Basisdaten Landeskirche: Evangelische Landeskirche in Württemberg Prälatur: Reutlingen Gliederung: 28 Kirchengemeinden Gemeindeglieder: ca. 26.000 (2026) Adresse desDekanatamtes: Pfarrstr. 375305 Neuenbürg Dekan: Joachim Botzenhardt Karte 200px|Lage des Kirchenbezirks Neuenbürg innerhalb der Evang. Landeskirche in Württemberg
Der Evangelische Kirchenbezirk Neuenbürg ist einer von derzeit (2026) 35 Kirchenbezirken bzw. Kirchenkreisen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sein Gebiet ist deckungsgleich mit dem Dekanat Neuenbürg.
Geografie Der Kirchenbezirk Neuenbürg liegt im Westen der württembergischen Landeskirche. Sein Gebiet umfasst den Südwesten des Enzkreises, also das Gebiet der politischen Städte und Gemeinden Birkenfeld, Engelsbrand, Keltern (nur Ortsteil Niebelsbach), Neuenbürg und Straubenhardt (ohne Ortsteil Langenalb), den Norden des Landkreises Calw, also die Städte und Gemeinden Bad Herrenalb, Bad Wildbad (seit 1. Januar 2019 mit dem Ortsteil Aichelberg – bis 31. Dezember 2018 gehörte die Kirchengemeinde Aichelberg zum Kirchenbezirk Calw), Dobel, Enzklösterle, Höfen an der Enz, Schömberg und Unterreichenbach (nur Ortsteil Kapfenhardt) sowie die Gemeinde Loffenau im Landkreis Rastatt.
Nachbarkirchenbezirke Der Kirchenbezirk Neuenbürg grenzt im Südosten nur an den Kirchenbezirk Calw-Nagold. Ansonsten ist er vollständig von der Evangelischen Landeskirche in Baden umgeben.
Geschichte Das Gebiet des heutigen Dekanats bzw. Kirchenbezirks Neuenbürg gehört zum alten Kernland Württembergs, das ab 1534 die Reformation einführte, so dass das Gebiet ganz evangelisch geprägt ist. Das heutige Dekanat Neuenbürg geht zurück auf das Dekanat Wildbad (damals als Superintendenz bezeichnet), das bald nach der Reformation errichtet wurde und für die Gemeinden der Oberämter Neuenbürg und Herrenalb zuständig war. Dekan war der Stadtpfarrer von Wildbad. 1836 wurde der Sitz des Dekanats Wildbad nach Neuenbürg verlegt, nachdem dies bereits 1822 in Erwägung gezogen worden war. Somit war von da an der Stadtpfarrer von Neuenbürg Dekan. Bereits 1702 bis 1709 hatte es ein Dekanat Neuenbürg gegeben. Das Dekanat Wildbad bzw. das spätere Dekanat Neuenbürg unterstand zunächst dem Generalat Maulbronn, ab 1823 dem Generalat Tübingen. Nach dessen Auflösung 1913 kam es zum Generalat Reutlingen, aus dem die heutige Prälatur Reutlingen hervorging.
Leitung des Kirchenbezirks Die Leitung des Kirchenbezirks obliegt der Bezirkssynode, dem Kirchenbezirksausschuss (KBA) und dem Dekan. Derzeitiger Dekan ist seit 2012 Joachim Botzenhardt, der zugleich einer der Pfarrer in Neuenbürg ist.
Dekane des Kirchenbezirks Wildbad bzw. Neuenbürg seit 1797 1797–1812: Philipp Ludwig Finckh, Dekan in Wildbad 1812–1815: Gottfried Ulrich David Kapff (1768–1815), Dekan in Wildbad 1815–1822: Ludwig Jakob Majer, Dekan in Wildbad 1823–1835: Christoph Gottlieb Werner, Dekan in Wildbad 1836–1863: Gottlieb Ludwig Eisenbach 1863–1880: Paul Friedrich Leopold 1880–1895: Karl Hermann Cranz (1824–1895) 1895–1919: Paul Julius Uhl (1856–1928) 1919–1936: Dr. Friedrich Megerlin (1874–1947) 1938–1947: Heinrich Schwemmle (1887–1984) 1947–1953: Dr. Hans Seifert 1953–1962: Johannes Maisch (1910–1985) 1962–1972: Gerhard Weber (* 1921) 1973–1990: Werner Zeeb (1928–2015) 1990–1999: Martin Holland (* 1934) 2000–2012: Werner Trick (* 1957) seit 2012: Joachim Botzenhardt
Kirchengemeinden Im Kirchenbezirk Neuenbürg gibt es insgesamt 28 Kirchengemeinden. Dabei haben sich einige Kirchengemeinden zu insgesamt vier Verbundkirchengemeinden zusammengeschlossen: Verbundkirchengemeinde Bad Herrenalb (Bad Herrenalb und Bernbach), Verbundkirchengemeinde Neuenbürg (Arnbach, Neuenbürg und Waldrennach), Verbundkirchengemeinde Schömberg-Oberlengenhardt-Langenbrand und Verbundkirchengemeinde Schwarzenberg-Bieselsberg. Sie bleiben aber weiterhin eigenständige Körperschaften des öffentlichen Rechts.
Das Gebiet des Kirchenbezirks Neuenbürg ist überwiegend evangelisch geprägt. Es gibt daher fast in jedem Dorf auch eine evangelische Kirchengemeinde und eine meist alte Kirche. In den meisten Orten zogen Katholiken überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu.
Verbundkirchengemeinde Bad Herrenalb Seit 1. Dezember 2019 bilden die Kirchengemeinde Bad Herrenalb und die Kirchengemeinde Bernbach eine Verbundkirchengemeinde.Website der Verbundkirchengemeinde Bad Herrenalb
Kirchengemeinde Bad Herrenalb mini|links|120px|Klosterkirche Bad Herrenalb Die Kirchengemeinde Bad Herrenalb umfasst die Kernstadt von Bad Herrenalb, das Gaistal mit Zieflensberg und den Ortsteil Bad Herrenalb-Kullenmühle. Das kirchliche Leben in Bad Herrenalb beginnt mit dem 1149 gegründeten Zisterzienserkloster Alba Dominorum, um das mit der Zeit die heutige Stadt Bad Herrenalb entstand. 1338 gelangte der Klosterschatz an Württemberg, doch öffnete sich das Kloster selbst 1496 der Markgrafschaft Baden zu. Durch einen Vertrag von 1497 wurde ein Kompromiss erzielt: Das Kloster und seine Pflegeämter in Derdingen, Merklingen und Vaihingen blieben bei Württemberg, während die Pflegeämter Malsch und Langensteinbach an Baden gelangten. Im Bauernkrieg wurde das Kloster durch den Pfinztäler Haufen geplündert. Nach seinem Sieg bei Lauffen 1534 führte Herzog Ulrich von Württemberg 1535 die Reformation ein, doch konnte der Abt zwischen 1548 und 1555 nochmals regieren, bis Württemberg dort eine Klosterschule errichtete, die aber bereits 1595 wieder aufgehoben wurde. 1629 wurde Herrenalb rekatholisiert und 1643 das Kloster völlig zerstört. Der katholische Abt kehrte nochmals zurück, musste aber 1648 endgültig das Feld räumen. Danach wurde in Herrenalb ein Klosteramt eingerichtet, das bis 1808 bestand. Die evangelischen Bewohner der verschiedenen Wohnplätze um das Kloster Herrenalb gehörten zunächst zur Pfarrei Loffenau. 1738 wurde in Herrenalb eine eigene Pfarrei errichtet. Ihre Gemeindekirche wurde die im Dreißigjährigen Krieg fast vollständig zerstörte ehemalige Klosterkirche. Nur die Außenwände des Paradieses und der Chor blieben erhalten. Sie wurden in den heutigen Bau des barocken Langhauses mit Westturm von 1739 integriert. 1791 wurde die Siedlung um das Kloster Herrenalb zur selbständigen Gemeinde erhoben, die ab 1808 zum Oberamt Neuenbürg gehörte und 1887 zur Stadt erhoben wurde.
Mit Wirkung vom 6. Dezember 1993 wurde die Kirchengemeinde Herrenalb in Kirchengemeinde Bad Herrenalb umbenannt.
Obwohl die Stadt kirchlich zu Württemberg gehört, ist sie Sitz der Evangelischen Akademie Bad Herrenalb der Evangelischen Landeskirche in Baden, wo regelmäßig die Landessynode der badischen Landeskirche tagt.
Kirchengemeinde Bernbach mini|120px|Evang. Dorfkirche Bernbach Die Kirchengemeinde Bernbach umfasst den Stadtteil Bernbach (inkl. Althof) der Stadt Bad Herrenalb, sowie den inzwischen zu Gaggenau eingemeindeten ehemaligen teilweise Bernbacher Ortsteil Moosbronn. Kirchlich gehörte Bernbach bis zur Reformation zu Michelbach (heute zur badischen Landeskirche gehörig), dann zu Loffenau. Im 18. Jahrhundert wurde Bernbach dem Pfarramt Herrenalb zugeordnet. Die heutige Kirche wurde 1782 als Erweiterung gebaut, an gleicher Stelle standen schon zwei Vorgängerkirchen, deren Geschichte wahrscheinlich bis in die Reformationszeit zurückreicht.
Der ehemals badische Anteil von Moosbronn wurde erst durch Gesetz vom 5. September 1989 von der Evangelischen Landeskirche in Baden in die württembergische Landeskirche umgegliedert und der Kirchengemeinde Bernbach angegliedert.
Kirchengemeinde Bad Wildbad mini|120px|Evang. Stadtkirche Bad Wildbad mini|120px|Evang. Stadtkirche Bad Wildbad – Innenansicht Die Kirchengemeinde Bad WildbadWebsite der Kirchengemeinde Bad Wildbad umfasst die Kernstadt mit den zugehörigen Weilern (darunter auch Sprollenhaus) der Stadt Bad Wildbad. Bis ins Spätmittelalter gehörte Wildbad kirchlich zu Liebenzell. 1350 wurde erstmals eine Kaplanei in Wildbad erwähnt. 1464 wurde die Oberstadtkirche, 1440 die untere Vorstadtkirche erwähnt. Letztere wurde 1844 abgetragen. Seit der Reformation gibt es in Wildbad eine Pfarrei an der Oberstadtkirche. Sie war Sitz des Superintendenten (heute Dekan) des Dekanats Neuenbürg/Herrenalb, bevor dieses nach Neuenbürg verlegt wurde. Die heutige Stadtkirche wurde 1746/48 von Johann Christoph von Leger als barocke Saalkirche anstelle der alten Oberstadtkirche erbaut. Mit Wirkung vom 26. Januar 1993 wurde die Kirchengemeinde Wildbad in Kirchengemeinde Bad Wildbad umbenannt. Heute gibt es in Bad Wildbad zwei Pfarrämter. Neben der Stadtkirche gibt es seit 1931 im zugehörigen Weiler Sprollenhaus eine weitere evangelische Kirche, in der ebenfalls regelmäßig Gottesdienste stattfinden.
mini|links|120px|Aichelberger Jugendstilkirche von 1907 Seit dem 1. Januar 2019 gehört die bisher eigenständige Kirchengemeinde Aichelberg im bisherigen Kirchenbezirk Calw als neuer Pfarrbezirk zur Kirchengemeinde Bad Wildbad und somit zum Kirchenbezirk Neuenbürg. Kirchlich gehörte Aichelberg, das bis ins 19. Jahrhundert zusammen mit den Weilern Meistern, Hünerberg, Kälbermühle und Rehmühle „Bergorte“ genannt wurde und erst 1938 „Aichelberg“ bezeichnet wird, zu Ebhausen im Kirchenbezirk Nagold bzw. später zu Neuweiler und Zwerenberg im Kirchenbezirk Calw. Durch Bekanntmachung des Konsistoriums vom 26. September 1907 wurde die Pfarrei Aichelberg und die selbständige Kirchengemeinde Aichelberg errichtet. Ebenfalls 1907 wurde eine Kirche im Jugendstil fertiggestellt.
Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 21. April 1938 wurde der Weiler Lappach in die Kirchengemeinde Enzklösterle (Kirchenbezirk Neuenbürg) zugeordnet. Der bis 1949 zur Kirchengemeinde Aichelberg (Kirchenbezirk Calw) gehörige Weiler bei der Pumpstation (Kälbermühle) in Aichelberg wurde durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 22. November 1949 der Kirchengemeinde Bad Wildbad zugeordnet.
Kirchengemeinde Birkenfeld mini|120px|Evang. Kirche Birkenfeld Die Kirchengemeinde BirkenfeldWebsite der Kirchengemeinde Birkenfeld umfasst den Hauptort der Gemeinde Birkenfeld (Württemberg). 1395 wurde erstmals eine von Brötzingen abhängige Marienkapelle in Birkenfeld erwähnt. 1490 errichtete Graf Eberhard von Württemberg eine eigene Pfarrei. Der Kirchensatz war teilweise an die Herren von Heslach verlehnt. Die heutige Kirche ist ein neoromanischer Bau von 1822. Das Gemeindehaus trägt den Namen Dietrich-Bonhoeffer-Haus. Auch hier finden regelmäßig Gottesdienste statt. Heute betreuen zwei Pfarrer die Kirchengemeinde Birkenfeld. Die Kirchengemeinde Birkenfeld ist Träger von vier Kindergärten.
Bis 1959 gehörten auch die Evangelischen der Engelsbrander Haltestelle zur Kirchengemeinde Birkenfeld, bevor diese durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 6. Oktober 1959 in die Kirchengemeinde Neuenbürg umgegliedert wurden.
Kirchengemeinde Calmbach Die Kirchengemeinde CalmbachWebsite der Kirchengemeinde Calmbach umfasst den Stadtteil Calmbach der Stadt Bad Wildbad sowie seit 1983 auch die Charlottenhöhe in Schömberg, welche durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 26. Mai 1983 von der Kirchengemeinde Schömberg abgetrennt und der Kirchengemeinde Calmbach angegliedert wurde.
Kirchlich gehörte Calmbach zunächst zur Pfarrei Liebenzell, ab 1576 zur Kaplanei Wildbad. 1829 wurde Calmbach eigene Pfarrei, zu der bis 1894 auch Höfen an der Enz gehörte. Bereits nach 1100 wurde in Calmbach eine kleine Marienkapelle erbaut, die ab 1411 vergrößert wurde. 1588 wurde die Kirche mit Sakristei zum Friedhöfle neu erbaut und 1768 erweitert. Dabei wurde der jetzigen Kirchturm durch J. F. Goßweiler erbaut. 1857 wurde die Kirche umgebaut. Dabei wurde das Schiff verlängert und die Sakristei abgebrochen. 1859 wurde eine Orgel eingebaut. 1955 wurde die Kirche neu gestaltet und 1970 erhielt sie eine neue Orgel. 1973 erbaute sich die Gemeinde ein Gemeindehaus.
Kirchengemeinde Conweiler mini|links|120px|Martinskirche in Conweiler