mini|Bickendorf, Nimstalbrücke mini|Bickendorf, Jean Bertels 1597 Bickendorf ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört seit dem 1. Juli 2014 der Verbandsgemeinde Bitburger Land an und liegt in der Südeifel am Mittellauf der Nims.
Geographie Die Ortsgemeinde Bickendorf liegt im Nimstal circa acht Kilometer nördlich der Kreisstadt Bitburg. Die Gemarkung umfasst 549 ha. Der nächstgrößere Ort ist Rittersdorf, die nächste Stadt ist Bitburg.
Zu Bickendorf gehört der Wohnplatz Finkenhof.
Geschichte Der Ortsname geht auf die Zeit der fränkischen Landnahme ab dem 8. Jahrhundert zurück. Erstmalige Erwähnung fand „Bickendorf“ im Jahre 832 in einer Schenkungsurkunde des Klosters Echternach. Seit dem 13. Jahrhundert, bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, stand der Ort in luxemburgischer Herrschaft.
Alte Poststation Spätestens seit dem 16. Oktober 1596 bestand in Bickendorf eine Poststation am Niederländischen Postkurs von Brüssel über Arzfeld, Binsfeld und Lieser nach Rheinhausen, Augsburg, Innsbruck und Italien, belegt durch die vom Posthalter Joutz unterschriebene Postordnung.Hermann-Josef Becker: Der Postkurs Brüssel – Innsbruck im Eifel-, Mosel und Hunsrück-Raum. In: Postgeschichtliche Blätter der Oberpostdirektion Saarbrücken. Mitteilungen der Bezirksgruppe Saarbrücken der Gesellschaft für Deutsche Postgeschichte e. V. Saarbrücken 1962/1, , S. 14.Ernst-Otto Simon: Der Postkurs von Rheinhausen bis Brüssel im Laufe der Jahrhunderte. In: Archiv für deutsche Postgeschichte. 1/1990, S. 28. Diese Poststation wurde jedoch bereits 1680/81 infolge der massiven Kursverlagerungen unter Einbeziehung der Städte Luxemburg und Trier aufgehoben.Leon Bodé: Die Verlegung des italienisch-niederländischen Postkurses im Hunsrück, Eifel- und Ardennenraum. In: Archiv für deutsche Postgeschichte (AfdPg). 1/1994, S. 8–19.
Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Bickendorf, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 208 1835 253 1871 303 1905 309 1939 391 1950 444 1961 398 Jahr Einwohner 1970 427 1987 426 1997 432 2005 486 2011 491 2017 521
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Bickendorf besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Bürgermeister Dietmar Tures (parteilos) wurde am 24. Juni 2019 Ortsbürgermeister von Bickendorf. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit 66,55 Prozent der Stimmen gewählt worden.Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Direktwahlen. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde er ohne Gegenkandidat mit 78,9 % der Stimmen für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.
Der Vorgänger von Tures, Arnold Berg, hatte das Amt von 2009 bis 2019 ausgeübt.
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke mini|Burgstraße 4, Gutshaus (18. Jh.)Gutshaus mit sehenswertem Garten aus der Mitte des 18. Jahrhunderts Pfarrkirche St. Martin mit barockem Altar Nimsbrücke von 1920 aus rotem Sandstein Heimatmuseum Von Freher Wegekreuze, darunter zwei von 1623 und 1626, ergänzen die denkmalwerte Bausubstanz Der Ortskern Burgstraße ist als Denkmalzone ausgewiesen. Kriegerdenkmal auf dem Friedhofsgelände
Grünflächen und Naherholung Wanderrouten in und um Bickendorf mini|St. Martin, Altarwand (1738)Durch Bickendorf verläuft auch der Nimstal-Radweg
Regelmäßige Veranstaltungen Jährliches Kirmes- bzw. Kirchweihfest. Traditionelles Ratschen oder Klappern am Karfreitag und Karsamstag Hüttenbrennen am ersten Wochenende nach Aschermittwoch (sogenannter Scheef-Sonntag)
Wirtschaft und Infrastruktur Der Ort verfügt über eine Kindertagesstätte, eine Grundschule mit einer Gemeinde- und Turnhalle und einem Bolzplatz, eine kath. Pfarrkirche (St. Martin), zwei Spielplätze, einen Dorfplatz, eine Grillhütte und eine Kapelle.
Bickendorf hat mehrmals am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ erfolgreich teilgenommen.
Eine Bushaltestelle wird mehrmals täglich von Bussen der RMV angefahren. Der nächste Bahnhof ist Bitburg-Erdorf an der Eifelstrecke Köln–Trier.
Persönlichkeiten
Christoph von Veyder (1620/1640–1697), Herr zu Bickendorf, erwirbt 1680 die Burg Rittersdorf Alexander du Sartz de Vigneulles (1682–1758) heiratet 1707 Anna Maria von Veyder, Tochter von Christoph von Veyder, und wird Herr zu Bickendorf. Karl Ernst Schrod (1841–1914), Weihbischof von Trier, geboren in Bickendorf Johannes Fuchs (1874–1956), Verwaltungsjurist und Politiker (Zentrum), Oberpräsident der preußischen Rheinprovinz, Reichsminister
Literatur
Weblinks
Ortsgemeinde Bickendorf auf den Seiten der Verbandsgemeinde Bitburger Land
bei Hierzuland. SWR Fernsehen
Kulturpfad Bickendorf
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Eifelkreis Bitburg-Prüm Kategorie:Ersterwähnung 832