La Laguna, offiziell San Cristóbal de La Laguna, ist eine Universitätsstadt (25.000 Studenten) und Bischofssitz mit Einwohnern (Stand: ) auf der Kanareninsel Teneriffa.

Lage und Klima mini|hochkant=1.67|Panorama La Laguna liegt westlich von Santa Cruz de Tenerife. Die Vororte von La Laguna und Santa Cruz de Tenerife gehen fließend ineinander über. Nachbargemeinden sind Santa Cruz de Tenerife im Osten, El Rosario im Süden und Tacoronte im Südwesten sowie das als Enklave eingeschlossene Tegueste. Zum Verwaltungsgebiet der Stadt gehören auch einige Touristengebiete an der Nordküste der Insel wie Bajamar und Punta del Hidalgo. Die Gemeinde San Cristóbal de La Laguna hat eine Ausdehnung von 102,06 km². Die Innenstadt La Lagunas liegt auf einer Höhe von etwa 550 m über dem Meeresspiegel.

Durch ihre Höhenlage auf 550 Meter über dem Meeresspiegel ist das Wetter um durchschnittlich 4 Grad kühler als im benachbarten Santa Cruz de Tenerife. Das Wetter ist durch den Nordost-Passatwind geprägt, der gleichmäßig kühle und feuchte Luft in die Stadt bringt. La Laguna weist zwei ausgeprägte Jahreszeiten auf: einen sehr regenreichen Winter (November bis April) und einen sonnigen Sommer (Mai bis Oktober). Im Winter betragen die Temperaturen durchschnittlich 17 Grad tagsüber und 13 Grad in der Nacht; im Sommer liegen die durchschnittlichen Temperaturen tagsüber bei 24 und nachts bei 18 Grad. Einige Male pro Jahr ändert sich die Wetterlage, sodass aus südöstlicher Richtung sehr heiße, trockene und staubige Saharaluft in die Stadt transportiert wird. Dieses Wetterphänomen wird als Calima bezeichnet und kann bis zu eine Woche ununterbrochen dauern.

Geschichte Das gesamte, von den Ureinwohnern Aguere genannte Tal, in dem sich die Stadt ausbreitete, und insbesondere der große See, der sich an diesem Ort befand, war ein Wallfahrtsort der Ureinwohner der Insel.La Laguna. La ciudad de los sentidos

Im Jahr 1494 schlug ein erster Versuch des Adelantados Alonso Fernández de Lugo, die Insel Teneriffa für die Krone von Kastilien zu erobern, fehl. Bei einem weiteren Versuch im Jahr 1495 traf die Hauptmacht der kastilischen Truppen etwas unterhalb der heutigen Innenstadt von La Laguna auf die Guanchen des Nordteils der Insel. Es kam zu der Schlacht von Aguere bei der vermutlich 1.700 Guanchen getötet wurden. Zum Gedenken an diese blutige Schlacht, bei der vermutlich auch der Mencey (Fürst) der Guanchen von Taoro, Bencomo, ums Leben kam, wurden an dieser Stelle ein Steinkreuz und später eine Kapelle errichtet. mini|Kapitulation der Guanchen, Fresko im Rathaus Nach der endgültigen Kapitulation der Guanchen in Realejo im Orotava-Tal im Jahr 1496 führte Alonso Fernandez de Lugo seine Truppen zurück nach Aguere, wo er sich niederzulassen und eine Siedlung zu gründen gedachte. Drei Gründe werden von Historikern für die Wahl dieses Ortes vorgebracht: Zum einen lag er in angemessener Entfernung zur Küste. Das bot auch ohne Befestigungsanlagen Schutz vor Angriffen durch Piraten, mit denen zu dieser Zeit ständig zu rechnen war. Der zweite Grund ist die Lage auf einer der wenigen ebenen Landflächen der Insel. Und drittens ermöglichten die Bodenbeschaffenheit und das Klima in Aguere den Anbau von Getreide und boten gute Weiden für die Viehzucht. Außerdem gab es einen von einem Bach durchflossenen See mit Trinkwasser, eben die Laguna.

Die erste Ansiedlung in San Cristóbal de la Laguna erfolgte in dem Gebiet, in dem sich heute die Kirche Nuestra Señora de la Immaculada Concepción befindet. Heute wird dieser Teil der Stadt als Villa de Arriba bezeichnet. Es wurden mit einfachen und nicht sehr haltbaren Materialien Häuser und eine kleine Kapelle gebaut. Die Einwohner ersetzten diese kurzlebigen Bauten nach und nach durch haltbarere Gebäude, die den Forderungen der Inselregierung nach Verwendung von nicht leicht brennbaren Baumaterialien entsprachen.

Diese ersten Siedlungsaktivitäten verliefen vollkommen planlos. Die Gebäude wurden willkürlich irgendwohin gebaut. Die Situation änderte sich nach der Rückkehr des Alonso Fernández de Lugo von einem Besuch auf dem Festland. Er selbst setzte ein Beispiel, indem er für sich ein Haus in dem Gebiet bauen ließ, das heute als Villa de Abajo bezeichnet wird. Hier wurden von der seit dem 9. Juli 1497 bestehenden Stadtverwaltung (Cabildo) Baugrundstücke bereitgestellt, Straßen angelegt und Trinkwasser über eine Wasserleitung aus dem Mercedeswald herangeführt. Zu dieser Zeit ging in ganz Europa der Trend dahin, neu anzulegende Städte schachbrettförmig zu planen. Der Einhaltung einer klaren einheitlichen Geometrie standen in La Laguna bereits vorhandene Wege und die Bodenbeschaffenheit entgegen. Die Entscheidung des Alonso Fernández de Lugo für einen Neubeginn der Siedlung wurde durch einen Beschluss der Stadtverwaltung bekräftigt, der die Bürger verpflichtete, sich in der Unterstadt anzusiedeln. Jeglicher Handel und Neubauten in der Oberstadt wurden verboten. Dies wurde in einer Anordnung vom 24. April 1500 bekannt gegeben. Als Grenze des zu bebauenden Stadtgebietes wird darin das Heiliggeisthospital (San Agustín) genannt. Die Stadtverwaltung erließ verschiedene Anordnungen, die die Bürger verpflichteten, gute Baumaterialien zu verwenden, die Häuser in einer Fluchtlinie zu bauen und die Straßen sauber zu halten. Man versuchte, einen kleinen Stadtkern zu erzeugen; eine wirkliche Stadt, die dem Ordnungsideal der Renaissance entsprach.

Der historische Stadtkern wurde in seiner heute bestehenden Form bis zum Ende des 16. Jahrhunderts angelegt. Das zeigt uns der erste Stadtplan, den der italienische Ingenieur Leonardo Torriani im Jahr 1588 zeichnete. Er zeigt bereits das heute noch vorhandene Straßenschema. Später wurden viele Häuser umgebaut; es wurden neue Gebäude auf freien Flächen erbaut, aber der Verlauf der Straßen wurde kaum verändert. Das Anwachsen der Stadt ist die Folge der zu Beginn des 16. Jahrhunderts rasch ansteigenden Bevölkerungszahl. Dieses Anwachsen wurde auch dadurch verursacht, dass die Landeigentümer verpflichtet waren, in der Stadt zu wohnen, wenn sie ihr Land, das ihnen auf der Insel unter verschiedenen Auflagen zugeteilt worden war, nicht verlieren wollten. Im Jahr 1515 zählte La Laguna eine Bevölkerung von rund 3.000 Bürgern. mini|hochkant|Wappen der Stadt aus dem Jahr 1510 Im Jahr 1510 erlaubte Königin Johanna (die Wahnsinnige) durch die Königliche Urkunde vom 23. März die Führung des Wappens, das den Erzengel Michael über einem Felsen zeigt, der den Teide darstellen soll. Darüber hinaus sind auf dem Wappenschild eine Burg und ein Löwe (Castilla y León) dargestellt. Im Jahr 1514 beantragte die Stadtverwaltung den Titel Stadt „unter Berücksichtigung, dass der Ort eine größere Bevölkerung hat als jede andere Ortschaft auf den Kanarischen Inseln auch als die Stadt Las Palmas“. Da sich der Hof nicht rührte, genehmigte sich der Stadtrat am 21. Juli 1521 selbst den Titel „Stadt“. Das wurde durch den Hof Karls I. (Karl V.) erst zehn Jahre später, 1531, legalisiert. Am 8. September 1534 wurde dem Titel das Attribut Noble hinzugefügt. Heute führt die Stadt den offiziellen Titel: Muy Noble, Leal, Fiel, y de Ilustre Historia Ciudad de San Cristóbal de La Laguna.

1582 erlitt die Stadt eine virulente Schwarzpest-Epidemie, die zwischen 5.000 und 9.000 Todesfälle verursachte.La Peste. El cuarto jinete

Gleichzeitig mit den Profanbauten erfolgte im 16. Jahrhundert der Bau von Sakralbauten. Seit dem 17. Jahrhundert fand eine bemerkenswerte Stagnation statt, sowohl was die Bautätigkeit betraf, als auch bezüglich der Bevölkerungszunahme. Wenn man die Zahlen der Bevölkerungserhebungen vergleicht, ergibt sich folgendes Bild: Im Jahr 1561 gab es in La Laguna 7.220 Bürger. Im Jahr 1805 hatte sich die Zahl nur auf 9.672 erhöht. Das heißt, dass in rund zweieinhalb Jahrhunderten nur 2.452 Bürger hinzugekommen waren. Der Verlust der Bedeutung La Lagunas begann im Jahr 1648 mit der Verleihung der Stadtrechte an die Ortschaft La Orotava. Bis zu diesem Zeitpunkt war das Cabildo, der Stadtrat von La Laguna, identisch mit der Inselverwaltung.

Die wirtschaftliche und politische Krise der Stadt hielt auch im folgenden Jahrhundert an. Im Jahr 1723 verlegte der Capitán General seinen Amtssitz nach Santa Cruz. Im Gegensatz dazu steht das Aufblühen der Kunst und der Kultur innerhalb der Stadt im 18. Jahrhundert. Im 18. Jahrhundert ist La Laguna die Stadt der Salons, der Schriftsteller und Künstler unter dem Mäzenatentum der vornehmen Familien (Nava y Grimón, Saviñón, Román usw.), in denen die laufenden künstlerischen und politischen Strömungen Europas, die auf der Insel offenbar auffallend präsent waren, diskutiert wurden. Es ist auch die Stadt der glänzenden Fassaden, es ist wirklich die Hauptstadt des gehobenen städtischen Lebens, der Gesellschaft, der Kunst und der intellektuellen Bewegung.

Im 19. Jahrhundert verstärkte sich der Rückgang der wirtschaftlichen und politischen Bedeutung der Stadt zugunsten der Stadt Santa Cruz, die früher nur ein kleiner Handels- und Fischereihafen war. Santa Cruz übernahm bald die neuen Verwaltungsaufgaben und wurde der Sitz neuer Einrichtungen, die durch die Verfassung von Cádiz geschaffen und durch Ferdinand VII. nicht rückgängig gemacht wurden. Die schwindende Bedeutung La Lagunas wurde durch die Neugründung der Universität San Fernando und die Einrichtung des Bischofssitzes nur wenig abgemildert, da die Universität im Jahr 1845 geschlossen wurde und der Bischofsstuhl zwischen 1848 und 1877 nicht besetzt war.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weitete sich die Stadt in der Fläche aus, was zu einem Anstieg der Bevölkerungszahl führte. 1965 wurde die Anzahl von 50.000 Einwohnern erreicht. Seit diesem Beginn ging es weiter bergauf und so erreichte die Stadt bei der Zählung am 1. Januar 1995 127.735 Einwohner. Die Ausweitung des tertiären Bereichs der Wirtschaft führte in der Universitäts- und Verwaltungsstadt zur Schaffung neuer Arbeitsplätze. Während der Tourismus in der Innenstadt keine überragende wirtschaftliche Bedeutung hat und in erster Linie als Tagestourismus auftritt, sind die Küstenbereiche des Stadtgebietes wie z. B. Punta de Hidalgo und Bajamar stark vom Tourismus abhängig. Im Rahmen der 500-Jahr-Feiern der Stadt wurden viele historische Gebäude renoviert. Die in der gleichen Zeit (1999) erfolgte Erklärung zum UNESCO-Welterbe führte zu einer verstärkten Wahrnehmung der Verantwortung für die Erhaltung der vorhandenen Substanz durch die Stadtverwaltung, die Inselverwaltung und die Regierung der Autonomen Region der Kanarischen Inseln.

Ortsteile La Verdellada Barrio Nuevo (Viña Nava) El Coromoto San Benito El Bronco La Cuesta Taco Tejina Valle Guerra Bajamar Punta del Hidalgo Geneto Los Baldios Guamasa El Ortigal Las Mercedes El Batan Las Carboneras

Einwohner Entwicklung der Einwohnerzahl:

Jahr Einwohner Bevölkerungsdichte 1991 110.895 - 1996 121.769 - 2001 128.822 1.263 Ew./km² 2002 135.004 - 2003 134.004 2004 137.314 1.337 Ew./km² 2005 141.627 2006 142.161 2007 144.347 1.414 Ew./km² 2008 148.375 2009 150.661 2014 153.009 1.499 Ew./km²

Historische Plätze und Gebäude Plaza del Adelantado mini|Plaza del Adelantado Die Plaza del Adelantado war der wichtigste Platz der Stadt, seit sich Alonso Fernández de Lugo entschloss, seine Residenz hierher zu verlegen. Sie wurde auf dem Grundstück erbaut, auf dem sich heute das Kloster Santa Catalina befindet. Auch die wichtigsten Verwaltungsinstitutionen wurden in der Umgebung eingerichtet. Zu Anfang trug der Platz den Namen San Miguel nach der Kapelle, die gegenüber dem Haus des Adelantado errichtet wurde.