Hettingen ist eine ehemalige Gemeinde und heute ein Stadtteil von Buchen (Odenwald) im Neckar-Odenwald-Kreis in Baden-Württemberg.

Geographische Lage Hettingen liegt in der von Muschelkalk geprägten Landschaft Bauland unmittelbar östlich der Kernstadt von Buchen, wo der Übergang vom Sandstein-Odenwald zum Muschelkalk verläuft.

Geschichte mini| Römisches Kleinkastell Hönehaus Die ältesten Spuren menschlicher Besiedlungen auf der Gemarkung Hettingens stammen aus dem 6./7. Jahrhundert v. Chr. Östlich von Hettingen verlief der Obergermanisch-Raetische Limes, von dem die Kleinkastelle „An der Altheimer Straße“ und Hönehaus (Rehberg) sowie drei Wachtürme zeugen.

Erstmals wurde Hettingen im Jahr 774 in einer Urkunde des Lorscher Codex erwähnt, die die Schenkung eines Ackers und eines Leibeigenen im Gau Wingarteiba auf Hettincheimer marca (Gemarkung Hettingen) an das Kloster Lorsch dokumentiert. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Kloster Amorbach die Grundherrschaft und weitere Rechte inne. Dorfherren waren das Adelsgeschlecht Dürn. Im Jahre 1303 gelangte Hettingen an das Kurfürstentum Mainz. Im Zuge der Säkularisation kam Hettingen 1803 an das Fürstentum Leiningen und 1806 an das Großherzogtum Baden.

Am 1. Oktober 1974 wurde Hettingen zusammen mit Götzingen, Hainstadt, Hettigenbeuern und Buchen zur heutigen Stadt Buchen vereinigt.

Wappen Auf dem Wappen befindet sich ein goldener Krummstab, welcher von zwei silbernen Lilien begleitet wird. An das Kloster Amorbach erinnern die silbernen Lilien, der Krummstab als Bischofsstab an Kurmainz.

Baudenkmäler, Kulturdenkmale mini|Eiermann-Magnani-Museum 1946 bis 1948 entstand für Flüchtlinge und bedürftige Einheimische die Siedlung „Neue Heimat“, deren Architekt Egon Eiermann war. In den Folgejahren wurden deren meiste Gebäude massiv überformt. Ein Haus der Siedlung, das Eiermann-Magani-Haus (Adolf-Kolping-Straße 29) wurde weitgehend in den ursprünglichen Zustand zurück restauriert und wird nun museal genutzt. Dorothea Deschmeier: Das Eiermann-Magani-Haus. Die Geschichte der Instandsetzung. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg 4/2018, S. 264–269. Homepage zum Eiermann-Magani-Haus.

Religionen mini|Kapellengruppe bei Hettingen Hettingen, das ursprünglich eine Filiale der Pfarrei Bödigheims war, wurde im Jahre 1352 zu einer eigenständigen Pfarrei erhoben. Im Jahre 1774 wurde die Pfarrkirche erbaut und 1898 nochmals im neubarocken Stil erweitert.

Geologie mini|Dolinen im Hettinger Gewann Hegenich Im nördlichen bzw. nordöstlichen Bereich der Hettinger Gemarkung haben sich im verkarsteten Gestein des Muschelkalks zahlreiche Dolinen und Erdfälle gebildet. In den Bereichen „Sallenbusch“ und „Rehberg“ erstreckt sich im Feld- und Waldbereich ein Dolinenfeld mit insgesamt 57 Dolinen. Diese gelten grundsätzlich nach § 33 Naturschutzgesetz (NatSchG) Baden-Württemberg als besonders geschützte Biotope.

Verkehr mini|Herkulespfad als Teil der Römerpfade Bei Hettingen verläuft als Teilabschnitt des Deutschen Limes-Wanderwegs der Limes-Wanderweg des Schwäbischen Albvereins. Von Miltenberg bis Osterburken wird dieser Weg als Östlicher Limesweg vom Odenwaldklub betreut.

Ehrenbürger

1962: Heinrich Magnani (1899–1979), katholischer Pfarrerhttps://www.fnweb.de/fraenkische-nachrichten_artikel,-buchen-wir-alle-haben-ihm-viel-zu-verdanken-_arid,645030.html Persönlichkeiten

Weblinks

Hettingen auf der Homepage der Stadt Buchen Jagdgrenzkarte von 1593 mit Hettingen als Hedighaim, Landesarchiv Baden-Württemberg, Generallandesarchiv Karlsruhe Landeskunde entdecken online LEO-BW, Hettingen

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Buchen (Odenwald)) Kategorie:Ort im Neckar-Odenwald-Kreis Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Neckar-Odenwald-Kreis) Kategorie:Ersterwähnung 774 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974