Die S-Bahn München ist neben der U-Bahn das wichtigste Verkehrsmittel des öffentlichen Personennahverkehrs im Großraum München. Sie wird von der DB Regio betrieben und ist in den Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) integriert. Zuständiger Aufgabenträger ist die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG).
Das S-Bahn-Netz entstand zu den Olympischen Sommerspielen 1972 aus mehreren bereits existierenden Vorortstrecken. Sie wurden elektrifiziert und mittels eines Tunnels verbunden. Dieser ist Teil der sogenannten Stammstrecke, die von Pasing über den Hauptbahnhof und die Innenstadt Münchens zum Ostbahnhof führt., auf dvwg.de
An Werktagen befördert sie zwischen 840.000 und 950.000 Fahrgäste, das Hauptverkehrsaufkommen liegt dabei bei den Pendlerströmen aus dem Münchner Umland in die Stadt München im morgendlichen Berufsverkehr und in der nachmittäglichen Hauptverkehrszeit wieder zurück. Die S-Bahn München beschäftigt etwa 1800 Mitarbeiter, davon sind etwa 750 als Lokführer und weitere 120 als Servicemitarbeiter angestellt.
Gemessen an der Länge des Streckennetzes ist die Münchner S-Bahn (nach der S-Bahn Rhein-Ruhr und der S-Bahn Mitteldeutschland) die drittgrößte Deutschlands.
Liniennetz mini|hochkant=1.3|Streckennetz der Münchner S-Bahn 2014–2024 Systematik Herzstück des S-Bahn-Netzes ist die Stammstrecke mit dem Verbindungstunnel, der das Münchner Stadtzentrum unterquert. Westlich des Tunnels verzweigt sich das Netz in sieben Streckenäste, deren Linien ursprünglich von Nord nach Süd von S 1 (Freising) bis S 7 (Wolfratshausen) durchnummeriert wurden. Diese werden, mit Ausnahme der S 7, über den Stammstreckentunnel mit den fünf Ostästen gekoppelt. Der Ast nach Ebersberg wird von zwei Linien bedient (S 4 und S 6). Die S 1 endet am Leuchtenbergring. Dadurch ergibt sich jeweils die Nummerierung im Osten. Im Juni 1991 gab es den ersten Wechsel von der S 4 zur S 5 auf dem Ast nach Ebersberg. Die Linie nach Wolfratshausen hieß zunächst S 10 und wurde erst mit der Einführung in die Stammstrecke zur S 7.
Um Linienänderungen auf dem östlichen Ast über Ismaning zum Flughafen zu vermeiden, wird für die dort verkehrende Linie abweichend vom beschriebenen Schema dauerhaft die Bezeichnung S 8 vergeben. Die Bezeichnung S 5, die aus dem Westast hervorgehen würde, wurde 2024 an eine neu geschaffene Linie vergeben, die als Stammlinie nur einen Ostast bedient; zuvor war die Liniennummer komplett entfallen.
Hinzu kommt mit der S 20, die von Pasing nach Höllriegelskreuth führt, eine Linie, die nicht durch den Stammstreckentunnel fährt. Der 20er-Nummernbereich der S 20 und der ehemaligen S 27 stammt aus der Zeit der Einführung dieser beiden Linien, da diese damals noch die Isar auf der Großhesseloher Brücke überquerten und weiter nach Deisenhofen führten und der Ast nach Holzkirchen über Deisenhofen noch die Nummer S 2 (statt heute S 3) trug.
Bis 2014 verkehrte auf der Bahnstrecke Dachau–Altomünster die dieselbetriebene Linie A, die ebenfalls zum S-Bahn-Netz zählte. Sie begann an der S 2 in Dachau und fuhr nach Altomünster. Im Rahmen des 520-Millionen-Euro-Ausbauprogramms wurde sie bis Dezember 2014 elektrifiziert und als Flügelstrecke in die S 2 eingebunden.Wolfgang Eitler: Umbau der Linie A: Ehrgeiziger Zeitplan für neue S 2. In: Süddeutsche.de, 4. Oktober 2013.
Im Kursbuch werden die S-Bahn-Linien unter den Kursbuchstrecken geführt. Die S 20 und S 27 hatten bis 2013 die Kursbuch-Streckennummer 999.20, die Linie A bis 2014 die Nummer 999.30.
Linien und Takt Der Grundtakt der Münchner S-Bahn (Linien S 1 bis S 8) beträgt ganztägig 20 Minuten. Auf Teilstrecken einzelner Äste wurde ab Herbst 2004 in der Hauptverkehrszeit durch Verstärkerzüge ein 10-Minuten-Takt eingerichtet. Dieser wurde jedoch gegen Ende der 2010er Jahre nach und nach durch immer häufigere Zugausfälle faktisch eingestellt. Diese verkehren allerdings – außer bei Baumaßnahmen in der Stammstrecke – seit Anfang 2020 wieder. Ein Sonderfall ist die Strecke nach Erding, wo in der Lastrichtung eine Kombination aus Expresszügen ab Erding und normalen S-Bahn-Zügen ab Markt Schwaben verkehrt, die sich ab Ostbahnhof in den 10-Minuten-Takt eingliedern. Ähnlich geschieht dies auch auf der S 5 zwischen Höhenkirchen-Siegertsbrunn und Kreuzstraße. Weiterhin gibt es auch auf der S 4-West sporadisch Verstärkerfahrten in der Hauptverkehrszeit, die allerdings nicht den Stammstreckentunnel befahren. Auf einigen Außenästen wendet einer von drei Zügen außerhalb der Hauptverkehrszeit bereits einige Halte vor der Endstation, so dass sich auf den letzten Teilstücken ein 20/40-Minuten-Takt ergibt. LinieAktueller StreckenverlaufAktuelle Bedienung: Takt in Minuten36px|S1Freising – / Flughafen – Neufahrn – Oberschleißheim – Feldmoching – Hauptbahnhof – Marienplatz – Ostbahnhof – Leuchtenbergring20′36px|S2Petershausen – / Altomünster – Dachau – Untermenzing – Hauptbahnhof – Marienplatz – Ostbahnhof – Riem – Markt Schwaben – Erding20′ Petershausen – Markt Schwaben20'/40' Markt Schwaben – Erding30' Dachau – Altomünster10′ Dachau – Ostbahnhof (+)36px|S3Mammendorf – Maisach – Olching – Pasing – Hauptbahnhof – Marienplatz – Ostbahnhof – Giesing – Deisenhofen – Holzkirchen20′10′ Maisach – Deisenhofen (+)36px|S4Geltendorf – Grafrath – Buchenau – Fürstenfeldbruck – Aubing – Pasing – Hauptbahnhof – Marienplatz – Ostbahnhof – Trudering – Haar (– Zorneding – Grafing – Ebersberg)20′20′ zeitw. Haar – Grafing (– Ebersberg)36px|S5Kreuzstraße – Aying – Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Ottobrunn – Neuperlach Süd – Giesing – Ostbahnhof – Marienplatz – Hauptbahnhof – Pasing (– Neuaubing – Germering-Unterpfaffenhofen – Weßling)20′ Aying – Pasing20'/40' Kreuzstraße – Aying20′ zeitw. Pasing – Germering-U. (– Weßling)36px|S6Tutzing – Starnberg – Gauting – Pasing – Hauptbahnhof – Marienplatz – Ostbahnhof – Trudering – Zorneding – Grafing – Ebersberg20′ Tutzing – Grafing20′/40′ Grafing – Ebersberg36px|S7Wolfratshausen – Höllriegelskreuth – Solln – Hauptbahnhof20′36px|S8Herrsching – Weßling – Germering-Unterpfaffenhofen – Pasing – Hauptbahnhof – Marienplatz – Ostbahnhof – Johanneskirchen – Ismaning – Flughafen36px|S20(Geltendorf – Grafrath – Buchenau – Fürstenfeldbruck – Puchheim –) Pasing – Solln – Höllriegelskreutheinzelne Züge in der HVZ (+) zusätzlich einzelne Verstärkerzüge, so dass zeitweise ein 10-Minuten-Takt entsteht
mini|Triebzug der Baureihe 423 auf der Linie S 7 bei Schäftlarn vor den Bayerischen Alpen mini|Die S 7 der S-Bahn München vor Alpenpanorama in Ebenhausen-Icking mini|S-Bahn München vor der Kulisse des Flughafens
Fahrplan-Symmetrie auf der Stammstrecke Im Jahresfahrplan 2015 verkehrten die Linien von Ost nach West auf der Stammstrecke in folgender Reihenfolge: S 2, S 6, S 7, (S 8), S 3, (S 2), S 4, S 1, S 8, (S 3) (in Klammern Taktverstärkerzüge)
In der Gegenrichtung fuhren die Züge exakt in umgekehrter Reihenfolge, was für gute Über-Eck-Anschlüsse unabdingbare Voraussetzung ist. Diese in den Anfangsjahren schon einmal vorhandene Fahrplan-Symmetrie wurde mit dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2004 wieder eingeführt. Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2009 (Inbetriebnahme des Haltes Hirschgarten) blieb die Reihenfolge der Züge der Westäste auf der Stammstrecke fast unverändert, nur diejenigen nach Maisach (Taktverstärker) und nach Petershausen wurden getauscht. Im Osten wurden die Äste nach Ebersberg und zum Flughafen je um zwei Minuten verschoben durch Tausch mit am Ostbahnhof endenden Linien. Dadurch haben alle „Takt-10-Linien“ auf der Stammstrecke einen tatsächlichen 10-Minuten-Takt. Des Weiteren wurde die Taktlage von/nach Holzkirchen um zehn Minuten verschoben durch Tausch mit der Trasse der „Takt-10-Verstärker“ von/bis Deisenhofen. Die Abfahrtszeiten auf den Außenstrecken blieben dabei weitgehend gleich, lediglich auf der S 3-Ost wurden sie um zehn Minuten verschoben.Linienänderungen ab Dezember 2009, beg.bahnland-bayern.de Auf den Taktverdichtungsästen nach Dachau (S 2), Maisach (S 3) und Zorneding (S 4/S 6) wurde der bisherige 8/12- oder 7/13-Minuten-Takt der Hauptverkehrszeiten zu einem fast exakten 10-Minuten-Takt verbessert, wie er nach Germering (S 8) und Deisenhofen (S 3) bereits bestand.
Alle über die Innenstadtstrecke verkehrenden Linien haben eine einheitliche Symmetriezeit (Begegnungszeit), die innerhalb der Stammstrecke eine halbe Minute nach :00 liegt, auf den Außenstrecken jedoch eine halbe Minute vor :00, aufgrund der zweiminütigen Pufferzeiten jeweils einwärts am Ostbahnhof sowie in Pasing (S 3, S 4, S 5, S 6, S 8) bzw. Laim (S 1, S 2).
Frühere Linien mini|Modernisierter Innenraum der Baureihe 423 29px|S10/29px|S22: Bis zur Untertunnelung der Fernbahngleise an der Donnersbergerbrücke verkehrte bis 31. Mai 1981 anstelle der heutigen S 7 die S 10 von Wolfratshausen via Solln bis Hauptbahnhof (Holzkirchner Flügelbahnhof, Gleise 5-10) sowie die S 22 von Deisenhofen via Solln zum Hauptbahnhof. Zwischen Harras und Hbf wurde nicht gehalten, da der Bf. Heimeranplatz erst 1982 eröffnet wurde, und die Stationen Hacker- und Donnersbergerbrücke südlich umfahren wurden.Chronik des Verkehrs Abgerufen am 12. Oktober 2015. Eingesetzt wurden lokbespannte Wendezüge. 29px|S5/29px|S11: Die S 5 und S 11 fuhren als Sonderlinien während der Olympischen Spiele 1972 über Johanneskirchen (S 5) bzw. Moosach (S 11) zum heute stillgelegten Bahnhof Olympiastadion. 29px|S22 Von Pasing über Mittersendling nach Deisenhofen verkehrten bis zur Eröffnung der S 7 Wendezüge unter der Bezeichnung S 12. Danach verkehrten diese Züge ohne S-Bahn-Bezeichnung. Später wurde die Linie verstärkt und erhielt als S 20 wieder eine S-Bahn-Bezeichnung. S 21: Diese Linie verstärkte während der Olympischen Spiele 1972 die S 1 an Wettkampftagen zwischen dem Starnberger Flügelbahnhof und Oberschleißheim. S 25: Diese Linie verkehrte als Verstärkerlinie mit rund 400 Meter langen Doppelwendezügen mit Zwischenlokomotive zwischen München Ost und dem Bahnhof Olympiastadion. 29px|S11, ab 1985 29px|S8, fuhr als Sonderlinie bei Großveranstaltungen im Olympiapark bis 1988 über Moosach zum Bahnhof Olympiastadion. 29px|S3/29px|S8: Bis zum Bau der Flughafenlinie S 8 (1991) bediente die S 3 die Strecke Nannhofen (seit 2004: Mammendorf)–Ismaning. Nach dem Bau der Strecke zum Flughafen endete die S 8 im Westen in Pasing, die S 3 fuhr im Osten bis zum Ostbahnhof. Später wurden die beiden Linien zusammengelegt, um die Stammstrecke zu entlasten. Wegen der großen Bedeutung der Flughafenlinie verzichtete man auf die Bezeichnung S 3. 29px|S3: Von Dezember 2004 bis Dezember 2005 erlebte die S 3 eine Renaissance: Sie fuhr im Berufsverkehr als Verstärkerlinie zwischen Maisach und Zorneding, um auf diesen Abschnitten den versprochenen 10-Minuten-Takt zu realisieren (Farbe Rot/Schwarz). Nach einem Jahr wurde diese Linienbezeichnung obsolet, da die West-Äste der S 4 und S 8 getauscht wurden, und diese Verstärker nun als S 4 mit verkürztem Linienweg verkehrten. Zum Fahrplanwechsel 2009 kam es zu einem erneuten Linientausch, wodurch auch die Direktverbindung Maisach-Zorneding wieder entfiel. 29px|S5: Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2009 entfiel die Bezeichnung S 5. Die Strecke nach Herrsching wird seitdem von der S 8, die Strecke nach Holzkirchen von der S 3 bedient. Im Dezember 2024 wurde die S 5 wieder eingeführt. Sie ersetzt die S 7 zwischen Kreuzstraße und Donnersbergerbrücke und verläuft von dort nach Pasing. In der Hauptverkehrszeit verkehrt sie als Verstärker der S 8 weiter nach Germering-Unterpfaffenhofen und zeitweise nach Weßling auf ihrem alten Ast. Nachdem die S 8 farblich an die alte S 5 angeglichen wurde, erfolgte bei der Wiedereinführung ein Farbwechsel. 29px|S3: Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2009 wurde die S 3 wieder eingeführt. Sie verläuft jetzt zwischen Mammendorf und Holzkirchen.