mini|Ted Nelson, 2011

Theodor „Ted“ Holm Nelson (* 17. Juni 1937 in Chicago) ist ein US-amerikanischer Philosoph und Informationstechnikpionier. Er ist der Sohn des Regisseurs Ralph Nelson (1916–1987) und der Schauspielerin Celeste Holm (1917–2012).

Nelson prägte 1965 die Begriffe Hypertext und Hypermedia. Außerdem wird ihm der erste Gebrauch der Wörter transclusion, virtuality im Kontext des Software-Designs, intertwingularity (Verzweigtheit) und teledildonics (computergesteuerte Sexspielzeuge zur Verwendung in Cybersex) angerechnet. Die Hauptrichtung seiner Arbeit war bislang, Computer für normale Menschen leicht zugänglich zu machen. Seine Devise ist:

Nelson vertritt die vier Grundsätze „Die meisten Menschen sind Idioten, Autorität ist meist heimtückisch, Gott existiert nicht, und alles ist falsch“.Vgl. Kapitel II, 3. Abschnitt, 3. und 4. Satz in: "The Curse of Xanadu"

Karriere Nelson gründete 1960 das Projekt Xanadu mit dem Ziel, ein Rechnernetz mit einfacher Benutzeroberfläche aufzubauen. Dieses Bestreben ist in seinen Büchern Computer Lib/Dream Machines (1974) und Literary Machines (1981) dokumentiert. Er widmete einen großen Teil seines Lebens der Arbeit am Projekt Xanadu und der Erhaltung dieses Projekts.

Das Xanadu-Projekt selbst schaffte es aus einer Vielfalt von umstrittenen Gründen nicht, zu gedeihen. Der Journalist Gary Wolf veröffentlichte einen kritischen Artikel, The Curse of Xanadu, über Nelson und sein Projekt in der Juni-1995-Ausgabe des Magazins Wired und nannte Xanadu das . Nelson drückte seine Empörung auf seiner Website aus,What they say wo er Wolf als bezeichnete und androhte, gerichtlich gegen ihn vorzugehen. Er fasste seine Einwände auch in einem Brief an Wired zusammenLetters about "The Curse of Xanadu" und veröffentlichte eine detaillierte Widerlegung des ArtikelsErrors in "The Curse of Xanadu".

Nelson wendet ein, dass einige Aspekte seiner Vision dabei waren, durch Tim Berners-Lees Erfindung des World Wide Webs umgesetzt zu werden, obwohl er das World Wide Web, XML und alle eingebetteten Auszeichnungssprachen ablehnt, da er Berners-Lees Arbeit als rohe Über-Vereinfachung seiner ursprünglichen Vision sieht:

Nelson war Mitgründer der Itty Bitty Machine Company, eines kleinen Computer-Einzelhandelsgeschäfts, das von 1977 bis 1980 in Evanston (Illinois) betrieben wurde. 1978 hatte Nelson einen bedeutenden Einfluss auf die Überlegungen IBMs, als er seine Vision des Potenzials der Personal Computer dem Team, das drei Jahre später den IBM PC auf den Markt brachte, darstellte.When Big Blue Got a Glimpse of the Future

Anfang der 2010er Jahre arbeitete Ted Nelson an einer neuen Informationsstruktur, ZigZag,ZigZag and Its Structure die auf der Website des Xanadu-Projektes beschrieben wird, das auch zwei Versionen des Xanadu-Codes hostet. Außerdem entwickelte er XanaduSpaceXanaduSpace, ein System zur Verwertung verbundener Paralleldokumente (eine frühe Version dieser Software kann kostenlos heruntergeladen werdenhttps://xanarama.net/). Er war Gaststipendiat an der Oxford University im Oxford Internet Institute, wo er in den Feldern Information, Computer und Mensch-Maschinen-Schnittstellen arbeitete.

Publikationen (Auswahl) Computer Lib, 1974 Literary Machines, 1981 Geeks Bearing Gifts, 2008

Siehe auch Docuverse Transklusion

Weblinks

Website von Ted Nelson (englisch) Ted Nelson Media Center (englisch)

Einzelnachweise

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