fallen gelassen, um zu verdeutlichen, dass die Entwicklung nativer Programme mit diesem Produkt ebenfalls möglich ist (allerdings nur noch in C++). Die Entwicklungsumgebung selbst benötigt das Framework, stellt es dem Entwickler jedoch frei, ob die Programme darauf basieren sollen oder nicht, abhängig von der verwendeten Programmiersprache. Mit VS 2005 wurde die Programmierung für das .NET Framework 2.0 forciert. Ein weiterer Pluspunkt ist die Integration sogenannter MDAs. Mit den abgespeckten Visual Studio Express Editionen (z. B. Visual C# 2005 Express Edition) standen erstmals kostenfreie Entwicklungsumgebungen von Microsoft selbst zur Verfügung.

Version 2008 Visual Studio 2008 (interne Versionsnummer 9) ist auf die neuen Möglichkeiten des .NET Framework der Versionen 3.0 und 3.5 ausgerichtet und bietet z. B. mit LINQ neue Funktionen. J# gehört nicht mehr zum Lieferumfang und ist auch nicht mehr separat erhältlich, da die Entwicklung eingestellt wurde.

Das Service Pack Nummer 1 (kurz SP1) wurde am 11. August 2008 für den deutschen Sprachraum veröffentlicht.Microsoft Visual Studio 2008 Service Pack 1 – Artikel bei Microsoft, vom 11. August 2008 Mit enthalten ist das Service Pack 1 für das .NET Framework in der Version 3.5. Mit diesem Service Pack werden Probleme behoben, die durch die Zusammenarbeit mit Microsoft-Kunden und -Partnern sowie durch interne Tests erkannt wurden. Zudem bieten diese Service Packs Verbesserungen des Reaktionsverhaltens, der Stabilität und der Leistung.

Bis Visual Studio 2008 wurde mit dem .NET Compact Framework auch die Softwareentwicklung für mobile Geräte, wie Smartphones und PDAs, unterstützt. Ab Visual Studio 2010 ist stattdessen eine Unterstützung der Entwicklung für Windows Phone verfügbar.MSDN Smart Device Development - Stellungnahme in der MSDN-Bibliothek zur Zukunft der Entwicklung für mobile Geräte

Version 2010 Visual Studio 2010 (interne Versionsnummer 10) besitzt eine umfassend überarbeitete Oberfläche, die auf der Windows Presentation Foundation basiert und mehrere angeschlossene Bildschirme unterstützt. F# wird nun erstmals mit dem Visual Studio ausgeliefert. Außerdem wurde eine neue Erweiterungsschnittstelle für den Code Editor eingeführt. Weiterhin beinhaltet Visual Studio 2010 einen neuen sogenannten Rückblick-Debugger, der Laufzeitinformationen (z. B. Variableninhalte) von ausgeführtem Code, der vor einem Haltepunkt liegt, anzeigen kann. Ferner stehen 64-Bit Compiler zur Verfügung. Wie bereits in der Vorgängerversion stellt Visual Studio 2010 einen integrierten Webserver für die Entwicklung bereit.

Als offizieller Erscheinungstermin für Visual Studio 2010 (zusammen mit dem .NET Framework 4.0) war von Microsoft der 22. März 2010 genannt worden, aber wegen der unbefriedigenden Arbeitsgeschwindigkeit der Beta-Versionen wurde der Releasetermin auf den 12. April 2010 verschoben, welcher letztlich auch eingehalten wurde. Anfang Dezember 2010 begann der Betatest des ersten Service Packs zu Visual Studio 2010,Jason Zander: Announcing Visual Studio 2010 Service Pack 1 Beta. blogs.msdn.com, 7. Dezember 2010; abgerufen am 21. Januar 2011. welches im März 2011 veröffentlicht wurde.