mini|Stockach mit Hindelwangen von Norden Hindelwangen ist ein Stadtteil von Stockach im baden-württembergischen Landkreis Konstanz in Deutschland.

Geographie Lage Die ehemals selbständige Gemeinde Hindelwangen liegt direkt nordwestlich der Stockacher Stadtmitte. Das Dorf liegt an der Stockacher Aach, der Bundesstraße 313 und der Bahnstrecke Radolfzell–Mengen.

Nachbarorte Nördlich von Hindelwangen liegt der Stadtteil Zizenhausen, südöstlich der Hauptort Stockach und im Nordwesten der Weiler Windegg. Im Westen Hindelwangens erhebt sich der bis zu hohe Nellenburger Berg.

Gliederung mini|Der Lohnerhof um 1820 Zu Hindelwangen gehören das Dorf Hindelwangen, der Weiler Burgtal, die Höfe Berlingerhof (1366/1422 des Grafen Hof), Braunenberg (1309 Besitz des Klosters Allerheiligen in Schaffhausen), Lohnerhof und Nellenburg (im 11. Jahrhundert unter der Führung der Zürichgaugrafen) sowie die Wohnplätze Besetze, Döbelehaus, Kiesgrube und Zollbruck.

Geschichte Erstmals erwähnt wurde Hindelwangen 1138 als „Huntwanga“, später als „Hundelwanc“ (1211) und „Hindelwang“ (1269).

Als ehemaliger Besitz der Reichsabtei Salem gelangte Hindelwangen Anfang des 13. Jahrhunderts wohl in den Besitz der Herren von Hindelwangen, später zur Landgrafschaft Nellenburg.Das Land Baden-Württemberg. Band VI. S. 779.

71,1 % der Hindelwanger Bürgerinnen und Bürger stimmten am 7. November 1971 für eine Eingemeindung nach Stockach. Der Gemeinderat beschloss am 11. November 1971 mit 7:2 Stimmen die Eingemeindung Hindelwangens in die Stadt Stockach. Mit Wirkung zum 1. Dezember 1971 trat die Eingemeindung in Kraft. Bis zum 31. Dezember 1972 war Hindelwangen (zuletzt als Stadtteil Stockachs) Teil des Landkreises Stockach, bis dieser aufgrund der Kreisreform zum 1. Januar 1973 aufgelöst wurde.

Einwohnerentwicklung Jahr 1852 1871 1880 1890 1900 1910 1925 1933 1939 1950 1956 1961 1970 Ref. Einwohner 314 325 326 299 304 300 321 296 276 405 466 543 621 Bevölkerungsentwicklung bei leograph-bw.de; abgerufen am 24. Dezember 2018. weiblich 147 170 172 157 151 140 154 142 131 190 234 271 327 Geschlechterverteilung bei leograph-bw.de; abgerufen am 24. Dezember 2018. männlich 167 155 154 142 153 160 167 154 145 215 232 272 294 römisch-katholisch 291 351 422 472 Religionszugehörigkeit bei leograph-bw.de; abgerufen am 24. Dezember 2018.Religionszugehörigkeit 1858 und 1925 bei leograph-bw.de; abgerufen am 24. Dezember 2018. evangelisch 28 54 114 134 sonstiger Konfession 2 7 15

Politik Wahlergebnisse Wahl zur verfassunggebenden Nationalversammlung ParteiErgebnis der Wahl zur verfassunggebenden Nationalversammlung bei leograph-bw.de; abgerufen am 24. Dezember 2018. 1919 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 13,8 % Deutsche Demokratische Partei (DDP) 16,3 % Zentrumspartei (Z) 61,3 % Bürgerpartei (BP) / Deutschnationale Volkspartei (DNVP) 8,8 %

Reichstagswahl ParteiErgebnisse der Reichstagswahl am 31. Juli 1932 bei leograph-bw.de; abgerufen am 24. Dezember 2018. 1932 Deutsche Demokratische Partei (DDP) / Deutsche Staatspartei (DStP) 3,5 % Zentrumspartei (Z) 48,9 % Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) 4,3 % Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) 35,5 % Sonstige (DVP, SPD und andere) 7,8 %

Landtagswahlen ParteiErgebnisse der Landtagswahlen bei leograph-bw.de; abgerufen am 24. Dezember 2018. 1952 1956 1960 1964 1968 Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 58,1 % 60,1 % 53,0 % 60,2 % 57,6 % Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 15,6 % 18,2 % 25,4 % 29,3 % 23,9 % Demokratische Volkspartei (DVP) / Freie Demokratische Partei (FDP) 15,6 % 10,1 % 7,2 % 8,1 % 8,3 % Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) 9,4 % 9,1 % 5,0 % 1,5 % Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) 5,3 % Sonstige 1,3 % 2,5 % 9,4 % 0,9 % 4,9 %

Bundestagswahlen ParteiErgebnisse der Bundestagswahlen bei leograph-bw.de; abgerufen am 24. Dezember 2018. 1949 1953 1957 1961 1965 1969 Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 65,0 % 66,0 % 58,7 % 59,1 % 59,9 % 63,0 % Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 10,6 % 14,8 % 18,7 % 22,2 % 30,1 % 28,9 % Demokratische Volkspartei (DVP) / Freie Demokratische Partei (FDP) 18,1 % 4,9 % 7,0 % 12,8 % 6,9 % 4,2 % Gesamtdeutscher Block/Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (GB/BHE) 8,2 % 12,6 % Sonstige (KPD, NPD und andere) 6,3 % 6,1 % 3,0 % 5,9 % 3,1 % 3,9 %

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|St. Michael Sehenswürdigkeiten Kirche St. Michael mit Pietà (um 1500) und Schutzmantelmadonna (Relief von Hans Ulrich Glöckler, 1610)

Narrenverein Nellenburg Hindelwangen e. V. Seit 1980 besteht in Hindelwangen der Narrenverein Nellenburg-Hindelwangen e. V. Dieser ist Mitglied in der Narrenvereinigung Hegau Bodensee, welche aus über 120 Zünften, aufgeteilt in 6 Landschaften besteht.

Der Verein besteht aus:

Den Holzhauern (bereits 1979 gegründet) Dem Grafenpaar, Graf Eberhard von Nellenburg mit Gemahlin Ida (1987 gegründet) Den Gangschlupfer, welche der Sage nach den unterirdischen Gang zwischen Pfarrkirche und Nellenburg offen hielten (1991 gegründet) Der „Narenbolizei“ (gegründet 1972) Dem Narrenrat

Bekannteste Veranstaltung ist der im Wechsel zum Bunten Abend stattfindende „Holzhauerball“.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Erwerbstätige Jahr 1950 1961 1970 Ref. Erwerbstätige in der Land- und Forstwirtschaft 150 105 70 Erwerbstätige nach Wirtschaftsbereichen in Hindelwangen bei www.leograph-bw.de; abgerufen am 25. Dezember 2018. Erwerbstätige im Produzierenden Gewerbe 161 240 314 Erwerbstätige in Handel und Verkehr 21 62 66 Erwerbstätige in sonstigen Wirtschaftsbereichen 27 41 74

Industrie Im Gewerbegebiet „Himmelreich“ haben sich auf 141.500 m² rund 20 mittelständische Unternehmen aus unter anderem den Bereichen Medizintechnik, Elektrotechnik und dem Automobilhandel angesiedelt.

Infrastruktur Verkehr Hindelwangen liegt im Kreuzungsbereich der Bundesstraßen 14 (Stockach → Waidhaus) und 313 (Plochingen → Espasingen). Vor allem im Sommer entsteht durch die vielen Seebesucher ein reger Verkehr. Um diesen besser lenken zu können, wurde 2018 die bisherige Ampelanlage durch einen leistungsstarken Kreisverkehr ersetzt. Die Kosten hierfür betrugen 1,25 Mio. €.

An der St. Michael-Kirche startet und endet der „Burgenweg 14“, der um den Braunenberg hinauf zur freizugänglichen Ruine der Nellenburg führt.

Postwesen Stockach war schon im 16. Jahrhundert eine bedeutende Poststation. Über Jahrhunderte liefen hier große, zwischenstaatliche Reiter- und Postkurse der Strecken Ulm-Basel, Stuttgart-Zürich und Wien-Paris zusammen. 1845 zählte die dortige Posthalterei 60 Pferde.Infotafel am heutigen Stockacher Postgebäude in der Schillerstraße.

Privatpersonen mussten vor 1821 ihre Post auf der Stockacher Postanstalt selbst abgeben. Dann entstand durch die Einrichtung einer Amtsbotenanstalt die Möglichkeit, dass Privatpersonen ihre Post einem Amtsboten übergeben konnten. Dieser brachte die Post anfangs zweimal, später dreimal wöchentlich zur Stockacher Postexpedition. In den 1850er Jahren wurde die Amtbotenanstalt aufgrund stetig zunehmendem Schriftverkehr aufgehoben, ihre Dienste der Post übertragen und zum 1. Mai 1859 die Landpostanstalt ins Leben gerufen. Im Amtsbezirk Stockach wurde unter anderem folgender Botenbezirk eingerichtet: Botenbezirk No. I, Montag/Mittwoch/Freitag: Stockach–Hindelwangen–Zizenhausen–Mahlspüren–Raithaslach–Münchhöf–Hoppetenzell–Stockach

Poststücke, die in die jeweilige Brieflade vor Ort eingeworfen worden waren, wurden vor der Weiterleitung vom Postboten mit einem Uhrradstempel, in Hindelwangen mit der 1., versehen.Edwin Fecker: Der Landpostbezirk von Stockach im Rundschreiben Nr. 140 der „Arbeitsgemeinschaft Baden“ im Bund Deutscher Philatelisten e.V. (BDPh), Herbst 2004; Seite 1713ff.

Am 17. April 1969 wurde im Haus des Posthalters Anton Möll die neue Poststelle II offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

Weblinks

Stadtteil Hindelwangen bei www.stockach.de

Einzelnachweise

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