mini|Mahlspüren im Hegau von Nordwesten

Mahlspüren im Hegau ist ein Stadtteil von Stockach im baden-württembergischen Landkreis Konstanz in Deutschland.

Geographie Lage Die ehemals selbständige Gemeinde Mahlspüren liegt im Hegau, rund dreieinhalb Kilometer nordwestlich der Stockacher Stadtmitte.

Nachbarorte Nordwestlich von Mahlspüren liegt der auch zu Stockach gehörende Stadtteil Raithaslach, im Osten der Weiler Windegg an der Bundesstraße 14, und im Süden erhebt sich der bis zu hohe Nellenburger Berg.

Gliederung Zu Mahlspüren im Hegau gehören das Dorf Mahlspüren, der Weiler Windegg, die Höfe „Auf den Reuten“ („Taubenhof“), „Härtle“ (Oberes), „Harthof“, „Kehlenhof“, „Letten“ (Obere und Untere), „Schleichenhof“, „Schlierbahn“, „Stockfelderhof“ und „Unteres Härtle“ („Ozenbühl“).

Geschichte Anfangs war Mahlspüren im Besitz der Grafen von Nellenburg und des Konstanzer Bischofs. Burgstall (Burg Mahlspüren) und Niedergericht wurden 1603 durch die Vormünder des Albrecht Hans von Reischach-Immendingen an Erzherzog Maximilian verkauft, seither gehörte der Ort zur Landgrafschaft Nellenburg, die sämtliche anderen Rechte besaß.Das Land Baden-Württemberg. Band VI. S. 780

Im März 1972 gaben 148 Bürgerinnen und Bürger von 227 Stimmberechtigten Mahlspürens 61 Ja-Stimmen sowie 86 Nein-Stimmen ab und stimmten so gegen eine Eingliederung nach Stockach.Heimatchronik der Stadt Stockach und ihrer Stadtteile. In: Hegau – Zeitschrift für Geschichte, Volkskunde und Naturgeschichte des Gebietes zwischen Rhein, Donau und Bodensee. Selbstverlag des Hegau-Geschichtsvereins Singen e. V. Jahrbuch 1992/93, S. 307. Am 1. Januar 1975 wurde Mahlspüren dennoch nach Stockach eingemeindet.

Name Im 13. Jahrhundert wurde der Ort als „Walsburon“ erwähnt, 1291 als „Walsburron“, 1360/70 als „Malsburren“.

Einwohnerentwicklung Jahr 1852 1871 1880 1890 1900 1910 1925 1933 1939 1950 1956 1961 1970 2016 2017 Ref. Einwohner 281 291 319 310 315 295 328 313 305 351 329 331 323 466 470 Bevölkerungsentwicklung beim Statistischen Landesamt Baden-Württemberg; abgerufen am 12. November 2018.Bevölkerungsentwicklung (interne Fortschreibung) bei www.stockach.de; abgerufen am 13. November 2018 weiblich 139 147 168 167 168 150 172 158 157 175 166 174 164 Geschlechterverteilung bei www.leograph-bw.de; abgerufen am 12. November 2018. männlich 142 144 151 143 147 145 156 155 148 176 163 157 159 römisch-katholisch 324 327 310 285 Religionszugehörigkeit bei www.leograph-bw.de; abgerufen am 12. November 2018.Religionszugehörigkeit 1858 und 1925 bei www.leograph-bw.de; abgerufen am 12. November 2018. evangelisch 4 23 17 32 sonstige Konfession/en – 1 4 6

Politik Wahlergebnisse Wahlen zur verfassunggebenden Württembergischen Landesversammlung und deutschen Nationalversammlung ParteiErgebnisse der Wahlen zur verfassunggebenden Württembergischen Landesversammlung und deutschen Nationalversammlung am 12. und 19. Januar 1919 bei www.leograph-bw.de; abgerufen am 12. November 2018. 1919 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 15,0 % Deutsche Demokratische Partei (DDP) 36,8 % Zentrumspartei (Z) 42,9 % Bürgerpartei (BP) / Deutschnationale Volkspartei (DNVP) 5,3 %

Reichstagswahl ParteiErgebnisse der Reichstagswahl am 31. Juli 1932 bei www.leograph-bw.de; abgerufen am 12. November 2018. 1932 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 0,9 % Deutsche Demokratische Partei (DDP) / Deutsche Staatspartei (DStP) 5,3 % Zentrumspartei (Z) 28,9 % Deutschnationale Volkspartei (DNVP) / Christliche Volkspartei (CVP) 6,1 % Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) 27,2 % Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) 31,6 %

Landtagswahlen ParteiErgebnisse der Landtagswahlen bei www.leograph-bw.de; abgerufen am 12. November 2018. 1952 1956 1960 1964 1968 Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 48,4 % 55,6 % 43,5 % 55,0 % 55,7 % Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 23,4 % 12,7 % 27,5 % 18,0 % 15,1 % Demokratische Volkspartei (DVP) / Freie Demokratische Partei (FDP) 18,8 % 21,4 % 21,7 % 19,0 % 19,4 % Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) 3,1 % 9,5 % 2,9 % 1,0 % – Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) – – – – 9,2 % Sonstige 6,3 % 0,8 % 4,4 % 7,0 % 9,2 %

Bundestagswahlen ParteiErgebnisse der Bundestagswahlen bei www.leograph-bw.de; abgerufen am 12. November 2018. 1949 1953 1957 1961 1965 1969 Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 53,5 % 71,0 % 56,3 % 52,6 % 60,5 % 66,7 % Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 13,1 % 11,8 % 13,3 % 17,5 % 19,2 % 18,4 % Demokratische Volkspartei (DVP) / Freie Demokratische Partei (FDP) 21,2 % 4,1 % 18,4 % 25,3 % 16,2 % 5,7 % Sonstige (KPD, GB/BHE, NPD und andere) 12,2 % 13,1 % 12,0 % 4,6 % 4,1 % 9,2 %

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Sehenswürdigkeiten Kirche St. Vitus mit Orgel von Wilhelm Schwarz & Sohn

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Durch Mahlspüren verläuft die Kreisstraße 6177. Über diese ist der Ort mit der Landesstraße 440 im Norden sowie der Bundesstraße 14 im Osten verbunden.

Postwesen mini|Posthilfstelle-Stempel„7769 Mahlspüren im Hegau“ (1962)

Stockach war schon im 16. Jahrhundert eine bedeutende Poststation. Über Jahrhunderte liefen hier große, zwischenstaatliche Reiter- und Postkurse der Strecken Ulm-Basel, Stuttgart-Zürich und Wien-Paris zusammen. 1845 zählte die hiesige Posthalterei noch 60 Pferde.Infotafel am heutigen Stockacher Postgebäude in der Schillerstraße

Privatpersonen mussten vor 1821 ihre Post auf der Stockacher Postanstalt selbst abgeben. Dann entstand durch die Einrichtung einer Amtsbotenanstalt die Möglichkeit, dass Privatpersonen ihre Post einem Amtsboten übergeben konnten. Dieser brachte die Post anfangs zweimal, später dreimal wöchentlich zur Stockacher Postexpedition. In den 1850er Jahren wurde die Amtbotenanstalt aufgrund stetig zunehmendem Schriftverkehr aufgehoben, ihre Dienste der Post übertragen und zum 1. Mai 1859 die Landpostanstalt ins Leben gerufen. Im Amtsbezirk Stockach wurde unter anderem folgender Botenbezirk eingerichtet: Botenbezirk No. I, Montag/Mittwoch/Freitag: Stockach–Hindelwangen–Zizenhausen–Mahlspüren–Raithaslach–Münchhöf–Hoppetenzell–Stockach

Poststücke, die in die jeweilige Brieflade vor Ort eingeworfen worden waren, wurden vor der Weiterleitung vom Postboten mit einem Uhrradstempel, in Mahlspüren mit der 3., versehen.Edwin Fecker: Der Landpostbezirk von Stockach im Rundschreiben Nr. 140 der „Arbeitsgemeinschaft Baden“ im Bund Deutscher Philatelisten e. V. (BDPh), Herbst 2004; Seite 1713ff.

Weblinks

Stadtteil Mahlspüren im Hegau bei www.stockach.de

Einzelnachweise

Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Konstanz) Kategorie:Gemeindeauflösung 1975 Kategorie:Ort im Landkreis Konstanz Kategorie:Ortschaft von Stockach