mini|David Clodius David Clodius (* 14. Mai 1644 in Hamburg; † 10. September 1687nach anderen Quellen 1684 (ADB). Ist wohl falsch übertragen, da er noch 1687 als Präsens bei einer Disputation nachweisbar ist. in Gießen) war ein deutscher Orientalist und evangelisch-lutherischer Theologe.
Leben Geboren als Sohn des gleichnamigen Kaufmanns, erhielt er zunächst durch Privatlehrer seinen ersten Unterricht. Er besuchte nach dem Tod seines Vaters 1658 die Gelehrtenschule des Johanneums und 1661 das dort angeschlossene Gymnasium seiner Heimatstadt. So vorgebildet, bezog er 1665 die Universität Kiel und ging 1667 an die Universität Gießen. Im Anschluss an seine Studien, begab er sich auf eine damals übliche Gelehrtenreise, die ihn nach Holland, Belgien, England und Deutschland führte.
Über Wittenberg kehrte er 1669 nach Hamburg zurück, wo er Aufnahme als Kandidat des Ministeriums fand und man ihm im Folgejahr am 9. September als ordentlichen Professor der morgenländischen Sprachen nach Gießen berief. Nachdem er am 4. Januar 1671 die Professur angetreten hatte, übernahm er am 1. Juli 1675 eine außerordentliche Professur an der Theologischen Fakultät, promovierte am 16. April 1678 zum Doktor der Theologie und übernahm 1684 die Predigerstelle seines Schwiegervaters Johann Nikolaus Misler, an der Gießener Stadtkirche. Jedoch eine lange Wirksamkeit war ihm nicht beschert, da er bereits im Alter von 43 Jahren verstarb. Clodius beteiligte sich auch an den organisatorischen Aufgaben der Gießener Hochschule und war 1677 Rektor der Alma Mater.
Clodius hatte sich am 8. Juli 1672 mit Anna Elisabeth Misler (* März 1640 in Marburg) verheiratetvgl. Deutsches Geschlechterbuch. Bd. 27, S. 98 (Digitalisat).
Werke De cherubinis, 1672 De ritibus precandi veterum Ebraeorum. Resp. Andreas Baumann. Gießen, 1674, (Digitalisat) De pace ecclesiastica, 1674 Biblia Testamenti Veteris: idiomate authentico expressa. Frankfurt am Main, 1677, (Digitalisat) De parallelismo Scriptuare Sacrae. Resp. Peter Christoph Scheibler. Gießen, 1678 De synagogis Judaeorum, 1682 Theses Hypothesibus Novae Criticae Toy P. Simon Oppositae. Resp. Philipp Daniel Goebel. Gießen, 1682, (Digitalisat) Pentathlon Philologikon, Sive Exercitatio Academica, Quinarium Thematum Philologicorum Sistens. Resp. Abraham Calov d. J. Gießen, 1682, (Digitalisat) Dissertatio Philo-Theologica, Qua Ex Hos. III. vers. 4.5. Disquiritur, An Speranda Supersit Insignis Quaedam Judaeorum Conversio? Resp. Eberhard Hamel. Gießen, 1683, (Digitalisat) De proselytis Ebraeorum, 1683 Brevis Disquisitio De Existentia Philosophiae Antediluvianae Eiusque Propagatione. Resp. Nicolaus Bergius. Gießen, 1684, (Digitalisat) De prophetia et prophetis. Resp. Johann Christian Geier. Gießen, 1685, (Digitalisat) Sive De Messia Sedente ad dextram Dei Dissertatio Philo-Theologica. Resp. Heinrich Muhlius. Gießen, 1687
Literatur
Herman Haupt, Georg Lehnert: Chronik der Universität Gießen, 1607–1907. Alfred Tölpelmann, Gießen 1907, S. – (Digitalisat). Elias Friedrich Schmersahl: Zuverlässige Nachrichten von jüngst verstorbenen Gelehrten. Joachim Andreas Deez, Celle, 1748, Bd. 1, S. 420, (Digitalisat) Hans Schröder: Lexikon der hamburgischen Schriftsteller bis zur Gegenwart. Perthes-Besser und Mauke, Hamburg, 1851, Bd. 1, S. 547, (Digitalisat) Friedrich Wilhelm Strieder: Grundlage zu einer Hessischen Gelehrten und Schriftstellergeschichte. Barmeier, Göttingen, 1782, Bd. 2, S. 226, (Digitalisat)
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Lutherischer Theologe (17. Jahrhundert) Kategorie:Orientalist Kategorie:Hochschullehrer (Justus-Liebig-Universität Gießen) Kategorie:Absolvent der Justus-Liebig-Universität Gießen Kategorie:Geboren 1644 Kategorie:Gestorben 1687 Kategorie:Mann