Roppen ist eine österreichische Gemeinde im Bezirk Imst (Gerichtsbezirk Silz) in Tirol mit Einwohnern (Stand ).
Geografie Die Gemeinde Roppen mit ihrem gleichnamigen Hauptort liegt fünf Kilometer südöstlich der Stadt Imst zwischen den Mündungen der Pitze und der Ötztaler Ache in den Inn. Im Norden ist die Gemeinde durch den Tschirgant, im Süden durch den Wildgrat begrenzt. Die Gemeinde hat eine Fläche von rund 30 Quadratkilometern. Davon werden sechs Prozent landwirtschaftlich genutzt, mehr als die Hälfte ist bewaldet, elf Prozent sind Almen und mehr als ein Viertel alpines Gebiet. Die im Gemeindegebiet befindlichen Leonhards- und Waldelesbach münden ebenfalls in den Inn.
Gliederung Neben Roppen gehören folgende Siedlungen zur Gemeinde:
Nachbargemeinden
Geschichte Die Besiedelung begann bereits vor etwa 3.000 Jahren, wie Funde im Bereich des „Burschls“ beweisen. Der Dorfname wurde erstmals im Jahre 1260 als Roupen urkundlich erwähnt. Es liegt das antike Wort *raup-an o. ä. zugrunde, was eine felsige Gegend benennt (vgl. ).
Bereits 1337 wurde in Roppen eine „Lienhardskirche“ erwähnt, die von Imst aus betreut wurde. Von 1534 bis 1745 war der Kaplan in Karres für die Gemeinde zuständig. 1745 erhielt Roppen eine eigene Kuratie und ist seit 1891 eine eigene Pfarre
Der im 15. Jahrhundert beginnende Bergbau am Tschirgant breitete sich bis Roppen aus, so scheint um 1535 ein Ruepp Kölle in Roppen als Gerwerker eine Grube auf. Größere Bedeutung erlangte Roppen jedoch dadurch, dass hier der Ausgangspunkt der Erz- und Holzflößerei war. Die Holzflößerei geht weit zurück, bereits in einer Rechnung des Salzmaieramtes in Hall aus dem Jahr 1300 wird von einer Holztrift am Inn bei Waldele berichtet. Das am Tschirgant abgebaute Erz wurde beim „Arzstadel“ gesammelt. Die Flöße wurden in Roppen gebaut, indem Baumstämme mit Klammern verbunden wurden. Die Beladung der Flöße erfolgte meist unterhalb der Mautbrücke an der "Lehne". Neben Erz und geschmolzenem Gut wurde auch Scheiterholz transportiert. Die Fahrt ging bis Innsbruck, Hall oder Schwaz. Das Scheiterholz wurde in den Hochöfen verbrannt, die Stämme wurden zu Wasserleitungsrohren verarbeitet oder als Bauholz verwendet. Die Flößer kamen entweder zu Fuß oder mit dem Poststellwagen wieder in ihr Dorf zurück. Es waren größtenteils Bauern, die sich so einen Zusatzverdienst erwarben. Der Bergbau nahm im 17. Jahrhundert ab und kam 1740 zum Erliegen. Die Flößerei ging zurück, wurde wieder zum reinen Holztransport und mit der Inbetriebnahme der Arlbergbahn 1884 allmählich eingestellt.
Bevölkerungsentwicklung
mini|hochkant|Pfarrkirche Roppen im Ortsteil Mairhof mini|Kapelle hl. Markus in Waldele. Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bruder-Klaus-Kapelle Burschl Leonhardskirche Kapelle hl. Markus Naturschutzgebiet Tschirgant-Bergsturz, abgerufen am 13. April 2011. Erdpyramiden Der alte Ortskern um die Leonhardskirche mit dem Festplatz am Schulhof-Areal Römerbad am Inntal-Radweg Alle vier Jahre veranstaltet Roppen eine Fasnacht, die dem Imster Schemenlauf ähnlich ist.
Sport Area 47: Sommerfreizeitareal
Wirtschaft und Infrastruktur Roppen ist aufgrund seiner sonnigen Lage und klimatischen angenehmen Bedingungen für seine Obstanlagen, in denen alte Apfelsorten, Birnen, Steinobst und sogar Weintrauben bestens gedeihen, bekannt. Wichtige Branchen sind die Metall- und Industriebranche.
Wirtschaftssektoren Von den 64 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden sechs im Haupt-, 53 im Nebenerwerb, eine von einer Personengemeinschaft und vier von juristischen Personen betrieben. Diese vier bewirtschafteten mehr als zwei Drittel der Flächen. Mehr als achtzig Prozent der Erwerbstätigen des Produktionssektors arbeiteten im Bereich Herstellung von Waren. Die größten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche Handel und soziale und öffentliche Dienste. WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)6473276Produktion1716368256Dienstleistung4333115132 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999
Arbeitsmarkt, Pendeln Im Jahr 2011 lebten 849 Erwerbstätige in Roppen. Davon arbeiteten 130 in der Gemeinde, mehr als achtzig Prozent pendelten aus.
Tourismus Die Nähe zum Ötztal und Pitztal, sowie ihre zentrale Lage im Wildwasser- und Raftinggebiet Imster-Schlucht, sorgen dafür, dass in der Inntal-Gemeinde auch Tourismus ein wichtiger Wirtschaftszweig ist. Durch das 2010 eröffnete Freizeitareal „Area 47“, das zum Großteil auf Roppener Gemeindegebiet liegt, soll vor allem der Sommertourismus weiter ausgebaut werden.
Die Anzahl der Übernachtungen stieg von 25.000 im Jahr 2010 auf 48.000 im Jahr 2019. Mehr als neunzig Prozenten entfallen auf die Monate Mai bis September. mini|Arlbergbahn bei Roppen
Verkehr Eisenbahn: Roppen hat einen Bahnhof an der Arlbergbahn mit stündlichen Regionalexpress-Verbindungen nach Innsbruck (Stand 2021). Straße: Sowohl die Tiroler Straße B171 als auch die Inntal Autobahn A12 verlaufen durch das Gemeindegebiet. Rad: Der 520 Kilometer lange Inn-Radweg von St. Moritz nach Passau führt durch Roppen.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus 13 Volksvertretern. Partei202220162010%Mandate%Mandate%MandateSPÖ Roppen, Bürgermeister Ingo Mayr (SPÖ) 40,72537,16541,905Gemeinsam für Roppen – Team Günter Neururer (GFR) 35,37534,25520.763Aktiv für Roppen (AFR)23,913Initiativ für Roppen, Roppner Volkspartei 1)17,12218,163Zukunft Roppen6,881Frei und Gerecht für Roppen4,590Peter Prantl und sein Wirtschaftsteam11,731Junge Aktive7,451 1) Der Name im Jahr 2010 lautete "Roppner Volkspartei"
Bürgermeister seit 2004: Ingo Mayr (SPÖ Roppen)
Wappen Der Gemeinde wurde 1973 folgendes Wappen verliehen: Ein blauer Pfahl, begleitet von vier silbernen Spitzen in Blau.Landesgesetzblatt für Tirol. Nr. 86/1973 (Digitalisat).
Die stürzenden Spitzen verdeutlichen den aus römischer Zeit stammenden Ortsnamen Rupes („felsiger Hang“) und stehen für die Lage am Rand des gewaltigen Tschirgant-Bergsturzes.
Partnerschaften Forchheim in Oberfranken im Freistaat Bayern, Deutschland
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde Peter Paul Pfausler (1871–1924), Psychiater, Landwirtschaftsfachmann und Landeskulturrat Johannes Raffl (1858–1927), Brixener Fürstbischof
Weblinks
Website der Gemeinde
Sommerfreizeitareal Area 47
Einzelnachweise
Kategorie:Ötztaler Alpen Kategorie:Mieminger Kette Kategorie:Ort am Inn Kategorie:Ersterwähnung 1260