St. Veit an der Glan (slowenisch Sveti Vid oder Šent Fid,Eberhard Kranzmayer: Ortsnamenbuch von Kärnten. Geschichtsverein für Kärnten, 1956. S. 187. mitunter auch mit Zusatz ob Glini) ist der Name sowohl einer Stadtgemeinde mit Einwohnern (Stand ) in Kärnten, Österreich, als auch deren größter Ortschaft, des Hauptorts der Gemeinde, mit Einwohnern (Stand ).

Die Stadt entstand am Schnittpunkt alter Verkehrswege. Sie war bis 1518 Landeshauptstadt von Kärnten, und sie ist Sitz der Bezirkshauptmannschaft des Politischen Bezirks St. Veit an der Glan.

Geographie Stadtgemeinde Die Stadtgemeinde liegt in Mittelkärnten, im Süden des Bezirks St. Veit an der Glan. Landschaftlich umfasst sie den Osten des Glantals, den Nordosten des Glantaler Berglands, den Norden des Zollfelds und den Westen der Launsdorfer Senke. Im Norden der Gemeinde liegt der Hauptort am Fuß des knapp außerhalb der Gemeinde befindlichen Lorenzibergs, südlich des Hauptorts sind der Muraunberg, der Hörzendorfer See und der Tanzenberg. Im Südwesten reicht die Gemeinde bis an den Osthang des Ulrichsbergs, im Südosten über den Nordteil des Zollfelds hinweg bis an den Westhang des Magdalensbergs.

Hauptort Die Stadt entstand am Schnittpunkt alter Verkehrswege: Von der uralten Verbindung vom Donauraum zur Adria, die sich bei St. Veit nach Westen in Richtung Feldkirchen–Villach–Tarvis wendet, zweigen hier Straßen nach Süden nach Klagenfurt (und weiter über Loibl oder Seeberg) sowie nach Osten Richtung Völkermarkt und Görtschitztal mit dem alten Eisenzentrum Hüttenberg ab.

Die Stadt liegt ganz im Osten des Glantals, auf einem Schwemmkegel bei der Einmündung von Wimitz und Mühlbach in die Glan. In den vergangenen 150 Jahren hat sie sich flächenmäßig in alle Richtungen ausgedehnt, insbesondere in Richtung Südosten hin zum Zollfeld, zuletzt 1958 durch die Eingemeindung von St. Donat.

Klima

Gliederung Gliederung der Gemeinde Katastralgemeinden Die Stadtgemeinde umfasst sieben Katastralgemeinden (Fläche Stand ):

Ortschaften Die Stadtgemeinde umfasst 41 Ortschaften (Einwohner Stand ):

Gliederung des Hauptorts Historisch wurde der heutige Hauptort St. Veit an der Glan in die Stadt (Altstadt, Innere Stadt) und in fünf Vorstädte (Friesacher Vorstadt, Klagenfurter Vorstadt, Villacher Vorstadt, Völkermarkter Vorstadt, Weitensfelder Vorstadt) gegliedert. Die Vorstädte wurden zeitweise (1869 und 1880) als eigene Ortschaften, dann als Ortschaftsbestandteile geführt. Heute hat diese Untergliederung keine praktische Bedeutung mehr. Einige der ehemaligen Vorstädte sind zwar namensgebend für Zählsprengel, diese stimmen jedoch nicht mit den historischen Vorstadtgebieten überein.

Altstadt Die von Stadtmauern umgebene Altstadt (Innere Stadt, früher einfach: Stadt) wurde im 12./13. Jahrhundert angelegt. Die Stadt um den Oberen und den Unteren Platz bestand aus vier Vierteln: Nördlich des Oberen Platzes, um das Rathaus sowie entlang der Judengasse (heute Bräuhausgasse), bestand das Vierzehn-Nothelfer-Viertel. Es war nach der Nothelfer-Kirche benannt, die 1790 abgerissen und durch einen heute als Bezirkshauptmannschaft genutzten Ansitz ersetzt wurde. Südlich des Oberen Platzes und um das Kirchgassl bestand das Pfarrviertel mit der Stadtpfarrkirche. Nördlich des Unteren Platzes (früher: Niederer Platz) und an der Burggasse bestand das Burgviertel mit der sogenannten Herzogsburg. Das Zwölfbotenviertel südlich des Unteren Platzes und um die Botengasse war nach der Zwölf-Boten-Kirche benannt, die im 18. Jahrhundert abgetragen wurde.

Friesacher Vorstadt mini|Mailänder Hof, Friesacher Vorstadt 1428 wurde diese Siedlung Friesacher Ort genannt. Die Friesacher Vorstadt bestand im 19. Jahrhundert aus einigen Häusern in der nach Osten von der Altstadt wegführenden Friesacher Straße, darunter das Gasthaus Stern (am Standort des heutigen Fuchspalasts) und der Mailänderhof. Außerdem wurden der Kölnhof, der Ranftlhof, die Schönmühle an der Wimitz, der Theresienhof und an der Straße Richtung Kraig der Marienhof zur Friesacher Vorstadt gezählt.

Klagenfurter Vorstadt mini|Herrenhaus der Papiermühle, Klagenfurter Vorstadt Vor der planmäßigen Anlage der Stadt erstreckte sich St. Veit auch südöstlich außerhalb der dann errichteten Stadtmauer, um den Bereich der heutigen Landstraße. Nahe der heutigen Evangelischen Kirche gab es spätestens ab dem frühen 13. Jahrhundert die Kirche St. Johann im Erlach. Die Siedlung wurde später St.-Johannes-Vorstadt genannt (so 1754).

Die Klagenfurter Vorstadt bestand im 19. Jahrhundert vor allem aus Häusern entlang der Klagenfurter Straße sowie einzelnen Gebäuden im Bereich der heutigen Prinzhofer-Straße. Außerhalb der geschlossenen Bebauung befanden sich die Papiermühle an der Glan, die Bleiweißfabrik (nach Schließung Ende des 19. Jahrhunderts als Kaserne genutzt; heute Funder-Villa) und oberhalb an der Straße zum Kollerhof die Salpeterplantage, Auf der Schleife bei der Wimitzmündung und etwas glanabwärts die Stadtsäge. Im Bereich der Bleiweißfabrik und des in dessen Nähe entstandenen großen Rangierbahnhofs wurde ab 1890 die Bezeichnung Glandorf verwendet.

Villacher Vorstadt mini|Klosterkirche und Bürgerspital, Villacher Vorstadt 1321 wurde westlich der Stadt das Bürgerspital gegründet – der Gebäudekomplex ist heute noch erhalten – zwei Jahre später daneben das Klarissinenkloster. Nach der Klosterkirche Unsere Liebe Frau wurde die dort entstehende Siedlung zunächst Unserer Frauen Ort genannt. Im 18. Jahrhundert taucht der Begriff Franziskaner Vorstadt auf; die Klosterkirche war im 17. Jahrhundert zur Franziskanerkirche geworden. Nachdem im frühen 19. Jahrhundert auch die Bezeichnung Feldkirchener Vorstadt verwendet wurde, setzte sich schließlich die Bezeichnung Villacher Vorstadt durch. Bedeutend war dort auch der Gewerkensitz Zeneggenhof, der 2003 abgerissen wurde.

Völkermarkter Vorstadt mini|Schloss Wayer, Völkermarkter Vorstadt Die Völkermarkter Vorstadt war die kleinste und am spätesten erwähnte der fünf Vorstädte. Sie umfasste im 19. Jahrhundert nur ein paar stadtnahe Häuser an der heutigen Völkermarkter Straße sowie weit außerhalb, nahe der Wimitz, das Schloss Weyer, die Rassnigmühle und die Abdeckerkeusche.

Weitensfelder Vorstadt mini|Ansitz In der Däber, Weitensfelder Vorstadt Schon im 14./15. Jahrhundert wurde der Bereich der heutigen Gerichtsgasse sowie zwischen Obermühlbacher Straße und Erlgraben (Mühlbach) verbaut. In der Döber gab es Gewerkensitze, ab dem 17. Jahrhundert einen Edelmannsitz. Im 18. Jahrhundert erscheint hier ein Militärspital bzw. Lazarett und ab dem frühen 19. Jahrhundert auch ein Badehaus. Die Siedlung wurde zeitweise auch Lazarettviertel oder – nach der im 17. Jahrhundert errichteten Lorettokirche, später Kalvarienbergkirche – als Loreto-Viertel bzw. Viertel unter dem Calvaryberg genannt.St. Veit / Glan. Österreichischer Städteatlas.

Gliederung nach Zählsprengeln Die Gemeinde ist für statistische Zwecke in Zählsprengel gegliedert. Die Zählsprengel 000 bis 022 umfassen den Hauptort, die Zählsprengel 030 und 040 den Rest der Gemeinde. Die Grenzen der Zählsprengel decken sich nicht mit den historischen Grenzen der Vorstädte, selbst wenn deren Namen verwendet werden:STATatlas 000 St.Veit a.d.Glan-Altstadt: die ummauerte Altstadt sowie die dem ehemaligen Friesachertor und dem ehemaligen Villachertor unmittelbar vorgelagerten Häuser im Bereich der ehemaligen Barbakane. 010 Weitensfelder Vorstadt: der nördlichste Teil der Stadt, nach Süden hin begrenzt durch (von West nach Ost) Urtlstraße-Spitalgasse-Lindengasse-Grabenstraße-Friesacher Straße-Sandgasse 011 Friesacher Vorstadt: der Bereich der Stadt zwischen Friesacher Straße und der Eisenbahn; endet stadtauswärts bei Einmündung der Friesacher Straße in die Bahnstraße. 012 Klagenfurter Vorstadt: der südöstlich an die Altstadt angrenzende Bereich zwischen Prinzhoferstraße und Völkermarkter Straße; stadtauswärts durch die Eisenbahn begrenzt. 013 St.Veit-Marktwiese: der Bereich der Stadt zwischen Villacher Straße-Ossiacher Straße und der Rudolfsbahn; von der Prinzhoferstraße im Osten bis zum Rand der Katastralgemeinde St. Veit an der Glan im Westen; zusätzlich ein kleiner Bereich nördlich der Villacher Straße mit Mehrparteienhäusern im Bereich Jägersteig – Hubertusstraße. 014 St.Veit-Villacher Vorst.: der Bereich der Stadt nördlich der Villacher Straße (ausgenommen ein kleiner Bereich mit Mehrparteienhäusern im Bereich Jägersteig – Hubertusstraße); nach Osten und Norden hin begrenzt durch Altstadt-Lindengasse-Spitalgasse-Urtlstraße. 020 St.Veit-Glanbogen: der östlichste Teil der Stadt, vom Weyerfeld im Norden bis an die Südgrenze Glandorfs im Süden, nach Westen hin durch die Eisenbahn begrenzt. 021 Sankt Veit-Süd: der Bereich im Südwesten der Stadt zwischen Glan und Rudolfsbahn; endet nach Nordosten hin beim Gleisdreieck. 022 Muraunberg: der Bereich der Stadt südlich der Glan und westlich der Rosentalbahn. 030 St.Donat: entspricht dem Gebiet der ehemaligen Gemeinde St. Donat mit Ausnahme des Bereichs der ehemaligen Ortschaft Neuglandorf. 040 Hörzendorf: entspricht dem Gebiet der ehemaligen Gemeinde Hörzendorf sowie den (ehemals zur Gemeinde St. Peter am Bichl gehörenden) Ortschaften Karnberg und Eberdorf

Geschichte Antike Am Gratzerkogel am Zollfeld, am südlichen Rand des heutigen Gemeindegebiets, bestand in der Römerzeit ein Kastell. Im 5. Jahrhundert wurde an dessen Stelle eine Siedlung errichtet, die um 600 aufgegeben wurde.

Stadtgründung mini|Portal der Stadtpfarrkirche Der früheste Hinweis auf eine Besiedelung im Gebiet der heutigen Stadt im engeren Sinn ist das Fragment eines frühmittelalterlichen karolingischen Flechtwerksteins, der in Zweitverwendung in der Außenmauer des Karners bei der heutigen Stadtpfarrkirche zu sehen ist. Der Sage nach soll ein Einfall der Ungarn im Jahr 901 Anlass für die Gründung der Stadt gewesen sein: Einem Karantanen-Herzog namens Rathold sei bei einer Schlacht bei Hungerbrunn nördlich der heutigen Stadt der heilige Veit erschienen und habe ihm Mut gemacht. Der Herzog habe nach siegreichem Kampf am Schlachtfeld ein Erlendickicht roden und an dieser Stelle eine Kirche errichten lassen, um die dann nach und nach die Stadt entstand.Gründungssage nach Hartwagner: Der Bezirk St. Veit an der Glan, Salzburg 1977, S. 206

Eine Siedlung entstand zunächst in dem Bereich zwischen dem Standort der heutigen Stadtpfarrkirche und der Kirche St. Johann im Erlach (die sich nahe der heutigen Evangelischen Kirche befand), entlang des damaligen Verlaufs des Mühlbachs; im Bereich des heutigen Stadtzentrums befand sich damals wohl ein herrschaftlicher Hof. 1122 folgten die Spanheimer den Eppensteinern als Herzöge von Kärnten nach; St. Veit gewann unter ihnen an Bedeutung. Die heutige Stadtpfarrkirche wurde errichtet. 1147 verkaufte Markgraf Engelbert III. (Spanheim) den Hof zu St. Veit an das Bistum Bamberg, doch wurde der Kauf bald darauf rückgängig gemacht. St. Veit wurde rasch zum Zentrum des herzoglichen Besitzes in Kärnten, die zunächst auf der nahen Burg Freiberg, knapp außerhalb der heutigen Gemeindegrenze, residierten.

Herzögliche Residenz, Landeshauptstadt von Kärnten mini|Stadtmauer