mini|Guntram Palm (links, 1987) Guntram Martin Palm (* 21. Juni 1931 in Berlin; † 11. Februar 2013 in Korb, Baden-WürttembergFrüherer Finanzminister Palm ist tot. In: Welt, 12. Februar 2013. Abgerufen am 14. Juni 2025.) war ein deutscher Jurist, Politiker (FDP/DVP, CDU), unter anderem als Finanzminister, und Landeszentralbankpräsident.

Leben Guntram Palm wurde als Sohn einer Schorndorfer Apothekerfamilie geboren. Nach dem Abitur nahm er ein Studium der Rechtswissenschaft und Volkswirtschaft an den Universitäten in Tübingen und Heidelberg auf, das er mit beiden juristischen Staatsexamina abschloss. 1959 wurde er in Tübingen mit der Dissertation Siedlungs-, Verfassungs- und insonderheit kirchliche Rechtsgeschichte des Winterbach-Schorndorfer Raumes im Mittelalter zum Dr. jur. promoviert.Datensatz der Dissertation auf d-nb.info (zuletzt abgerufen am 26. November 2020). Er war seit dem Sommersemester 1952 Mitglied der Studentenverbindung Akademische Gesellschaft Stuttgardia Tübingen.Jürg Arnold: Stuttgardia Tübingen 1869–1994. Geschichte der Akademischen Gesellschaft Stuttgardia. Württembergischer Geschichts- und Altertumsverein, Stuttgart 1994, S. 420. Anschließend war er als Rechtsanwalt in Stuttgart tätig. Von 1992 bis zur Pensionierung im Jahr 2000 übte er das Amt des Präsidenten der Landeszentralbank Baden-Württemberg aus. Als solcher war er Mitglied des Zentralbankrates der Deutschen Bundesbank.

Guntram Palm war evangelisch und mit Ute Palm, geborener Dollmann, verheiratet; aus der Ehe stammen drei Kinder, Christoph Palm, ebenfalls Politiker und von 2000 bis 2016 Oberbürgermeister von Fellbach, Ulrich Palm, Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer, sowie Michael Palm (Spieleautor). Guntram Palm wohnte in Korb-Kleinheppach und starb am 11. Februar 2013 im Alter von 81 Jahren in seinem Wohnhaus in Korb im Rems-Murr-Kreis.Schwarzwälder Bote: Tod mit 81 Jahren: Fellbacher Alt-OB Guntram Palm ist tot vom 12. Februar 2013.

Politik Palm trat zunächst in die FDP/DVP ein, war von 1964 bis 1972 Mitglied des Baden-Württembergischen Landtages, zeitweise Vorsitzender des Ausschusses für Verwaltung und Wohnungswesen, und amtierte von 1966 bis 1976 als Oberbürgermeister der Stadt Fellbach. Er wechselte 1975 zur CDU und war von 1980 bis 1992 erneut Landtagsabgeordneter. Anfang 1992 rückte für ihn Karl Walter Ziegler in den Landtag nach.

Palm amtierte ab 1976 unter Minister Karl Schiess als Politischer Staatssekretär im Innenministerium des Landes Baden-Württemberg. Nach dem Rücktritt Traugott Benders infolge des Suizids der RAF-Terroristen in Stuttgart-Stammheim wurde er am 2. November 1977 als Justizminister in die von Ministerpräsident Hans Filbinger geführte Landesregierung berufen. Er übernahm am 30. August 1978 als Nachfolger von Lothar Späth die Leitung des Innenministeriums und wechselte am 4. Juni 1980 als Ressortchef ins Finanzministerium von Baden-Württemberg. Am 13. Januar 1991 schied er aus der Landesregierung aus und wurde als Minister von Gerhard Mayer-Vorfelder abgelöst.

Ehrungen Großes Bundesverdienstkreuz, 1981 Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg, 1986 Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern, 1990 Ehrenbürgerwürde der Großen Kreisstadt Fellbach, 1991 Das Atrium bei der Schwabenlandhalle in Fellbach heißt Guntram-Palm-Platz, 2017

Siehe auch Kabinett Filbinger IV (Baden-Württemberg) Kabinett Späth I (Baden-Württemberg) Kabinett Späth II (Baden-Württemberg) Kabinett Späth III (Baden-Württemberg) Kabinett Späth IV (Baden-Württemberg)

Literatur Palm, Guntram. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 927.

Weblinks

Online-Findbuch Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Q 1/72 Guntram Palm

Einzelnachweise

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