mini|Areole mit Knospe mini|Pflanze in Blüte Leuchtenbergia principis ist die einzige Pflanzenart der monotypischen Gattung Leuchtenbergia in der Familie der Kakteengewächse (Cactaceae). Der botanische Name ehrt den 3. Herzog von Leuchtenberg Maximilian de Beauharnais.
Beschreibung Leuchtenbergia principis wächst einzeln, sprosst nur gelegentlich und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 35 Zentimeter (selten bis 70 Zentimeter). Die Wurzeln sind groß und fleischig, die Triebe kugelförmig bis kurz zylindrisch. Rippen sind nicht vorhanden, dafür jedoch auffällige Warzen. Die etwas blattartigen, 10 bis 12 Zentimeter langen Warzen sind im Querschnitt dreieckig. An ihrem Ende sitzt eine Areole, aus der abgeflachte, biegsame, papierartige Dornen entspringen. Die gelblichen, oft verdrehten Dornen sind bis zu 15 Zentimeter lang.
Die trichterförmigen, gelben, duftenden Blüten erscheinen am körpernahen Ende der Areolen und öffnen sich am Tag. Sie sind bis zu 8 Zentimeter lang und weisen einen Durchmesser von 5 bis 6 Zentimeter auf. Ihr Perikarpell ist beschuppt. Die eiförmigen bis länglichen Früchte sind bei Reife trocken. Sie sind bis zu 3 Zentimeter lang und an ihnen haftet ein ausdauernder Blütenrest. In ihnen befinden sich breit ovale, schwarze bis braune Samen von 2,4 Millimeter Länge und 2 Millimeter Durchmesser.
Systematik, Verbreitung und Gefährdung Leuchtenbergia principis ist in den mexikanischen Bundesstaaten Coahuila, Guanajuato, Hidalgo, Nuevo León, San Luis Potosi, Tamaulipas und Zacatecas in der Vegetation der Chihuahua-Wüste auf Kalkböden verbreitet.
Die Erstbeschreibung von Leuchtenbergia principis erfolgte 1848 durch William Jackson Hooker.Leuchtenbergia principis. Noble Leuchtenbergia. In: Curtis Botanical Magazine. Band 74, 1848, Tafel 4393, (online)
Leuchtenbergia principis wurde 1992 im Anhang I des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens aufgeführt. Aufgrund ihrer weiten Verbreitung wurde sie jedoch vier Jahre später in den Anhang II – in dem sich alle Kakteengewächse befinden – zurückgestuft. Leuchtenbergia principis wird in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN als „“, d. h. als in der Natur nicht gefährdet, eingestuft.
Hybriden Leuchtenbergia principis ist wahrscheinlich eng mit der Gattung Ferocactus verwandt, mit der sie mehrere Hybriden (×Ferobergia ) bildet:Gottfried Unger: × Ferobergia-Hybriden. In: Kakteen und andere Sukkulenten. Band 46, Nr. 12, 1995, S. 289–296.
×Ferobergia ‘Gil Tegelberg’ (Leuchtenbergia principis × Ferocactus acanthodes) ×Ferobergia ‘Eizan’ (Ferocactus histrix × Leuchtenbergia principis) ×Ferobergia ‘Kosyu-Gyoku’ (Leuchtenbergia principis × Ferocactus wislizeni var. herrerae) ×Ferobergia ‘Violet’ (Leuchtenbergia principis × Ferocactus fordii) ×Ferobergia ‘Rody’ (Leuchtenbergia principis × Ferocactus gracilis)
Enge Verwandtschaft besteht ebenfalls zu den Gattungen Thelocactus (×Thelobergia ) und Stenocactus (×Echinobergia ).
Botanische Geschichte miniatur|Iconotypus von Leuchtenbergia principis – gezeichnet von Walter Hood Fitch Möglicherweise übernahm William Jackson Hooker den Namen Leuchtenbergia principis von Friedrich Ernst Ludwig von Fischer, der von 1823 bis 1850 Direktor des Botanischen Gartens von Sankt Petersburg war. In Karl Moritz Schumanns Bearbeitung der Cactaceae von 1894 wird die Gattung deswegen als Leuchtenbergia aufgeführt:
Leuchtenbergia principis war bereits seit 1846 in europäischen Sammlungen zu finden. Schon bald nach der Beschreibung durch Hooker scheint sie einige Zeit nicht mehr kultiviert worden zu sein und galt als Rarität. Um den Beginn des 20. Jahrhunderts herum war Leuchtenbergia principis in Europa jedoch wieder ziemlich weit verbreitet.
Nachweise Literatur
Einzelnachweise
Weiterführende Literatur Alexander B. Doweld: Zur systematischen Stellung der Gattung Leuchtenbergia Hooker fil. In: Kakteen und andere Sukkulenten. Band 51, Nummer 12, 2000, S. 337–342.
Weblinks
Datenbank mit Bildern der Art Bilder der Hybriden × Ferobergia und × Thelobergia
Kategorie:Leuchtenbergia (Kakteen) principis