mini|hochkant|Devid Striesow, 2017 Devid Striesow (* 1. Oktober 1973 in Bergen auf Rügen) ist ein deutscher Schauspieler.
Leben Herkunft und Ausbildung Devid Striesow wurde 1973 auf der Insel Rügen als Sohn eines Elektrikers und einer Säuglings- und Kinderkrankenpflegerin geboren. Die ungewöhnliche Schreibweise seines Vornamens geht laut Striesow auf einen Fehler seiner Eltern zurück. Sie wollten, dass der Name „David“ englisch ausgesprochen wird. Eine andere Erklärung seines Vornamens gab Striesow im Heft der Zeitschrift Reader’s digest Deutschland vom Februar 2013. Er wuchs in Rostock auf. In seiner Jugend spielte er im Landesjugendorchester.Interview: „Musik bedeutet Heimat“, in: Berliner Zeitung, 4. Juli 2020.
Nach seiner Schulzeit in der POS zog er nach Ost-Berlin, um eine Lehre als Goldschmied zu beginnen. Der Ausbildungsbetrieb meldete Insolvenz an, bevor er die Lehrzeit beginnen konnte.Devid Striesow im Interview: "Ein Kind muss alles können" Online-Ausgabe der Rhein-Neckar-Zeitung vom 13. April 2019. Der Mauerfall 1989 änderte die Lebensplanung, sodass Striesow das Abitur nachholte. Zunächst studierte er Jazz-Gitarre. Nach dem Zivildienst bewarb er sich an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, Berlin., abgerufen am 31. Oktober 2021 Zu seinem Abschlussjahrgang 1999 gehörten unter anderen Lars Eidinger, Maria Simon, Nina Hoss, Mark Waschke und Fritzi Haberlandt.Eine Klasse für sich. In: ZEITmagazin Nr. 7 vom 7. Februar 2013.
Theater Seit 1999 ist Striesow unter anderem am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und am Düsseldorfer Schauspielhaus tätig. In Düsseldorf begann die Zusammenarbeit mit Regisseur Jürgen Gosch, in dessen Inszenierungen Käthchen von Heilbronn, Prinz Friedrich von Homburg oder die Schlacht bei Fehrbellin, Hamlet und als Wlas in Maxim Gorkis Sommergästen er spielte. Für die Rolle des Wlas wurde Striesow 2004 mit dem Alfred-Kerr-Preis ausgezeichnet und erhielt von der Zeitschrift Theater heute die Auszeichnung Bester Nachwuchsschauspieler des Jahres. 2005 spielte er in Goschs Macbeth-Inszenierung, die zur Inszenierung des Jahres gewählt wurde, die Lady Macbeth.
Film und Fernsehen Nachdem Striesow 1999 in der Sat.1-Krankenhausserie Für alle Fälle Stefanie in zwei Folgen mitgewirkt hatte, gab er sein Filmdebüt im am 27. Januar 2000 auf dem Max Ophüls Festival uraufgeführten Spielfilm Amerika, wo er den jungen Bergwerksarbeiter Lanski verkörperte. Unter der Regie von Rainer Kaufmann war er im September 2000 im Filmdrama Kalt ist der Abendhauch als Ernst-Ludwig Hoffmann erstmals auf der Kinoleinwand zu sehen. 2003 erhielt er eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis für die Darstellung eines erfolglosen Kleinunternehmers in Frankfurt an der Oder in Hans-Christian Schmids Film Lichter. Im Fernsehen war er in der Verwechslungskomödie Der Job seines Lebens (2003) und ihrer Fortsetzung Der Job seines Lebens 2 – Wieder im Amt (2004) als Referent Delbrück, der dem Ministerpräsidenten Uwe Achimsen (Wolfgang Stumph) zuarbeitet, zu sehen.
Ab 2005 gehörte er an der Seite von Hannelore Hoger in der Rolle des Kriminaloberkommissars Jan Martensen zum Serienteam der ZDF-Krimireihe Bella Block, die er von Folge 18 bis 27 durchgehend verkörperte. Nach Bella Blocks Pensionierung war er bis zur letzten Folge 2018 in unregelmäßigen Abständen zu sehen.
Auf der Berlinale 2007 war Striesow im deutschen Wettbewerbsbeitrag Yella und im österreichischen Film Die Fälscher zu sehen. Der letztgenannte Film wurde im Februar 2008 mit dem Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet. 2007 gewann er den Bundesfilmpreis in der Kategorie Beste männliche Nebenrolle für seine Darstellung des SS-Offiziers Friedrich Herzog im Film Die Fälscher. In Connie Walthers Fernsehfilm 12 heißt: Ich liebe dich (2007) spielte er neben Claudia Michelsen die männliche Hauptrolle des jungen Gefängnisvernehmers Jan. Im ZDF-Kriminalfilm Der Tote in der Mauer (2008) war er in einer Doppelrolle zu sehen. Er spielte die Zwillingsbrüder Ralf und Frank Gerlach. In Rainer Kaufmanns Fernsehdrama Blaubeerblau (2011) übernahm er als Architekt Fritjof die Rolle eines „schüchternen Muttersöhnchens“,Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen (Hrsg.): „Hörfilmkino im Kleisthaus 2013“, Seite 9. dessen Leben sich drastisch verändert, als er von seiner Chefin für Vermessungsarbeiten in ein Hospiz geschickt wird.
mini|hochkant|Devid Striesow bei der Uraufführung von Wir sind jung. Wir sind stark., 2014 Von Januar 2013 bis Januar 2019 spielte Striesow für den Saarländischen Rundfunk den Hauptkommissar Jens Stellbrink in der Krimireihe Tatort. Elisabeth Brück spielte seine Kollegin, die Kommissarin Lisa Marx.
In Andreas Kleinerts TV-Psychodrama Die Frau von früher (2013), das auf dem gleichnamigen Theaterstück von Roland Schimmelpfennig basiert, verkörperte er die Rolle des Frank, der seiner Jugendliebe Romy (Ursina Lardi) nach 24 Jahren – als er eigentlich gerade in Kanada ein neues Leben beginnen wollte – erstmals wieder begegnet.Beziehungsdrama: Devid Striesow im Arte-Film in Der Tagesspiegel. Abgerufen am 2. Oktober 2013. Im Mai 2014 war Striesow an der Seite von Anna Maria Mühe und Jeanette Hain im ARD-Fernsehfilm Göttliche Funken zu sehen. Er verkörperte Matthias, der seine große Liebe Diana heiratet und bei der Trauung seine Jugendliebe Lily, die inzwischen Pfarrerin ist, wiedersieht. In dem im Oktober 2014 auf den Internationalen Hofer Filmtagen gezeigten Spielfilm Wir sind jung. Wir sind stark. spielte er den sozialdemokratischen Lokalpolitiker Martin. 2015 war Striesow in der Rolle des Hape Kerkeling im Kinofilm Ich bin dann mal weg nach dem gleichnamigen Reisebericht Kerkelings zu sehen. In Florian Schwarz’ Filmdrama Das weiße Kaninchen (2016) über das Thema Cyber-Grooming stellte er den Lehrer und Familienvater Simon Keller dar, der pädophile Neigungen hat und als „Benny“ kleine Mädchen im Internet anschreibt. Im Fernsehfilm Katharina Luther (2017) übernahm er die Rolle des Mönchs und Reformators Martin Luther.
Seit 2018 spielt er an der Seite von Golo Euler in der ZDF-Samstagskrimireihe Schwartz & Schwartz den Privatdetektiv Andreas „Andi“ Schwartz, der gemeinsam mit seinem Bruder Mathias „Mads“ Schwartz, einem Kriminalbeamten, Mordfälle aufklärt.
Striesow arbeitet wiederholt mit Jan Georg Schütte zusammen, z. B. in der experimentellen deutschen Filmkomödie Wellness für Paare von 2016, in der improvisierten Miniserie Das Begräbnis von 2022 und in Das Fest der Liebe von 2023.
Striesow ist auch als Sprecher für Hörbücher tätig. Seit 2020 sind er als Sprecher und Stefan Weinzierl als Schlagzeuger in Günter Grass’ Blechtrommel als Lesung mit Schlagwerkmusik zu hören. Die Konzertlesung wurde im Juni 2021 als Hörbuch im Buchfunk Verlag Leipzig veröffentlicht.
Im Dezember 2024 war Striesow bei Stars in der Manege.
Privates Devid Striesow war in den 1990er Jahren mit der Schauspielerin Maria Simon liiert. Aus dieser Beziehung entstammt ein gemeinsamer Sohn, Ludwig Simon (* 1996), der mittlerweile ebenfalls als Schauspieler tätig ist. Drei weitere Kinder (* 2006, 2010Das Erste Baby auf BZ-Berlin.de (abgerufen am 3. August 2010) und 2012 auf unterhaltung.t-online.de vom 16. Februar 2012.) stammen aus einer weiteren Ehe. 2015 trennte sich das Paar. 2016 wurde bekannt, dass Striesow und seine 19 Jahre jüngere Managerin Ines Ganzberger ein Paar sind. Seit Dezember 2018 sind sie verheiratet.Devid Striesow: Er hat Ines Ganzberger das Jawort gegeben, Artikel auf stern.de vom 6. März 2019, abgerufen am 29. April 2020 Die beiden haben zwei gemeinsame Kinder, einen Sohn (* 2016) und eine Tochter (* 2022). Die Familie zog, wie Anfang 2024 öffentlich bekannt wurde, in Ermangelung passenden bezahlbaren Wohnraums von Berlin nach Wien, Ganzbergers Heimatstadt, um.
Audio „Verbissenheit ist der Tod der Kunst“, Deutschlandfunk Zwischentöne, Tanja Runow im Gespräch mit Devid Striesow, 72.57 Minuten Audio-Version
Filmografie Kino
Fernsehen Fernsehfilme
Fernsehserien und -reihen
Musikvideos 2013: Xavier Naidoo – Der letzte Blick
Hörbücher Claudia Rusch: Zapotek und die strafende Hand. Argon Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-8398-1235-8Literarische Welt, Die Welt Melanie Raabe: Die Falle. Der Hörverlag, 2015, ISBN 978-3-8445-1813-9Das Buch, btb Philipp Schwenke: Das Flimmern der Wahrheit über der Wüste. Roof Music, 2018, ISBN 978-3-86484-509-3 Jocelyne Saucier: Niemals ohne sie, Übers. Sonja Finck. Random House Audio, 2019 (Ungekürzt) Tankred Lerch: Warum, Silke, warum? - Geschichten vom alltäglichen Wahnsinn. BookBeat, 2020 (Ungekürzte Lesung) Kristof Magnusson: Ein Mann der Kunst. Verlag Antje Kunstmann, 2020, ISBN 978-3-95614-409-7 Günter Grass: Die Blechtrommel – Hörbuch zur Konzertlesung. Buchfunk Verlag, 2021, ISBN 978-3-86847-598-2 Fridolin Schley: Die Verteidigung. Random House Audio, 2021, ISBN 978-3-8371-5166-4
Hörspiele (Auswahl) 2012: Eugen Ruge: In Zeiten des abnehmenden Lichts, Regie: Leonhard Koppelmann, Produktion: SWR 2012: Jens Sparschuh: Unter uns, Regie: Wolfgang Rindfleisch, Produktion: MDR 2012: Laila Stieler: Die Lehrerin, Regie: Judith Lorentz, Produktion: RBB 2013: Gunnar Gunnarsson: Schwarze Vögel, Regie: Judith Lorentz, Produktion: DLF 2016: Franz Kafka: Das Schloss (Hörspiel in 12 Teilen), Regie: Klaus Buhlert, Produktion: BR 2019: Stuart Kummer und Edgar Linscheid: Caiman Club (Lobbyismus-Serie, Staffel 2), Regie: Stuart Kummer, Produktion: WDR 2019: Stuart Kummer und Edgar Linscheid: Hotel 4 XMas, Regie: Stuart Kummer, Produktion: WDR 2023: Castle Freeman: Der Klügere lädt nach, Regie: Irene Schuck, Produktion: SWR 2023: Castle Freeman: Herren der Lage, Regie: Silke Hildebrandt, Produktion: SWR 2024: Laila Stieler: In Liebe, Eure Hilde, Regie: Judith Lorentz, Produktion: RBB
Auszeichnungen 2001: Sonderpreis für darstellende Kunst der Landeshauptstadt Düsseldorf 2003: Preis der deutschen Filmkritik als Bester Darsteller für Lichter und Bungalow 2003: Nominierung für den Deutschen Filmpreis in der Kategorie Bester Nebendarsteller für Lichter 2004: Nachwuchsschauspieler des Jahres der Theaterzeitschrift Theater heute 2004: Alfred-Kerr-Darstellerpreis beim 41. Theatertreffen Berlin (für den Wlas in Gorkis „Sommergäste“), 2004. 2007: Deutscher Filmpreis in der Kategorie Beste darstellerische Leistung – männliche Nebenrolle für Die Fälscher 2008: Preis für Schauspielkunst beim Festival des deutschen Films gemeinsam mit Nina Hoss 2010: Nominierung für den Deutschen Filmpreis in der Kategorie Beste darstellerische Leistung: männliche Hauptrolle für So glücklich war ich noch nie 2010: Preis der deutschen Filmkritik als Bester Darsteller für Drei 2011: Hessischer Fernsehpreis – Sonderpreis der Jury zusammen mit Andreas Schmidt und Jördis Triebel für ihre Ensembleleistung in Ein guter Sommer 2012: Grimme-Preis für Ein guter Sommer 2012: Preis für die beste darstellerische Leistung beim Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern für Transpapa (zusammen mit Louise Sappelt) 2014: Günter Rohrbach Filmpreis Darstellerpreis für Zeit der Kannibalen gemeinsam mit Katharina Schüttler und Sebastian Blomberg 2015: Deutscher Schauspielerpreis 2015 als Bester Schauspieler in der Kategorie Hauptrolle für Wir sind jung. Wir sind stark. 2016: Bambi in der Kategorie Schauspieler National 2017: Bayerischer Fernsehpreis, Bester Schauspieler in den Kategorien Fernsehfilme / Serien und Reihen für seine Rollen in Das weiße Kaninchen (ARD) und Katharina Luther (ARD) 2017: Robert-Geisendörfer-Preis (Darsteller, Hörfunk: Die meisten Afrikaner können nicht schwimmen)
Literatur Manfred Hobsch, Ralf Krämer, Klaus Rathje: Filmszene D. Die 250 wichtigsten jungen deutschen Stars aus Kino und TV. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-511-2, S. 420 f.
Weblinks
(mit Fotogalerie) Offizielle Website Devid Striesow bei der Agentur Die Agenten