mini|Könnern, Luftaufnahme (2017) mini|Rathaus Könnern mini|Stadtkirche Könnern (bis 1911 Cönnern) ist eine Kleinstadt im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt.
Geografie Die Saale fließt am westlichen Stadtrand vorbei. Dieser Flussabschnitt gehört zum Naturpark Unteres Saaletal. Der Osten der Stadt Könnern wird von der Fuhne durchflossen.
Stadtgliederung Die Stadt gliedert sich in Ortschaften und Ortsteile:
Ortschaft Ortsteile Beesenlaublingen Beesenlaublingen, Beesedau, Kustrena, Mukrena, Poplitz und Zweihausen Belleben Belleben, Haus Zeitz und Piesdorf Cörmigk Cörmigk Edlau Hohenedlau, Kirchedlau, Mitteledlau und Sieglitz Gerlebogk Gerlebogk und Berwitz Golbitz Golbitz und Garsena Könnern Könnern, Nelben und Trebnitz mit Altmödewitz Lebendorf Lebendorf, Bebitz und Trebitz Strenznaundorf Strenznaundorf Wiendorf Wiendorf, Ilbersdorf und Pfitzdorf Zickeritz Zickeritz, Brucke und Zellewitz
Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind: Aschersleben, Alsleben (Saale), Plötzkau und Bernburg im Norden, Köthen und Südliches Anhalt (beide ABI) im Osten, Wettin-Löbejün (SK) sowie Gerbstedt (Landkreis Mansfeld-Südharz) im Süden, und Arnstein (Landkreis Mansfeld-Südharz) im Westen.
Eingemeindungen
Die Eingemeindungen nach Könnern fanden in den Jahren 1997 (Trebnitz)StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1997, 2003 (drei Gemeinden)StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003, 2005 (drei Gemeinden)StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2005 und 2010 (vier Gemeinden)StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010 statt.
Eingemeindungen in jetzige Ortsteile (ehemals selbständige Gemeinden) fanden 1950 (elf Gemeinden)Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt, 1957 (Kustrena) und 1961 (Piesdorf) statt. Im Jahr 1993 wurde ein Ortsteil umgegliedert.
Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung Bebitz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Lebendorf Beesedau 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Beesenlaublingen Beesenlaublingen 1. Januar 2005 Belleben 1. Januar 2005 Brucke 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Zickeritz Cörmigk 1. Januar 2010 Edlau 1. Januar 2010 Garsena 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Golbitz Gerlebogk 1. Januar 2010 Golbitz 1. Januar 2003 Hohenedlau 1. Juli 1950 Zusammenschluss mit Kirchedlau zu Edlau Ilbersdorf 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Wiendorf Kirchedlau 1. Juli 1950 Zusammenschluss mit Hohenedlau zu Edlau Kustrena 1. Januar 1957 Eingemeindung nach Beesenlaublingen Lebendorf 1. Januar 2003 Mukrena 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Beesenlaublingen Nelben 2. Januar 1993 Umgliederung von Gnölbzig Pfitzdorf 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Wiendorf Piesdorf 14. Juli 1961 Eingemeindung nach Belleben Strenznaundorf 1. Januar 2005 Trebitz bei Könnern 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Lebendorf Trebnitz 1. Mai 1997 Wiendorf 1. Januar 2010 Zellewitz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Zickeritz Zickeritz 1. Januar 2003
Geschichte Könnern In Könnern fand man 2009 einen verbogenen, 45,2 Gramm schweren goldenen Eidring aus der Bronzezeit.
Könnern wurde um 700 als sorbische Siedlung gegründet. Während des Kampfes der Sorben und Franken, die im Jahre 806 die Saale überschritten, entstand hier eine Burg an der Gabelung alter Handels- und Heerstraßen. Die Siedlung Könnern wurde 1004 oder 1007 durch Heinrich II. dem Erzstift Magdeburg geschenkt, im Jahre 1012 wurde der Ort erstmals als Conire in einer Urkunde von Bischof Thietmar von Merseburg erwähnt.
In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts ließ Erzbischof Wichmann in Könnern ein ländliches Gut erbauen. Nach mehrfachen Verpfändungen ab etwa 1300 gelangte Könnern 1479 an das Erzstift Magdeburg zurück. Eine Urkunde aus dem Jahre 1364 belegt, dass Könnern zu diesem Zeitpunkt ein Rathaus besaß und Stadtrecht hatte. Die Stadt Könnern gehörte als Mediatstadt zum Erzstift MagdeburgErwähnung des Orts im Buch "Geographie für alle Stände", S. 122 (ab 1680 brandenburg-preußisches Herzogtum Magdeburg).
Während der französischen Besetzung (1807 bis 1813) wurde Könnern dem Königreich Westphalen angegliedert und dem Distrikt Halle im Departement der Saale zugeordnet. Die Stadt war der Hauptort des Kantons Cönnern.Beschreibung des Saale-Departements Seit 1816 lag sie im Saalkreis der preußischen Provinz Sachsen.
Von 1952 bis 2007 gehörte Könnern zum Kreis Bernburg (1952 bis 1990 im DDR-Bezirk Halle, dann im Land Sachsen-Anhalt). Seit der Kreisreform 2007 ist die Stadt Teil des Salzlandkreises.
Trebnitz Der Ortsteil Trebnitz wurde 961 erstmals erwähnt, als Markgraf Gero hier eine Burg errichten ließ. Die Burg wurde nach ihrer Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg als Wasserschloss neu aufgebaut. Das in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von der örtlichen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft genutzte Schloss wurde im Jahr 2001 von Uwe Meenen für 100.000 DM erworben; dieser wollte aus dem Schloss ein so genanntes „nationales Schulungszentrum“ machen; als Betreiber war Steffen Hupka eingesetzt. Nach internen Streitigkeiten und Finanzproblemen wurde das Projekt aufgegeben. Im Jahr 2010 wurde das gut erhaltene Schloss mit 2.000 Quadratmetern Wohnfläche bei einer Versteigerung des Amtsgerichts Bernburg von den NPD-Politikern Thomas Wulff und Axel Schunk für 80.000 Euro erworben.
Bevölkerung Jahr Einwohner 1990 3.573 2005 8.242 2010 9.233 2015 8.603 2020 8.241 Jahr Einwohner 2021 8.109 2022 7.975 2023 7.998 2024 7.875 2025 7.804
Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Der starke Anstieg der Einwohnerzahl zwischen 1990 und 2010 ist auf Eingemeindungen zurückzuführen.
Religionen mini|hochkant|St.-Wenzels-Kirche In Könnern gibt es eine Kirche der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, die St.-Wenzels-Kirche, die nach Wenzel von Böhmen benannt ist.Altengerechtes Wohnen im St. Wenzelstift. Kanzler von Pfau’sche Stiftung, abgerufen am 1. Oktober 2021. Sowie eine Kirche der Neuapostolischen Kirche in Nord- und Ostdeutschland, deren Gemeinde Könnern auf das Jahr 1928 zurückgeht.90 Jahre Neuapostolische Gemeinde in Könnern. Neuapostolische Kirche Nord- und Ostdeutschland, 20. September 2018, abgerufen am 1. Oktober 2021.
Nachdem Könnern im 16. Jahrhundert durch die Reformation protestantisch geworden war, erfolgte 1932 die Einrichtung einer katholischen Kapelle, die sich in einem Nebengebäude der Gaststätte Emilius an der Leipziger Straße befand und am 28. März 1932 benediziert wurde. Ab 1937 gehörte Könnern als Kuratie zur Pfarrei St. Elisabeth (Alsleben). Im Haus Neue Straße 9 wurde ein Raum angemietet und eine neue Kapelle eingerichtet. Dies geschah ab Juli 1939, nachdem ein Plan von 1937, auf einem angekauften Grundstück am Friedhofsweg eine Kirche zu bauen, nicht realisiert werden konnte. Am 24. März 1940 fand die Benediktion der neuen Kapelle, die das Patrozinium der Kuratie, „Regina pacis et sancti Wenceslai“, bekam, durch Dechant Röseler aus Helbra statt.Rudolf Joppen: Das Erzbischöfliche Kommissariat Magdeburg. Band 21, Teil 10, St. Benno Verlag, Leipzig 1978, S. 82–89. Von 1964 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahre 1990 war Josef Gröschler (1918–2009) der letzte Kuratus in Könnern,Nachruf auf Pfarrer Josef Gröschler. Bistum Magdeburg, 23. Juli 2009, abgerufen am 5. Oktober 2021. nach seinem Eintritt in den Ruhestand wurde die Kapelle wieder aufgegeben. Katholiken in Könnern gehören heute zur Kirche in Alsleben (Saale).
Politik Stadtrat Der Stadtrat von Könnern besteht aus 20 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 59,2 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Cönneraner Unabhängige Wählergemeinschaft . . 14,4 % 3 SPD 14,9 % 3 14,2 % 3 Wählergemeinschaft Ortsfeuerwehren Könnern . . 13,7 % 3 Heimatvereine . . 11,9 % 2 CDU 20,4 % 4 10,3 % 2 FDP 13,2 % 3 9,7 % 2 Bündnis ländliches Könnern . . 9,4 % 2 Die Linke 13,5 % 3 6,9 % 1 Einzelbewerberin Kerstin Stadie – – 5,1 % 1 Einzelbewerber Ludwig Leschinger – – 4,4 % 1 Bündnis 90/Die Grünen 3,1 % – – – Insgesamt 100 % 20 100 % 20
Bürgermeister mini|Rathaus Könnern 1990–2015: Rainer Sempert (FDP) 2015–2022: Mario Braumann (parteilos) seit 2022: Martin Zbyszewski (SPD)
Braumann wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 22. März 2015 mit einem Vorsprung von 70 Stimmen gewählt.
Zbyszewski wurde in der Bürgermeisterwahl am 6. März 2022 mit 63,5 % der gültigen Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 6. März 2022 Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 61
Wappen
Flagge Die Flagge ist Blau – Weiß längsgestreift. Das Stadtwappen ist mittig auf die Flagge aufgelegt.
Sehenswürdigkeiten
Bauwerke Schloss Piesdorf, 1479 Lehen derer von Krosigk, ab 1754 der von Wedell, im Stil der Neorenaissance 1868 erbaut von Wilhelm von Wedell Gutshaus Beesedau, errichtet 1707 von Vollrath Leberecht von Krosigk-Sandersleben Gutshaus und Park Beesenlaublingen, ab dem 12. Jh. im Besitz derer von Krosigk Schloss Poplitz, erbaut ab 1671 für Bernhard Friedrich von Krosigk
Gedenkstätten Grabstätten auf den Friedhöfen der Ortsteile Belleben, Golbitz und Piesdorf von acht KZ-Häftlingen, die bei einem Todesmarsch vom KZ Langenstein-Zwieberge, einem Außenlager des KZ Buchenwald, in Richtung Köthen im April 1945 von SS-Männern ermordet wurden Grabstätten auf dem Ortsfriedhof für drei (nach anderen Angaben 15) unbekannte KZ-Häftlinge sowie für 20 während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppte Frauen und Männer, die Opfer von Zwangsarbeit wurden Grabstätten auf dem Friedhof des Ortsteiles Strenznaundorf für vier erschossene KZ-Häftlinge Grabstätten auf dem Friedhof des Ortsteiles Brucke für zwei KZ-Häftlinge
Wirtschaft und Infrastruktur Ansässige Unternehmen Bereits vor 1990 bestehende bedeutende Unternehmen: Flanschenwerk Bebitz (Ortsteil Bebitz) Deutsche Tiernahrung Cremer GmbH & Co. KG (deuka Futtermittelwerk) Betonwerk HTB Hoch- und Tiefbaustoffe In Könnern befindet sich eine der drei Zuckerfabriken Sachsen-Anhalts. Sie gehört zum Kölner Konzern Pfeifer & Langen. Bauerngut (Fleischwerke der Edeka Minden-Hannover, Zulieferbetrieb für Fleischprodukte der Edeka-Gruppe) Vebiro GmbH (Fachunternehmen für Gewässersanierung) mini|Könnern, Industriegebiet Nord, Pfeifer u. Langen, Luftaufnahme (2017) Butting Könnern (seit 2017, Übernahme der Sosta GmbH)Sosta-Werk in Könnern: Neustart mit der Butting-Gruppe und weniger Mitarbeitern, Mitteldeutsche Zeitung, abgerufen am 6. Mai 2025
Verkehr mini|Der Bahnhof von Könnern
Durch den Ort verlaufen die Landesstraßen L50 und L85. Könnern besitzt daneben einen Anschluss an der A 14 von Halle (Saale) nach Magdeburg.
Die vorhandene Schieneninfrastruktur auf der Bahnstrecke Halle–Halberstadt wurde in den vergangenen Jahren erneuert. Im Bahnhof Könnern als ÖPNV-Knotenpunkt halten die Regional-Express-Züge Halle–Halberstadt(–Goslar). Über die Bahnstrecke Könnern–Baalberge ist Könnern mit der Kreisstadt Bernburg verbunden. Diese Strecke wird von den Regionalbahnen Halle–Bernburg–Magdeburg mit Halt an allen Unterwegsbahnhöfen bedient. An dieser Strecke lagen auch die Haltepunkte Trebitz (b Könnern) und Bebitz (beides Ortsteile von Könnern), die bis zum 9. Dezember 2018 bedient wurden.
Bildung Sekundarschule (in Trägerschaft der Stadt Könnern) zwei Grundschulen eine Privatschule (Ersatzschule) fünf Kindertagesstätten und ein Schulhort in städtischer Trägerschaft zwei Kindertagesstätten und ein Schulhort in freier Trägerschaft
Söhne und Töchter der Stadt Im heute zu Könnern gehörigen Gebiet geboren: