mini|rechts|Südansicht von Menningen (2014) Das Dorf Menningen ist ein Teilort der Stadt Meßkirch im baden-württembergischen Landkreis Sigmaringen in Deutschland.
Geographie Geographische Lage Menningen liegt etwa vier Kilometer östlich der Kernstadt bei rund 600 Meter über Normalhöhennull im Tal der Ablach. Die Ablach trennt die ursprünglich zwei Dörfer. Der größere Ort Menningen mit der St. Johannes-Kirche, dem Friedhof und der ehemaligen Schule (heute Gemeindesaal) liegt nördlich der Ablach, Leitishofen südlich. In Menningen mündet der durch die „Hofstatt“ fließende Talbach in die Ablach. Die Gemarkungsfläche umfasst rund 916 HektarGemarkungsfläche 9.164.044 m² (Stand: 31. Dezember 2010Angaben nach Martin Stehmer, Ordnungsamt der Stadt Meßkirch, vom 12. Januar 2011.).
Gemeindegliederung Zu Menningen gehört der unmittelbar angrenzende Weiler Leitishofen, ehemals Leutishofen (1564–1567), Liutinshoven (1265), Liutishoven, Lutishoven und Luthenshoven (1271).
Geschichte Über den Zeitpunkt der ersten Ansiedlungen herrscht Unklarheit. Die Besiedlung dürfte um die Jahre 700 bis 400 v. Chr. gewesen sein, als die Kelten ins heutige Süddeutschland vorgedrungen sind. Grabhügel in Leitishofen, die aus der Hallstattzeit stammen, sind die ersten Spuren aus der Frühzeit. Menningen liegt an siedlungstopographisch günstigster Stelle im Ablachtal und dürfte als Siedlung der alemannischen Landnahme um 300 n. Chr. entstanden sein. Dafür spricht, dass alle Ortschaften, deren Namen auf -ingen (Das alte Wort für „Verwandte“ ist „Ingen“) enden, auf Siedlungen von Alemannen zurückgehen. Spätere Ausbausiedlungen des 8. bis 10. Jahrhunderts sind die -hausen-, -hofen-, -stetten-Namen, so auch Leitishofen.Werner Fischer: Älter als die Ersterwähnung. In: Südkurier vom 12. September 2003
Ob Leitishofen mit „Leidighofen“ (Leidigkofen, Leidinehoven, Ledinehouin, Lethdenchoven oder Lediuchoufn) gleichzusetzen ist, ist noch unbelegt.Vgl. B. Hidber: Schweizerisches Urkundenregister. Allgemeine geschichtforschende Gesellschaft der Schweiz. 1863
Das alte Salemer Urkundenbuch der Zisterzienser nennt Menningen im Jahr 1175 das erste Mal. Die Rede ist hierin von zwei germanischen Rittern Gernot und Berthold von Menningen. 1241 ist ein Ritter von Leitishofen erwähnt, der als Zeuge zu einem Gutskauf zugegen war. Im Jahre 1348 wurde Menningen (Burg und Dorf) und Leitishofen an Ritter Berthold von Rohrdorf und bereits 1354 an Werner von Zimmern verkauft. Die Herren von Zimmern hatten für das Doppeldorf Menningen-Leitishofen die Oberhoheit. Nach dem Aussterben des Geschlechtes der Zimmern und der Heirat von Johanna Eleonora von Zimmern mit Graf Wartislaus von Fürstenberg, ging alles an die Fürstenberger über.
Das Kloster Wald hatte im 14. Jahrhundert auf Leitishofer Gemarkung Besitzungen.
mini|Wappen derer von Gremlich, Gemälde (des 19. oder 20. Jahrhunderts) an der Fassade des ehemaligen Gasthofs Ritter neben dem Wasserschloss Menningen mini|Allianzwappen (1732) für Froben Ferdinand von Fürstenberg (1664–1741) und seiner Ehefrau Gräfin Maria Theresia Felicitas von Sulz an der Fassade des Wasserschlosses Menningen Einen großen Einfluss und besondere Bedeutung hatte zwischenzeitlich die Herrschaft der Gremlich. Die Gremlich waren eines der vier bürgerlichen Patriziergeschlechter des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation. Erstmals sind die Gremlich 1216 in Pfullendorf erwähnt, wo sie bis 1587 eine Amtmannsstelle innehatten. Die Reichsritter von Gremlich sind seit 1391Zum Weitersagen! Wussten Sie eigentlich, dass…. In: Südkurier vom 10. August 2011 als Ortsherren von Menningen und Leitishofen nachgewiesen. Sie unterstanden als Lehenträger den Herren von Zimmern in Meßkirch und nach deren Aussterben 1594 der Herrschaft von Fürstenberg.
Sitz der Gremlich war eine zwischen Menningen und Leitishofen stehende Wasserburg, das „Wasserschloss Menningen“, dem heutigen Pfarrhaus von Menningen. Das Verhältnis der Gremlich zu den Zimmern war freundschaftlich und des Öfteren wohnten sie als Gäste in der Burg. Weitere Zweige der Familie blühten in Krauchenwies, Hasenweiler und Zußdorf. Seit dem 16. Jahrhundert übernahmen die Menninger Gremlich durch Heirat sogar Wappen und Namen der ausgestorbenen edelfreien Herren von Jungingen. So wird zum Beispiel ein Jakob Gremlich von Jungingen zu Menningen in einem Schreiben an Salem am 8. Juli 1580 genannt.
Die Linie des Geschlechts der Gremlich erlosch mit dem Tode von Johann Gremlich im Jahre 1664. In seinem Testament verfügte der gläubige Herr, dass er wie seine Vorfahren im Gotteshaus in Menningen unter dem Bogen des Chores seine letzte Ruhestätte finden wolle. Nach dem Tod fiel die kleine Ritterherrschaft Menningen 1664 zurück an die Herrschaft Meßkirch.
Die beiden Wappenbilder der Gremlich mit dem silbernen Feld und dem aufgerichteten schwarzen Steinbock erinnern heute noch in der Pfarrkirche an das Geschlecht der Gremlich, die über Jahrhunderte das Dorf prägten. Im Gemeindesiegel, wie auch in den Wappen der Menninger Vereine wird der Steinbock, das Wappentier der Gremlich, gezeigt und mit Stolz auf der Vereinskleidung getragen.
Menningen hatte im Mittelalter durch die verschiedenen Herrschaften im Wasserschloss und auch nach dem Aussterben der Reichsritter Gremlich 1664 einen besonderen Anziehungspunkt als Marktflecken bis um das Jahr 1792.
Menningen mit Leitishofen kam 1806 mit dem fürstlich-fürstenbergischen Oberamt Meßkirch zum badischen Amtsbezirk Meßkirch.
Doch gab es auch Streitereien zwischen den Menningern und den Nachbarn vom anderen Ablachufer, den Leitishofern. So spielten 1831 die Menninger ihre Macht aus und sperrten Wege für Auswärtige. Erst 1932 wurde der kleinere Ort Leitishofen mit Menningen zusammengeschlossen und die Stabhalterschaft in dem Ort wurde endgültig abgeschafft.
Am 22. Februar 1945 wurde bei einem Tieffliegerangriff bei Menningen der Faschistenführer Jacques Doriot in seinem Fahrzeug getötet.Hermann-Peter Steinmüller (hps): Luftangriffe vor 75 Jahren auf Meßkirch: Ehemaliger Bundeswehr-Kampfpilot Joachim Streit stellt Nachforschungen an. In: Südkurier vom 21. Februar 2020Jennifer Kuhlmann: Vor 75 Jahren: Als ein französischer Faschist in Mengen beerdigt wurde. In: Schwäbische Zeitung vom 22. Februar 2020
Die Gemeindereform brachte es mit sich, dass Menningen nach dem Abschluss eines freiwilligen Eingliederungsvertrages am 1. Januar 1974 nach Meßkirch eingemeindet wurde. 2012 wohnten 456 Einwohner (232 weibl., 224 männl. [Stand: 31. Dez. 2012]) der Stadt Meßkirch; abgerufen am 19. Januar 2013. im Ort. Heutzutage schätzt man das Dorf auf rund 500 Einwohner.
Name Das heutige Dorf führte im Laufe der Jahrhunderte unter anderem folgende Namen: Menningen (1263), Man(n)ingen (1345), Man(n)ingin, Meningen und Menigen (1320).Albert Krieger: Topographisches Wörterbuch des Grossherzogtums Baden. Badischer Historische Kommission 1893-98. M. Sändig 1972, ISBN 3-500-24470-X
Religionen Menningen ist vorwiegend römisch-katholisch geprägt.
Politik Derzeitiger Ortsvorsteher ist Tobias Schatz (Stand 2019).
Wappen Das Wappen, welches dem Wappen der ehemals selbstständigen Gemeinde Menningen ähnelt, zeigt in Silber einen rot bezungten schwarzen Steinbock.
Partnerschaften Seit 1978 unterhält Menningen einen partnerschaftlichen Austausch mit Menningen/Saar, einem Teilort der Stadt Merzig, der in der Größe und Struktur dem badischen Menningen ähnelt. Die Freundschaft entwuchs einer anfänglichen Beziehung der Sportvereine, die sich auf fast alle Vereine beider Orte ausweitete.Karl Mägerle: Jubiläum. Menningen feiert 30 Jahre Freundschaft mit Menningen. In: Schwäbische Zeitung vom 23. September 2008
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke
mini|hochkant|Katholische Pfarrkirche St. Johannes Wichtigste Sehenswürdigkeit in Menningen ist die Pfarrkirche St. Johannes, die sich seit der jüngsten Renovierung in neuem Glanz, wieder mit barocker Ausstattung, präsentiert. Der einstige Meßkircher Filialort wurde 1632 dank der Stiftungen des Ortsherrn Hans Gremlich zur eigenständigen Pfarrei, die allerdings inzwischen seit mehr als 30 Jahren nicht mehr besetzt ist. Der heutige Kirchenbau stammt von 1725 und ist ein Werk des Meßkircher Hofbaumeisters Johann Georg Brix. Ein anderer Meßkircher Künstler, der Barockmaler Jakob Lenz, fertigte die beiden Seitenaltarbilder, die den Tod des heiligen Joseph sowie die Marter des heiligen Sebastian darstellen. Die ebenfalls von Lenz gefertigten Deckengemälde sind 1882 einer historistischen Renovierung zum Opfer gefallen. Wertvolle Kunstwerke verdankt die Kirche den Herren von Gremlich: ein 1494 geschnitztes, spätgotisches Kruzifix, das 1650 entstandene und sehr beachtenswerte frühere Hochaltarbild mit der Heimsuchung Mariens oder zwei kunstvoll geschnitzte Totenschilde, die an die unter der Kirche bestatteten einstigen Ortsherren erinnern.Armin Heim: Verborgene Schätze in Menningen. In: Südkurier vom 26. August 2005 2015 wurde der Kirchturm mit seinen fünf Kirchenglocken saniert. Die große Glocke mit der Jahreszahl 1565, die kleine Taufglocke aus dem 13. Jahrhundert und die Glocken aus den 1950er-Jahren wurden bei der Turmsanierung mit einem Holzglockenstuhl versehen.Karl Mägerle: Menninger lernen Schätze der Dorfkirche kennen. In: Schwäbische Zeitung vom 22. Juni 2015 Die Vierzehn-Nothelfer-Kapelle, im Volksmund „Käpelle“ genannt, thront auf einem Hügel nördlich von Menningen. Der heutige Bau der Vierzehn-Nothelfer-Kapelle stammt aus dem 19. Jahrhundert, der Ursprung der Kapelle verliert sich aber im Dunkel der Geschichte. Im März 2008 wurde – durch wahrscheinlich zu eng aufgestellte offene und brennende Kerzen – der Innenraum sehr stark mit Ruß überzogen, so dass eine Auffrischung mit Farbe notwendig war. Der neu hergerichteten Innenraum der Kapelle wurde im Juli 2008 bei der Hagelprozession neu gesegnet. Die Geschwister Anita & Alexandra Hofmann aus Igelswies lassen immer wieder Blumengebinde an der Stätte aufstellen.Karl Mägerle: Neuer Glanz für “Käpelle”. In: Südkurier vom 11. Juli 2008 mini|Das Wasserschloss Menningen – Aufnahme von Südosten Das herrschaftliche Wasserschloss Menningen geht zurück auf eine ältere Wasserburg. Als Sicherheit diente hier ein großer Wassergraben, der um das ganze Schloss angelegt war und von der nahe fließenden Ablach geflutet werden konnte. Ein Zugang war dann nur über eine Zugbrücke möglich. Fürst Froben Ferdinand von Fürstenberg ließ die alte Wasserburg 1732 in ein dreigeschossiges, barockes Schlösschen umbauen, das dem Meßkircher Hof fortan als Lust- und Jagdschloss diente. Nach dem Erlöschen der Meßkircher Residenz diente das Schloss noch einige Zeit als fürstenbergisches Forsthaus, ehe das Rittergut vom Fürstenhaus in Donaueschingen stückweise veräußert und 1852 schließlich auch das Schloss selbst als Pfarrhaus an die Kirchengemeinde verkauft wurde. Das Innere des Gebäudes beeindruckt vor allem durch die Großzügigkeit der Räumlichkeiten sowie durch den originalen barocken Dachstuhl. Das sanierungsbedürftige Baudenkmal stand seit 2002 leer und wurde 2020 an eine Privatperson verkauft. Der Gasthof zum Adler in Leitishofen wurde zum ersten Mal 1423 als heiliger Lehenhof zum Unterhalt der Kirche in Menningen erwähnt und wird in der sechsten Generation von Familie Bücheler betrieben. Um 1800 wurde die Wirtschaft in Leitishofen der „Goldene Adler“ genannt.Karl Mäglere: Ganze Familie bewirtet die Gäste. In: Südkurier vom 5. August 2006 Am Engelswieser Sträßle befindet sich das Grab des unbekannten Soldaten. Das Soldaten-Denkmal erinnert an die Schlacht bei Meßkirch am 5. Mai 1800, bei der nach 13-stündigem Kampf 7000 Gefallene zurückblieben.Radwanderung. Albverein bietet Tour „Kultur pur“ an. In: Südkurier vom 5. September 2011
Naturdenkmäler Zu den natürlichen Sehenswürdigkeiten von Menningen zählen:Durchs Felsentäle. In: Südkurier vom 23. März 2004 mini|Naturbrücke im „Felsentäle“