Großholzleute ist ein Stadtteil und eine Ortschaft der Stadt Isny im Allgäu im Landkreis Ravensburg.

Geographie Die Gemarkung des Luftkurortes bildet den äußersten Südosten des Bundeslandes Baden-Württemberg und grenzt an die Landkreise Oberallgäu und Lindau.

Name Der Name des Ortes leitet sich von der früher jährlich stattfindenden Großen Holzleite ab. Mittels der Transportart Flößerei wurde das Holz von dem waldreichen Gebirgszug Adelegg, über die Untere Argen in den Bodensee geleitet.

Die Ersterwähnung des Dorfes war 1168 unter dem Namen Villa Holzlutin.

1363 wurde das Dorf Holzlüten Maiori genannt und 1395 als zu den meren Holtzlüten bezeichnet. Der Name Groß Holtzlüten wurde erstmals 1474 erwähnt.

Geschichte Die Grundherrschaft über Großholzleute lag im 11. Jahrhundert bei den Grafen von Veringen und deren Ministeriale von Trauchburg.Günther Bradler: Studien zur Geschichte der Ministerialität im Allgäu und in Oberschwaben. Göppingen 1973. Seite 242. Von diesen gelangte es 1258 an die Fürsten von Waldburg-Zeil. Nach einem kurzen Zwischenspiel in der Reichsgrafschaft von Quadt wird die Ortschaft im Jahre 1806 Bestandteil des Königreichs Württemberg.

Im Landgasthof Adler in Großholzleute traf sich von 31. Oktober bis 2. November 1958 die Gruppe 47. Bei dem Treffen las der spätere Literaturnobelpreisträger Günter Grass erstmals aus seinem Roman Die Blechtrommel vor.

Am 1. Juli 1972 wurde Großholzleute in die Stadt Isny eingegliedert.

Sehenswürdigkeiten mini|Naturschutzgebiet Hengelesweiher In Großholzleute befindet sich die im Jahre 1480 errichtete Kapelle St. Wolfgang, deren Gemeinde zum Dekanat Allgäu-Oberschwaben in der Diözese Rottenburg-Stuttgart gehört.

Der Landgasthof Adler ist ein um 1500 errichteter Gasthof, in dem schon Maria Theresia und ihre Tochter Marie-Antoinette (auf ihrer Brautfahrt von Wien nach Versailles) einkehrten.

Auf der Gemarkung Großholzleute befinden sich der Aussichtsberg Schwarzer Grat, die Rehaklinik Überruh, das Naturschutzgebiet Hengelesweiher, die Hasenbergschanze und die Holzkapelle Dürrenbach.

Kulturdenkmale Siehe: Liste der Kulturdenkmale in Großholzleute

Weiler und Einödhöfe Altweg, Einödhof zu Bolsternang Anger, Weiler zu Bolsternang Anwanden, Weiler Argen, Weiler Blasenberg, Einödhof Bolsternang, Pfarrweiler Burkwang, Weiler Deschenacker, Einödhof zu Bolsternang Dürrenbach, Weiler Endberg, Einödhof zu Bolsternang Gaistopf. Einödhof zu Bolsternang Grätte, Einödhof zu Bolsternang Haidlingshof, Einödhof Häuflingshof, Einödhof Hengelesmühle, Mühle Hofacker, Einödhof zu Bolsternang Kleinholzleute, Weiler Moos, Weiler Niederacker, Einödhof zu Bolsternang Osterösch, Einödhof zu Bolsternang Rain, Weiler Riedhof, Einödhof Riedacker, Einödhof zu Bolsternang Rothenbach, Weiler Schließlang, Weiler Simmerberg, Weiler Thoracker, Einödhof zu Bolsternang Ueberruh, Einödhof zu Bolsternang Wehrlang, Weiler Weidenhalden, Einödhof zu Bolsternang Wolfbühl, Weiler

Literatur Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band 7: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4.

Weblinks

Offizieller Internetauftritt der Stadt Isny

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Ravensburg Kategorie:Geographie (Isny im Allgäu) Kategorie:Ort in Oberschwaben Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ravensburg) Kategorie:Gemeindeauflösung 1972