Es gibt rund 3000 Papiersorten,»Aus alt mach neu« Wissenswertes rund um das Altpapier. LWF-aktuell, 89, Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, lwf.bayern.de die nach unterschiedlichen Gesichtspunkten in Gruppen zusammengefasst werden können.

Wandel der Papiersorten Der Papierhistoriker Wolfgang Schlieder hat mehrfach in Veröffentlichungen darauf aufmerksam gemacht, dass neue Papiersorten ein Reflex auf sich wandelnde gesellschaftliche Bedürfnisse sind.Wolfgang Schlieder: Einige Bemerkungen über die Entwicklung des Papierbedarfs. In: Papiergeschichte. Darmstadt 10(1960)6, S. 80–84.Wolfgang Schlieder: Die Vielfalt der Papiersorten als Spiegelbild gesellschaftlicher Bedürfnisse. In: Verein Papiermühle Aschaffenburg (Hrsg.): Papierverhältnisse. Aschaffenburg 1992, S. 9–13. Der Werkstoff Papier vermag sich sehr rasch veränderten Situationen anzupassen.

Einteilung nach Nutzungsgesichtspunkten Es bestehen vier Großgruppen nach der praktischen Nutzbarkeit hergestellter Papier: grafische Papiere (Papiere zum Beschreiben, Bedrucken und Kopieren), Papier und Karton für Verpackungszwecke (z. B. Geschenkpapier), Hygienepapiere (Tissue-Papiere) sowie technische Papiere und Spezialpapiere.Jürgen Blechschmidt (Hrsg.): Taschenbuch der Papiertechnik. 2., aktualisierte Auflage. Fachbuchverlag Leipzig im Carl Hanser Verlag, 2013, S. 37–39.

Einteilung nach Faserrohstoffen Nach der Stoffzusammensetzung gibt es vier Hauptgruppen: reine Hadernpapiere, hadernhaltige Papiere, reine Zellstoffpapiere und holzstoffhaltige Papiere. Die Hadernanteile sind gebleichte Baumwoll- oder Leinenfasern, seltener Jute- und Hanffaserrohstoffe.Otto Wurz: Papierherstellung nach neuzeitlichen Erkenntnissen. Graz / Wien 1951, S. 229.

Bezeichnungen von Papiersorten Papiersorten werden nach unterschiedlichen Kriterien bezeichnet. Namensgebend sind insbesondere Ausgangsmaterialien (z. B. Zellstoffpapier, synthetisches Papier), Herstellungsmethoden (z. B. Natronpapier, handgeschöpftes Papier), besondere Eigenschaften (z. B. Bunt-, Velours-, Krepppapier) und Verwendungszwecke (z. B. Dickdruck-, Werkdruck-, Bibeldruckpapier), gelegentlich auch ein Herkunftsgebiet (z. B. Japanpapier, Manilapapier). Zitat: „Papiersorten werden nach dem Lande der Erzeugung, nach der Art der Verwendung, nach hervorragenden Eigenschaften, nach der Aehnlichkeit mit anderen Stoffen und Produkten, nach dem Rohmaterial, aus dem sie bestehen, nach dem Stoff oder Material, mit dem sie verbunden sind, nach der Herstellungsweise, nach besonderen, daran haftenden Merkmalen u.s.w. benannt.“ Die Bezeichnungen können sich auf eine grobe Einteilung beziehen (Oberbegriffe) oder das Material mehr oder weniger genau kennzeichnen (Sorten und Untersorten). Durchschreibepapier ist ein Beispiel für einen Oberbegriff, da es verschiedene Sorten von Durchschreibepapier gibt.

Gleiche Papierarten können verschieden benannt sein, zum Beispiel je nach Gebrauchszweck. Häufig sind für dieselben Papiere im Handel verschiedene Sortenbezeichnungen üblich. Mitunter sind Namen von Hausmarken eines Papierhändlers allgemein gebräuchlich. Eine Bezeichnung ist gegebenenfalls aber nur im Begriffsraum des Namensverwenders, also des Herstellers, Händlers oder Nutzers eindeutig.

Bedruckte Papierblätter wie liniertes oder kariertes Papier oder Notenpapier (Papier mit aufgedruckten Notenlinien, nicht zu verwechseln mit Notendruckpapier) sind keine Papiersorten und keine Spezialpapiere im Sinne der Papierherstellung. Es sind Papierprodukte auf der Grundlage von üblichen grafischen Papieren.

Liste von Papierarten und -sorten A Abhäsivpapier besitzt durch Imprägnieren bzw. Beschichten mit Silikonen, Ölen, Fetten, Wachs abweisende Eigenschaften. Aburatorigami ist ein spezielles, sehr dünnes Japanpapier, das eine große Saugwirkung aufweist und in der Kosmetik verwendet wird. Affichenpapier: Papiersorten für großformatige Plakate, holzfrei und stark geleimt, mit blaugrauer Rückseite, witterungsbeständig. Albuminpapier zählte bis 1900 zu den beliebtesten Kopierpapieren. Alfapapier: mittelweiches, hochvolumiges (meist 1,5- bis 2-fach auftragend) holzfreies Papier für umfangschwache Druckwerke überwiegend aus Halfagras, es gehört zu den Dickdruckpapieren. Altpapiere sind die zur Weiterverarbeitung in die Papierfabrik zurückgeführten Papierabfälle aus Produktion, Verarbeitung, Handel, Haushalt. Es ist Sammelbegriff für verschiedene Zustandsformen von Papier, wie bedrucktes Papier, Randbeschnitte, Gautschbruch. Amatl: antikes südamerikanisches Papier, Amatlpapier wurde in großem Maßstab während des aztekischen Dreibundes produziert. AP-Papiere sind Papiersorten, die überwiegend aus Altpapier (= AP) hergestellt wurden. APCO II/II: Von der Papierfabrik Scheufelen für Prüfzwecke gemäß DIN 16519 T2 entwickeltes Kunstdruckpapier ohne Holzschliff und Weißmacher; Referenzpapier für verschiedene Standards. Zur Prüfung von Offsetdruckfarben auf Konformität zur ISO 2846-1 muss ein genau definiertes Referenzpapier verwendet werden. Aquarellpapier ist ein Papier für die Verwendung in der Aquarellmalerei. Es ist speziell geleimt, auftragend, saugfähig und verzugsarm. Das Papier kann auch für andere Zeichentechniken verwendet werden. Die Grammatur von Aquarellpapieren liegt zwischen 120 g/m² bis zu 850 g/m², für Aquarellkarton ab ca. 150 g/m². Asbestpapier wird aus faserigem Asbest in der gleichen Weise hergestellt wie gewöhnliches Papier aus Cellulose. Es wurde als Dichtungsmaterial in älteren Elektrogeräten oder Motoren und auch in Brandschutzanwendungen verwendet. Auskopierpapier wurde in der historischen Fotografie verwendet. Ausstattungspapier wird zur Verzierung oder optischen Verschönerung von Druck- und Buchbindereierzeugnissen benutzt.

B Backpapier ist ein hitzebeständiges Papier, das als Unterlage für Backwaren während des Backvorgangs dient. Das Papier verhindert, dass der Teig auf dem Backblech klebt. Bananenpapier ist ein Ökopapier, das vor allem in Entwicklungsländern noch in reiner Handarbeit hergestellt wird; vor allem für Bastler und Künstler. Banknotenpapier ist hochwertig, dauerhaft und mechanisch stark belastbar. Es besitzt Wasserzeichen und Melierfasern und enthält meist einen hohen Anteil an Baumwollfasern, oft werden Hadern oder andere seltene Faserarten zugesetzt. Für Geldscheine spielen die Griff- und Dauergebrauchseigenschaften ebenso wie die Fälschungssicherheit eine wesentliche Rolle. Baryt-Papier: wird als Fotopapier genutzt und besitzt einen hohen Anteil Baryt in der Masse, durch dieses Weißpigment wird der Hintergrund von Schwarz-Weiß-Fotos verbessert und das Bild kontrastreicher Bibeldruckpapier ist ein sehr dünnes Papier mit geringer Grammatur, zwischen 25 und 60 g/m², und hoher Opazität für umfangreiche Werke. Es ist für die Schwere mineralisch gefüllt und hat deshalb einen hohen Ascheanteil. Neutral wird es Dünndruckpapier genannt. Bilderdruckpapier ist durch einen pastösen Aufstrich geglättetes, also geschlossenes Papier (coated paper). Der Strich aus Stärke, Mineralstreichpigmenten und Kunstharzstreichpigmenten kann bis 20 g/m² beidseitig betragen. Birkenrinde-Papier wurde von den Wikingern und nordamerikanischen Indianerstämmen sowie auch in späterer Zeit zum Schreiben verwendet. Blaupapier bezeichnet blaues Packpapier zum Bücher-Schoneinbinden, anderseits aber auch dick farbtragendes Papier (oder Folie) zum Transfer (meist) mit andrückender Handschrift. Bombyzinpapier wurde früher nach Mitteleuropa importiert. Briefpapier ist der Oberbegriff für alle Postpapiere. Briefmarkenpapier ist ein speziell für den Druck von Briefmarken hergestelltes Papier. Brokatpapier ist die Bezeichnung für zwei unterschiedliche Buntpapiersorten. Bronzefirnispapier ist eine mittels Modeldruck hergestellte Buntpapiersorte. Bücherpapier ist allgemein für den Druck von Büchern vorgesehenes Papier. Es ist halb- bis vollgeleimtes, meist tintenfestes und radierfähiges Papier aus hochwertigen Faserstoffen mit guter mechanischer Belastbarkeit. Buntpapier ist eine spezielle Bezeichnung für vollfarbige, oberflächengefärbte Papiere. Es können lackierte, gemusterte, velourierte, bronzierte oder marmorierte Papiere für Dekorations- und Ausstattungszwecke sein. Eventuell auch dünn und gummiert, eine spezielle Variante ist das Modeldruckpapier, dazu zählt das Rizzi-Papier. Büttenpapier ist aus der Bütte von Hand geschöpftes oder auf der Rundsiebmaschine hergestelltes Papier. Die Wasserzeichen sind nur als „Anlagerungswasserzeichen“ oder unechte Wasserzeichen möglich. Butterbrotpapier oder Pergamentersatz ist ein weiß-transparentes und dünnes und lebensmittelechtes Papier. Es dient üblicherweise zum Transport von eingewickelten Speisen, wie Butterbroten.

C Chinapapier ist ein besonders weiches, saugfähiges, meist leicht gelbliches Papier. Es wird hauptsächlich für Kupferstiche oder Radierungen verwendet. Chinesisches Reispapier ist ein blattartiges „Papier“-Material aus dem gepressten und getrockneten, dünn geschnittenem Mark von Reispapierbäumen; Reispapierbaum (Tetrapanax papyrifer (Hook.) K.Koch) und der Tibetanische Reispapierbaum (Merrilliopanax alpinus (C. B. Clarke) C. B. Shang). Chromopapier ist ein mehrschichtiges, holzhaltiges oder holzfreies, holzstoffhaltiges Papier oder Karton, ist einseitig gestrichen, es wird ein wasserfester Strich verwendet, der entsprechend den speziellen Anforderungen an das Endprodukt (wie gute Eignung für den Offsetdruck, Präge-, Nut-, Stanz- und Lackierfähigkeit) oder für Lithografien (Steindruck) zusammengesetzt ist. Es wird häufig für Etiketten, Einwickelpapier verwendet. Es ist matt bis glänzend und ist lackier-, bronzier-, kaschierbar auch nass- und laugenfest.

D Daunendruckpapier ist ein hochvolumiges und stark auftragendes Papier, es ist ein Dickdruckpapier. Dekalkierpapier ist ein dünnes und festes Papier zur Herstellung von Abziehbildern auf Porzellan u. a. Materialien. Auf der Rückseite wird das Papier mit Kopallack überzogen. Dickdruckpapier ist sehr hochvolumiges Papier aus speziellen Fasern und mit sehr langfasriger, grober Mahlung. Dokumentenpapier ist ein holzstofffreies Papier mit hoher Alterungsbeständigkeit, das teilweise mit Zusatz von Hadern hergestellt wird.Lexikon der Papiersorten. In: Jürgen Blechschmidt (Hrsg.): Taschenbuch der Papiertechnik. 2., aktualisierte Auflage. Fachbuchverlag Leipzig im Carl Hanser Verlag, 2013, S. 39–51. Doppelwachspapier Druckpapier ist der Oberbegriff für alle bedruckbaren ungestrichenen oder gestrichenen Papiere, die bereits bei der Herstellung auf die verschiedenen Druckverfahren eingestellt werden. Duplexpapier ist ein zweiseitig gearbeitetes Papier mit verschiedenfarbiger oder verschieden reaktiver Vorder- und Rückseite. Seine Spezialeinsatzgebiete sind Duplexkarton und „Duo-Ton-Papier“. Durchschreibepapier (auch bezeichnet als Durchschlagpapier oder Durchdruckpapier) ist ein sehr dünnes (30–40 g/m²) aber maschinenglattes, meist holzfreies und gut geleimtes Schreibmaschinenpapier. Die Bezeichnung „Durchschreibpapier“ wird auch für Kohlepapier (mit starker Farbbeschichtung zum Transfer durch Handschrift, Maschinenschrift oder Anschlagdrucker) oder zunehmend auch für Selbstdurchschreibepapier (dünnes Durchschreibpapier, je nach Verfahren und Position im Schreibstapel ein- oder zweiseitig fast unsichtbar beschichtet mit mikroverkapselten Reagenzien zur Farbausbildung durch Zerdrücken) verwendet. Formular(sätz)e können auch stellenweise auf der Papierrückseite durch eine dunkle Farbschicht durchschreibend ausgerüstet sein.

E Eispapier, auch Eiskarton oder Alabasterpapier genannt ist eine für Visitenkarten verwendete Papiersorte. Durch Auftragen einer dünnen Schicht Bleiacetats in wässriger Lösung wird ein kristallener Überzug erreicht, der den Eisblumeneffekt bildet. Elefantenhaut ist ein Markenname mit charakteristischer Struktur.