Dieser Artikel behandelt die niederländische Feldpost seit ihrer ersten urkundlichen Erwähnung 1597. mini|Wappen der Niederländischen Feldpost mini|Neues Wappen der Niederländischen Feldpost
Niederländische Feldpost Die ersten Nachrichten über die Feldpost Über die erste niederländische Feldpost ist in einem Beschluss vom 12. August 1597 zu lesen, dass demnach zwischen Den Haag und ’s-Gravenwert (einer Rheininsel bei Lobith) ein Reitpostkurs mit festen Stationen in Alphen, Bodegraven, Utrecht, Rhenen und Arnheim eingerichtet war. Für jede Station waren zwei Reiter mit mehreren Pferden abkommandiert. Zuständig für die Abwicklung war ein für jedes Lager eigens bestellter Wachtmeister.
In weiteren Feldzügen gegen die spanischen Besatzer wurden ähnliche Dienste unterhalten.
Bei der Belagerung von ’s-Hertogenbosch im Jahre 1629 wurde erstmals eine Lichtsignal-Staffete von der St.Jan-Kathedrale über Eindhoven zum Erzbischof von Brüssel in Breda unterhalten. Für Berichte und Befehle unterhielt man zusätzlich eine Reitpost. Ein Bote von s'Hertogenbosch nach Den Haag soll zehn Stunden benötigt haben. Aus dieser Zeit lassen sich auch die ersten Briefe von Militärs nachweisen. Sie sind erkennbar durch Hinweise wie „In 't Lager bij Venlo, 4. Juny 1632“ oder „du camp prèz de Maestrich, le 14 d'October 1632“.
Im „Archiv für Post und Telegraphie.“ von 1873 ist auf Seite 14 zu lesen: „Niederländisches Feldpostwesen. In den Niederlanden wurde eine Feldpost nach Le Jeune's Mittheilungen (Le Jeune: Het Brieven-Postwezen in de Republik der vereenigten Nederlande. Utrecht 1851.) zuerst im Jahre 1746 errichtet, als die verbündeten Niederländischen und Englischen Truppen bei Breda Stellung genommen hatten, während Antwerpen von den Franzosen besetzt war. Das Amsterdamer Postamt ließ die Briefe für die Armee bis nach Strijen-Sas am nördlichen Ufer des Holländischen Dieps befördern, das nördlich von Breda tief ins Land einschneidet; in Stijen-Sas wurden die Briefsäcke von Feldpostbeamten abgeholt, in Booten, (veldpostschuiten) über das Diep geschafft und sodann nach dem Hauptquartier Breda transportiert. Um auch für die englischen Truppen den Postverkehr möglichst zu erleichtern, wurden die Briefpakete aus England in Hellevetshuis/Brielle (an der Mündung der Maas) abgegeben und von dort ebenfalls nach Strijen-Sas aus bz. ins Hauptquartier befördert, wo ein englischer Postbeamter, Mr.Sutton, die Aushändigung besorgte. Größere Ausdehnung hatte die niederländische Feldposteinrichtung im Jahre 1793, als die Truppen der aus sieben Provinzen errichteten Republik unter dem Prinzen von Oranien dem späteren König Wilhelm I. der Niederlande. in die Österreichischen Niederlande eingedrungen waren und bei Kortrijk in Westflandern südwestlich von Gent standen. Die Organisation des Feldpostwesens wurde damals nach dem Plane des Niederländischen Commies-Generaal (Postdirectors) L’Honoré durch Beschluss der Generalstaaten vom 20. Juni 1793 zur Ausführung gebracht. Der Sitz des Feld-Postamtes war im Hauptquartier des Prinzen von Oranien. Die Postverbindung mit Den Haag wurde auf der Route über Gent, Lokeren, Antwerpen, Moerdijk, das Holländische Diep und Dordrecht unterhalten, trotz des Protestes, den der österreichische General-Postdirektor für die Niederlande in Brüssel dagegen erlassen hatte, weil er die Einrichtung für einen Eingriff in die Reservatrechte seines Souverains, des Römisch-Deutschen Kaisers, ansah. Nach der Instruktion, welche die Generalstaaten den „Edel Mögenden Herren Commissarien für das Postwesen von Holland und West-Friesland“ wegen Beförderung der Briefe für die Armee erteilt hatten, sollten die Feldpostsachen vo Den Haag, wo sie gesammelt wurden, Montags und Donnerstags um 5 Uhr Abends abgehen und in 6 bis 7 Stunden nach Strijen-Sas geschafft werden, an welchem Orte behufs der Überführung der Feldpost über das holländische Diep ein Relais (entre-postcomptoir) errichtet war. Am südlichen Ufer des Dieps begann bei Moerdijk der eigentliche Feldpostcours auf brabantischem und flandrischem Boden. In Kortrijk bzw. im Hauptquartier des Prinzen von Oranien kamen die Briefbeutel Mittwochs und Sonnabends an. Von der Armee aus mussten die Feldposttransporte so expediert werden, dass sie gleichfalls Montags und Donnerstags Abends – wie die Post von Den Haag – in Moerdijk eintrafen, um von dort durch die zurückkehrenden Postillone nach Den Haag befördert zu werden.“
Aus dem Zweiten Englischen Krieg 1665–1667 ist bekannt, dass von Delfzijl bis Flandern entlang der Küste eine Verteidigungslinie bestand. Eine Reitpost mit 15 Stationen zwischen Den Helder und Zierikzee verband die Regierung in Den Haag mit den Truppen.
Im Krieg gegen Münster und Köln unterstand die Reitpost dem Prinzen Johann Mauritz, der für seine „Kundschaft und geheime Correspondenz“ 8000 Pfund erhielt. Gleichzeitig unterstanden ihm die üblichen Reitposten. Es kam zu Beschwerden. Es wurde darüber geklagt, dass die Briefe zwei oder drei Tage unterwegs waren. Es stellte sich heraus, dass die Postreiter sich geweigert hatten, loszureiten, wenn sie nicht gleichzeitig, auf eigene Rechnung weitere Briefe zur Beförderung mitnehmen konnten.
Die französische Feldpost I Die Franzosen beauftragten im Holländischen Krieg 1672 François Michel et Tettier mit der Organisation einer Feldpost zur Postversorgung der im Felde stehenden Truppen. Die „direction générale des postes“ delegierte einen „commis des postes“ und einen oder mehrere „vaguemestre“, die mit der Austeilung und Einsammlung der Post beauftragt waren. Dem Commis oblag die Abfertigung der berittenen Postillone. Bis 1706 enthielt die Adressenangabe den Namen des Lagers, zum Beispiel „l'armée de Monsr le Prince“. Mit der Einführung der ersten Feldpoststempel wurde zum Namen des Befehlshabers auch das Gebiet angegeben, in dem sich das Lager gerade befand, beispielsweise „de l'armée de Duras of de l'armée de Catalogne“.
Die niederländische Feldpost Die Republik der Vereinigten Niederlande beschloss am 23. Juni 1672 die Einrichtung eines geregelten Feldpostdienstes. Postmeister Aert van Doorn wurde beauftragt, in den Festungen Voorn, St. Andries (bei Kerkdriel), Crevecoer (bei Hedel) und Zaltbommel eine Poststation einzurichten. Gleichzeitig wurden zwischen Den Haag und der Isselfront ein regelmäßiger Postkurs eingerichtet. Hinzu kam ein regelmäßig dreimal in der Woche reitender Bote nach Doesburg (12 km N.O. von Arnheim) für 15 Gulden je Ritt und bei besonderen Anlässen nach Den Helder, Vlissingen, Maastricht oder Emden. Über Emden bestand zum Beispiel Verbindung mit dem Großen Kurfürsten von Brandenburg und dem deutschen Kaiser.
Prinz Wilhelm III. bezahlte über 6000 Pfund für „Correspondenz und Nachrichten“ wie auch für die Nachrichtenübermittlung durch Balkentelegrafie zwischen Gouda und Bodegraven nach Muiden und von Gouda nach Goejan, Verwellesluis, Schoonhoven und Gorinchem.
Die Stempel im Erbfolgekrieg 1740–1748 Die verbündeten Österreicher benutzten als Feldpoststempel einen Einkreisstempel mit zwei „A“ für „Armée Autrichienne“, das niederländische Kontingent verwendete einen Rahmenstempel mit den Buchstaben „AHOL“ für „Armée hollandaise“. Die Franzosen verwendeten die vielfältigsten Feldpoststempel und handschriftliche Vermerke, wie ARMEE DU ROY in verschiedenen Stellungen, SERVICE DU ROY, ARM. DE FLANDRE, AR. DE SAXE und ähnliche. In den Niederlanden verwendeten sie die Stempel „C.D.LOVENDAL“ und „ARMEE LOWENDAL“. Ulrich Friedrich Waldemar von Löwenthal war Oberbefehlshaber der französischen Truppen.
Die britische Feldpost Um für die englischen Truppen den Postverkehr möglichst zu erleichtern, wurde am 29. Mai 1744 beschlossen, die Briefpakete aus England in Brielle (an der Mündung der Maas) auszutauschen und von dort ebenfalls nach Strijen-Sas aus bzw. ins Hauptquartier befördert. Der englische Postbeamte, Mr. Sutton, besorgte die Aushändigung. Postsendungen von der Armee nach England erhielten zum ersten Mal einen Stempel „AB“ für „Army bag“. Als handschriftliche Absenderangaben sind „Hanau Camp“, „Saven them Camp“ und „Vilvoerde Camp“ bekannt. Bekannt ist auch ein Schreiben „... in ye Reigement of Royal Scots Fusuleers at Klundart, Holland“.
mini|Frühe, in den Niederlanden verwendete Stempel Die französische Feldpost II Mit der Besetzung der südlichen Niederlande durch 86.000 französische Soldaten in der Zeit von Oktober 1792 bis zum 30. März 1793 kamen die folgenden französischen Stempel zum Einsatz.
Die Stempel „EXPEDITION DE LA BELGIQUE“ und „ARMÉE DE BELGIQUE“ sind sehr selten. Hinzu kommt der Stempel „ARMÉE DU NORD“, er ist vom 28. Februar 1793 in einem roten Abschlag bekannt, sowie handschriftliche Vermerke wie „de L'armée du Nord“, „Exp(édition) de la Hollande“ oder „de la hollde“.
Am 2. und 3. April 1793 mussten die Franzosen die Besetzung von Breda bzw. Geertruidenberg aufgeben. Nach der Anwerbung Freiwilliger begannen die Franzosen erneut einen Angriff. Nach anfänglichen Misserfolgen vereinigte der französische General Pichegru die beiden Armeen, die „Armée du Nord“ und die „Armée Sambre et Meuse“ zur „Armée du Nord Sambre et Meuse“.
Aus Ostbelgien ist von 1793 die Verwendung des Stempel „ARMÉE DU NORD“ bekannt. Bekannt ist auch ein Stempel von 1794 aus s'Hertogenbosch „QUARTIER GÉNÉRAL“.
Aus dem Jahre 1795 sind die Stempel „DON A ARMÉE DU NORD“ aus Groningen und aus Breda „DON O ARMÉE DU NORD“ gemeldet. Es kann angenommen werden, dass zusätzlich der Stempel „P.P“ („Port Payé“) für die Vorauszahlung der Briefgebühr und „Deboursé“ für fehlgeleitete Briefe möglich ist. Bekannt sind Vermerke wie „estaffete“, „Très Pressé“ oder „suivre en campagne“.
Wie man einer Mitteilung aus einer zeitgenössischen Zeitung entnehmen konnte, wurde am 1. Juni 1793 auf niederländischer Seite ein Feldpostdienst aufgestellt. Die Postversorgung lief von Den Haag ausgehend zu den Hauptquartieren. Es sind nur handschriftliche Vermerke wie „met de veldpost“ bekannt. Aus dem Hauptquartier soll es einen Stempel „VELDPOST“ in kursiv geben.
Die französische Besatzung Am 16. Mai 1795 wurde der Sonderfrieden von Basel geschlossen. Am gleichen Tag wurde in Den Haag der „Traktat von Den Haag“ zwischen der Französischen und der Batavischen Republik – wie sich die Niederlande jetzt nannten – geschlossen. Teil des Vertrages war die Übernahme der Kosten für die Stationierung von 25.000 Mann französischer Truppen in der Batavischen Republik. Dazu gehörte auch die Gestellung einer Feldpost zur Verbindung der Divisionen zum jeweiligen Hauptquartier. Für die Verbindung mit Frankreich bestand in Breda und Gorcum eine Poststation. Für notwendige Extraposten waren die Gemeinden verpflichtet, ihre Boten auf Kosten der batavischen Regierung einzusetzen. Das Personal der Feldpost hatte aus Franzosen zu bestehen.
Am 14. November 1795 wurde ein „Reglement der Posten im französischen Nordlager“ zwischen dem Comitee der Bundesgenossen, dem Chef der niederländischen Postverwaltung und dem Directeur-Generaal der Post der Armée du Nord ausgehandelt. In Arnheim, 1795, und Den Haag, 1796, wurde ein einzeiliger Stempel „DON B ARMÉE DU NORD“, aus Middelburg, 1798, „DON C ARMÉE DU NORD“ und aus Groningen, 1795, „DON E ARMÉE DU NORD“ ver wendet. Im Maastricht wurde 1796 ein Brief mit dem zweizeiligen Stempel „DON D ARMS / SAMBRE ET MEUSE“ und beim Hauptquartier in ’s-Gravenhage, 1795, der zweizeilige Stempel „BAU GAU / ARM. DU NORD“ (Bureau Général / Armée du Nord) abgeschlagen.
Zum Beweis der Portofreiheit verfügten die französischen Gesandten, die Generale, Kommissare und andere Verwaltungen über besondere Nebenstempel.
Infolge des Vertrages von 1795 nahmen batavische Einheiten an den französischen Kriegen im Königreich der Niederlande, in Österreich, Polen und Spanien teil.